Archiv für die Kategorie „2 Motorradtourismus und Motorrad-Zeitgeschehen“


Naturpark “Thüringer Schiefergebirge und Obere Saale”; Pause auf dem Käppele bei Probstzella

Gemeinde Probstzella, OT Großgeschwenda: auf dem 610 m hohen Käppele: http://www.einheitsgemeinde-probstzella.de/grossgeschwenda_kaeppele.html

Wenn der nicht völlig Eingeweihte vom Thüringer Schiefergebirge spricht, dann meint er (oder auch sie) meistens den Teil des thüringer Mittelgebirges, der zusammen mit dem Oberlauf der Saale den Naturpark “Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale” bildet. Das ist nicht ganz falsch, es ist aber eben auch nicht ganz richtig. Der Mittelgebirgszug zieht sich im Westen und Südwesten immerhin fast bis an die Rhön. Damit umfasst das Schiefergebirge einen Landstrich in Thüringen, den der nicht hundertprozentig Vorge-bildete schon längst dem Thüringer Wald zuordnet.

Namensgebend für das kleine Mittelgebirge war eine Gesteinsart, die über viele Jahr- hunderte zu einem bedeutenden Baustoff wurde und heute regional noch sehr stark vertreten ist: der Schiefer. Ich möchte mich als Motorradfahrer heute hier auf den Teil des Schiefergebirges beschränken, der mit dem oberen Flusslauf der Saale den Naturpark bildet und in dessem Süden sich der Frankenwald anschließt. Das Schiefergebirge ist überschaubar besiedelt und fern der Industriealisierung herkömmlicher Ballungsgebiete. Die Landschaft gestaltet sich abwechslungsreich und vielseitig. Der Gewässerreichtum beschert der Region weite Täler und tiefe Schluchten sowie schroffe Felsgebilde. Die kurven- sowie steigungs- und gefällereiche Straßenführungen vermitteln den Eindruck, in einem weithaus höheren Gebirge unterwegs zu sein. Der Naturreichtum, die vielen Ge- wässer und die Wälder machen die Region auch an heißen Sommertagen zu lohnens- werten Reisegegenden für Motorradfahrer, die ja erfahrungsgemäß ohne Klimaanlagen auskommen müssen.

Ziegenrück, Ort (1)

Ziegenrück im Thüringer Schiefergebirge an der Saale

Unser Ziel an diesem Tag war die Gegend um die ehemalige Grenzgemeinde Probstzella. Überhaupt sind wir hier immer wieder an der innerdeutschen Grenze unterwegs, ehe- malige Grenzübergangsorte zeugen noch davon: (Probstzella (Eisenbahngrenzübergang), Hirschberg (Autobahngrenzübergang) und Mödlareuth, das wiederum bereits im Vogtland liegt (ehemals geteiltes Dorf und heute Museum für innerdeutsche Teilung).

Der Weg den wir an diesem Sonntag im Mai einschlugen, beinhaltet zu einem großen Teil (reizvolle!) Bundesstraßen. Da Straßen, zudem Bundesstraßen, aber auch Wirt- schaftswege sind, würde ich nicht unbedingt einen Werktag für diese Runde wählen. An einem Sonn- oder Feiertag ist man wesentlich verkehrsärmer und entspannter unterwegs. Wir starten in Greiz, der “Perle des Vogtlandes” und schlagen auf der B 94 (Tourismusstraße “Reußische Fürstenstraße”) den weg über Zeulenroda nach Schleiz ein. Ein Stück des Schleizer Dreiecks fahrend erreichen wir den Kreisverkehr in Heinrichsruh am Hotel Luginsland und biegen ab nach Saalburg an der Bleilochtalsperre, dem größten Stausee Deutschlands. Über den Ortsteil Ebersdorf der Doppelstadt Saalburg-Ebersdorf erreichen wir Bad Lobenstein und schlagen auf der B 90 den Weg durch das malerische Sormitztal ein. Nach Wurzbach und Leutenberg erreichen wir in Hockeroda die B 85 (“Hochfrankenwaldstraße”). Wir biegen ab in Richtung  Kronach. Entlang des Loquitz-Baches erreichen wir Probstzella auf der B 85. Etwa in der Ortsmitte biegen wir ab nach Großgeschwenda und erreichen auf dem 610 m hohen Käppele einen idyllischen Rastplatz mit phantastischer Aussicht.

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Auf dem 610 m hohen Käppele

Während wir den Tankrucksack leeren und Kaffee, Brötchen, Wiener, Obst und Gemüse und Nascherei verzehren, kommen immer wieder Motorradfahrer vorbei; hupend oder winkend uns grüßend. Der Blick schweift weit, über die Thüringer Warte bei Gräfenthal reicht die Sicht bis zum Leipziger Turm bei Schmiedefeld am Rennsteig. In Saalfelder Richtung ist in der Ferne das Kulmberghaus auf dem Kulm auszumachen.

Auf dem 610 m hohen Käppele

Auf dem 610 m hohen Käppele

Auf dem 610 m hohen Käppele

Auf dem 610 m hohen Käppele

Nach der Pause fahren wir noch bis Großgeschwenda und biegen ab über Schweinbach und Hirzbach, zurück ins Sormitztal nach Leutenberg. Auf der B 90 schlagen wir die Richtung Wurzbach ein, um nach etwa 1,8 km nach dem Ortsausgang von Leutenberg nach links auf die L 1099 abzubiegen. Durch den Wald erreichen wir die Höhen von Ruppersdorf und Eliasbrunn. Hier zwischen Saalburg-Ebersdorf und Bad Lobenstein schließt sich vorerst der Kreis. Von der L 1099 kommend erreichen wir über die L 1095 wieder die B 90 und schlagen  bis zum Abzweig Frössen / Birkenhügel die Richtung Gefell ein. Nach Verlassen der B 90 fahren wir auf einer anspruchsvollen Nebenstraße über Frössen, Hirschberg, Ullersreuth und Hirschberg hinüber zur B 2 am Gasthof “Juchhöh”. Die B 2 – die längste Bundesstraße Deutschlands und auf diesem Abschnitt auch die erste und längste Tourismusstraße Deutschlands (die Deutsche Alleenstraße) – bringt uns zurück nach Schleiz zum Kreisverkehr in Heinrichsruh. Hier schließt sich der Kreis der Tour zum zweiten Mal.

Auf einem ehemaligen Teilstück des Schleizer Dreiecks – dem Waldstück zwischen Heinrichsruh und Oberböhmsdorf – schlagen wir den Weg in Richtung Plauen ein. Auf der B 282 erreichen wir Sachsen und zwischen den Orten Mühltroff und Oberpirk den Abzweig Ranspach. Hier verlassen wir die B 282. Über Ranspach und Pausa (dem selbsternannten “Mittelpunkt der Welt”) erreichen wir wieder das Thüringer Vogtland. Die Großgemeinde Vogtländisches Oberland mit den Ortsteilen Ebersgrün, Wolfshain, Dobia, Wellsdorf und Erbengrün ist eine der letzten Stationen, bevor uns die B 94 ab Naitschau zurück nach Greiz bringt.

Eine ansruchsvolle, etwa 215 km lange und sowohl im Ausflugstempo als auch flott zu fahrende Runde liegt hinter uns. 

weitere Rückblicke in diese Region:

Das Lichte-Viadukt bei Probstzella: http://mtwv.de/wordpress/?p=1083

Der Leipziger Turm bei Schmiedefeld: http://mtwv.de/wordpress/?p=5096

Schloss Wespenstein bei Gräfenthal: http://mtwv.de/wordpress/?p=3280

Der Saale-Turm in Burgk: http://mtwv.de/wordpress/?p=2436

Saalburg-Ebersdorf, der Ebersdorfer Park: http://mtwv.de/wordpress/?p=6413

Burg Ranis: http://mtwv.de/wordpress/?p=1243

Hohenwartestausee und Ziegenrück: http://mtwv.de/wordpress/?p=5808

Der Mittelpunkt der Welt in Pausa: http://mtwv.de/wordpress/?p=6979

Zwei Tagestouren in Thüringen (Vogtland, Obere Saale, Schiefergebirge, Schwarzatal, Thüringer Wald, Rennsteig) und in Oberfranken (Frankenwald mit Hochfrankenwaldstraße, Kronach und ehemaliges deutsches Grenzgebiet): http://mtwv.de/wordpress/?p=2235

 


 

 

 

 



Eine Motorradausfahrt vom Thüringer übers Sächsische Vogtland ins Westerzgebirge und wieder zurück

Seit drei Tagen besitze ich die neue Yamaha. Abgesehen von der Fahrt von Chemnitz nach Greiz hat sie noch nicht viel gesehen von ihrer neuen Heimat. Wird Zeit, das zu ändern. Da wir am Vormittag noch ins Autohaus mussten und das Auto abends wieder abzuholen war, durfte die Runde nicht allzu sehr ausufern. Es war also naheliegend, unsere Heimatregion Vogtland-Westerzgebirge unter die Räder zu nehmen. Die Tour ist mit 180 km ausbaufähig.

Das Vogtland: KLICK HIER

Das Vogtland ist eine historisch gewachsene Region in Sachsen, Ostthüringen, Bayern-Oberfranken und Tschechien. Das Land der Voigte, wie man die Region über Jahr- hunderte nannte, hat seinen Ursprung in der Gegend um Weida. Prägend für den Land- strich war auch die Herrschaft des reußischen Fürstengeschlechts. Die Grenzen des Vogtlandes verwischen mit den umliegenden Regionen und sind je nach geographischer, kultureller, politischer oder historischer Betrachtungsweise nicht immer identisch. Für Motorradfahrer ist das Vogtland interessant aufgrund der hügelreichen Landschaften, der kurvenreichen Straßenführungen und der dominierenden Natur (Flusslandschaften, Wälder). Im Vergleich zu den nahen west- und mittelsächsischen Ballungsgebieten um Chemnitz, Zwickau und Aue/Schwarzenberg sowie Plauen und Reichenbach (die ihrerseits auch schon zum Vogtland gehören) ist das weitere Vogtland vergleichsweise klar strukturiert und damit verkehrs- und bebauungsärmer als die Ballungsräume.

Unser Startpunkt war die B 92 zwischen Greiz (die “Perle des Vogtlandes”) und Weida (die “Wiege des Vogtlandes” vor etwa 900 Jahren). Nahe der kleinen Ortschaft Wilde- taube befindet sich direkt an der B 92 das AGIP-Tank- und Rast-Center. Dort wollen wir starten. Die Route führt uns durch beschaulische, romantische und kurvenreiche Fluss- täler, über Höhenzüge bis in Kammhöhe des Westerzgebirges und beschert auch das eine oder andere für Motorradfahrer relevante Ausflugsziel. Unmöglich, alle zu besichtigen. Denn dann sind nämlich selbst 180 km zu viel für einen Tag. Und immerhin wollen wir die Gegend  fahrend auf zwei Rädern erkunden, und nicht permanent anhalten und staunend etwas besuchen. Aber dennoch wäre für jeden etwas dabei: Baudenkmale, Aus- sichtstürme, Bergipfel, Talsperren, Technikmuseen; ja selbst ein Aussichtsballon und ein Bikertreff liegen an der Strecke.

Was uns auffällt, ist die Tatsache, daß an einem Dienstag im April kaum Verkehr herrscht. Abgesehen von der Stadt Greiz haben wir kaum unter hektischem, nervigem oder stressigem Verkehrsgeschehen zu leiden. Stellenweise sind wir sogar völlig allein unter- wegs. Außerdem fällt uns auf, daß die Straßen nach dem langen und harten Winter in einem erstaunlich guten Zustand sind. Manche Stadt oder Gemeinde im Gebirgsvorland dürfte da neidisch in Richtung der Höhenlagen schauen. Vielleicht macht es sich doch bezahlt, daß man die Straßen richtig saniert und nicht nur geflickschustert hat. Wer billig baut, baut zweimal ;-) Außerdem sind die Straßen nach dem Winter erstaunlich sauber. Gut für uns auf zwei Rädern. Einzig den vielen Wasserläufen sieht man, daß das Tau- wetter und die darauf folgenden Regenfälle noch nicht allzu lange her sind.

Das erste Highlight der Tour ist das Göltzschtal zwischen Greiz und Lengenfeld. Die kurvenreichen 18 Kilometer entlang des Elster-Nebenflüsschens Göltzsch sind fahrerisch ein Genuss. Wir gelangen über Treuen, Falkenstein und Schöneck zur Talsperre Muldenberg. Dort legen wir die erste Pause ein und genießen eine Tasse Kaffee und was zu futtern aus dem Tankrucksack. Die Zwickauer Mulde entsteht hier aus dem Zu- sammenfluss von Roter und Weißer Mulde. Wir fahren weiter, überqueren den West- erzgebirgskamm in Richtung Klingenthal. Klingenthal ist die einzige Stadt im deutschen Teil des Erzgebirges, die aus unserer Richtung bereits hinter dem Erzgebirgskamm liegt. Logisch, daß wir den Erzgebirgskamm erneut überqueren müssen, wenn wir weiter im Vogtland in Richtung Morgenröthe-Rautenkranz fahren wollen. 861 Höhenmeter weist die Passhöhe Mühlleiten aus. Flößergräben ziehen sich entlang der jungen Zwickauer Mulde. Angelegt wurden sie in vergangenen Jahrhunderten als Transportwege. In Morgenröthe-Rautenkranz, der statistischen Kältekammer des Vogtlandes, steuern wir das Raumfahrtmuseum für einen Fotostop an. Daß es hier ein Raumfahrtmuseum gibt, hat seinen besonderen Grund. Der erste Deutsche im All, Siegmund Jähn, stammt von hier. Auch wenn westliche Medien gern argumentieren, der erste deutsche Astronaut sei aus dem Westen Deutschlands gewesen, so beißt die Maus keinen Faden ab, der erste Deutsche im All war ein Ossi. Ob die nun im Westen Astronaut und im Osten Kosmonaut heißen, spielt bei dieser Wortklauberei für mich keine Rolle. Vor dem Raumfahrtmuseum steht eine MIG-21. Mit diesem Jagdflugzeug ist Siegmund Jähn in den Jahren 1963-65 “unterwegs” gewesen. Ich kann mich erinnern, als kleiner Junge Anfang der 1970er Jahre die MIG-21 als Modellbausatz zusammengebastelt zu haben. Heute haben wir die “Hübsche Honda” sowie die ganz neu zu uns gestoßene “Black Pearl” auf ihrer ersten Tour vor der MIG-21 posieren lassen.

Am Raumfahrtmuseum in Morgenröthe-Rautenkranz

Am Raumfahrtmuseum in Morgenröthe-Rautenkranz

Talsperre Muldenberg

Talsperre Muldenberg

Ab Morgenröthe-Rautenkranz begeben wir uns in ein sogenanntes Hochtal, hier das Wilzschtal im Westerzgebirge. Kurvenreich bringt uns die Straße durch das Tal in Rich- tung Auersberg, dem mit 1.019 m zweithöchsten Berg Sachsens. Vorher sollte man sich im Wilzschtal nicht überschätzen, nicht ungefährlich ist die enge und kurvenreiche schmale Straße in Gewässernähe vor allem im Frühjahr und im Herbst. Den Auersberg werden wir heute nicht anfahren, dafür überqueren wir bei Carlsfeld die Passhöhe “Hefekloß”; woher auch immer diese ihren Namen hat. Die Zahl 1.788 lässt uns stutzen, sind wir nicht im Erzgebirge? Und dabei so hoch? Bei genauem Hinlesen merken wir, daß die Höhenangabe witzigerweise in halben Metern angegeben ist. Aha, dann relativiert sich das auch wieder ;-)

Motorradfahrer im Wilzschtal

Motorradfahrer im Wilzschtal

Passhöhe Hefekloß

Passhöhe Hefekloß

Den Rückweg treten wir über Eibenstock im Westerzgebirge an, erreichen dabei Sachsens größte Trinkwassertalsperre und einen Bikertreff mit Namen “Talsperrenblick”, sind wieder im Sächsischen Vogtland unterwegs und gelangen im 18 km langen Göltzschtal zurück zu unserem Ausgangspunkt im Thüringer Vogtland.

Streckencharakter:

  • ausbaufähige 180 Kilometer

  • kurvenreich, seichtes Hügelland bis anspruchsvolle Streckenführung

  • viel Natur, Wälder, Flusstäler, Berge

  • bei Bedarf zahlreiche Ausflugsziele

Sehenswertes:

  • Greiz: drei Schlösser unterschiedlicher Nutzung, Landschaftspark

  • Göltzschtal: Göltzschtalbrücke, Ketzelsmühle, Aussichtsballon, Goldmuseum

  • Mylau: Burg

  • Schöneck: Aussichtsfelsen “Alter Söll”, der Balkon des Vogtlandes

  • Muldenberg: Talsperre mit begehbarer Staumauer, Flößertradition

  • Carlsfeld: historische Rundkirche von George Bähr

  • Klingenthal: Skisprung-Arena, Rundkirche, Aschberg-Aussicht

  • Morgenröthe-Rautenkranz: Deutsches Raumfahrtmuseum

  • Wildenthal: Auersberg

  • Schönheide/Stützengrün: Museumsbahn, Schmalspurbahn

weiterführende Links:

Streckenführung:

B 92, AGIP-Tank- und Rast-Center Wildetaube, Start Richtung Greiz – Daßlitzer Kreuz – B 92/B 94 – Greiz – B 92 zur Göltzschtalstraße Richtung Mylau – Göltzschtalbrücke – Mylau, kurzes Stück B 173 – Weißensand – Lengenfeld, kurzes Stück B 94 – weiter in Richtung Treuen – bei Eich – Treuen – Treuen Richtung in Falkenstein – Schreiersgrün – Reumtengrün – Falkenstein, Oelsnitzer Straße – Neustadt/Vgtl. – Schöneck – Mulden- wiesen/Muldenberg, Talsperre Muldenberg – Richtung Klingenthal – B 283 – Mühl- leithen – Gottesberg – Tannenbergsthal – Jägersgrün – Morgenröthe-Rautenkranz – in Wilzschhaus die B 283 verlassen – Wilzschtal – Blechhammer – Carlsfeld – Wildenthal, Richtung Eibenstock – Eibenstock – Eibenstock OD auf S 275 zur B 283 – B 283 in Richtung Aue – B 283 bis Wolfsgrün – B 283 verlassen – Neidhardtsthal – Talsperre Eibenstock – Bikertreff “Talsperrenblick” – weiter zur B 169, Richtung Plauen – bei Hundshübel – Am Hohen Stein, B 169 in Richtung Lichtenau verlassen – Lichtenau – Bärenwalde – Obercrinitz – Stangengrün – Pechtelsgrün – zur S 293, Richtung Lengenfeld – Lengenfeld, zur B 94 – B 94 Richtung Reichenbach – B 94 am Abzweig Wolfspütz/Weißensand/Mylau verlassen – Göltzschtal – bei Wolfspütz – Weißensand – Mühlwand – Mylau, ein kurzes Stück B 173, weiter Göltzschtal – Göltzschtalbrücke – weiter Richtung Greiz – Greiz, zur B 92 in Richtung Greiz Ortsmitte – Greiz, Neustadt- ring, Kreisverkehr B 92 / B 94, im Kreisverkehr geradeaus die B 92 und B 94 in Richtung Parkgasse verlassen – weiter von Greiz in Richtung Neumühle – Neumühle Richtung Daßlitzer Kreuz – Nitschareuth – Daßlitz – Daßlitzer Kreuz, B 92 – B 92 in Richtung Weida/Gera – Wildetaube, AGIP-Tank- und Rast-Center    

Biker beide 

Viel Spaß beim Selbsttest ;-)

    



In den ehemaligen Bahnhof von Amerika soll wieder Leben einziehen

Eisenbahnfan und Familienvater Uwe Neumann hat 2012 den Bahnhof von Amerika an der ehemaligen „Muldentalbahn“ (am Fluß Zwickauer Mulde) gekauft. Derzeit baut er das Dachgeschoß des seit Jahren im Dornröschenschlaf befindlichen Bahnhofes aus.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Familie-will-in-historisches-Bahnhofsgebaeude-einziehen-artikel8233430.php

Amerika liegt an der Zwickauer Mulde zwischen der Kleinstadt Penig und der maler- ischen Rochsburg auf halbem Wege. Amerika ist heute ein Ortsteil der mittelsächsischen Kleinstadt Penig. Seinen Namen bekam der Ort auf Grund des Umstandes, daß sich in der Ortschaft seit 1836 eine Kattundruckerei befand, die für die dort Arbeitenden nur über die Mulde zu erreichen war – zunächst über einige große Steine, später dann über einen Kahn. Man wurde also „über den Teich“ gezogen. Dieser Ausdruck („Über den großen Teich“) war damals schon für die Reise in die Vereinigten Staaten bekannt und so bürgerte sich der Begriff Amerika an der Mulde für die Fabrik und die Umgebung ein. Aber erst 1876 wurde der Güterbahnhof an der Bahnstrecke Glauchau – Wurzen amtlich als Bahnstation Amerika eingetragen. Noch heute besteht Amerika aus nicht sehr viel mehr als aus dem ehemaligen Fabrikgebäude, dem Bahnhof nebst Güterschuppen und einer Handvoll Wohnhäusern.

http://2.bp.blogspot.com/-F6iqVwbhxnc/T4hueJVEL2I/AAAAAAAAOoU/asPOp4K6IyI/s1600/IMG_1543.JPG

Ich selbst war letztmalig 2007 mit dem Motorrad in Amerika :-)

Unbenannt

Auf meiner Motorradtourenwebsite habe ich im Kapitel “Touren alt (2005-09) / Sachsen-Thüringen” als Punkt 8 eine Tour im Muldental rund um Rochlitz und Rochsburg.

http://joomla.mtwv.de/touren-alt-2005-09/sachsen-thueringen-2005-09

Eine weitere, aktuellere Tour im Tal der Zwickauer Mulde findet sich unter:

http://joomla.mtwv.de/touren-neu-ab-2010/zwickauer-mulde-und-kohrener-land-2012



Zwei Wochen Motorradurlaub in der Schwäbischen Alb (2012)

Im Jahr 2009, in unserem Schwarzwald-Motorradurlaub, unternahmen wir als letzte Ausfahrt einen Abstecher in die Schwäbische Alb nach Hechingen zur Hohenzollernburg. Dabei wurde die Idee geboren, auch diese Gegend in einem Urlaub zu bereisen und kennenzulernen.

Mittlerweile sind wir 2010 im Fläming und im Naturreservat Mittlere Elbe sowie 2011 im Odenwald und Spessart an Main, Tauber und Neckar gewesen. Nun, im Jahr 2012, sollte die Schwäbische Alb folgen . . . .

Die Schwäbische Alb und das Schwabenländle

 „Wo fahrt Ihr hin, in die Schwäbischen Alpen?“, werde ich gefragt. „Nein, in die Alb! In die Schwäbische Alb!“, antworte ich. Oder auch Schwabenalb oder Schwäbischer Jura genannt. Das hat nichts mit den Alpen zu tun. Das Mittelgebirge, das zu einem Großteil in Baden-Württemberg und zu einem kleinen Teil in Bayern liegt, hat mit seinen etwa 200 mal 40 bis 50 Kilometern Ausdehnung in etwa die Ausmaße des heimischen Erzgebirges. Allerdings erreicht die Alb mit 1015 Metern Höhe (der Lemberg) nicht ganz die erzgebir- gischen Höhen. Die Alb besteht aus Jurakalkgestein, einem in Schichten abgelagerten Gestein nach dem Rückgang des Jurameeres vor Millionen von Jahren. Das Gebirge wird eingeschlossen hauptsächlich von den Flüssen Neckar und Donau – aber auch Rhein, Fils und Nagold sowie  Jagst, Kocher und Enz sind bedeutende Alb-Flüsse. Es gäbe derer aber noch mehrere zu nennen, die Alb ist relativ reich an Fließgewässern. Außerdem befindet sich hier in der Schwäbischen Alb die Europäische Wasserscheide Rhein-Donau.

Im Südwesten geht die Alb in den Schwarzwald über, im Süden und Südosten im Raum des Oberen Donautales geht die Alb sanft abfallend in die Bodenseeregion und das Alpen- vorland über, im Nordosten grenzt die Schwabenalb bereits in Bayern an das Nördlinger Ries an und geht fortan in die Fränkische Alb über. Im Nordwesten fällt die Alb steil ab (der Albtrauf) und geht in das Albvorland über. Hier (aber nicht ausschließlich) finden wir auch die beeindruckendsten Alb Auf- und Abstiege (die Steigen). Die Schwäbische Alb wird unterteilt in verschiedene Teillandschaften, die auch das Biosphärenreservat Schwä- bische Alb sowie die Tourismusstraße Schwäbische Albstraße einschließen.

Schwäbische Alb bei Lenningen im Morgennebel

Biosphärenreservat Schwäbische Alb im Raum Neuffen / Beuren

Wer Interesse hat, mehr über die Schwäbische Alb als Urlaubsgebiet im Allgemeinen und als Motorradrevier im Besonderen (unser Ausgangspunkt war die Stadt Bad Urach) zu erfahren, dem kann ich demnächst den ganzen Bericht als PDF über die Kontaktdaten der Homepage bzw. meines Blogs zukommen lassen. Der Bericht soll auch Tips zu gefahrenen Touren, Ausflugszielen und persönliche Erfahrungen enthalten. Dasselbe betrifft nach wie vor auch die anderen Motorradurlaubsberichte: Klick hier.




Das ist sie, meine “Dicke”: eine Kawasaki ZRX-1100 mit “Abschlusszeugnis” und “Ausweis” :-)

 

 

Soziusfußrasten zu hoch? Na gut, ich sitze vorn :-) Aber es stimmt, wenn mein Bikerbiest mal mitfährt, klagt sie schon über den Kniewinkel – und sie ist klein. An den fehlenden Hauptständer habe ich mich gewöhnt, dafür gibt es die leider etwas umständlicheren Montageständer. Hauptständer sparen fast alle Hersteller ein, leider. Aber ich habe ja noch den Seitenständer. Man muß ihn nur auch ausklappen. Und nicht wie ich vorm Horch-Museum in Zwickau die Karre einfach loslassen und fortgehen ;-) Benzinverbrauch zu hoch ist relativ? Bei “Landstraßen-Wandertempo” ca. 5,5 Liter. Das sind schon fast Chopperwerte – und das bei dem Motor! Ist doch top! Und auf der Autobahn (die ich kaum fahre) ….. da gilt auch beim Auto: von nix kommt nix!



Beobachtungen am Rande einer Motorradtour zum Schloß Lichtenstein in der Schwäbischen Alb

Im Rahmen unseres 14-tägigen Motorradurlaubes unternahmen wir auch einen Ausflug zum Schloß Lichtenstein im Großraum Reutlingen. Wenn man so als Motorradtourist (ob daheim oder in der Fremde) unterwegs ist, bekommt man eine recht große Motorradpalette zu Gesicht. Und wie bei PKWs, LKWs, Flugzeugen und Schiffen kann man einen Trend zum Größenwahn beobachten – sei es in Form von PS-Zahlen und Höchstgeschwindigkeiten (Supersportler) oder in puncto Masse und Ausmaße (die dicken „Reihenhäuser“ auf zwei Rädern). Das macht die Motorräder natürlich auch teurer und teurer bis hin zu unerschwinglich. Es sei denn, man sucht gezielt nach Alltags-Bikes oder ist zufrieden mit seinem 10 – 15 Jahre alten „Mopped“. Für meine angegraute ZRX-1100 gibt es zum Beispiel derzeit kaum eine Alternative. Doch das nur am Rande.

Wie schaffen es aber die Armen und Ärmsten, sich ein Hobby zu leisten und einen Traum zu erfüllen angesichts solcher Entwicklungen, wenn das Hobby oder die Leiden- schaft ausgerechnet Motorradfahren heißt?

Am Eingang von Schloß Lichtenstein fielen uns – nicht gleichzeitig, sondern hinter- einander – folgende Besucher auf: ein langer, schlacksiger Mann in einer abgewetzten Motorradkombi , eine junge Frau in einer viel zu großen Kombi und ein kleiner Hund. Daß die drei zusammengehören, mussten wir erst registrieren. Vor dem Schloß (dort stand ihr Motorrad) betrachteten wir dieses BMW-Gespann und beobachteten dessen seltsame Besatzung. Dabei wechselten wir auch ein paar spärliche Worte, mehr aneinander vorbei als miteinander.

Das Motorrad war eine 750-er BMW aus den 1980-er Jahren, ein „K“-Modell mit Seitenwagen. Dem Motorrad sah man sein Alter und die Armut seiner Besitzer an. Der Lack verblasst, der Chrom blind oder abblätternd, das Fahrwerk ungepflegt (Pflegeartikel kosten Geld). Der Seitenwagen war schlecht als Mitfahrgelegenheit zu bezeichnen. Die meisten Menschen, die ich kenne, hätten sich dort nicht reingesetzt. Der Lack abblätternd, die Polster speckig und auf der Sitzfläche und der Rückenlehne durchgewetzt. Dennoch war der Seitenwagen enorm wichtig, nicht nur des Hundes wegen. Ich komme darauf zurück.

Die seltsame kleine Reisetruppe fiel zwischen all den Touristen und Busreisegruppen (auch Ausländer) auf. Sie fielen nicht negativ auf, aber sie fielen auf!

Der Mann, Mitte-Ende 40, war schlank, fast schon schlacksig-dünn. Er sah genauso ungepflegt aus wie sein Motorrad, was aber sicher mehr der alten abgewetzten Kombi und den vom Helmtragen zerstrubbelten und mittlerweile dünner werdenden Haaren geschuldet war. Der Mann, während er auf dem Schloßgelände mit einem Bekannten sprach, war unentwegt damit beschäftigt, aufzupassen, daß der kleine Hund nicht negativ auffällt und war ständig darauf bedacht, seine Tochter durch das große Tor im Auge zu behalten, die vor dem Schloß, sitzend auf einer Mauerkante, auf ihn wartete.

Die Tochter, schwer zu schätzen (so zwischen 20 und 25 Jahre würde ich sagen) hing mehr in ihrer Kombi, als daß sie sie trug. Die Tochter hatte einen leichten Sprachfehler und einen schweren Hüftschaden. Deshalb der Seitenwagen und deshalb der Standort am Schloß, der Parkplatz war nämlich weiter (für sie zu weit?) entfernt. Die Tochter hatte alle Anlagen, ein richtig hübsches Mädchen zu sein. Aber die schwere Krankheit und die Armut hatten sie gezeichnet. Wobei ich auch hier sagen muß, die viel zu große und speckige Kombi taten ein Übriges. Daß sie aber ein liebenswertes Mädchen war, das merkte man sofort, wenn man sich nur paar Minuten Zeit nahm. Die Tochter war dankbar für jede nette Geste und jedes nette Wort, was man an sie und  ihren Papa richtete oder wenn man ihrem kleinen Hund Interesse entgegenbrachte. Dann leuchteten ihre Augen auf, während sie gleichzeitig mit den Blicken ihren Vater suchte.

Wie werden die beiden zum Hobby Motorradfahren gekommen sein? Hat der Vater das Motorrad vielleicht aus einer früheren Zeit in sein jetziges Leben gerettet oder hat es ihm irgendjemand für einen symbolischen Euro geschenkt? Gab es Zeiten, in denen es der Familie besser ging? Lebt der Vater mit der Tochter allein, hat er vielleicht sogar der Tochter wegen die Arbeit aufgegeben und den sozialen-finanziellen Abstieg in Kauf genommen, um sie besser betreuen zu können? Hat die Tochter eine Lehre oder einen Beruf (ich glaube es nicht). Die Motorradkombi des Mannes war sicher seine eigene, wann auch immer diese mal richtig gepasst hat und weniger verwahrlost aussah. Die Kombi der Tochter war sicher von irgendwem irgendwann beigesteuert. So wie man einem Kind den Pullover der drei älteren Geschwister – der abgewetzt, geflickt und viel zu groß ist – mit dem Kommentar „Da wächst Du noch rein“ überzieht, so hing die Tochter in den Motorradklamotten.

Die beiden haben einen Traum: sie wollen Motorrad fahren, sie wollen etwas erleben und sie wollen etwas sehen von ihrer Heimat. Im Fall des Besuches auf dem Schloß bei einem Bekannten kommt sogar noch die Pflege sozialer Kontakte dazu. Auch wenn das alles auf ärmlichstem Niveau passiert, sie wollen ihren Traum nicht aufgeben. Denn eines war klar: sollte die alte BMW einmal den Geist aufgeben, dann war es das für den Vater mit seiner Tochter und dem Motorradfahren. Und Geld für neue Klamotten ist mit Sicherheit auch nicht da. Es ist sogar möglich, daß das alte BMW-Gespann das einzige Gefährt der kleinen Familie ist. Auf alle diese Fragen hätte ich gern eine Antwort gewusst.

Die Chance, in Deutschland in relativ kurzer Zeit zu verarmen, ist so hoch wie seit vielen Jahrzehnten nicht. Mir tat die Besatzung der alten BMW irgendwie leid – und ich habe sie gleichzeitig bewundert. Von heute auf morgen kann das jedem passieren. Krankheit, Arbeitsplatzverlust, ein behindertes Kind, sozialer und finanzieller Abstieg bis ganz nach unten. Es gehört viel Kraft dazu, dann noch den Nerv für ein Hobby zu haben und seine Träume aufrechtzuerhalten. Dazu kommt noch, daß einem von Seiten der Obrigkeit kaum Spielraum für Hobby oder Träume gelassen wird!

Noch einmal haben wir den Vater nebst Tochter und dem kleinen Hund gesehen. Wir verließen gerade den Parkplatz, da sahen wir sie eine kleine Runde laufen. Daß es der Tochter nicht leicht fiel, war auf einen Kilometer Entfernung zu sehen.



Eine Ausfahrt vom Vogtland in den Naturpark “Thüringer Schiefer- gebirge und Obere Saale” im Saale-Orla-Kreis rund um Ziegenrück

Web-Links zu weiteren Beiträgen in dieser Region:

Das heißeste Wochenende des Jahres sollte es werden, von Sonnabend bis Montag an- steigend bis zu knapp 40 Grad. Also entschieden wir, den Sonnabend noch einmal für eine Ausfahrt zu nutzen und dann die Moppeds den Rest des Wochenendes stehen zu lassen. Zudem begnügte ich mich mit der Sommermotorradkombi und  suchte am Abend vorher eine Strecke raus, die entweder im Wald, ohne nervige Ortsdurchfahrten oder an Gewässern verläuft. Oder am Besten von allem etwas und zwar gleichzeitig. So kamen wir auf den Naturpark Thüringer Schiefergebirge und Obere Saale im Saale-Orla-Kreis. Außerdem wollten wir eher starten als sonst und dafür zeitiger zurück sein, weil die Tour nicht so lang sein sollte. Nun, gestartet waren wir eher. Aber sehr viel zeitiger waren wir nicht daheim, weil wir am Ende doch über 200 Kilometer auf der Uhr hatten und die Hitze nach großzügigen Pausen verlangte.

Vom Thüringer Vogtland bei Greiz starteten wir über kleine und kleinste sowie lauschige Seitenstraßen – ein Konzept, welches wir den ganzen Tag beinbehielten und das sich be- währte. Bundesstraßen und Ortsdurchfahrten nutzten wir nur, wenn es gar nicht anders ging. Dafür suchten wir viel Natur, waren an der Saale unterwegs, genossen die Serpen- tinen und die enormen Höhenunterschiede rund um das Saaletal bei Ziegenrück und am Stausee Hohenwarte. Ausflugsziele? Nicht heute, nicht bei der Hitze! 

 

am Hohenwartestausee der Saale

Streckencharakter:

  • etwa (knapp) 200 Kilometer, mindestens 4 Stunden

  • fahrerisch und konditionell zumindest im Mittelteil sehr anspruchsvoll

  • wenige bis gar keine nervigen Ortsdurchfahrten,

  • kleine und kleinste lauschige Nebenstraßen, sehr kurvenreich

  • viel Natur, Wald und Flusslandschaften, Stausee Hohenwarte

Sehenswertes am Rande der Tour:

  • Neustadt an der Orla: sehenswerte Altstadt

  • Oppurg: Schloß Oppurg

  •  Ziegenrück: Technisches Museum Wasserkraftwerk

  • Hohenwartestausee: Staumauer

  • bei Moxa: Mühlenfähre über den Hohenwartestausee nach Altenroth

  • Schleiz: sehr sehens- und besuchenswerte Bergkirche (Top Tip!)

Streckenführung (OE: Ortseingang, OA: Ortsausgang, OD: Ortsdurchfahrt, OT: Ortsteil):

Start in Greiz OT Schönfeld, B 94/Ecke Untere Walthersdorfer Straße 1, „Pizza-Blitz, Western-Saloon“ – B 94 in Richtung Greiz – B 92/B 94 in Richtung Gera/Weida/Schleiz/Zeulenroda – B 92/B 94 Weißer Stein, Silberloch – weiter B 92 in Richtung Weida/Gera bis Hohenölsen, B 92 nach links verlassen, Richtung Hohenleuben – gleich wieder rechts in Richtung Loitzsch/Steinsdorf – Loitzsch – Steinsdorf, zur L 2331, rechts in Richtung Weida – nach 500 Metern links, Richtung Rohna – bei Schömberg, Rohna, Harth-Pöll- nitz, OT Struth, zur B 2 – B 2, links in Richtung Schleiz/Saalfeld – Porstendorf, B 2 bei Mittelpöllnitz, auf B 2 bleiben bis Braunsdorf – die B 2 nach rechts in Richtung Triptis verlassen – Triptis, Ortsmitte, Friedensstraße, links in Richtung Auma, weiterhin gerade- aus – Tömmelsdorfer Straße – Tömmelsdorf, Wüstenwetzdorf, rechts halten – L 2350 in Richtung Linda – A 9 queren, Köthnitz – Linda bis fast OA, rechts – Richtung Neustadt an der Orla, bis zur B 281 – B 281 in Richtung Saalfeld, aber nur etwa 3 ½ Kilometer bis Abzweig Weira, links – Weira, Quaschwitz, Daumitsch – Daumitsch, links in Richtung Ziegenrück/Knau – weiter L 2359 in Richtung Ziegenrück – Keila, weiter zur L 1102, links – Ziegenrück OD in Richtung Lobenstein – Lobensteiner Straße L 1102 – Lieb- schütz, rechts abbiegen in Richtung Drognitz – Drognitz OD – Reitzengeschwenda – auf L 2385, Stauseeumrundung bis zur Staumauer – Staumauer, rechts, Richtung Bucha – Bucha, Kalte Schenke, bei Schmorda, rechts – Schmorda in Richtung Ziegenrück – Moxa – Ziegenrück OD in Richtung Schleiz/Crispendorf – Eßbach, Erkmannsdorf, Crispen- dorf, Neundorf bei Schleiz, rechts – A 9 queren, Görkwitz – Schleiz, zur B 2 – B 2 links in Richtung Auma/Gera – B 2 nach 2 ½ km nach rechts verlassen, Löhmaer Weg in Rich- tung Löhma – Löhma, Göschitz, Förthen, Läwitz, rechts – zur B 94 – B 94, links in Rich- tung Zeulenroda/Greiz – B 94 Langenwolschendorf, Zeulenroda, Neuärgerniß, Götten- dorf, Naitschau, Zoghaus – OE Zoghaus die B 94 nach links in Richtung Langenwetzen- dorf verlassen – Langenwetzendorf, rechts – Daßlitzer Kreuz – B 92 kreuzen – Daßlitz, Nitschareuth, Neumühle – Neumühle, rechts in Richtung Greiz – Greiz    




Ein Motorradfahrer überholt riskant eine Kolonne von PKWs und Radfahrern und riskiert dabei beinahe einen Zusammenstoß

Rückblick: Im Mai 2012 stirbt im Erzgebirge ein Motorradfahrer, weil er einen PKW übrholt und dieser gleichzeitig dazu ansetzt, einen Fahrradfahrer zu überholen. Einen Vorwurf muß ich beiden machen, gleichwohl scheint mir der Autofahrer mehr “ge- schlafen zu haben” als der Biker. Das sind aber nur Vermutungen. Zudem war die Zwei- radsaison noch recht jung. Während die einen (PKWs) mit dem plötzlichen Vorhanden- sein von Motorrädern im Straßenverkehr überfordert zu sein scheinen, fahren die anderen (Biker) teilweise nach den ersten Kilometern schon wieder wie die Idioten.

Rückblick zum Beitrag im Mai: KLICK HIER

August 2012: die Saison ist recht weit fortgeschritten, die Gemüter haben sich etwas abgekühlt und die mediale Polemik über “die bösen Motorradfahrer” hat sich gelegt. Mit zunehmender Dauer der Motorradsaison verlieren die Zweiradidioten etwas Fahrwasser und man begegnet mehr und mehr den vernünftigen Motorradfahrern. Meistens jeden- falls. Es gibt Ausnahmen, wie mein Erlebnis zeigen soll:

An einem Sonntag im August 2012 fuhren wir mit zwei Motorrädern von Ostthüringen zum erzgebirgischen Fichtelberg. Es war ein sonniger Tag, der Ausflügler aller Art ins Erzgebirge lockte: PKW-Reisende, Fahrradfahrer, Wanderer (die manchmal nicht anders konnten, als am Straßenrand zu laufen), Reisebusse, jede Menge Oldtimer waren unter- wegs (die selbstverständlich langsamer waren als die heutigen Autos) und Motorrad- fahrer. Alles in allem eine Verkehrssituation, die Vorsicht, gegenseitige Rücksicht- nahme und vor allem eine vorausschauende Fahrweise geradezu herausfordert.

Die örtlichen Gegebenheiten: Ab Rittersgrün im Westerzgebirge, spätestens aber ab Tellerhäuser (der höchstgelegenen Gemeinde Sachsens) ging es in Richtung Fichtelberg stetig bergauf. Während es zuvor noch sehr kurvenreich zuging, findet sich ab Teller- häuser in Richtung Fichtelberg/Oberwiesenthal/Grenzübergang eine sehr lange und steil ansteigende Gerade. Die Beschaffenheit der Straße (steil ansteigende Gerade) machte es einfach, das Verkehrsgeschehen (Verkehrsteilnehmer, Hindernisse, eventuelle Gefahren- situationen) schon frühzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen.

Die Situation: Vor uns fuhr ein PKW mit dem Kennzeichen des Burgenlandkreises in Sachsen-Anhalt. Der Fahrer war ortsfremd und vielleicht auch den Gegebenheiten der Straßenführung in den Kammlagen des Erzgebirges nicht vertraut. Er fuhr langsamer, als die nach ihm Fahrenden es vielleicht tun würden, aber er schlich nicht dahin! Hinter ihm fuhr ein BMW-Van, der dem vordersten Fahrer die Sicht nach hinten etwas einschränkte. Dahinter fuhren wir beiden Motorräder und dahinter noch zwei PKWs. Am Straßenrand fuhren in größeren Abständen kleine Gruppen von Fahrradfahrern (hintereinander). Weiter vorn am anderen Straßenrand suchten sich Wanderer den Eingang in den Wald oder zum Wanderer-Parkplatz.

Wir alle hinter dem Fahrer aus dem BLK konnten die Verkehrssituation einsehen. Der vordere Fahrer überholte vorsichtig und mit nötigem Seitenabstand die Fahrradgrüppchen und ordnete sich immer wieder rechts ein – so wie wir Nachfolgenden es auch taten.

Plötzlich schoß von hinten ein Motorradfahrer mit absolut unangepasstem Tempo an der Kolonne vorbei und es kam, was kommen musste. Der vordere PKW scherte leicht aus, um das nächste Grüppchen Fahrradfahrer zu überholen. Er konnte den heran schießenden Biker definitiv nicht sehen! Wenige Zentimeter und Sekundenbruchteile entschieden über Kollision oder nicht. Es war dem Autofahrer zu verdanken, daß es nicht krachte. Er lenkte sofort nach rechts ein. Dort war aber der Fahrradfahrer. Dieser wird die Situation ebenfalls mit sehr gemischten Gefühlen wahrgenommen haben.

Dieser Motorradfahrer wird mit Sicherheit am nächsten Bikertreff von dem Hutfahrer und den „Schnarchnasen“ dahinter erzählen – und wie gut und schnell er reagierte. Vielleicht hat er wahrgenommen, daß in der Kolonne ebenfalls zwei Motorradfahrer waren – und die die Verkehrssituation sehr viel reeller eingeschätzt haben. Wie kann man nur dermaßen rücksichtslos und ohne Sinn und Verstand SICH SELBST und ANDERE gefährden?  




Eine Motorradtour zur Wasserburg Schkölen / vom Vogtland bei Greiz ins Thüringer Saale-Holzland nahe der Grenze zum Burgenlandkreis Sachsen-Anhalts

vor der Wasserburg in Schkölen

An einem Wochenende Anfang August 2012 unternahmen wir eine Fahrt zur Wasserburg Schkölen. Bei unseren Fahrten im Raum Camburg/Naumburg/Dornburg/Eisenberg hatten wir schon oft den Abzweig “Wasserburg Schkölen” gelesen. Einmal hatten wir auch schon vor, sie zu suchen, hatten aber die Suche zu zeitig abgebrochen. Denn eigentlich ist die Burg gut ausgeschildert und zu finden. Eigentlich sage ich deshalb, weil das alte Gemäuer zwar mitten im Ort, anderseits aber abseits aller Ortsdurchfahrten zu finden ist. 

Schkölen ist eine Kleinstadt mit mehreren Ortsteilen im Norden des thüringischen Saale-Holzlandes, in unmittelbarer Nähe zum sächsisch-anhaltinischen Burgenlandkreis um Zeitz und Naumburg. Die Kleinstadt ist einladend und wirkt freundlich. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Burgnähe wär noch die restaurierte Barockkirche. Auf dem Burg- gelände lädt außerdem ein Burg-Cafe zum Verweilen ein. Da wir aber erst 15.30 Uhr gestartet und nicht direkt nach Schkölen gefahren sind, hatte beides, Cafe und Burgruine, bereits geschlossen. Unserem Tourziel tat das aber keinen Abbruch.

Bewusst hatten wir eine Strecke ausgewählt, die keine einzige nervige Ortsdurchfahrt oder eine am Sonnabend-Nachmittag von dichtem Verkehr bedrohte Tour-Etappe für uns bereithält. Landschaftlich und fahrerisch war die Streckenführung ein Gedicht!

Wasserburg Sckölen

Die Wasserburg (heute eine Ruine) geht auf eine slawische Ringwall-Burganlage aus dem 10. Jahrhundert zurück. Um 1030/40 wird sie erstmals urkundlich als Burgward “Szolin” erwähnt. Ende des 12. Jahrhunderts gehörte die Burg den Herren von Groitzsch, wurde im 15. Jahrhundert ausgebaut und brannte im 16. Jahrhundert ab. Danach verfiel die Burg und wurde nach Grabungen 1968 und 1989 als erhaltenswerte Ruine von einem einge- tragenen Verein übernommen. Der rechteckige und kastellartige Bau weist vier Ecktürme auf, im Inneren beherbergen die Mauern ein zweigeschossiges Fachwerkwohnhaus und den ehemaligen Rundturm der Burg.

Wasserburg Schkölen

Streckencharakter:

  • 200 – 220 Kilometer, mind. 4 – 4,5 Stunden

  • fahrerisch und landschaftlich ein Genuß / Saale-Holzlandkreis, Ostthüringen

  • keine Nervigen Streckenabschnitte, zügig zu fahren

  • anfängergeeignet, keine Streckenextreme

Sehenswürdigkeit, Tourziel:

  • Wasserburg Schkölen mit Burg-Cafe, restaurierte Barockkirche

Links zu Zielen dieser Region:

Streckenführung:

Start in Greiz, Thüringer Vogtland – B 92 in Richtung Weida – Weida – B 175 in Rich- tung Saalfeld/Großebersdorf – Ortsdurchfahrt Großebersdorf, B 2, Richtung Saalfeld/A 9 bei Lederhose – Ortsausgang Großebersdorf, L 1073 in Richtung A 9 bei Lederhose – die A 9 überqueren, Richtung Hellborn/Kleinebersdorf – Stadtroda – Stadtroda, L 1076 in Richtung Quirla/Hermsdorf – bei St. Gangloff/Hermsdorf die A 9 überqueren – links ab- biegen, L 1073 in Richtung Hermsdorf – Hermsdorf, Ortsdurchfahrt in Richtung Jena – auf L 1075 in Richtung Jena bis zum Abzweig Albersdorf/Bürgel bei Lämmchen/Ascher- hütte, rechts abbiegen – Albersdorf – Waldeck – Thalbürgel – Bürgel, zur B 7, rechts in Richtung Eisenberg – B 7: Bürgel, Droschka, Trotz – in Trotz, die B 7 nach links ver- lassen, Richtung Wetzdorf/Camburg – in Wetzdorf links, Richtung Dornburg/Dorndorf-Steudnitz – Steudnitz, zur B 88, rechts in Richtung Camburg/Naumburg – B 88 bis zum Abzweig Hermsdorf/Wetzdorf/Frauenprießnitz (noch vor Camburg!) – B 88 rechts ver- lassen – Wetzdorf, nach links in Richtung Schkölen – L 2306, Poppendorf – Schkölen, Wasserburg, Burg-Cafe – Schkölen, Richtung Hainchen/Eisenberg – Eisenberg, zur B 7 – B 7 in Richtung Gera: Kursdorf, Rauda, Hartmannsdorf, Caaschwitz, bei Bad Köstritz, Gera-Langenberg, A 4 unterqueren – Gera Ortsdurchfahrt bis zum Abzweig links Alten- burger Straße/Ronneburger Straße/Flugplatz Gera-Leumnitz – Ronneburg – in Ronne- burg, Abzweig halbrechts/gerade zur Brunnenstraße – weiter zur L 1081 in Richtung Zwickau/Rückersdorf – Reust, Rückersdorf, Vogelgesang – Seelingstädt-Bahnhof, halb- rechts in Richtung Seelingstädt/Trünzig/Teichwolframsdorf – Seelingstädt, B 175 kreuzen – zwischen Trünzig und Teichwolframsdorf, Abzweig rechts in Richtung Sorge-Setten- dorf – Sorge-Settendorf – Walthersdorf – Neumühle an der Elster – Greiz (entweder über L 2344 oder über Daßlitz/L 1085)            

Wasserburg Schkölen

Viel Spaß beim Selbst-Test ;-)




Thüringer Polizeihauptkommissar appelliert in puncto Aufmerksamkeit auch an die Autofahrer – neongelbe Westen könnten helfen

Zum Artikel in der Ostthüringer Zeitung OTZ: http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Neongelbe-Westen-helfen-Motorradfahrern-erkannt-zu-werden-1156559510

Nachrichten aus Stadtroda: http://stadtroda.otz.de/web/lokal/leben/blaulicht/detail/-/specific/Motorradfahrer-zwischen-Stadtroda-und-Ruttersdorf-schwerst-verletzt-1568733420

Ein schwerstverletzter Motorradfahrer, eine noch nicht vollständig nachgewiesene Vorfahrtsverletzung des Traktorfahrers, eine begünstigende wahrscheinliche zu hohe Geschwindigkeit des Motorrades und eine leichtsinnig bekleidete Sozia mit schweren Schürfwunden – das ist die Bilanz eines Unfalls zwischen Stadtroda und Ruttersdorf in Ostthüringen und gleichzeitig der traurige Höhepunkt einer Reihe von Unfällen mit Motorradfahrern im Juli 2012 – wohlbemerkt nicht immer schuldhaft von den Bikern verursacht! Immerhin geschehen außerhalb geschlossener Ortschaften 50% der Unfälle zwischen Motorrad und PKW/LKW mit Schuld beim Autofahrer, innerhalb geschlos- sener Ortschaften sogar fast 70%!

Ein Polizeihauptkommissar appelliert zu Recht dabei auch an die Autofahrer, siehe sein Interview in der oben verlinkten OTZ. Daß er dabei nicht ganz Unrecht hat, zeigen meine eigenen Beispiele unter http://joomla.mtwv.de/der-biker-das-raetselhafte-wesen/das-haette-ins-auge-gehen-koennen. Ich weiß auch, daß die meisten Auto- fahrer diesbezüglich schwer Kritik annehmen oder den Fehler selten auch einmal bei sich suchen. Für die meisten sind WIR doch eh nur Verkehrsrowdys oder Raser. Leider ist der Prozentsatz derer, die am schlechten Image schuld sind, tatsächlich hoch. Umso mehr gefällt mir das Interview mit Polizeihauptkommissar Peter Oertel. Er spricht sehr viele Aspekte an, die zumindest zu einem Nachdenken anregen sollen.

Auch ich habe zu diesem Thema ein paar Gedanken zu äußern:

1.) Ein Motorradfahrer, der einen Traktor am Feldweg abbiegebereit auf die Hauptstraße stehen sieht, sollte zwingend Tempo rausnehmen und auf alles gefasst sein. Wenn er gerade beim Überholen ist, was sein gutes Recht ist, ist er natürlich bei einem Fehlverhalten des Traktorfahrers fast machtlos, so wie im obigen Fall. Ein vom Feldweg auf die Hauptstraße auffahrender Traktorfahrer (ebenso PKW, LKW u.s.w.) hat wiederum nicht nur nach links zu schauen, sondern zwingend auch nach rechts! Von dort kann auch etwas kommen (auf der Überholspur nämlich).

2.) Warum die Sozia nur in kurzen Hosen und mit Flip-Flops unterwegs war, ist ihr Ge- heimnis. Sicher tut sie so etwas nie wieder . . . Daß der Biker die junge Frau so mitge- nommen hat, ist verantwortungslos! Nach einer Rutschpartie von 100 Metern auf dem Asphalt ist es nicht gesagt, ob die schweren Schürfwunden jemals alle verheilen. 

3.) Mitte der 1980er Jahre wurde für Motorräder die Tagfahrlicht-Pflicht eingeführt. Die angestrebte bessere Sichtbarkeit des schmaleren Fahrzeuges war der Beweggrund dafür. Was sich über 20 Jahre als kleiner Vorteil positiv für die Unfallgeschehen-Entwicklung bestätigte, wird durch die beabsichtigte Tagfahrlicht-Pflicht für PKWs wieder zunichte gemacht. Als weiteren Aspekt der schlechten Sichtbarkeit der Motorräder nenne ich: die Dachsäulen der Autos, die in den letzten 10 Jahren in Mode gekommenen armdicken Blütengirlanden an den PKW-Innenspiegeln sowie Unaufmerksamkeiten der PKW-Fahrer durch die Beschäftigung mit dem Handy, den Zigaretten, dem Radio/CD-Player oder Ablenkung durch andere Insassen. Ein weiteres Thema ist Hektik, Streß und die Verkehrsdichte.

4.) Der Polizeihauptkommissar empfiehlt Motorradfahrern neongelbe Warnwesten. Das mag zwar der besseren Sichtbarkeit dienlich sein, aber ich glaube mal gelesen zu haben, daß man die Westen überhaupt nicht grundlos tragen darf. Immerhin sollen sie auf Gefahrensituationen hinweisen: Unfälle, Baustellen, Bergungsarbeiten, Verkehrsbehin- derungen, Verletztenbergungen und so weiter. In welche dieser Schubladen passe ich als Motorradfahrer? Oder werde ich beim nächsten bissigen Polizisten beim grundlosen Tragen der Weste abgestraft? Ich habe da ein ähnliches Beispiel aus den 1980er Jahren: Ich bin von mir aus der besseren Sichtbarkeit wegen mit Tagfahrlicht unterwegs gewesen. Ein Polizist hielt mich an und strafte mich ab, weil es nicht gestattet ist. Im selben Jahr noch führte man die Tagfahrlicht-Pflicht für Motorräder ein. Von nun an wurde man abgestraft, wenn man nicht mit Licht unterwegs war.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine unfallfreie Fahrt auf zwei Rädern – schaltet das Gehirn nicht aus, wenn Ihr das Motorrad anlasst. Vergesst nie, immer einen Schritt weiter zu denken und lernt es, Gefahrensituationen “zu riechen”. Mit dem Motorrad sollte man sich viel sensibler in Gefahrensituationen hineintasten – ohne deshalb gleich ängst- lich unterwegs zu sein. Und auch mit dem Motorrad sollte man Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme walten lassen und eine vorausschauende Fahrweise bevorzugen. Das geht bei der eigenen Drehzahl-Lautstärke los und hört bei völlig unangepasstem Tempo noch lange nicht auf!

   


Mai 2013
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