Archiv für die Kategorie „4 Zeitgeschehen“


Ein türkischer Politiker fordert, daß bei den NSU-Mordprozessen das Kreuz im Gerichtssaal zu entfernen sei.

http://www.bild.de/news/inland/nsu/weg-mit-dem-kreuz-im-nsu-prozess-30308452.bild.html

Neuer Streit im NSU-Mordprozess. Ein türkischer Politiker fordert “Weg mit dem Kreuz im Gerichtssaal beim NSU-Prozess!”, und ich meine: RECHT HAT ER!

Ich meine sogar, nicht nur weg mit dem Kreuz beim NSU-Prozess, sondern generell aus den Gerichtssälen, Behörden, Schulen etc.

Muss uns erst ein Türke darauf hinweisen, daß wir weltliche Gerichte haben und Urteile im Namen des Volkes sprechen (auch wenn man das in Anbetracht mancher Urteile kaum glauben mag…)? Wenn wir noch die Inquisition hätten, dann würden Urteile im Namen Gottes gesprochen, aber es gibt in Deutschland eine klare Trennung von Staat und Kirche ….. zumindest laut Gesetz. Aber Papier ist geduldig und jenseits des Weißwurstäquators ticken die Uhren eben wieder einmal anders.

Aus fast allen Gerichten Deutschlands sind die Kreuze verschwunden. In den katholischen Hochburgen Vechta und Cloppenburg in Niedersachsen sowie im Sozialgericht (welche Ironie) Hildesheims hängen noch Kreuze. In NRW findet man sie noch in katholisch geprägten Gegenden wie beispielsweise um Paderborn. Aber selbst Domstädte wie Köln und Aachen verzichten darauf.

Die Ausnahme bildet – natürlich wieder einmal – Bayern. Gemeinsam mit dem Saarland verzichtet man nicht auf die Kreuze. In Bayern gibt es sogar eine amtliche Anweisung, daß in JEDEM Gericht ein Kreuz zu hängen hat. 

Wenn ich Straftäter wäre, dann möchte ich schon durch die abgeurteilt werden, denen ich Schaden zugefügt habe: Den Menschen, dem Volk; und nicht Gott. Und wenn man mir mildernde Umstände anerkennt; man sehen will, daß ich etwas bereue oder daß man mir vergibt und mir eine zweite Chance gibt – dann möchte ich, daß das im Namen des Volkes geschieht. Vergebung durch Gott oder Urteile im Namen Gottes sind mittelalterlicher Hokuspokus! Und da ich vermute und hoffe, daß Urteile auch in Bayern im Namen des Volkes gesprochen werden, dann stellt sich freilich die Frage, warum es die Anweisung gibt, daß in JEDEM bayrischen Gericht ein Kreuz zu hängen hat. 

Paradox ist natürlich, daß gerade ein türkischer Politiker kritisierend zu Felde führt. Sind doch viele islamische Staaten peu a´peu dabei, die islamische Gerichtsbarkeit der Scharia einzuführen.  

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Wenn sogar der letzte Satz des Schwurs auf das Grundgesetz der Bunten Bananen- republik Deutschland bei Amtseinführungen von Ministern und Bundespräsidenten mit “So wahr mir Gott helfe” endet, dann sagt das über die Säkularisierung des deutschen Staates viel aus! Zumindest war dieser Spruch bis vor Kurzem noch gang und gäbe. Eigentlich sollten sich die Politiker von Kompetenz und Fachwissen sowie dem Gedanken an das Allgemeinwohl (denn dafür wurden sie gewählt) lenken und leiten lassen, und nicht “So wahr mir Gott helfe!”  http://www.express.de/politik-wirtschaft/-so-wahr-mir-gott-helfe–hier-wird-johanna-wanka-vereidigt,2184,21897700.html



Von einem vergeblichen Versuch, in Chemnitz einen Not- oder Bereitschaftsarzt anzufordern, siehe dazu auch Freie Presse Chemnitz vom 05.04.2013

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Notarztversorgung-in-Chemnitz-und-Zwickau-in-Gefahr-artikel8332001.php

Deutschlands Gesundheitswesen gehört sicher zu einem der effektivsten und hochstandartisiertesten der Welt. Das politische und wirtschaftliche System im Hintergrund schafft aber auch ein Gesundheitssystem, welches unter ausufernder Bürokratie, unter  einem immensen Kostendruck und unter Personaleinsparungen leidet; sehr zu Lasten der Mitarbeiter und der Patienten gleichermaßen. Am anderen Ende dieses Gesundheitssystems finden sich mit den Krankenkassen und der Pharmaindustrie aber auch hochprofitable Wirtschaftsunternehmen, die sich dabei mehr als nur eine goldene Nase verdienen.

Wenn man im Raum Chemnitz einen Bereitschaftsarzt oder gar einen Notarzt benötigt, spürt man ganz schnell, wo das System an seine Grenzen stößt. Nach dem Motto „Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner“ beziehungsweise „Verlass Dich auf andere und Du bist verlassen“ möchte ich über meine Erlebnisse bei einer Notarztsuche in Chemnitz berichten. Sicher spielt hier auch eine Zusammenkettung unglücklicher Umstände eine Rolle. An dem an seine Grenzen gestoßenen Notarztsystem Mittel- und Westsachsens ändert es dennoch nichts. Gegipfelt hat die Unzulänglichkeit des sächsischen Rettungssystems in einer völlig inakzeptablen Reaktion des Mitarbeiters bei der Notrufnummer 112 am Dienstagvormittag nach Ostern. Doch der Reihe nach:

In der Nacht vom Gründonnerstag zu Karfreitag 2013 ereilte mich ein Magen-Darm-Infekt. Ich musste Ostern nicht arbeiten, brauchte also keinen Krankenschein – und ich war allein daheim, konnte also niemanden anstecken. Die Situation des Alleinseins muss ich ausführlicher erklären, denn das wird noch mein größtes Problem werden; neben dem eines inkompetenten Rettungsdienstes. Eigentlich wollte ich nach Thüringen (80 km entfernt von mir) zu meiner Lebensgefährtin fahren. Da sie insulinspritzende Typ 1 Diabetikerin ist und bei einer Ansteckung mit massivsten Blutzuckerspiegelproblemen rechnen muss, wollte ich dieses Risiko keinesfalls eingehen. Ich wäre zu dieser Fahrt zu ihr aber ohnehin nicht in der Lage gewesen. Außerdem war die Mutter meiner Lebensgefährtin am Gründonnerstag wegen der Behandlung von Hirntumormetasthasen aus der Strahlenklinik entlassen worden. Sie allein zu lassen, wäre äußerst leichtsinnig gewesen. Also konnte meine Lebensgefährtin auch nicht zu mir nach Chemnitz kommen. Meine Eltern leben in Frankenberg und sind über 70-jährige Rentner. Diese wollte ich auch keinesfalls anstecken. Meine Geschwister wohnen im Raum Frankenberg/Mittweida/Burgstädt und sind in Schichten und teilweise auch über die Feiertage berufstätig. Ich war also allein!

Es war nicht der erste Magen-Darm-Infekt meines Lebens. Mit Tee, Zwieback, viel Ruhe und schlafen wollte ich die Durchfallerkrankung über Ostern ausschleichen. Die ersten beiden Tage kam noch Erbrechen hinzu. Einen Bereitschaftsarzt über Ostern wegen Durchfall anzufordern wäre wohl ins Leere gelaufen. Ich hätte genau die Antwort bekommen, was ich ohnehin vorhatte: Viel trinken, Tee, Zwieback, auf den Salzhaushalt achten, Ruhe und schlafen. Außerdem weiß man als Laie, daß die Bereitschaftsärzte über Ostern mit Sicherheit völlig überlastet sind und andere Notfälle zu verzeichnen haben. Schon aus dem Grund habe darauf verzichtet.

Nach drei Tagen, in der Nacht vom Sonntag zum Ostermontag trat eine ganz leichte Besserung ein. Der Montag als vierter Tag brachte eine weitere, wenn auch sehr kleine Besserung. Ich dachte, jetzt sei es überstanden und es geht aufwärts. Drei Tage Durchfall und zwei Tage Erbrechen schienen mir in meinen Augen noch nichts Ungewöhnliches. In der Nacht vom Montag zum Dienstag kam der Infekt mit voller Wucht zurück. Mein Körper nahm überhaupt nichts mehr auf, alle Flüssigkeitsaufnahme ging den direkten Weg von der Aufnahme zum Darmausgang. Ich hatte als den nunmehr fünften Tag Durchfallerkrankung vor mir und saß teilweise in Stundenabständen auf der Toilette. In der Nacht begann ich zu frieren; trotz Bettdecke, zusätzlicher Wolldecke und Wärmflasche fror ich wie ein junger Hund und hatte Schüttelfrost. Mein Entschluss stand fest, gleich am Morgen brauche ich einen Arzt. Bis zum offiziellen Beginn der Sprechstunde meines Hausarztes wollte ich noch warten, doch soweit kam ich nicht.

Morgens gegen 05.30  Uhr rief ich den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Chemnitz an. Ich schilderte der Dame mein massives Problem – eine Person mit medizinischem Fachwissen sitzt an diesem Apparat der Auftragsannahme ohnehin nicht – und folgender Wortwechsel ergab sich sinngemäß:

„Der Bereitschaftsdienst geht bis 07.00 Uhr. Die diensthabende Ärztin hat noch so viele Anmeldungen vorliegen, die schafft sie in der regulären Zeit nicht. Wollen Sie nicht dann gleich zum Hausarzt gehen?“ Ich erzählte ihr, daß mein Hausarzt zwar nur vierhundert Meter von mir entfernt ist, ich es vielleicht auch bis dahin schaffe, aber keinesfalls weiter; und daß ich allein daheim bin. Ich äußerte meine Befürchtung, daß mein Hausarzt vielleicht an die Feiertage noch ein oder zwei Tage Urlaub anhängt (was nicht ungewöhnlich wäre) und ich mich völlig umsonst dorthin schleppe. Und was dann? „Dann rufen sich mich nach 19.00 Uhr an, da läuft wieder der ärztliche Bereitschaftsdienst. Wenn es gar nicht geht, rufen Sie die 112!“ Auf meinen Hinweis, daß sich die Rettungsstelle über meinen Anruf sicher „freuen“ wird, meinte die Dame: „Sicher werden die sich freuen. Aber was soll´s, sie müssen kommen!“

Das Frieren nahm zu und schien nicht mehr beherrschbar. Mir wurde allmählich taumelig und mir schien, als werde ich apathisch. Ich rief gleich 07.00 Uhr den Hausarzt an, die Schwester ging ans Telefon. Ich schilderte ihr mein Problem in groben Zügen und bat darum, heute in die Sprechstunde kommen zu dürfen (der Hausarzt hatte heute regulär Diabetikerberatung) oder noch besser, daß der Hausarzt einen Hausbesuch bei mir macht. Die paar hundert Meter zu mir sollten das Problem nicht sein. Eine Viertelstunde später rief die Sprechstundenhilfe zurück und richtete mir vom Arzt aus, ich solle mich ins Bett legen, Kamillentee trinken und morgen zur Sprechstunde kommen. Wenn es nicht besser wird, käme er auch gern zu mir. Aber eben erst morgen.

Im Laufe des Vormittages versuchte ich es mit der alten, im Osten ohnehin relativ unbekannten Notrufnummer 19222. In einigen Gegenden soll sie noch funktionieren. Aber das war ein sinnloser Versuch, den ich auch sofort abbrach. Erneut rief ich gegen 11.00 Uhr den Hausarzt an und sagte, daß ich mich von Minute zu Minute schlechter fühlte und nicht mehr kann. Die Schwester versprach, den Arzt zu bitten, mich zurückzurufen. Leider passierte nichts dergleichen. In der Zwischenzeit führte ich ein Gespräch mit meinen Eltern in Frankenberg, jenen alten Leutchen, die ich nicht anstecken wollte. Aber meine Mutter hat medizinisches Berufsfachwissen. „Kannst Du Wasser lassen?“, fragte sie mich. „Seit Tagen nicht“, meinte ich. „Wie denn auch, bei dem Durchfall!“ „Um Himmels Willen, rufe sofort die 112 an und schildere genau DAS Problem. Die Nieren arbeiten nicht. Du bist dehydriert!“

Ich rufe also die Notrufnummer 112 an und schildere genau DAS Problem; daß ich seit fünf Tagen Durchfall habe, seit Tagen nicht Wasser lassen kann, mir schwindlig ist, ich friere wie ein junger Hund und daß ich ALLEIN bin. Ich bat um einen Notarzt und die Einweisung in ein Krankenhaus. Der Mitarbeiter bei der 112 reagierte ungehalten. Er hörte nur das Wort Durchfall, den Rest nahm er nicht wahr. „Ich habe hier Notfälle zu koordinieren, ein Durchfall ist kein Notfall. Warum gehen sie nicht zum Hausarzt?“ Ich erklärte ihm, warum ich über Ostern auf den Bereitschaftsdienst verzichtet hatte, ich berichtete ihm von den vergeblichen Versuchen den Hausarzt zu erreichen und im Übrigen hätte mein Hausarzt jetzt keine Sprechstunde mehr. Ich erwähnte noch einmal das Nicht-Wasserlassen-Können und daß mir schwindlig ist. „Er lehnte jegliche Notarztentsendung schroff ab und meinte, es hätten auch noch andere Hausärzte in Chemnitz auf.

Ich hatte seit fünf Tagen meine Wohnung nicht verlassen, bin seit fünf Tagen nicht aus dem Schlafanzug heraus gekommen und sollte jetzt völlig geschwächt mit einer noch nicht einmal geklärten, aber offenbar ernst zu nehmenden Viruserkrankung eine Hausarztpraxis in Chemnitz suchen, um mich dort in ein übervolles Wartezimmer zu setzen? Das kann nicht der Ernst sein! Kein Mensch hat verlangt, daß er sofort einen Notarzt zu mir schickt. Aber hätte er beispielsweise gesagt, er schickt einen Notarzt, das kann aber zwei oder drei Stunden dauern, ich solle mich gedulden – dann wäre das eine Aussage gewesen, mit der hätte ich leben können. Das hätte ich noch geschafft. Bei allem Streß und Kostendruck, den haben andere Berufsgruppen leider auch. Wir leben nun mal in einem monetären System, und nicht in einem wo menschliche Zuwendung Vorrang haben. Aber auf so eine schroffe Art von oben herab abgekanzelt zu werden, das hat nichts mit Patientennähe zu tun. Das degradiert den Anrufer auf das Niveau eines „dummen Schuljungen“. Vielleicht ist dem den Anruf entgegennehmenden Mitarbeiter nicht klar, daß Ärzte für die Patienten da sind und nicht umgekehrt. Und vielleicht sollten einige Vertreter dieser Zunft einfach einmal lernen zuzuhören! Dann hätten bei ihm die Alarmglocken schrillen müssen! Ein altes Mütterchen in meiner Situation hätte es spätestens jetzt aufgegeben, noch einen Arzt zu aktivieren. Wenn man sie dann zusammengebrochen in ihrer Wohnung gefunden hätte – sofern man sie überhaupt rechtzeitig finden würde, denn eine Dehydrierung kann tödlich enden – wäre sie ein Fall für eine Dialyse gewesen. Und das kostet weitaus mehr, als den Notarzt zu schicken und dem Patienten ein paar Infusionen zu verabreichen.

In der Zwischenzeit hat meine Mutter mit meiner Schwester telefoniert, die an diesem Tag zufällig frei hatte und nach Chemnitz wollte. Sie kam sofort zu mir und erschrak über meinen Zustand. Ich schilderte ihr den Ablauf der Ereignisse und wollte ins Krankenhaus gefahren werden. Mein Bedarf an Chemnitzer Ärzten war aber erschöpft. Da meine Schwester über Frankenberg zurück nach Mittweida wollte, fuhr sich mich zum Frankenberger Krankenhaus. In der Notaufnahme musste ich nicht lange warten. Während ich aufgenommen wurde, richtete man mir auf der Station ein Quarantänezimmer her. Noch während der Aufnahmeuntersuchungen und des Aufnahmegesprächs verabreichte man mir die erste Infusion. Das nenne ich kompetentes Reagieren. Insgesamt bekam ich innerhalb der nächsten zwei Tage 5 Liter Elektrolyt- und einen Liter Glukose-Infusion. Mein Elektrolythaushalt war im Keller, Kalzium musste zugeführt werden und mein Blutzucker war abgesunken (Symptome, wie sie ein Diabetiker bei einer Unterzuckerung verspürt). Die Nieren hatten die Arbeit eingestellt und der Körper war dehydriert. Wahrscheinlich wäre ich im Laufe des Tages daheim noch zusammengebrochen.

Und was war die Ursache allen Übels? Diagnostiziert wurde ein Rota-Virus; eine schwere Darmerkrankung, die durch Dehydrierung unter Umständen tödlich verlaufen kann. Rota-Viren sind stark ansteckend und meldepflichtig!

Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern des Frankenberger Krankenhauses, besonders dem diensthabenden Internisten an jenem Dienstagnachmittag und den Schwestern der Notaufnahme sowie bei allen Mitarbeitern der Station für Inneres im Frankenberger Krankenhaus. Es war übrigens das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, daß mir im KH Frankenberg in einer für mich als Single äußerst misslichen Lage schnell und kompetent geholfen wurde.

Lascher Grippeschutz, persönliche Hygiene: http://mtwv.de/wordpress/?p=2029



Lumpensammlerweisheit des 18. Jahrhunderts

Aus Lumpen macht man Papier,

aus Papier macht man Geld.

Geld erzeugt Banken.

Banken erzeugen Bettler.

Bettler erzeugen Lumpen!

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Beobachtungen im Raum Zwickau – Werdau – Reichenbach – Greiz; eine Diskothek in Zwickau (“Das Nachtwerk”) schafft mit ihrer Werbung in Westsachsen nackte Tatsachen

Im Januar 2013 führte Deutschland eine kontroverse Sexismus-Debatte wegen Rainer Brüderles „Dirndlausschnitt-Äußerung“. Das Verhalten der betroffenen Journalistin gab dabei nicht minder Anlass zu Diskussionen, die bis zum Erbrechen und bis zum „Ich kann´s nicht mehr hören“ deutschlandweit geführt wurden. Siehe dazu auch meinen Sexismus-Blog vom 28.01.2013 unter http://mtwv.de/wordpress/?p=7358

Jetzt, nicht einmal ein Vierteljahr später, machen wir munter und heiter immer so weiter, bis zum nächsten sogenannten Aufschrei. Unabhängig von diesem „Aufschrei“ hatte ich mich früher schon einmal zu diesem Thema geäußert: „Das Ende der Kindheit; Lolita-Requisiten und anzügliche Accessoires für junge Mädchen“, http://mtwv.de/wordpress/?p=2667     

Im März 2010 (also vor drei Jahren!) hatte ich ebenfalls schon einen Blogbeitrag zum Thema obszöne und aufdringliche Plakatwerbung. Den Beitrag „Ostblockschlampen und feiernde Schweine“ von damals lasse ich der besseren Darstellung meines Anliegens wegen hier und heute einfließen. Denn Brüderles Äußerung und die darauf folgende De- batte erscheint geradezu lächerlich, wenn man bedenkt wo und wie oft uns dekadenter Sexismus und primitive Werbung mit Sex im Alltag begegnen. Schlimm und bezeichnend für das Niveau einer Gesellschaft empfinde ich auch, daß der Großteil der Nutzer in Inter- netforen oder in den Onlinekommentarfunktionen schon gar nicht mehr begreift, wie oft und in welcher Weise uns solche primitive Dekadenz im Alltag übergestülpt wird. Bin ich denn mit meiner Meinung tatsächlich so ein Außenseiter?

Ein bekannter ehemaliger deutscher Showmaster, der heute in den USA lebt und mit seinen beiden Söhnen im Teenie-Alter in Deutschland weilte, sagte „Deutschland ist ein Pornoladen!“ Es ging um die Werbung mit sexuellem Hintergrund an allen Ecken und Enden des Landes, genauso wie um die vorherrschende Mode im Sommer in deutschen Landen. Nun teile ich die Prüderie der Amis und den scheinheiligen Umgang mit dieser in keinster Weise, aber ganz Unrecht hat der Showmaster dennoch nicht.

Man ist es ja schon gewohnt, daß zu „Wochenend-Events” mit reißerischen Parolen das Publikum angelockt werden soll. „Doppeldeckerparty” versprechen die einen, „Vierfachdeckerparty” die nächsten. Im März 2010 las ich auf Plakaten „Titten, Techno und Trompeten” oder „Sexy Bunny Night”. Toll, was den Veranstaltern und Betreibern so alles einfällt! In Greiz lockt eine überdimensionale Hightech-Werbetafel zu den Erotik-Märkten an der A4 am Hermsdorfer Kreuz.

Garniert wird das Ganze meistens mit mehr oder weniger niveaulosen halbnackten Halbschönheiten. Ob zum eigentlichen Thema passend oder nicht, ist egal: Hauptsache, man wirbt mit viel Fleisch und Sex. Auch wenn der (Sex) dann gar keine Rolle spielt. Der Passant fühlt sich belästigt und der Kraftfahrer abgelenkt. Man wird dieses Werbeniveaus überdrüssig und beim Kraftfahrer kommt noch eine Ignoranz gegenüber allen am Straßenrand befindlichen Schildern dazu. Dummerweise auch den wirklich wichtigen!

Wer soll hier umworben werden, wer soll sich angesprochen fühlen? Welches Niveau spricht man hier an? Auffallen um jeden Preis ist das Motto, Publikum anlocken, egal wie. Umsatz steigern auf Teufel komm raus. Daß dabei Masse (ich vermeide bewußt die Unterstellung „die geistlose Masse”) angesprochen wird und nicht Niveau, ist dabei zweitrangig. Hauptsache der Schuppen füllt sich. Der Geschmack und das Niveau der breiten Masse ist eh im Sinkflug. Im Deutschland der Neuzeit ist viel Dekadenz in der Gesellschaft. Das zeigt sich auch bei diesem Blog-Thema. Wie sagte Veronika Fischer: „Der Geschmack der breiten Masse ist nicht immer der Beste!“

Bei „Vierfachdeckerpartys” soll der Umsatz gesteigert werden nach dem Motto „Ist der Handel noch so klein, so bringt er mehr als Arbeit ein” (oder „eingebüßt ist auch gehandelt”). Daß man dabei den Alkoholkonsum bedrohlich steigert (am Morgen steigen dann alle brav in ihre Autos) wird hingenommen. Ein Alkoholproblem gibt es in Deutschland ja nicht und der Bürger ist frei und mündig.

Was versteht man unter „Sexy Bunny Night” und was haben „Titten, Techno und Trompeten” miteinander zu schaffen? Sicherlich wird nichts davon die wahre Gestaltung des Abends ausmachen und alle Veranstaltungen sind so nichtssagend und austauschbar untereinander wie Einkaufscenter oder Neubau-Eigenheimsiedlungen. Hauptsache, man unterscheidet sich in der Werbung voneinander. Und die darf an Niveau und reißerischer Aufmachung auch gern unter die Gürtellinie gehen, wie folgende Beispiele zeigen:

Sax-Clubzone Rodewisch wirbt mit „Ostblockschlampen”. Ein weiteres Poster eine Laterne weiter schreit uns förmlich an: „Feiert, Ihr Schweine!” Der Veranstaltungsort: irgendeine „Linde“. Selbst wenn der weitere Text auf dem Poster oder spätestens dann die tatsächliche Veranstaltung die ordinären Überschriften wieder relativieren, man hat einfach keine Lust, das wissen zu wollen. Es ist einfach dekadent und ordinär. So klingt Werbung für den Puff oder für eine Sauforgie!

Poster: Ostblockschlampen

Poster: Ostblockschlampen

Ein Kommentator schrieb mir: „Ich muss Dir größtenteils zustimmen. Einzige Anmerkung: Ostblockschlampen sind natürlich keine Frauen von russischen Straßen sondern ´ne Band/Gruppe, wie auch immer; und da kann man ja nun mal nur mit deren Namen werben. Die Vorstellung aber, dass da „Schlampen” aus dem Osten rum huppen, wäre geil.“ . . . Nun gut, ich sehe es ein klein wenig anders. Und dabei habe ich keines- falls etwas gegen Frauen aus Russland. Ich habe was gegen das Niveau dieser Werbung.

Im März 2013, drei Jahre nach meinen Beobachtungen am Straßenrand und nur zwei Monate nach der Sexismusdebatte (siehe ganz oben) wirbt die Diskothek Nacht- werk/Zwickau mit einem Poster, das in ganz Westsachsen an verschiedensten Standorten hängt und in Hohenstein-Ernstthal für Empörung sorgt. Das überdimensional große Poster zeigt ein junge Frau, leicht bekleidet und sich lasziv die Lippen leckend, die Haare feucht und zurückgegelt, der Blick devot gesenkt und leicht obszön. Das Poster wirbt mit „It´s your Orgia“ (Es ist Deine Orgie) und noch einmal in großen Lettern „Orgia Bizarre“. Eines der vielen Poster hängt am Hohensteiner Bahnhof, der Einflugschneise vieler Kinder und Jugendlicher zu Hohensteiner Schulen. Die Internetseite des Veranstalters wirbt mit Schlagworten zur Party wie „hörig, heiß, lasziv und verrucht“. Der Verant- wortliche der Diskothek meint, daß es dem Sinn der Veranstaltung entspricht und daß Fetisch-GoGo-Girls auftreten, die unter anderem mit Gasmasken tanzen. Angeblich gehöre so etwas längst zu sexuellen Spielarten der Jugendkultur. Das Poster verstößt nicht gegen öffentliches Recht. Ich bin aber der Meinung, daß nicht alles, was nicht unbedingt verboten ist, auch letztlich unbedingt sein muss. Die Rektorin einer Hohensteiner Förderschule hat sich jetzt öffentlich gegen diese Plakate zumindest an Schulwegen aus- gesprochen und dabei in Online-Kommentaren zahlreiche Gegenstimmen und einen Sturm der Entrüstung geerntet.  

Poster "Orgia Bizarre"

Poster “Orgia Bizarre”

Was mich stört, ist nicht die (nicht einmal völlig) Nackte. Mich stört die Obszönität dieser Plakatwerbung. Erotik oder Ästhetik sehen anders aus. Erotik und Ästhetik gehen mit Stil und Niveau einher, Öbszönität aber nicht.

Beleuchten wir doch aber mal den geschäftlichen Hintergrund des Posters? Eine Disko- thek muss wirtschaftlich arbeiten. Sie lebt vom Kundenzulauf (Jugendliche). Also hängt man so ein Poster dorthin, wo es viele Menschen der Zielgruppe erreicht: an einen Bahn- hof, einen Schulweg, in Ortszentren und an dicht befahrene Straßen. Für den Zweck des Auffallens darf, ja muss, Werbung belästigend wirken, aggressiv sein. Auch wenn das mein persönliches Empfinden empfindlich stört. „Kaufen, kaufen – marsch, marsch” ist so eine aggressive Werbung oder der lauthals in den Äther geschriene Slogan „Geiz ist geil!“ Doppeldeckerparty, Viefachdeckerparty, ein anderes Plakat verspricht „Titten, Techno und Trompeten”. Hallo, geht´s noch? Eine Mädchen-Band nennt sich sehr niveauvoll „Ostblockschlampen” und der Bandname kommt dem Sax Rodewisch für die Veranstaltungsparty sehr gelegen (nebst obszönem Posterfoto, siehe oben). Ein weiteres Poster eine Laterne weiter schreit uns förmlich an: „Feiert, Ihr Schweine!” Veranstal- tungsort: irgendeine Linde. Wer sich so angesprochen fühlt, kann doch nicht ganz dicht sein. Selbst wenn der weitere Text auf dem Poster oder spätestens dann die tatsächliche Veranstaltung die ordinären Überschriften wieder relativieren, man hat einfach keine Lust, das wissen zu wollen. Es ist einfach primitiv und obszön. Und das spielt alles in derselben niveaulosen, ordinären und dekadenten Liga wie das Poster zur „Orgia Bizarre“. Die Folgen einer überall zugänglichen Sexkultur sehen dann so aus: Eine Streetworkerin berichtet im Fernsehen von einer Dreizehnjährigen, die sagte: „Am Wochenende mach ick enne Gangbangparty!”

Casanova meint: “Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier.”

Und wo bitte soll die Neugier herkommen und vor allem wie Bestand haben, wenn man allerorten Brüste und Schenkel um die Augen geklatscht bekommt? Wo es schon sexy Mode für zehnjährige Mädchen gibt (siehe Verlinkung oben)? Wo man in Chemnitz an der Giebelseite eines Hauses neben einer Tankstelle an der Zwickauer Straße auf einem überdimensionalen Werbeposter für Tabledance auf der Leipziger Straße mit einer sehr leicht bekleideten Dame wirbt? Mich regt diese Aufdringlichkeit auf. Am Ortseingang Greiz warb man im Jahr 2010 mehrere Monate auf einem riesigen Poster für einen großen Sex-DVD-Verleih am Hermsdorfer Kreuz. Die Pose der jungen Dame von hinten war alles, aber nicht ästhetisch. Dekadent triffts eher. Aber wen stört das in einer ohnehin dekandenten Gesellschaft? Offenbar die wenigsten.

Belästigung geht für mich aber viel früher los. Zum Beispiel bei den zur Zeit modischen sehr tiefen Ausschnitten bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit, in die man hineinzuglotzen fast gezwungen wird. Dabei bin ich durchaus und gern in der Lage, festzustellen, daß “die Frau auch Augen hat”. Aber dazu muss man erst einmal die Mög- lichkeit bekommen. Da darf der Focus nicht sofort und gezwungenermaßen auf dem Aus- schnitt liegen! Wenn die Frühlings- und Sommermode losgeht, setzt sich die Alltags- belästigung fort. Ich habe es sicher nicht mit der Prüderie der Amis, und ich bin selbst auch nicht prüde; ich bin sexuell sogar ein Genießer bis in in meine hintersten Gedanken- stübchen im Alltag. Aber das ist Kopfkino, die Gedanken sind frei. Es belästigt nie- manden. Vorausgesetzt, man geht mit seinen Gedanken stilvoll, und nicht plump um! Und wie gesagt: “Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier.” Wo bleibt das Geheimnis- volle des anderen Geschlechts, wenn es dermaßen öffentlich zur Schau gestellt wird? Wo bitte soll die Neugier herkommen und vor allem WIE Bestand haben?   

„Die Prüden werden nie müde zu betonen, dass sie NICHT prüde sind.” schreibt mir ein Kommentator als Antwort auf meine Meinungsäußerung.  

Ich denke, diese Aussage ist rein spekulativ. Und selbst wenn es so wäre: nur weil man vielleicht noch keinen Sex mit (Zitat Zeitungsartikel) Gasmaske und wenigstens zwei Frauen (oder Männern) hatte, bei noch keiner Gangbang-Party war oder auch Sex mit Peitsche noch nicht probiert hat; man kann dennoch mehr als eine Sexstellung kennen und praktizieren und auch gern das Licht „beim Sex mit Muttern” (wie ein anderer Kommentator sarkastisch in Bezug auf die „Prüden“ geschrieben hat) anlassen. Das Auge ißt bekanntlich mit.

Aber vielleicht gibt es in unserer Gesellschaft doch noch einen gewissen Prozentsatz Menschen, die die drei Kategorien a.) Prüderie oder ausgefülltes Sexleben b.) Erotik und Ästhetik sowie c.) billige, niveaulose, obszöne, dekadente, primitive und vor allem aufdringliche Werbung auseinanderhalten und differenzieren können?

http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/HOHENSTEIN-ERNSTTHAL/Diskothek-schafft-halb-nackte-Tatsachen-artikel8297304.php

 



Ich wurde zu diesem Thema um meine Meinung gefragt. Und da sich hier im Netz viele Tierliebhaber tummeln, stelle ich das gleich mal zur Diskussion:

Für MEINE Begriffe haben wir viel zu viele militante Tier“schützer“. Und so eine Masse an Tierheimen, die dennoch nicht ausreichen, aber finanziert werden wollen/sollen, gab es früher auch nicht. Da gab es aber auch nicht so viel Tier-Elend.
Wer hatte denn früher Haustiere? In allererster Linie mussten die örtlichen Voraus- setzungen dafür da sein. Wenn das nicht vorhanden ist, dann geht es nicht. Ich kann auch tierlieb sein ohne eigenes Tier. Verantwortungsvolle Tierliebe kann sich auch zeigen in- dem ich bewusst auf ein Tier verzichte: weil ich einschätzen kann, daß mir die örtlichen, zeitlichen oder Wissensvoraussetzungen fehlen!
Wer hatte denn früher einen Hund? Es gab/gibt Schutz- und Wachhunde, Hofhunde, Jagdhunde, Schlittenhunde, Blindenhunde, Diensthunde und Hütehunde. Leider auch Kampfhunde und für die feinen Damen Schoßhündchen. Heute? Ich weiß nicht, wie viele Hunde in Deutschland leben. Jedenfalls leben meines Erachtens viel zu viele Hunde bei Menschen, die sich das vorher nicht richtig überlegt haben (siehe Modehunde wie der „süüüße Cäsar-Hund“).

Das Geschäft mit dem Elend der Findeltiere und den Welpen der soganannten Welpen- Mafia blüht. Und Angebot schafft Nachfrage, oder umgekehrt. Das ist wie bei der Alt- kleidersammelmafia oder ähnlichen mittlerweile ins Gegenteil verkehrenden, ehemals gut gedachten Sozialprojekten.
Viel zu viele Tierliebhaber und Hundenarren, allem voran Hundebesitzerinnen, ver- menschlichen ihre Vierbeiner und sind natürlich anfällig für jede Form von Werbung, wie „Helft dem armen Tier“, „Niedliche Welpen suchen ein Zuhause“ und so weiter. Logisch, daß der Quell nie versiegen wird, wenn man bei den Tier“schützern“, Tierliebhabern und Hundenarren derart offene Türen einrennt.

Ich kann zum Beispiel auch nicht nachvollziehen, daß Tierheime sich um Exoten kümmern. Es fehlt oftmals das spezifische Fachwissen beim Tierheimpersonal ebenso wie bei dem für das Tierheim zuständigen Tierarzt (der noch dazu auch gut bezahlt werden will). Mit Liebe allein kann man die Welt der armen oder Findeltiere nicht retten. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum sich Tierheime um Ziegen, Schafe oder Pferde kümmern. Bei aller Liebe, aber beim Schlachter bekommt man dafür wenigstens noch ein gutes Stück Fleisch für einen Sonntagsbraten.
Einen Mops vermitteln zu wollen, der Krebs hat, Kot verliert und 12 Jahre alt ist…… Leute, nehmt mir´s nicht übel: dem armen Kerl wäre mit einer Spritze für die ewigen Jagdgründe und Ruhe und Frieden im Mopshimmel mehr gedient! Bei den Menschen hat es gefühlte Ewigkeiten gedauert, bis 2009 endlich ein Patientenverfügungsgesetz beschlossen wurde. Kaum einer bezweifelt die Richtigkeit dieser Möglichkeit, selbst bestimmen zu dürfen, wann man nicht mehr am Leben gehalten werden will. Dem Hund sollte man das auch zugestehen und gönnen, und nicht mit falscher Tierliebe den Nutzern von Internetnetzwerken auf die Tränendrüsen drücken. Das ist meine Meinung.

weiterführende Links:

Fachmagazin für die Heimtierbranche: http://www.zza-online.de/artikel/051066.html

Was ist schlecht am Auslandstierschutz: http://www.tierundschutz.de/gedanken-zum-tierschutz/was-ist-schlecht-am-auslandstierschutz/

Welpenmafia und Tierschutz: http://www.aroundthepet.de/blog/2013/02/18/Von-Welpenmafia-und-Tierschutz.aspx

Kommentare zum Thema (von meiner Facebook-Chronik)

Absolut auf den Punkt getroffen!

Ich wüsste auch nicht, dass es früher im Kreis Schwarzenberg und in Merseburg ein Tier- heim gegeben hätte. Hier im Westen lief einiges anders. Die vielen jungen Weiber, die verrückt nach Pferden sind. Jeder Kinderwunsch nach einem niedlichen Jungtier, das man dann, wenn es groß ist, nicht mehr haben will, weil es dann schon wieder Jungtiere gibt.

Ich würde zum Beispiel alles daran setzen, daß eine weitgehend kontrollierbare Kast- ration/Sterilisation bei Hauskatzen gesetzlich beschlossen wird. Die Hauskatze wird des- halb nicht gleich aussterben…..

Zumindest bei Freigängerkatzen ist Kastration ein Muss. Bei Hunden sollte eigentlich der Halter kastriert werden, wenn er nicht aufpassen kann (ok, ich bin da seeeeehr militänt), denn da gibt es mitunter durch die Kastration ganz böse Sozialprobleme.

Mag hart klingen, ich sehe es aber auch so. Ich möchte nicht wissen, auf wieviel Bauern- höfen man tatenlos zusieht, wie die Hofmiez jedes Jahr zweimal Junge wirft und der Bauer dann die Jungen ersäuft oder an die Wand klatscht. Das erspare ich doch meinem Tier, oder? So geizig oder verantwortungslos kann man doch nicht sein? Aber offenbar doch.

Bei so viel Elend in Deutschland was die Katzen auf den Straßen anbelangt, gehört eine Kastrationspflicht gesetzlich geregelt. Auch verstehe ich nicht, warum immer wieder Tiere aus dem Ausland geholt werden, wo unsere Tierheime doch voll sind.

Alte, aber gesunde deutsche Tiere werden mitunter in deutschen Tierheimen umgebracht, weil sie sich nicht so leicht vermitteln lassen wie junge Tiere aus dem Süden. Klar, „alt” und womöglich nicht ganz so hübsch hat eher selten den Mitleidsfaktor. Lieber nimmt man einen aus der „Tötung”, der speziell zum Verkauf produziert wurde.

Das ist wie mit Einwanderern. Wer wandert denn als stärkste Fraktion in Deutschland ein: die armen Großfamilien ohne Bildung und ohne Beruf oder eigene Mittel. Die, die wir gebrauchen könnten, die wandern um Deutschland herum. Aber solange die Türen der Asylanten- wie der Tierheime offenstehen und sich immer wieder Menschen mit falscher Tierliebe angesprochen fühlen . . . .

Und das schafft nur neues Leid. Mehr wird damit nicht erreicht.

Das stimmt. Als ich meinen Sohn letztes Jahr Mal vom Flughafen abgeholt habe, war eine Frau dabei, die mindestens zehn Käfige mit Katzen und Hunden dabei hatte. Da waren gleich Leute da, auf die die Tiere verteilt wurden. Zudem steht heute in der Zeitung, dass Jäger in Hessen letztes Jahr 1500 Katzen im Wald erschossen hätten und einige Hunde.

Vom Erlös eines einzigen Welpen werden mindestens drei neue Würfe produziert!

Furchtbar ! Ich bin mir fast sicher, daß mit einem mitleiderregenden Drecksgeschäft mehr Geld gemacht wird, als wir glauben mögen oder gar wissen können.

Erfahrungsgemäß ist Tier“schutz” zu 85 % Tierschmutz. Wir wissen lange nicht alles; ein ganz übles Geschäft.

Oh, mein Thema; aber damit das hier nicht zu lang wird, Kurzfassung: Ich hatte schon als Kind Tiere, Katzen, Hund, Meerschweinchen, Hamster; habe Tauben aufgepäppelt die aus dem Nest fielen, verletzte Tiere mit nach Hause genommen, aufgepäppelt . . . Und das ist bis heute so geblieben. Das eigentliche Problem sind, glaube ich die, puppy-mills aus Osteuropa, zu vergleichen mit ´ner Hühnerfarm, züchten bis zum Abwinken und Geld machen auf Kosten der Gesundheit der Tiere. Früher gab es hier und da mal einen Züchter, die Tierheime waren weniger voll. Ich arbeite jeden verdammten Tag wenigstens 2 Stunden für Tierheime (Tötungsstationen) und versuche bei der Vermittlung zu helfen. Ich nehme keinen Cent dafür, genauso wie all die anderen Helfer! Sei es die Person, die mit dem Auto hinfährt und die Tiere rausholt oder die, die füttern, impfen usw. Alles läuft über Spenden und oft wird aus der eigenen Tasche zugezahlt. Es ist eine Sauerei, dass viele ihre Tiere nicht sterilisieren bzw. kastrieren und dann schon wieder ein Welpenkarton vorm Tierheim steht. Wann machen die Leute endlich mal die Augen auf? Nicht kaufen, sondern aus dem Tierheim holen! Und da bin ich Deiner Meinung Alwin, es macht auch keinen Sinn immer ALLES zu retten. Klingt traurig, aber man muss genau hinschauen. Im Falle des Mops, ok; er wird vermittelt. Aber tun wir dem Hund einen Gefallen damit? Thema Reptilien, hab ich auch schon oft gesagt und gesehen: hey, man nimmt den Besitzern das Tier weg, „FALSCHE HALTUNG!“ Ok, aber im Tierheim hocken die auch nur auf dem nackten Ast im leeren Terrarium. Und DAS ist dann ok? Ach ich rege mich nur auf . . . Ich höre lieber auf! Das ist voll mein Thema und ich muss jetzt los :-( Bis dann . . .

Ich habe überlegt, ob ich mich zu dem Thema 12 Jahre alter Mops äußere. Von mir wird es sowieso als mopsvernarrte Irre nicht ernst genommen. Fakt ist aber eins: kein Tierarzt schläfert so schnell einfach so ein Tier ein – darf er gar nicht und das läuft ihm ans Bein. Laut Tierschutzgesetz „…ist das Einschläfern von Tieren ohne zwingende Notwendigkeit nicht gestattet. Eine zwingende Notwendigkeit ist nur dann gegeben, wenn das Tier nicht ohne schwerwiegende Beeinträchtigung seiner artspezifischen Verhaltensweisen weiterexistieren kann.” (Wikipedia). Persönlich ist man anderer Ansicht (ich auch), aber nur weil ein Hund 12 Jahre alt ist, den Kopf schief hält und „nur“ kotinkontinent ist , ist das KEIN Grund !!!! Solange der (in diesem Fall) Mops frisst und sich alters- und rassespezifisch verhält, hütet sich jeder Tierarzt, den Hund einzuschläfern. Ähnliche Erfahrungen musste ich leider schon selbst machen. Mehr habe ich mich gefragt, warum so ein alter, kranker Hund nicht seine letzten Monate in seiner gewohnten Umgebung und Familie verbringen darf. Auch das gehört dazu.

Ich weiß auch, wie schwer es ist, so eine Entscheidung zu treffen. Ich habe sie selbst letztes Jahr bei meiner erst dreijährigen Hündin treffen müssen. Man denkt sich, war es richtig, hätte man noch was tun können? Aber tief in mir weiß ich, sie hat so gelitten: es war richtig und ich darf nicht weiter darüber nachdenken. Wenn ein Tierarzt sich weigert, dann ein Machtwort sprechen! Denn warum soll ich den Hund mit noch mehr Medikamenten vollpumpen, die doch nichts bringen, er wie ein Zombie rumläuft und am Ende qualvoll stirbt. Wenn die Lebensqualität des Hundes nicht mehr gut ist, er sich zum Gassi nur noch raus schleppt – dann tut ein guter Tierarzt was er eben tun muss. Wir können ja mal ´ne Freundin dazuholen, sie ist Tierärztin. Mal schauen was sie sagt, falls sie es hier liest: also liebe Jessica XXX.,  was sagst DU dazu?

Der Mops war nur ein Beispiel, weil es recht aktuell war. Und wenn der Tierarzt das nicht so einfach darf (warum eigentlich nicht, wenn Herrchen oder Frauchen den Hund erlösen wollen?), dann brauchen wir eben noch ein Patientenverfügungsgesetz für Hunde! Einem Sterbenden soll man alles an medizinischem Fortschritt angedeihen lassen, was nötig ist. Aber nicht die ganze Bandbreite dessen, was möglich ist. Das ist wie beim Menschen. Und warum soll ich Dich nicht als Mopsverrückte ernst nehmen? Das hier ist doch eine sachliche und wichtige Diskussion! Über Hunde im Bett diskutiere ICH natürlich auch nicht mehr :-)   Zitat: „…aber nur weil ein Hund 12 Jahre alt ist, den Kopf schief hält und „nur“ kotinkontinent ist , ist das KEIN Grund !!!!” ….. die bisherigen Besitzer sehen das offenbar anders, die wollen ihn „loswerden”. Die Frage ist doch, wer soll so einen armen Hund nehmen? Würdest Du in so einem Zustand ein Auto kaufen oder die Wohnung in einem Abrisshaus mieten? Wenn der Hund in diesem Zustand zu jemandem gehört, dann zu denen, bei denen er sein Leben verbracht hat. Oder leben die Besitzer nicht mehr? Vielleicht haben sie schon einen kleinen süüüßen Welpen im Auge und der alte Hund muss raus?

Es hatten sich genug angeboten, den Hund zu nehmen! Dass das nur ein Beispiel war, weiß ich. Aber ich habe ähnliches (nur ohne Inkontinenz) durch! Also ist es leicht zu reden und zu rufen: Erlöst den Hund!! Es ist aber nicht so einfach, selbst wenn man schweren Herzens zu dieser Entscheidung kommt. Die Familie verurteile ich nicht und kenne nicht die Hintergründe, aber fragen darf man sich wohl… man hat ja selbst auch immer genügend Fragen, die man sich stellt … man braucht einen guten und auch beherzten Tierarzt; aber finde den! Denn letztendlich zählt dann auch das Geschäft. Immer wieder Praxisbesuche, teure Medikament, Windeln oder Höschen für die Wohnung usw. Das liebe Geld redet immer mit!

Ich wollte zwar auch noch was schreiben, aber es wurde schon alles angesprochen und fast jeder hat wohl seine eigene Geschichte dazu. Man kann nur hoffen, daß jeder die richtige Entscheidung für sich selbst und das Tier trifft.

Das Hauptproblem ist ja eh eher in den obigen Kommentaren angesprochen worden. Der Mops-Fall war dazu ein aktuelles, aber ein unglücklich gewähltes Beispiel. Unser bzw. Euer (Tine und Co.) Problem bezog sich ja auf die Fließbandfertigung und Vertreibung der Ostblockhunde von der sogenannten Welpenmafia (wobei ich die angesprochenen Tierheimprobleme oben auch ernst meine). Wenn ich, wie Annet S. oder Christine K. mit der Vermittlung von Hunden zu tun hätte – und das war ja die Frage bzw. das Thema – ich würde das Ostblockwelpengeschäft NICHT unterstützen. Auch wenn es leid tut. Genau davon gehen die nämlich aus!! Mein einziger Hund, den ich bisher hatte, war aus dem Tierheim und ein lieber Kerl.

Hund Bingo aus dem Tierheim in Vielau

Hund Bingo aus dem Tierheim in Vielau



Jede Wette, daß am 08. März wieder die alte Debatte um den Frauentag startet. Ein persönliches Plädoyer für den Internationalen Frauentag

Ich höre immer nur „Muttertag ist wichtiger!” Mir scheint, hier ist einerseits manchem Zeitgenossen die Unterscheidung zwischen FRAU und MUTTER nicht bewusst! Anderseits habe ich persönlich zum Muttertag keine so rechte Verbindung. Man mag es mir nicht verübeln, denn diesen kannte ich vor 1990 nicht. Obwohl ich eine Mutter habe, die beste der Welt! Und von dieser Mutter stammt auch der Ausspruch: „Eine Frau macht mit ihrem Mann eigentlich fast alles mit. Aber er muss lieb zu ihr und treu sein!“

Der Frauentag wiederum führt seit 1990 ein etwas verteufeltes Dasein – sehr zu Unrecht, wohlbemerkt. Denn dieser Tag ist älter als es die DDR-Ideologie war, er ist entgegen vorherrschender Meinung keine DDR-Erfindung; und er ist international! Der Internationale Frauentag geht zurück auf das Jahr 1910 und die deutsche Sozialistin Clara Zetkin. Ein Beispiel für diesbezügliches Unwissen, ein Kommentar bei Facebook im Jahr 2012: „Haha, dürfen wir da die ganze shemales aus´m Osten mitmachen?” Keine Ahnung vom Frauentag und dessen Entstehungsgeschichte, aber seinen Senf zum Frauentag dazugeben.

Und so tappe ich Frauen-Mutter-Feiertagsmäßig ein bisschen im Niemandsland. Schade, weil ich die Frauen eigentlich achte, schätze und liebe! Es ist mir zu blöde, plötzlich die übergestülpt bekommene Mode des Muttertages mitzumachen, und anderseits wollen selbst die Frauen – so man sie fragt – vom Frauentag wenig bis nichts wissen. Und wenn die Frau das so ehrlich meint wie sie es sagt, dann hält sich Mann daran. Schade eigentlich. Und so beschäftigen wir uns lieber mit solchen Re-Importen aus den Altbundesländern beziehungsweise aus den USA wie Valentinstag, den oben erwähnten Muttertag und Halloween statt Reformationstag oder Allerheiligen; und vielleicht feiern wir eines Tages auch noch Thanksgiving.

Trotzdem: Prost Ihr Frauen dieser Welt. Auf Euer Wohl!

Blüten, sonstige (14)

Es gibt Länder, die haben noch mit ganz anderen Zielen der Frauenbewegung zu kämpfen. Da geht es um das Grundsätzlichste. Dagegen ist hier die Welt für Frauen in Ordnung. Aber auch nur scheinbar, denn es ist noch lange nicht alles Gold, was glänzt!

Diese Welt ist von Männern für Männer gemacht. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Und die Religionen aller Couleur haben einen großen Anteil daran. Die Frau sei dem Manne Untertan. Lachhaft. Es gibt Regionen dieser Erde, da behaupte ich, die Zukunft dieser Länder liegt nur in den Händen der Frauen! Afrika zum Beispiel. Aber man lässt sie nicht. Lieber verstümmelt und vergewaltigt man die Frauen und lässt sie für die Familien schuften wie die Berserker, während die Männer mit blutigen Bürgerkriegen beschäftigt sind. Religiöse Hintergründe, sogenannte Traditionen, Frauenfeindlichkeit, Unterdrückung und Macht über die Frauen sind in weiten Teilen der Erde bittere Realität. Noch immer gibt es das weltweite Tabuthema der weiblichen Genitalverstümmelung, harmlos Beschneidung genannt. Noch immer gibt es Frauen, die verstoßen werden, wenn sie den Anforderungen als Gebärmaschinen für Söhne nicht mehr genügen. Noch immer gibt es Vergewaltigungsorgien in Indien. In China und Indien kann man Töchter gleich nach der Geburt im Krankenhaus „entsorgen“. Frauen werden gesteinigt oder mit Säureanschlägen ein Leben lang entstellt. Frauen und Mädchen sind überproportional vom Menschenhandel und von Zwangsprostitution betroffen. Und jeder kennt wohl das Bild des arabischen Teppichhändlers: die verschleierte Frau schleppt die Teppichrollen und ihr Mann fährt im Mercedes S-Klasse in Schrittgeschwindigkeit hinterher. In Sachsen hat die häusliche und damit auch die seelische und die sexuelle Gewalt gegen Frauen seit dem Jahr 2000 kontinuierlich zugenommen. Die Fakten laut einer MDR-Sendung im Januar 2013: In Sachsen wird mittlerweile jede vierte (!) Frau im Laufe ihres Lebens Opfer sexuellen Missbrauchs und/oder häuslicher Gewalt. Von einigen wenigen hundert im Jahr 2002 ist die Zahl im vorigen Jahr (Anm.: 2012) auf 2.000 gestiegen. Die meisten schweigen und leiden still, sei es aus Scham oder weil sie daheim noch Kinder und damit eine fragwürdige „Familie” aufrecht erhalten wollen.

Ein weiteres Beispiel in meinen Blogbeitrag unter

http://mtwv.de/wordpress/?p=7046

Es gibt Länder, da kämpft man um die einfachsten Rechte für die Frauen. Deshalb Daumen hoch von mir für den Internationalen Frauentag!

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Bei einem offiziellen Besuch in Benin im Jahre 1995 wurde Christa Müller erstmals mit der grausamen Tradition der weiblichen Beschneidung konfrontiert. Von der Ehefrau des damaligen beninischen Staatspräsidenten um Hilfe gebeten, begann sie, Spenden zu sammeln, um einheimische Initiativen gegen das grausame Ritual in Benin zu unterstützen. Anfang 1996 gründete Christa Müller dann in Saarbrücken die Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen:  (I)NTACT e. V

http://www.intact-ev.de/index.html

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Die australische Ärztin Catherine Hamlin wanderte 1959 mit ihrem Mann nach Äthiopien aus, um dort als Hebamme und Gynäkologin zu arbeiten. Eigentlich wollte sie nur ein paar Jahre bleiben – mittlerweile ist Hamlin 85, und sie ist in Afrika geblieben. Das Paar entwickelte eine Behandlungsmethode für Frauen, die bei der Geburt innere Verletzungen, sogenannte Fisteln erlitten haben. Das medizinische Problem ist in Europa kaum bekannt, aber in Afrika macht es Hunderttausenden Frauen das Leben zur Qual:

http://www.fistula.de/hospital.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/alternativer-nobelpreis-helden-im-hintergrund-a-654695-4.html

Es gibt für die Frauen dieser Welt noch viel zu tun! Und oftmals müssen die Frauen die Initiativen zuerst selbst in die Hände nehmen. Oder hat schon mal jemand von einem GleichstellungsbeauftragTEN gehört? Das sind immer Gleichstellungsbeauftragte (also Frauen). Politkabarettist Hagen Rether meint: “So lange Frauenversteher noch ein Schimpfwort ist oder mit Spott und Hohn bedacht wird, sind wir von Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt. Frauenversteher; was gibt es denn an Frauen nicht zu ver- stehen? Die teilen sich doch mit……!” 

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P.S.: Ich kann mich auch nicht mit dem „Männer- oder Vatertag” identifizieren. Ich weiß nicht, was sich manche Frauen dabei denken, Männern zum Männertag zu gratulieren. Den Tag gibt es eigentlich gar nicht und ich mag das auch nicht. Deshalb finde ich die aufgekommene Mode des „Ausflugstages“ für die ganze Familie (oder mehrerer Familien zusammen) auch bedeutend schöner.



Michael de Ridder, “Wie wollen wir sterben? Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin”

http://www.amazon.de/Wie-wollen-wir-sterben-Hochleistungsmedizin/dp/3421044198/ref=la_B001K6ACQA_1_1?ie=UTF8&qid=1362589500&sr=1-1

Michael de Ridder; Humanist und Arzt (Internist), Chefarzt der Rettungsstelle eines Ber- liner Krankenhauses und Vorsitzender einer Stiftung für Palliativmedizin, sagt: „Die Wür- de des Menschen, sein Recht auf Selbstbestimmung muss auch und gerade bei unheilbar kranken und alten Menschen respektiert und gewahrt bleiben. …. Alles andere ist Körper- verletzung!”

Auf Michael de Ridder bin ich in einem STERN- oder SPIEGEL-Artikel im Jahr 2006 oder ´08 aufmerksam geworden. Leider stehen Menschen wie Michael de Ridder nicht unbedingt im medialen Vordergrund. Auf solche Veröffentlichungen (wie dieses Buch) stößt man aber oftmals erst, wenn Ratlosigkeit herrscht und eigentlich die Zeit drängt. Ich rate aber jedem, der in naher Zukunft einen sterbenden Angehörigen zu begleiten hat oder für die Zukunft (eventuell auch die eigene) gewappnet sein will, Interesse am Thema, Zitat „Sterbekultur in Zeiten der Höchstleistungsmedizin” zu entwickeln.

Unwissenheit bei Ärzten, Unsicherheiten bezüglichen der rechtlichen Lage und Arroganz der sogenannten Götter in Weiß in Verbindung mit den Möglichkeiten des medizinisch Machbaren (aber der nicht immer sinnvollen oder gar selbst gewollten Möglichkeiten der Hochleistungsmedizin) lassen Angehörige oft hilflos zurück. Dazu kommt eine eben- solche Profilierungssucht und Eitelkeit in Verbindung mit Unwissen bei den Vormund- schaftsrichtern. Der Prozentsatz der Unwissenden ist erschreckend hoch! Wenn die Ange- hörigen nicht sattelfest, wissend und ihrer Sache sicher sind, haben sie verloren. Und der Patient oder der zu betreuende Sterbende gleich mit! Nichts zu tun und nichts zu wissen und stattdessen nur geschehen zu lassen ist in diesen Momenten für Angehörige und Be- troffene das Falscheste und Schädlichste, was ihnen passieren kann.

Der Autor de Ridder gibt dem Leser einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang, der immer wieder mit Fällen der Sterbebetreuung einhergeht. Er zeigt dabei ungewollte Feh- ler und bewusst sinnlose Maßnahmen durch einen Großteil der Kollegen seines Berufs- standes anhand zahlreicher authentischer Fälle auf und erläutert dabei auch die medizi- nische Seite und den rechtlichen Hintergrund. Nicht zuletzt wird dem Leser bewusst ge- macht, daß die Pflege schwerstkranker Patienten, alter Menschen und Sterbender ein höchst profitables Geschäft ist. Es gipfelt in der Aussage anhand eines Fallbeispiels:

„ ….die Pflege von Wachkomapatienten – eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?”

Jeder, der einen schwerstkranken und/oder sterbenden Patienten oder einen alten Men- schen während der Pflege und im Sterben begleiten will oder seine Leiden lindern möchte, kommt an Sachbüchern wie diesem nicht vorbei. Man muss in das höchstprofi- table Geschäft einer unmenschlichen Sterbebegleitung nicht einsteigen. Mit Wissen und Selbstbewusstsein kann man sich dagegen zumindest als Angehöriger wehren.

Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für Ärzte, Pflegemitarbeiter und Vormundschafts- richter werden. Aber was will man verlangen, wenn schon Notärzte mit Typ 1-Diabe- tikern/Insulin-Pumpenträgern überfordert sind? Und was will man schon verlangen, wenn Ärzte sich nicht einmal eingestehen, daß auch sie nicht alles wissen können und den Rat eines oder die Mit- und Weiterbehandlung durch einen Kollegen benötigen? Das eigene Ego steht oftmals fatal im Vordergrund. Leider. Und nicht zu vergessen: Egal ob nieder- gelassener oder Krankenhausarzt, der Arzt ist mit allem was er tut, ein Wirtschaftsfaktor. Dazu braucht er am Leben gehaltene Sterbende und chronisch Kranke, denen man im Vorfeld entgegen jeder Logik Maßnahmen zum Vermeiden von Folgekrankheiten vor- enthalten hat. Menschen die nicht sterben dürfen und chronisch Kranke, die am besten in jedem Quartal wiederkommen (müssen), sind sichere Einnahmequellen :-(

“Die Fortschritte der Medizin sind ungeheur; man ist sich seines Todes nicht mehr sicher” (Hermann Kesten)



Wolfgang Uchatius, „Jan Müller hat genug“

Zu einem Dossier in der Zeitung „Die Zeit“ vom 28.02.2013: Wolfgang Uchatius, „Jan Müller hat genug“. Leider ist der Artikel (noch) nicht online. Der Versuch, sich diese Ausgabe der „Zeit“ noch zu beschaffen, lohnt sich schon allein wegen des mehrseitigen Dossiers nebst Interview unbedingt!

Europa braucht mehr Wirtschaftswachstum“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich in einem Zeitungsinterview.

Die Wachstumsraten unserer Volkswirtschaft müssen wieder steigen“, sagte SPD- Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Jetzt gilt es, das Wachstum zu stabilisieren“, sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle.

Wir müssen für mehr Wirtschaftswachstum sorgen“, sagt selbst Linken-Parteichef Bernd Riexinger.

Wir brauchen eine Wachstumsstrategie“, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin.

Karl Marx sagt dazu sinngemäß über das Wesen der kapitalistischen Wirtschaft: „Steigende Überproduktion bei gleichzeitiger Zunahme der Massenarbeitslosigkeit!“

Der Verstand nennt es Verschwendung, das Kalkül nennt es Wachstum. Jedoch: Wer soll das alles anschauen? Wer soll das alles kaufen? Warum ißt das niemand? Warum ver- brauchen wir das nicht? Endloses Wachstum ist sinnlos! Deutschland ist ausgewachsen! Die Theorie der Unsättlichkeit passt nicht mehr zu den Fakten.
Wenn ein Mensch ißt, ist er hinterher satt. Mehr braucht er nicht. Auch wenn man es ihm anbietet. Wenn der Markt nicht mehr verbraucht, ist er dann „satt”? Zumindest sagt man uns das. Aber der Markt ist nicht satt. Er verbraucht nur nicht mehr als nötig. Auch wenn man es ihm hinhält. Wenn dem Markt in diesem Jahr nach einer Million Autos verlangt und im nächsten Jahr wieder, so ist der Markt doch nicht satt. Er bedarf nur nicht immer mehr. Aber in den Augen der Wirtschafts- und Finanzbosse gilt das Ausbleiben von Wachstum als Sättigung. Und die Politik haut in diese Kerbe noch mit hinein. Der Markt ist nicht satt. Aber er ist ausgewachsen. Er ist erwachsen. Die Aufgabe der Zukunft könnte es sein, Möglichkeiten zu finden, wie Unternehmen ohne Wachstum bestehen können. Kann ein Unternehmen, das nicht mehr wächst, dennoch profitabel bleiben? Das ist die Frage!

Wolfgang Uchatius in „Die Zeit“ vom 28.02.2013, „Jan Müller hat genug!“

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Beispiel Glasfasernetz in Chemnitz und anderen Städten

Wie die BILD/Chemnitz am 27.02.13 berichtet, scheint das superschnelle Internet-Glasfasernetz der Telekom und des örtlichen Auftragnehmers/Partners „Eins-Energie“ zum Flopp zu werden. Von den mindestens 1.800 verbindlichen Bestellungen, die die Telecom benötigt, um „Eins-Energie“ überhaupt mit der Verkabelung von 20.000 Haushalten beginnen zu lassen, sind gerade einmal 850 Bestellungen vorhanden.

http://www.bild.de/regional/chemnitz/glasfaserkabel/wird-chemnitzer-glasfaser-netz-millionenflop-29284280.bild.html

Und schnell ist man dabei, den Chemnitzern wieder einmal Kurzsichtigkeit und „Hinter dem Mond leben“ zu bescheinigen. Vielleicht denken die Chemnitzer aber gerade weise? Wer will schon immer nur „schneller, noch schneller und noch viel mehr schneller“? Man kann doch auch mal mit DSL zufrieden sein! Vielleicht sollte die Telekom erst einmal die Stadtteile auf DSL-Niveau anheben, die noch mit Modem und tatsächlich „wie hinter dem Mond“ herumhantieren oder sich in Eigenleistung und aus Verzweiflung DSL per Richtfunk einrichten? Mit dem Glasfasernetz würde die Schere zwischen Modem einer- seits und schnellem Internet anderseits noch weiter auseinandergehen.
Mit Standortvorteilen will man die zögerlichen Kunden locken; mit so schnellem Internet, daß man drei Filme „ziehen“ kann und den vierten gleichzeitig anschauen. Klar, das habe ich schon immer vermisst! Fehlt bloß noch der Hinweis, „Das sind auch Arbeitsplätze.“ Ja klar, gähn! Sollen doch ehrlich sein, die Brüder: Profit lockt, und der ist umso größer, je mehr Menschen auf engem Raum sich beteiligen. Laß doch die Randbezirke weiter mit Modem hantieren. Dort lockt ja auch nicht so ein Profit. Daß aber auch in den Außen- stadtteilen Arbeitsplätze vom einigermaßen schnellen Internet (DSL) abhängen, interessiert da nicht.
Die Menschen haben scheinbar keine Lust, ständig daheim in ihrer bestehenden Kommu- nikationstechnik und in bestehenden Verträgen herumzurühren. Wohl wissend, daß das nie ohne Probleme über die Bühne geht. Aber die Chemnitzer leben ja hinter dem Mond. Ja klar, danke.

Übrigens geriet dieses superschnelle Internetkabel schon in anderen Städten zum Flop, so zum Beispiel in Münster/Westfalen oder in Zürich/Schweiz beim Telecom-Äquivalent Swisscom.

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Verlinkungen zu früheren Veröffentlichungen zu diesem Thema:

Das Handy als Geldbörse: http://mtwv.de/wordpress/?p=7490

Aufschwung kommt bei den Menschen nicht an: http://mtwv.de/wordpress/?p=3714

Finanz- und Wirtschaftskrise (2011): http://mtwv.de/wordpress/?p=3490



Zu den immer wiederkehrenden Hai-Attacken im Roten Meer und an Australiens Küste

http://themen.t-online.de/news/hai-attacken

Immer wieder machen spektakuläre Hai-Angriffe in den Medien von sich reden. Jedoch: der Mensch allein bringt es fertig, Tiere und Pflanzen auszurotten, die zu den am längsten auf der Welt existierenden Lebewesen gehören……

Es ist doch bekannt, daß das Rote Meer und die Gewässer um Australien zu den Hai reichsten Gewässern dieser Erde gehören. Warum bringt der Mensch es einfach nicht fertig, eine solche Tatsache zu akzeptieren? Die Krone der Schöpfung (genannt Mensch) ist nicht überall willkommen, jedenfalls nicht in den Revieren der Haie. Angenommen, ein Hai hält sich in einer Fußgängerzone auf. Er wird dort gefangen, erschossen oder überfahren und muß sich die Frage stellen lassen, was er dort zu suchen hatte. Der Mensch, der partout im Roten Meer schnorcheln oder baden „muß“, sollte sich dieselbe Frage stellen: „Muss das sein, was ich hier tue? Bin ich, der Mensch, Gottes Geschenk an die Tier- und Pflanzenwelt?”

Nein, ist er nicht!

Aber Vernunft und Verzicht gelten nicht. Das muß  auch der Hai akzeptieren und sei- nen seit Millionen Jahren angestammten Platz notfalls räumen! Genauso wie uns Allee- bäume stören, Raubkatzen oder Steppentiere durch den Menschen vom Aussterben be- droht sind oder Olympiafackeln auf den Mount Everest geschleppt werden – nur um ein paar Beispiele zu nennen, die der Mensch sich anmaßt. Wenn dann dabei etwas schief- geht, ist nicht der Mensch Schuld. Bei Seilbahnunglücken sind die Berge schuld, bei Alleeunfällen die Bäume – und beim Erfrierungstod der Zugspitzlaufteilnehmer sind die Kälte, der Schnee und der Berg oder der Veranstalter Schuld. Und bei Hai-Attacken der Hai! Selbst wenn der eigentlichen „Attacke“ noch eine zusätzliche geistlose Handlung, wohlbemerkt des Menschen, voraus ging, Zitat: „Nach dem tödlichen Angriff durch einen Weißen Hai auf einen Surfer vor der südafrikanischen Küste sind Dokumentar- filmer in die Kritik geraten. Sie hatten in den vergangenen Wochen (Anm.: April 2012) größere Mengen Köderfisch ins Meer geworfen, um Haie anzulocken.“

Ja, hallo? Geht´s noch!

So tragisch diese Fälle alle sind, aber im Vorfeld müßte die Frage stehen: Muß das sein? Es wird Zeit, daß der Mensch Grenzen gesetzt bekommt. Nicht nur ethisch-moralisch-ökologisch, sondern auch zahlenmäßig. Die zahlenmäßig vertretbare Menschenmenge auf dem Planeten ist längst überschritten.

Links zu ähnlichen Themen findet Ihr hier:

Artensterben in Europa  KLICK HIER

Unvernunft?  KLICK HIER

Problem Weltbevölkerung: KLICK HIER



Über die kriminelle Energie in der Lebensmittelindustrie – und trotzdem ein Plädoyer für´s Pferdefleisch

siehe dazu auch: Ziegenfleisch, schmackhaft und selten: http://mtwv.de/wordpress/?p=6891

Mal ganz ehrlich, ich esse Pferdefleisch gern und für meine Begriffe eigentlich auch zu wenig – obwohl wir in Chemnitz eine Roßschlächterei mit Gaststätte haben. Leider ist Pferdefleisch auch kein billiges Vergnügen mehr, wie uns zur Zeit im sogenannten Pferdefleischskandal weisgemacht wird.

Als Student waren wir jede Woche einmal in der „Pferdediele“ essen. Es war eine Ab- wechslung zum Mensa-Essen, es ging rustikal und sehr volkstümlich bei Franklin Hof- mann zu und es war preiswert.

http://www.pferde-hofmann.de/index.php?page_id=6&pos1=10&pos2=1

Pferdefleisch ist leicht süßlich im Geschmack und von rötlich-brauner Färbung. Pferde- fleisch ist mager und gesünder als das Fleisch beispielsweise vom Schwein. Auf Grund seiner Zusammensetzung ist es eisenhaltiger als das Fleisch von Rind und Schwein. Fleisch im Allgemeinen gilt ohnehin als Haupt-Eisenlieferant für unseren Körper; das ist auch gleich die Antwort darauf, warum der Mensch überhaupt Fleisch essen sollte! Eisen- mangel im Körper geht mit einem negativen Wohlfühl-Empfinden einher. 

So weit, so gut. Wenn man nun aber Rind- oder Schweinefertigfleisch kaufen will und es ist so deklariert, dann gehört dort Pferd nicht hinein, egal ob das Fleisch sauber oder be- lastet oder gar Gammel ist. Das ist der eigentliche Punkt des Skandals. Jedoch, die Lebensmittelindustrie ist in aller erster Linie ein Wirtschaftszweig. Die Unternehmen rechnen mit Profiten und mit Absatzzahlen und sind ihren Aktionären oder ihren Gesell- schaftern gegenüber rechenschaftspflichtig. Und die sind nie mit dem Profit des Vorjahres zufrieden. Die Lebensmittelindustrie bietet auf der einen Seite horrende Gewinne und auf der anderen Seite Lohndumping und unfaire Bezahlung der Produzenten. Dazwischen bleiben verunsicherte „Geiz-ist-geil“-Konsumenten auf der Strecke. Skrupellose Ge- schäftemacher mit „hoher krimineller Energie“ (Zitat Ilse Aigner) nutzen jede sich bie- tende Möglichkeit, den Profit zu steigern, notfalls unter Gefährdung der Verbraucher- gesundheit.

Der Ursprung des Skandals ist in dieser Wirtschaftsbranche hausgemacht. Hier gehört der eigentliche Anfang des Umdenkens gemacht – im Weg des Fleisches vom Hersteller zum Verbraucher.

Die Zahl der Händler, Zwischenhändler, Produzenten und Zulieferer im Fall der Pferdefleisch-Lasagne wirkt irrwitzig. Wer wirklich wissen will, wo das Hackfleisch in der Lasagne herkommt, dem bleibt nur: es selber machen.

Viele Köche verderben den Brei.

Oder im aktuellen Pferdefleischskandal: Viele Händler verfälschen die Lasagne. Es mutet aberwitzig an, was man bisher über den Werdegang der Pferdefleisch-Lasagne weiß….. (Quelle: „Focus“):

1.) Das Fleisch kommt aus einem Schlachthof in Rumänien.

2.) Der Schlachthof verkauft an Zwischenhändler Draap aus Zypern, der das Fleisch an sein Lager in den Niederlanden schickt.

3.) Der Zwischenhändler liefert es an den Fleischverarbeiter Spanghero in Frankreich.

4.) Spanghero liefert sein Produkt an Lasagnehersteller Tavola in Luxemburg.

5.) Tavola produziert im Auftrag des Lebensmittelherstellers Comigel in Frankreich.

6.) Comigel liefert die Produkte an die britische Tiefkühlkost-Firma Findus und an deutsche Supermarktketten, die die Produkte unter Eigennamen verkaufen.

7.) Findus beliefert seinerseits Supermärkte.

Selbst wenn nicht wie im vorliegenden Fall geschwindelt wird, kann die Arbeitsteilung in der Produktion und Verarbeitung von Fleisch extrem sein: Jungtiere werden in Betrieb 1 geboren, Betrieb 2 zieht sie auf, Händler 3 verkauft sie an den Schlachthof 4, der gibt weiter an Zerlegebetrieb 5, Aufkäufer 6 sammelt große Mengen, der Exporteur 7 verkauft an den Produktehersteller 8, der für Kette 9 produziert . . .  :-(

Emotionen (0)

Michael Hofmann, Nachfahre des Begründers und derzeitiger Inhaber der Roß- schlächterei und Gaststätte “Franklin Hofmann” in Chemnitz, fordert bessere Kontrollen gegen schwarze Schafe der Branche:

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Black-Beauty-zum-Valentinstag-artikel8266588.php

Die Bundesregierung, namentlich Frau Ilse Aigner, stellt einen Aktionsplan gegen Lebensmittelskandale vor. Oder ist es mehr ein kopfloser Aktionismusplan? Da wiehert der Amtschimmel und das Pferdefleisch in der Lasagne gleich noch dazu.

Mehr und bessere Kontrollen! Aha. Sehr neu, diese Idee. Eine Internetseite für aktuelle Rückrufe von Lebensmitteln. Hallo? Ich schaue demnächst vorm Einkaufen erstmal ins Internet, was gerade so alles zurückgerufen wird? Vorausgesetzt, ich bin mir sicher, was ich kaufen will. Aber für den Fall gibt es ja noch die wunderschönen Smartphones. So kann man bei REWE, EDEKA und Co. direkt vor Ort seinen gewünschten Artikel noch- mal im I-net auf Rückrufaktionen überprüfen.

Vielleicht sollte man unsere Lebensmittelindustrie mit ihrem Preisdumping, den sagenhaften Überproduktionen und den unbegreiflichen Hersteller- und Liefer- wegen einmal überdenken?

Jetzt schlägt ein Politiker vor, die Pferdefleisch-Lasagne („KANN Spuren von Pferde- fleisch enthalten!”) den Armen anzubieten. Warum nur für Arme? Ordnungsgemäß um- kennzeichnen, den Preis senken und allen Kunden anbieten. Eingebüßt ist auch gehandelt, besser als wegschmeißen ist das allemal. Pferdefleisch schmeckt gut! Wegschmeißen in diesen Größenordnungen ist Sünde – oder bewusste Preistreiberei. Dieser Medienhype, in den ausnahmslos ALLE verfallen, ist ja ekelhaft.
Siehe BSE (danach war Rindsleder teurer), Schweinepest (danach war Schweinefleisch teurer), Geflügelpest, Schweinegrippe – an der weniger Menschen gestorben sind als an normaler Influenza (in Deutschland gar keiner!!) – und dessen teurer Impfstoff für die Tonne war. Das hatte sich die Pharmaindustrie wohl auch anders gedacht . . . .

 

 

  


Mai 2013
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