Archiv für die Kategorie „3 Heimatkunde und Ausflüge ohne Motorrad“


Ein Ausflug in die Feuersteinfelder zwischen Binz/Prora und Neu Mukran auf der Insel Rügen

Die Feuersteinfelder bei Neu-Mukran auf der Insel Rügen sind eine Geröllwüste, be- stehend zu fast 100 Prozent aus Feuerstein aus jura- und kreidezeitlichen Ablagerungen. Die Feuersteinfelder sind etwa 40 ha groß (2000 Meter x 200 bis 300 Meter) und 2 bis 4 Meter stark.

Erreichen kann man die Feuersteinfelder auf der Landstraße zwischen Binz und Mukran. Von Binz kommend befindet sich der Wanderparkplatz kurz vor Neu Mukran links der Landstraße. Der Wanderweg durch den urwüchsigen Wald hat eine Länge von etwa 2,5 Kilometern. Oder man fährt mit der Bahn bis Prora, nimmt das Fahrrad mit und radelt auf dem etwa 2,5 Kilometer langen Forstweg von Prora bis zu den Feuersteinen.

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Feuersteinfelder bei Neu Mukran/Rügen

Die Schmale Heide ist ein Landstreifen zwischen Binz/Prora und Mukran/Neu Mukran. Er trennt die Prorer Wiek – eine Bucht der offenen Ostsee – vom gegenüberliegenden Kleinen Jasmunder Bodden. Früher war die Schmale Heide ein kahler Landstrich und konnte von Sturmfluten ungebremst überspült werden. So eine Serie von mächtigen Sturmfluten hat vor etwa 3500 bis 4000 Jahren die Steine in nachweisbaren 14 Wellen an Land gespült. Erst ab 1840 wurde die Schmale Heide zu ihrem Schutz mit einem Kiefernwald bepflanzt.  

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Feuersteinfelder bei Neu Mukran auf Rügen

Man muss sich auf die Feuersteinfelder einlassen. Der Reiz liegt im Verborgenen. Die Wanderung dahin in dem urigen Wald tut ihr Übriges dazu. Die spärliche Vegetation zwischen den Feuersteinen, die Existenz zahlreicher geschützter Tierarten und die Steine selbst bieten ein eigenartiges Flair. Wasser oder Meereswellen spielen hier keine Rolle. Wer das Zusammenspiel von Feuersteinen und anbrandenden Meereswellen genießen will, ist an einer Steilküste besser aufgehoben.

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junge Pflanzen zwischen den Feuersteinen

Wer sich auf die kargen Feuersteinfelder einlässt, beginnt alsbald zum Kind zu werden. Und Kindern selbst kann man dieses Naturschauspiel durchaus mystisch schmackhaft machen. Man kann Feuersteine mit Loch (sogenannte Hühnergötter) suchen. Freilich findet man an einer wasserumspülten Steilküste mehr Hühnergötter, aber das ist egal. Oder man sucht Steine mit besonderen Formen. Oder man wird wie ich zum „Steineflüsterer“ und beginnt, völlig ohne Leim und Mörtel, Türmchen zu bauen. Und vielleicht entdeckt man auch einmal eine der seltenen Kreuzottern. Aber das dürfte schon seltener sein.

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Türmchen aus Feuersteinen

 

 



In den ehemaligen Bahnhof von Amerika soll wieder Leben einziehen

Eisenbahnfan und Familienvater Uwe Neumann hat 2012 den Bahnhof von Amerika an der ehemaligen „Muldentalbahn“ (am Fluß Zwickauer Mulde) gekauft. Derzeit baut er das Dachgeschoß des seit Jahren im Dornröschenschlaf befindlichen Bahnhofes aus.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Familie-will-in-historisches-Bahnhofsgebaeude-einziehen-artikel8233430.php

Amerika liegt an der Zwickauer Mulde zwischen der Kleinstadt Penig und der maler- ischen Rochsburg auf halbem Wege. Amerika ist heute ein Ortsteil der mittelsächsischen Kleinstadt Penig. Seinen Namen bekam der Ort auf Grund des Umstandes, daß sich in der Ortschaft seit 1836 eine Kattundruckerei befand, die für die dort Arbeitenden nur über die Mulde zu erreichen war – zunächst über einige große Steine, später dann über einen Kahn. Man wurde also „über den Teich“ gezogen. Dieser Ausdruck („Über den großen Teich“) war damals schon für die Reise in die Vereinigten Staaten bekannt und so bürgerte sich der Begriff Amerika an der Mulde für die Fabrik und die Umgebung ein. Aber erst 1876 wurde der Güterbahnhof an der Bahnstrecke Glauchau – Wurzen amtlich als Bahnstation Amerika eingetragen. Noch heute besteht Amerika aus nicht sehr viel mehr als aus dem ehemaligen Fabrikgebäude, dem Bahnhof nebst Güterschuppen und einer Handvoll Wohnhäusern.

http://2.bp.blogspot.com/-F6iqVwbhxnc/T4hueJVEL2I/AAAAAAAAOoU/asPOp4K6IyI/s1600/IMG_1543.JPG

Ich selbst war letztmalig 2007 mit dem Motorrad in Amerika :-)

Unbenannt

Auf meiner Motorradtourenwebsite habe ich im Kapitel “Touren alt (2005-09) / Sachsen-Thüringen” als Punkt 8 eine Tour im Muldental rund um Rochlitz und Rochsburg.

http://joomla.mtwv.de/touren-alt-2005-09/sachsen-thueringen-2005-09

Eine weitere, aktuellere Tour im Tal der Zwickauer Mulde findet sich unter:

http://joomla.mtwv.de/touren-neu-ab-2010/zwickauer-mulde-und-kohrener-land-2012



Ausflugsrückblick 2006: Pausa im Sächsischen Vogtland ist der Mittelpunkt der Welt – die spinnen, die Vogtländer ;-)

In Pausa, gelegen an der Grenze vom Sächsischen ins Thüringer Vogtland, existiert der Dreh- und Angelpunkt der Erdkugel. Der Ort nennt sich deshalb seit Jahrhunderten “Der Mittelpunkt der Welt”. Eine sich seit 1934 auf dem Rathausdach (symbolisch) drehende Erdkugel zeigt dies dem Besucher des Ortes an.

Schon vor Jahrhunderten wurde das Städtchen scherzhaft “Mittelpunkt der Welt” genannt ;-)

Pausa im Vogtland, Mittelpunkt der Welt

Belegt sind drei herausragende Gründe für diese übermütige Ansicht:

1.)   Um 1200, als das gesamte Vogtland sehr arm war, war Pausa die einzige Ortschaft mit Stadtrecht, das selbsternannte Oberkaff sozusagen

2.)   Als ein Zeppelin einst Pausa überflog, war der Ort genau der Mittelpunkt der Flugstrecke

3.)   Wenn man eine Weltkarte geschickt faltet, kann es passieren, dass Pausa genau am Mittelfalz liegt

. . . also „drei echte Gründe

Die Erdkugel auf dem Rathausdach

Seit 1934 und scherzhaft urkundlich belegt, kümmert sich nun die “Erdachsendeckel-scharnierschmiernippel-Kommission zu Pausa e.V.” um den gut geölten Lauf der Erd- achse. Für 50 Cent geht im Kellergewölbe des Rathauses das Licht an und man kann sich überzeugen, daß sich die Erdachse dreht ;-)

Die Erdachse verläuft durch das Rathaus

Wahrscheinlicher ist aber, daß sich die Vereinsmitglieder bei wichtigen Anlässen am meisten selbst mit den prozentehaltigen Schmierölen (Weinbrand etc.) am Laufen halten

;-)   ;-)   :-)

Unbenannt

 Unbenannt2



Rückblick 2008: ein Ausflug zur 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz im ostthüringer Sprottetal und anschließend nach Schmölln auf den Ernst-Agnes-Turm und in die Innenstadt

Oktober: Eigentlich sollte an diesem Tag eine Motorrad-Herbsttour stattfinden. Aber die versprochenen 14 bis 16 Grad waren nur reelle 10 bis 12 Grad und gefühlte 8. Der Wind war zu heftig und zu kalt. Gesundheitlich waren wir auch beide nicht top. Es wäre Leichtsinn gewesen, so los zu fahren.

Also starteten wir am Nachmittag mit Auto und Picknickkorb ins Tal des Bächleins Sprotte zwischen Ronneburg und Schmölln. In Nöbdenitz versprach uns der ADAC-Reiseführer eine 1000-jährige Eiche. Wir wollten also vergleichen, ob die Eiche so alt aussieht, wie wir uns an dem Tag fühlten . . . Die Grabeiche oder auch Begräbniseiche, wie der im Volksmund als 1000-jährige Eiche genannte Baum auch genannt wird, ist die älteste Stieleiche Deutschlands, das Guinnessbuch der Rekorde spricht laut Wikipedia sogar von der ältesten Stieleiche Europas. 

Nöbdenitz, 1000-jährige Eiche

Nöbdenitz, 1000-jährige Eiche

Nöbdenitz, 1000-jährige Eiche

Nöbdenitz, 1000-jährige Eiche

In der Nähe der Nöbdenitzer Kirche findet man diesen (ehemals) stattlichen Baum. 18 m hoch ist die Eiche mit einem Stammumfang von fast 13 m in Brusthöhe. 1815 wurde sie vom Blitz getroffen, 1821 hat sie einen Teil der Baumkrone beim Sturm eingebüßt. 1824 wurde sogar im Wurzelbereich eine Gruft angelegt. Bestattet wurde der Minister und Nöbdenitzer Gutsbesitzer Hans Wilhelm von Thümmel. Als der adlige, aber mittellose Thümmel in die Familie Nöbdenitz einheiratete, warf ihm seine Frau bei einem Streit an den Kopf: „Ohne die Heirat hättest Du nicht mal Geld, um Dir ein Stück Land für ein Grab zu kaufen“. Daraufhin sicherte Thümmel sich den Platz in der Wurzel der Eiche im damaligen Pfarrgarten.

Weiter ging der Ausflug nach Schmölln. Eigentlich wollten wir die Felsformation Schmöllner Bastei besuchen. Sooo spektakulär war das dann doch nicht. Aber wir entdeckten auf dem Pfefferberg in Schmölln einen Aussichtsturm. Der Ernst-Agnes-Turm auf dem Schmöllner Pfefferberg ist 30 m hoch und über 172 Stufen zu besteigen. Der Blick über Schmölln, aber auch in Richtung Altenburg, zur Burg Posterstein oder zum Reuster Berg mit Bismarckturm ist genial. Auf Grund des oben geschilderten Wetters brauche ich wohl nicht extra erwähnen, dass uns der Wind dort oben fast vom Turm blies.

Der Ernst-Agnes-Turm auf dem Schmöllner Pfefferberg

Der Ernst-Agnes-Turm auf dem Schmöllner Pfefferberg

Blick nach Schmölln

Blick nach Schmölln

Bei dem schönen Blick über den Ort bekamen wir noch Lust auf einen Besuch in der Altstadt von Schmölln. Doch vorher war unser Picknickkorb dran . . .  Nur der spätere Versuch, in der Altstadt unseren Eis-Appetit noch zu stillen, schlug völlig daneben. Urteil: nicht zu empfehlen. Wären wir nur zur Konkurrenz auf der anderen Seite des Marktes gegangen und nicht zu dem, der mit „dem besten Eis der Welt“ wirbt. Die Verkäuferin war mit dem Eis sowie der Kundschaft völlig überfordert, dabei war an diesem Tag nicht einmal sehr viel los. Es hat nicht geschmeckt, es war überteuert und eine Eistüte hat sie, statt uns in die Hand zu geben oder in den Ständer zu stecken, auf das Pflaster des Marktes geschmissen. Sie war definitiv überfordert. Aber das war das einzige Negativerlebnis eines ansonsten schönen Ausfluges :-)

Schmölln, Altstadt, Markt

Schmölln, Altstadt, Markt

Schmölln, Stadtkirche

Schmölln, Stadtkirche

Schmölln, Altstadt, Abendstimmung

Schmölln, Altstadt, Abendstimmung

Viel Spaß beim lesen und vielleicht mache ich Lust auf mehr . . .



Ein Winterausflug in den Tannenfelder Park zwischen Ronneburg und Löbichau in Ostthüringen

Den Park erreicht man von Ronneburg aus, von der A 4 AS Ronneburg auf der B 7 in Richtung Altenburg fahrend, rechts der B 7. Wenn man auf der B 7 vorbeifährt, ahnt man absolut nichts von dem nahegelegenen und wunderschönen Park.

Herzogin Anna Dorothea von Kurland erwarb das Areal 1794 und ließ in der Folge ein Schlösschen im klassizistischen Baustil errichten. Sie ließ einen Landschaftspark anlegen, der vor allem im Frühjahr mit seinen 50 blühenden Rhododendronarten eine Augenweide ist. Aber nicht nur der Rhododendron, wie unser Winterausflug zeigt……

1899 gründete Dr. med. Paul Friedrich Arthur Tecklenburg ein Sanatorium für Gemüts- und Nervenkrankheiten. Der bekannteste Patient war 1912 der Schriftsteller Hans Fallada. Wie sagt man so schön, “Wahnsinn und Genie gehen Hand in Hand”. Also auch bei Fallada…..

Während der Park einen gepflegten Eindruck macht, kann man das von den zusehends verfallenden Gebäuden leider nicht sagen. Es ist schade. Man müsste viel Geld haben….. Es ist an verschiedenen Installationen und Baumaßnahmen zu sehen, daß hier nach der Wende nochmal etwas in Angriff genommen wurde, aber offenbar mangels Geld oder Nutzungskonzept alles aufgegeben wurde. Nur ein am Parkeingang stehendes saniertes Gebäude beherbergt heute einen Heimkrankenpflegedienst.

Ich lasse die Fotos mal für sich sprechen ;-)

Kurz nach dem Parkeingang, ein Wirtschaftsgelände mit Turm

Kurz nach dem Parkeingang, ein Wirtschaftsgelände mit Turm

Der Fachwerkturm mit ehemaliger Turmwohnung

Der Fachwerkturm mit ehemaliger Turmwohnung

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Blick zur Burg Posterstein hinter den Lärmschutzwänden der nahen A 4

eine leider leer stehende Villa

eine leider leer stehende Villa

Blick zum klassizistischen Parkschlösschen

Blick zum klassizistischen Parkschlösschen

Der Verfall ist nicht zu übersehen

Der Verfall ist nicht zu übersehen

das abbruchreife Gartenhäuschen

das abbruchreife Gartenhäuschen

Das Schloß von vorn

Das Schloß von vorn

ein weiteres leerstehendes Haus

ein weiteres leerstehendes Haus

...... und von der anderen Seite

…… und von der anderen Seite

an dem kleinen und malerischen Parksee

an dem kleinen und malerischen Parksee

an dem kleinen und malerischen Parksee

an dem kleinen und malerischen Parksee

ein weiteres, leider leerstehendes Haus

ein weiteres, leider leerstehendes Haus

Das am Parkeingang befindliche, von einem Heimkrankenpflegedienst bewirtschaftete Gebäude

Das am Parkeingang befindliche, von einem Heimkrankenpflegedienst bewirtschaftete Gebäude

Nach zwei Stunden Winterspaziergang nebst Foto-Session gab es im Auto aus dem Picknick-Korb Kaffee, Brötchen und Knacker sowie eine Banane und was Süßes zu naschen ;-)

Weitere Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe wären:

1.) die oben schon im Bild erwähnte Burg Posterstein

2.) das kleine, aber feine Schloß Ronneburg

3.) auf der anderen Seite der B 7, schräg gegenüber in Richtung Altenberg, Einfahrt Löbichau, der Schloßpark Löbichau am ehemaligen Schloß, heute Seniorenresidenz

4.) die 1000-jährige knorrige Eiche in Nöbdenitz im Sprottetal (älteste Stieleiche Deutschlands), ebenfalls seitlich der B 7 – oder den Ausflug gleich bis Schmölln erweitern. Nöbdenitz und Schmölln als einen Ausflug KLICK HIER

5.) einen Abstecher zum Bismarckturm auf dem Reuster Berg, Öffnungszeiten am besten im Vorfeld erfragen (zum Beispiel auf der Gemeinde). Der Blick über das seichte Hügelland Ostthüringens rund um Ronneburg ist toll ;-)

Viel Spaß beim Selbsttest



ein Besuch im Schlosspark von Ebersdorf in Ostthüringen

In der Ostthüringer Zeitung OTZ vom 03.08.2012 stellte man thüringer Parks vor. Unter der Überschrift “Der Gehölzreiche” stellte man den Park Ebersdorf vor. Ich meine, ein wenig mehr hätte man schon angeben und locken können! Der Park befindet sich im Ortsteil Ebersdorf der Doppelstadt Saalburg-Ebersdorf im Naturpark Thüringer Schiefer- gebirge/Obere Saale in der Nähe der Bleilochtalsperre zwischen den Orten Schleiz und Bad Lobenstein. Der Park ist in der Mitte des Ortes ausgeschildert, ein Parkplatz unmit- telbar davor. Der Park selbst ist ein Landschaftspark im englischen Stil und lockt mit kurzweiligen Elementen. Zwei Teiche, ein Tee- und ein Teichhäuschen, Skulpturen und eine Grabstätte der Familie Reuß jüngere Linie, die Orangerie (heute würde man Winter- garten sagen) sowie zahlreiche Ruheoasen und Bänke laden zum Lustwandeln ein. An neuzeitlichen Einrichtungen finden sich außerdem eine idyllisch gelegene Grundschule, ein Waldspielplatz, eine Freilichtbühne und ein Volleyballplatz. Eine besondere Augenweide war der Park freilich im goldenen Oktober des Jahres 2012.

Der Parkeingang am Küchenteich

Enten auf dem Küchenteich

Enten auf dem Küchenteich

Die sogenannte Orangerie war ursprünglich tatsächlich als ein Aufbewahrungsort für die Orangenbäumchen und die Zitruspflanzen gedacht. Später wurde daraus ein Wintergarten für die nicht winterharten Pflanzen oder die Südpflanzen.

Orangerie und Küchenteich

Auf der anderen Uferseite des Küchenteiches befindet sich das ehemalige Ebersdorfer Schloss. Besitzer war eine Familie des Herrscherzweiges Reuß jüngere Linie.

das ehemalige Ebersdorfer Schloss

eine der zahlreichen Bänke . . . .

An der Grundschule und am Spielplatz vorbei, im raschelnden Laub unter knallbunten Bäumen, war das Teehäuschen am Südwestrand des Parkes unser nächstes Ziel. Das Teehäuschen war ursprünglich dazu gedacht, den ermüdenden Spaziergänger zu einem Tee und einer Ruhepause einzuladen und einen Moment beim Blick über den Park inne- zuhalten. Das heutige Teehäuschen wurde nach alten Plänen von ortsansässigen Hand- werkern im Jahr 2006 fertig gestellt.

Das Teehäuschen am Südwestrand des Parkes

Blick vom Teehäuschen über die Lichtung

Im Inneren des Häuschens standen Teekannen, Wasserflaschen, Pappe-Becher und Apfeltaschen bereit – getreu der alten Sitte, den Spaziergänger zu stärken. Wir langten bescheiden zu, hinterließen alles ordentlich und legten einen “Dankeschön-Zettel” hin. 

Selbstbedienung im Teehäuschen

Blick aus dem Teehäuschen

Irgendwie plagte uns dann doch das schlechte Gewissen und ich hinterfragte den Tatbestand der angeblichen Selbstbedienung. Folgende Antwort erhielt ich aus Ebers- dorf: „Sehr geehrter Herr K., werte Frau S., über Ihre nette E-Mail haben wir uns sehr gefreut. Auch, dass Ihnen unser Ebersdorfer Park so gut gefallen hat. Der Herbst ist wirklich in einem Landschaftspark die schönste Jahreszeit. Ihre Fotos sind prima. Ich fotografiere ja auch sehr gerne und viel. Aber diese Pracht der leuchtenden Farben hat man nicht immer bzw. ist dann gerade mit der Kamera nicht zur Stelle. Wenn Sie nichts dagegen haben, würden wir gerne zwei Fotos in unsere Sammlung der schönsten Park- fotos übernehmen. Das Teichhäuschen wäre auch sehr gut für Parkwerbung geeignet. Natürlich würden wie die Urheberrechte wahren wollen (Nennung des Fotografen!).

Bezüglich der Anfrage zum  Teehäuschen will ich Sie gerne aufklären: Das Teehäus- chen ist das ganze Jahr über geöffnet. Am letzten Sonntag fand am Nachmittag eine Park- führung statt. Als kleine Überraschung für die Teilnehmer der Führung hatten die Park- führer eine Rast im Teehäuschen eingeplant, wozu  Tee und Gebäck vorbereitet wurde. Es waren also doch gute Feen im Einsatz! Und dass Sie sich am „Buffett“ bedient haben, war völlig in Ordnung. Die Veranstalter und die Gäste haben sich über Ihren Dankeschön-Zettel und Ihr Interesse an unserem schönen Fleckchen Erde gefreut.

Viele Grüße aus Saalburg-Ebersdorf, K. F., Sekretärin des Bürgermeisters”

“Indian Summer” in Ebersdorf

Der Pfotenteich

Im weiteren Verlauf unseres Spazierganges gelangten wir an den Pfotenteich. Wir waren am Westrand des Parkes angelangt und befanden uns damit am Weitesten entfernt von unserem Ausgangspunkt.

Der Pfotenteich

Blick aus dem Teichhäuschen

Als wir am Ausgangspunkt >Parkplatz am Küchenteich< ankamen, sind wir 2,5 kurz- weilige Stunden unterwegs gewesen. Unser Resümee? Dieser Park sieht uns wieder!!  ;-)

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Zu einem anderen Ausflugsziel am Rande gleich noch ein paar Worte: Schon oft sind wir, meistens mit dem Motorrad, an der Steinernen Rose in Kloster vorbei gefahren. Nie hatten wir Lust, dort anzuhalten. Heute mit dem Auto bot es sich aber an. Etwas nördlich außerhalb des Ortsteiles Kloster der Doppelstadt Saalburg-Ebersdorf befindet sich das Naturdenkmal „Steinerne Rose“. Gelegen am Bleilochstausee im Naturpark Obere Saale/ Thüringer Schiefergebirge stellt die Steinerne Rose eine Einzigartigkeit dar – leider eine, an der man viel zu oft und viel zu schnell vorbei fährt.
Die Rose besteht aus einer Art Basaltgestein, das in Schichten verwittert. Das zwischen den Schichten befindliche Ton- und Schiefergestein verwittert schneller, als das harte Basalt-Pikrit-Gestein. Dabei bilden die verwitternden Schichten die Gestalt einer Rose, deren einzelne Schalen so nach und nach aufplatzen.

Saalburg-Ebersdorf OT Kloster, Steinerne Rose

 

Viel Spaß  ;-)

 



Ein Ausflug in den Grünfelder Park bei Waldenburg in Westsachsen im Frühjahr 2008 und im Herbst 2012

Im Grünfelder Park im Herbst 2012

Als “Stadt des Töpfermarktes” ist Waldenburg überregional bekannt. Die Kleinstadt in Westsachsen an der Grenze zu Osthüringen/Altenburger Land hat aber noch mehr zu bieten. Gelegen im Tal der Zwickauer Mulde im Erzgebirgsvorland lockt Waldenburg mit sanften Tourismusmöglichkeiten (Rad fahren, wandern, paddeln). Erlebnisreich ist auch der Besuch des Heimatmuseums und vor allem des Naturalien- und Kuriositäten- kabinettes. Zudem lockt Waldenburg auch Besucher in das im klassizistischen Stil errichtete Schloß Waldenburg.

Waldenburg an der Zwickauer Mulde

Ein Erlebnis und ein Beispiel für naturnahen und sanften Tourismus sind auch die vom Kanuverein Grimma organisierten Schlauchbootfahrten zwischen Waldenburg und Wolkenburg (ca. 10 km). Man paddelt mit den großen Mannschaftsschlauchbooten, wie sie die Feuerwehr oder auch das THW nutzen. Bei dem Ort Remse ist an einem Wehr das Umsetzen der Boote nötig. Man bekommt eine völlig andere Sicht auf den Fluß und seine Landschaft. Termine sind Ostern und Pfingsten, Anmeldung übers Museum Waldenburg ist angebracht :-)

Blick über den Fluss auf Schloss Waldenburg

die Zwickauer Mulde bei Waldenburg im Morgennebel

Blick auf Waldenburg / Zwickauer Mulde

Waldenburg

Waldenburger Kirche / Waldenburg / Zwickauer Mulde

Der Grünfelder Park, den wir besuchten, ist ein Landschaftspark im englischen Stil am Stadtrand von Waldenburg. Man erreicht ihn am Besten vom Parkplatz an der Waldenburger Muldebrücke aus oder vom Parkplatz gegenüber vom Hotel und Restaurant “Grünfelder Schloß” auf der Grünfelder Straße. Nachdem wir den Park 2008 im Frühjahr besuchten, sollte der Park 2012 ein Ausflugsziel im Herbst sein.

Grünfelder Park

Im Park findet man romantische Wege, Pferdekoppeln, einen Reitplatz, einen Gondelteich mit Imbissbuden und zwei kleine verwunschene Teiche :-)

Teich im Grünfelder Park

im Grünfelder Park im Frühjahr 2008

Weitere Ausflugsziele im näheren Muldetal wären Schloß Rochlitz, der Rochlitzer Berg mit Aussichtsturm und die Altstadt von Rochlitz, weiterhin die Rochsburg, die Schlösser Vorder- und Hinterglauchau in Glauchau sowie in Wolkenburg das Schloß, die klassizistische Kirche und das Technische Denkmal Säge- und Getreidemühle (zur Zeit nur am Mühlentag am Pfingstmontag geöffnet).

im Grünfelder Park



Ein Ausflug in das sächsische Vogtland zwischen Plauen und Schleiz in die kleine Gemeinde Leubnitz bei Mehltheuer

Diesen Ausflug hatten wir Anfang September 2007 schon einmal unternommen. Auch damals war der Frühherbst so angenehm vom Wetter her, wie er es dieses Jahr ist. Veröffentlicht hatte ich es damals bei “Passado”, das es ja nun schon lange nicht mehr gibt. Was ich damals auch nicht wusste: in weniger als einer Woche würde ich nach einem schweren Autounfall 4 Monate daheim sein :-(

Jetzt, Ende September 2012, erschien uns der Leubnitzer Park nach einer gestrigen Umzugsunterstützung in der Familie und einem Konzert in Gera am selben Tag abends gerade Recht, um Ruhe und Erholung zu tanken. Das Wetter war einladend. Die Fotos sind aber von 2007.

diese zwei Miezen traf ich am Parkeingang

Nachdem wir nach einer schönen Fahrt übers Land durch den thüringer Teil des Vogt- landes die B 280 bei Mehltheuer verließen, erreichten wir schnell Leubnitz. Das Auto stellten wir am ehemaligen Schloß Leubnitz ab (heute Gemeindeamt, Standesamt sowie Naturkunde- und Jagdmuseum). Nach etwa 100 Metern haben wir den Park schon er- reicht, der mit dem Schloß eine Einheit bildend unter Denkmalschutz steht. Was uns sofort verblüfft, ist diese unglaubliche Ruhe. Nur das Geschrei der Wasservögle, das Klatschen hin und wieder springender Fische oder das Klopfen eines Spechtes unter- brechen die Stille und machen uns bewusst, daß wir nicht völlig allein sind.

im Leubnitzer Park

Neben den zwei oder drei Teichen und der unglaublichen Ruhe fasziniert der kleine Park mit einem Bestand alter und teilweise bezeichneter Bäume und anderer Gehölze. Der Park ist Etappenabschnitt des 4,5 km langen Wanderweges zwischen Kürbitz (südlich von Plauen) und Mehltheuer (nordwestlich von Plauen). Ich bin überzeugt, daß der gesamte Wanderweg so romantisch ist, wie dieser Abschnitt um den Park.

im Leubnitzer Park

im Leubnitzer Park

Leubnitzer Park

Leubnitzer Park

Einladend wirkt auch die ehemalige Teichmühle am Rande des Landschaftsparkes, heute ein Landgasthof. Wir hatten aber – wie immer – unseren Picknickkorb gepackt und zogen eine Bank am Wasser vor. Sehenswert ist der Park sicher auch, wenn die bunte Herbstfärbung richtig eingesetzt hat. Wir beschäftigten uns auch mit dem Erspähen von Pilzen. Aber außer Karins Fliegenpilz und ein paar kirschroten Täublingen war heute nicht viel zu holen. Deshalb auch hier die Fotos (mit Pilz-Baby) von 2007. 



Ein Ausflug entlang der Chemnitz – zwischen den Claußnitzer Ortsteilen Markersdorf und Diethensdorf bzw. Göritzhain in Mittelsachsen

Der folgende Wandertip stammt in seiner Grundidee aus der Chemnitzer Freie Presse. Wir haben ihn heute aufgegriffen und individuell gestaltet.

Die Chemnitz bildet sich im Chemnitzer Stadtteil Altchemnitz/Harthau aus dem Zu- sammenfluss der westerzgebirgischen Bäche (Flüsschen) Zwönitz und Würschnitz. Ob- wohl die Chemnitz nicht einmal 40 km lang ist und zudem noch eine Großstadt zu durch- queren hat, bildet sie nach Verlassen der Stadt Chemnitz eine geradezu liebliche Fluss- landschaft. Das romantischste Stück ist dabei wahrscheinlich das  Tal zwischen den Claußnitzer Ortsteilen Markersdorf und Diethensdorf beziehungsweise dem folgenden Göritzhain. Von Göritzhain hat es die Chemnitz nicht mehr weit bis zu ihrer Mündung. Zwischen Göhren und Wechselburg, in dem kleinen Ort Altzschillen, mündet die Chemnitz in die Zwickauer Mulde.

Auf der B 107 (Chemnitztalstraße) aus Chemnitz kommend, stellten wir das Auto am Ortseingang Taura bei Burgstädt an der Mittweidaer Straße gegenüber der Einmündung Schweizerthaler Straße auf dem dortigen Parkplatz ab (Chemnitztal-Apotheke, Antik-Walhalla). Wir überquerten die Chemnitzbrücke und bogen gleich danach links in den Weg  „Am Lehrpfad“ ab. Den in unser Blickfeld kommenden Bahnhof Markersdorf- Taura erreichen wir dabei nicht mehr. Das Bahnhofsgebäude nebst Gelände der still- gelegten Chemnitztalbahn wird von einem Verein gepflegt und genutzt. Der Verein führt unter anderem auch Draisinen-Fahrten im Tal der Chemnitz zu ausgewählten Terminen durch.  

Parkplatz Taura / Mittweidaer-, Ecke Schweizerthaler Straße

ehemaliges Bahnhofsgebäude Markersdorf-Taura

“Schwere Bahnhofsdächer, über uns gestellt / Gleise wie ein Fächer, in die weite Welt….” (Renft)

Wir tauchen in das Chemnitztal ein und sofort wird klar, warum die auf der anderen Flußseite verlaufende Straße auf ein Schweizerthal verweist: es wird zunehmend felsig, aus dem Tal wird eine schroffe Schlucht und immer riesiger werdende Granulitgesteins- brocken liegen im Wasser. Wahrscheinlich liegen sie schon ewig dort, manche vom Wasser schon rund gewaschen, aber keinesfalls bereit, ihren Platz freiwillig zu räumen. Wenn die Steine nicht gerade vom Wasser glitschig sind, ist auch klettern möglich. Es macht Spaß, keine Frage :-)   ;-)

Granulitbrocken in der Chemnitz

Granulitbrocken in der Chemnitz

Granulitbrocken in der Chemnitz

Wir laufen immer weiter zwischen Bahnlinie und Chemnitzfluss. Rechter Hand türmen sich Felswände an der Bahnlinie in die Höhe. Als Lokführer hatte man hier mit Sicherheit einen romantischen Arbeitsplatz. Wir erreichen den „Haltepunkt Amselgrund“, eine Bahnstation aus einer Zeit, in der der Bahnverkehr noch funktionierte und sinnvoll orga- nisiert war. Am Bahnübergang Amselgrund können wir uns entscheiden, ob wir über „Hockstein“ und „Bärenhöhle“ zurück nach Markersdorf laufen, oder ob wir noch die 2-Kilometer-Zusatzrunde über den „Wurzelberg“ in Angriff nehmen. Wir entscheiden uns für den Wurzelberg. Dazu laufen wir ab Amselgrund weiter in Richtung „Rundweg Wurzelberg / Diethensdorf“. Der „Rundweg Wurzelberg“ beginnt in einer Bungalow- siedlung hinter dem „Haltepunkt Amselgrund“ und endet auch wieder in dieser.

meterhohe Felswände an den Bahngleisen

Bahnhaltepunkt im Amselgrund

„Wurzelberg“ ist wörtlich zu nehmen. Aus dem Tal heraus begibt man sich auf eine 309 Meter hohe Anhöhe. Der Weg – der zwar ausgeschildert ist – ist manchmal mehr zu ahnen als zu sehen. Man sollte ein gesundes Gespür für Wanderwege haben und Orientie- rungssinn besitzen. Von der Wurzelberg-Anhöhe aus hat man stellenweise einen Blick zum Taurasteinturm bei Burgstädt. Leider wird uns am Waldrand auf etwa 400 Meter das Laufen alles andere als leicht gemacht. Daß die Bauern (und nicht nur hier) mit jedem Meter Feld geizen, mag verständlich sein. Daß sie aber halb in den Wald hinein pflügen und dabei den Wanderweg gleich mit unter die Pflugscharen nehmen, ist im besten Falle ärgerlich :-( Wenn das frisch gepflügte Feld auch noch regennass gewesen wäre, hätten wir so ziemlich die Schnauze voll gehabt. Ein wenig mitdenken wäre hier sehr angebracht gewesen!

auf dem Wurzelberg

auf dem Wurzelberg

Auf dem Rückweg vom “Wurzelberg” kommen wir wieder in der erwähnten Bungalow- siedlung an. Dabei gönnen wir uns einen Abstecher ans Ufer der Chemnitz, bevor wir den Weg durch die Bungalowsiedlung zurück zum “Haltepunkt Amselgrund” nur durch gutes Gespür finden. Doch wie gesagt, zuvor einen Abstecher ans Flußufer: 

Wolkenspiegelung im Wasser

Bahnviadukt der ehem. Chemnitztalbahn

Der Fluss auf einem ruhigeren Abschnitt

Zurück am „Haltepunkt Amselgrund“ überqueren wir die Bahnlinie nicht! Wir machen auf einer Bank Picknick und schlagen danach den Weg in Richtung „Bärenhöhle / Hockstein“ ein. Wir bewegen uns dabei vom Fluss weg auf die Felshöhen seitlich des Flusses. Den Hockstein erreichen wir dabei als erstes nach wenigen Metern. Wer die tonnenschweren übereinandergestapelten Brocken sieht, dem wird mulmig dabei. Allein 35 Tonnen soll der oberste Stein wiegen, der filigran obenauf liegend den Abschluss bildet.

In alter Zeit türmten sich die Steine des nahegelegenen Taurasteines bei Burgstädt viel höher als heute. Es gab auch Höhlen, und in einer sollte ein Riese wohnen. Der Riese jagte Wanderern, vor allem nachts, Furcht und Schrecken ein. So beschloss der Riese, sich in dem stillen Tal des Chemnitzflusses (dem heutigen Schweizerthal) eine neue Burg zu bauen. So nahm er immer ein paar Steine mehr, als er tragen konnte und verlor unter- wegs immer wieder einige. Dennoch ging es mit dem Bau der Burg nicht recht voran. Immer wieder stürzten seine übereinander gestapelten Steine zusammen. Irgendwann verlor er die Geduld, ließ die Steine im Flussbett liegen und zog sich in seine Höhle am Taurastein zurück.

Der Hockstein, den wir erreicht haben, sieht tatsächlich aus wie die Reste der Baukunst des Riesen.  

Chemnitztal, der Hockstein

Chemnitztal, der Hockstein

Chemnitztal, der Hockstein

Wenig später erreichen wir die „Bärenhöhle“, die leicht abseits des Weges, aus unserer Richtung rechts, ausgeschildert ist. Unerschrockene können gern auf allen Vieren durch- kriechen, der Rest wirft nur einen Blick hinein. Zurück auf dem Hauptwanderweg gehen wir weiter in Richtung Markersdorf. Der Hauptweg, der (nicht nur hier) einen wunder- vollen Naturlehrpfad darstellt, ist ein romantischer und kurzweiliger Wanderweg. Und wieder erreichen wir einen Aussichtsfelsen. Noch einmal bietet sich zwischen den Bäumen ein Blick zum Taurasteinturm bei Burgstädt, noch einmal kann man tief ins Chemnitztal und auf die Bahnlinie schauen, bevor wir den Abstieg beginnen.

Naturlehrpfad zwischen Hockstein und Bärenhöhle

erneut ein Aussichtsfelsen

ein Aussichtsfelsen

DAS ist NICHT der Riese aus dem Chemnitztal

Wir laufen noch weiter bis zu einer erneuten Bungalowsiedlung, biegen rechts ab und steigen durch den Wald hinunter ins Tal. Wir überqueren die Bahnlinie auf einer kleinen, ebenerdigen Metallbrücke und laufen parallel zum Fluß und den Schienen zurück nach Markersdorf.

Neugierig geworden auf den weiteren Lauf der Chemnitz drehen wir eine kleine Zusatzrunde im Chemnitztal mit dem Auto: Taura, Schweizerthaler Straße – fort- führend Chemnitztalstraße, S 240 – bei Abzweig Mohsdorf, bei Abzweig Stein – Göritzhain, Ortsdurchfahrt, rechts halten – Wiederau  – B 107, rechts – Diethensdorf – Claußnitz – Markersdorf – weiter B 107, Chemnitztalstraße – Chemnitz  



Der historische Besiedlungszug Mittelsachsens und der Mark Meißen

Mittelalter, 11./12. Jahrhundert.

Die heutigen mitteldeutschen und östlichen Gebiete Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg waren seit der Völkerwanderung von Slawen besiedelt. Mit der Gründung der Mark Brandenburg, der Ostmark und der Mark Meißen (Dresden als slawisches Fischerdorf an der Elbe spielte noch lange nicht die erste Geige im Lande) begann man, die Slawen zurückzudrängen oder mit „Feuer und Schwert“ zu bekehren. Speziell die Askanier (Brandenburg) und die Wettiner (Ostmark, Mark Meißen) waren maßgebliche Urheber  und damit weitsichtige Strategen, das Land im Osten (neu) zu besiedeln.

Es waren speziell in Mittelsachsen fränkische Siedler, die mit Steuererleichterungsversprechen, Aussicht auf eigenes Land und preisgünstigen Grund und Boden den beschwerlichen Weg in eine ungewisse Zukunft nahmen. Der dunkle und unwegsame Erzgebirgswald Miriquidi bedeckte damals noch große Flächen dieser Region und musste erst gerodet, das Land urbar gemacht werden. In ihrer Heimat blieb den „Wirtschafts- oder politischen Flüchtlingen“ oftmals nur die Leibeigenschaft. Den Hof, die Werkstatt oder den Gasthof des Vaters erbte oftmals nur der Erstgeborene, der Zweitgeborene wurde vielleicht noch angestellt. Für alle anderen Nachfahren war die Zukunft eher düster. So war es kein Wunder, daß die Besiedlungsaufrufe in die Mark Meißen durch Markgraf Otto von Wettin auf offene Ohren trafen. Als man dann im Raum Freiberg und am nahen Erzgebirge das erste Silber fand, löste dies einen Besiedlungsboom (Bergleute aus dem Harz) aus. Mit der Einführung des Freien Bergrechts für alle (ein jedermann dürfe an jedem Ort nach Silber schürfen) kam es zu einem ersten wirtschaftlichen Aufschwung dieser kargen Mittelgebirgsregion (dem ersten „Berggeschrey“). In Freiberg entstand eine erste Münzstätte und aus Markgraf Otto wurde Otto der Reiche.

Ein Lesetip: die fünf Bücher der „Hebammenreihe“ von der Besiedlung Mittelsachsens bis zur Stadtgründung Freibergs sowie der Roman “Blut und Silber” (alle von Sabine Ebert): KLICK HIER

Übrigens, mit Sachsen hatte die damalige Mark Meißen noch gar nichts gemeinsam. Sachsen war ein riesiges Herzogtum auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt, mehr sogar noch des heutigen Niedersachsen. Einst beherrscht von den Welfen, wurde nach einem Streit mit dem Kaiser Sachsen als erledigtes Reichslehen eingezogen und in seiner riesigen Größe aufgeteilt. Den Großteil unter dem weiteren Namen Sachsen bekamen die Askanier zugesprochen und nach dem Aussterben dieser Linie die Wettiner. Diese Namen „Sachsen“ nahmen die Wettiner dann mit in ihre Mark Meißen.

Lesetip: „Der Sächsische Dialekt“: KLICK HIER und beziehungsweise oder KLICK HIER

Mittelsachsen, 21. Jahrhundert

Im Rahmen des seit vielen Jahren stattfindenden Mittelsächsischen Kultursommers spielt der historische Besiedlungszug eine herausragende Rolle. Es wird der oben erwähnten Besiedlung gedacht und über fast zwei Wochen die Besiedlung nachgestellt. Wer das Glück hat, diesem Besiedlungszug zufällig zu begegnen – es ist ein Erlebnis und ein Schauspiel ohnegleichen. Männlein, Weiblein, Kinder / Alte, Junge, Gesunde und leicht Geplagte / Pferdewagen, Ochsen- oder Eselkarren, dazu Haus- und Nutztiere in großer Zahl / beritten, hoch auf dem Wagen oder viele wie damals nur zu Fuß / dazu Handwerkszeug, Ackergerät und Haushaltsgegenstände – so ziehen die Menschen durch Mittelsachsen. Gelagert wird auf Lichtungen, an Flussauen oder unterhalb von Burgen. Man stellt dabei das spartanische und beschwerliche Leben im nicht ungefährlichen Besiedlungsprozess nach.

Etliche nutzen dafür einen Großteil ihres Urlaubes und stecken auch viel Geld in dieses Kulturprojekt. Mittlerweile kommen die Teilnehmer nicht mehr nur aus Sachsen und für viele der Teilnehmer ist der historische Besiedlungszug ein fester Termin im Kalender.

Video von 2010: KLICK HIER

Besiedlungszugverein: KLICK HIER

Bilder vom Besiedlungszug auf der Seite des Mittelsächsischen Kultursommers: KLICK HIER


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