Archiv für die Kategorie „3 Heimatkunde und Ausflüge ohne Motorrad“


Wanderausflüge zwischen der mittelsächsischen “Bezirksstadt” Chemnitz und den Ausläufern des Mittleren Erzgebirges

Das Sternmühlental verbindet die Chemnitzer Ortsteile Altenhain-Kleinolbersdorf und die B 174 mit dem Zschopautal bei Erdmannsdorf und Augustusburg. In meinen Motor- radtouren gehe ich bei den Touren von 2005-09 schon einmal auf diese Region ein – in der Tour Nummer 9 (“Flusslandschaften zwischen Chemnitz und dem Mittleren Erz- gebirge sowie zwei überdachte Holzbrücken”): http://joomla.mtwv.de/touren-alt-2005-09/sachsen-thueringen-2005-09. Und diesmal war eben wandern dran…..

Auf halben Wege im Sternmühlental findet man die Sternmühle. Die Ausflugsgaststätte ist ein idealer Startpunkt und ein Ort der Einkehr obendrein.

Gaststätte Sternmühle im Chemnitzer Sternmühlental

unterwegs im Sternmühlental bei Chemnitz

unterwegs im Sternmühlental bei Chemnitz, ehem. Augusta-Erbstollen

Bald erreichten wir das Mundloch dees ehemaligen Augusta-Erbstollens, das Erzgebirge beginnt also schon hier, seinem Namen gerecht zu werden ;-)

unterwegs im Sternmühlental bei Chemnitz, ehem. Augusta-Erbstollen

Eine süße Leckerei zwischendurch: Walderdbeeren :-)

Schon fast am Zschopautal angekommen, genießen wir den Blick übers Tal und hinüber zur Augustusburg – dem wohl imposantesten Schloßbau des Erzgebirges – und der Gemeinde Kunnersdorf.

unterwegs im Sternmühlental bei Chemnitz, Blick zur Augustusburg

Eine kleine Wanderung schloss sich an: die Wanderung von Augustusburg zum hoch über der Zschopau gelegenen Aussichtsfelsen “Kunnerstein”.

Die Höhle am Kunnerstein

Blick aus der Kunnerstein-Höhle

Schutzhütte am Kunnerstein

Vor fast 40 Jahren war ich das letzte und einzige Mal hier. Ich hatte an diesen roman- tischen und lauschigen Ort fast keine Erinnerung mehr. Die kleine Wanderung in dem herrlichen Mischwald, ausgehend vom Villenviertel in der Schlossstadt Augustusburg, war genauso ein Erlebnis, wie der Fels mit seiner Aussicht selbst. Schade nur, daß die Bäume mittlerweile soviel der Sicht versperren. Aber das ist nun mal so. Die liebevoll hergerichtete Anlage (Geländer, Schutzhütte) verdienen ein großes Lob. Zum Abschluss gab es noch ein Eis im Augustusburger “Cafe Friedrich”  ;-)

Unten: Blick ins Zschopautal und weiter zur Gemeinde Hennersdorf (Ortsteil von Augustusburg) .

Die Rückfahrt erfolgte wieder über das Sternmühlental, mit einem Abstecher über Einsiedel, Eibenberg und die Klaffenbacher Höhe – dem höchsten Punkt von Chemnitz. Zwischen Eibenberg und Kemtau bietet sich ein weiterer Punkt mit einer grandiosen Aussicht.

Fazit: Es müssen nicht immer zwei Wochen Urlaub, die Alpen oder die Südsee sein. Manchmal reicht schon ein Wochenendausflug in der Natur in der wunderschönen deutschen Heimat, um für die kommende Woche aufzutanken ;-) :-)

 



Der größte Wasserfall, die tiefste Höhle, das kleinste Mittelgebirge?

Der Ursprung zu diesem Blog war ein Beitrag bei Facebook, was wohl das kleinste deutsche Mittelgebirge ist.

Also, um den Titel „Kleinstes Mittelgebirge Deutschlands“ streiten sich mehrere Regionen. Das Zittauer Gebirge sieht sich selbst in dieser Lage: http://www.zittauer-gebirge.de/. Tante Wikipedia nennt sogar die Stemweder Berge in Nordrhein-Westfalen/Niedersachsen: http://de.wikipedia.org/wiki/Stemweder_Berg. Der „Wirtschaftsspiegel Thüringen“ ist lokal-patriotisch und nennt natürlich den Kyffhäuser – das Kyffhäusergebirge als Randgebirge des Harzes wohlbemerkt, und nicht den fälschlicherweise immer wieder den als Kyffhäuser bezeichneten Kulpenberg!: http://www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com/startseite/aktuell-einzelansicht/article/deutschlands-kleinstes-mittelgebirge.html?tx_ttnews[backPid]=70&cHash=678af83c08  Das Kyffhäusergebirge befindet sich am Rande des Südost-Harzes in Thüringen/Sachsen-Anhalt. Der Hohe Fläming in Brandenburg bei Belzig geht wiederum völlig unter. Es ist wohl Eigenermessen, ob man den Hohen Fläming mit bis zu „200 Meter hohen Erhebungen“ überhaupt zu den Mittelgebirgen zählt. Ich denke, in einem ansonsten flachen Landstrich darf man das: http://mtwv.de/wordpress/?p=1457.  

Der schiefste Turm der Welt steht nicht in Pisa, auch wenn die Pisaner clever genug sind, seit 500 Jahren mit ihrem schiefen Turm von Pisa Geld zu verdienen und weltberühmt zu sein.

Der Kirchturm in Suurhusen/Ostfriesland ist schiefer, als der Kollege aus Pisa. Das Guinnessbuch der Rekorde nahm für diese Wertung den Neigungswinkel als Grundlage, und nicht den maximalen Überhang an der Oberkante.

Im Übrigen ist auch der Kirchturm von Bad Frankenhausen am Kyffhäuser schiefer als der in Pisa. Aber ich glaube, hier nahm man wieder den maximalen Überhangwert an der Oberkante als Maß. Aber egal, Pisa verliert eigentlich bei beiden Wertungen – in der Pflicht und in der Kür beziehungsweise in der Haltungsnote. Wieso sind die dann so viel mehr bekannt als die beiden deutschen Turmkollegen?

Kirchturm in Bad Frankenhausen: http://mtwv.de/wordpress/?p=3630

Im Erzgebirge gibt es eine Paßhöhe, die sich „Paßhöhe Hefekloß“ nennt. Durch die Angabe von halben Metern meint der Vorbeifahrende mit flüchtigem Blick, er habe 1788 Meter gelesen. Aber das ist eben nur halb wahr. Denn das Erzgebirge hat an seiner höchsten Stelle „nur“ 1244 Meter (Keilberg, CZ).  

Ihr merkt schon, das entartet. Das ist wie die Suche nach dem größten Wasserfall – je nachdem, ob man von der Breite, der Höhe oder der herabstürzenden Wassermenge ausgeht. Oder ob der Wasserfall künstlich oder natürlich ist. Sachsens höchster Wasserfall bei Blauenthal im Erzgebirge ist nämlich zum Beispiel künstlich angelegt.

Um den Titel „Deutschlands einzige Hochseeinsel“ streiten sich Helgoland und eine Insel im niedersächsischem Wattenmeer. Ich weiß jetzt nicht konkret welche. Aber mein Herz schlägt eh für Helgoland.

Beim Titel „größter Binnensee Deutschlands“ streiten sich die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern und der Bodensee. Da der Bodensee aber zu drei Ländern gehört und die deutschen Grenzen im Wasser nicht festgelegt sind, meint man an der Müritz, dem Bodensee stehe diese Bezeichnung nicht zu. Am Bodensee sieht man aber genau diese Tatsache als Wertung für sich. Irre! Auch hier muss ich sagen, mein Herz schlägt für die Müritz.

Unbestreitbar ist aber, daß Oberwiesenthal im Erzgebirge (D) die höchstgelegene Stadt Deutschlands ist und Boží Dar im Erzgebirge (CZ) die höchstgelegen Stadt Mitteleuropas. Und die höchstgelegene Gemeinde Sachsens ist Tellerhäuser im Erzgebirge nahe dem Fichtelberg, ein Ortsteil von Breitenbrunn.

Unbestreitbar ist auch, daß sich „Deutschlands höchstgelegener Erdgasanschluß“ durch die Erdgas Südsachsen/ENVIA auf dem erzgebirgischen Fichtelberg befindet.

Und Sachsens höchstes Bauwerk ist der ENVIA-Schornstein in Chemnitz. Das ist die Esse, die jetzt (im Sommer 2012) bunt angemalt und LED-beleuchtet werden soll.

Aber man sieht, wie die Regionen das handhaben, nur um irgendwie in irgendeine Kategorie zu fallen. Der „tiefste Dorftümpel nach einem Starkregen im Juli befindet sich in Hohenwulschen”

Übrigens, ein klassisches Dreiminuten-Ei dauert auch nicht mehr drei Minuten, sondern länger. Die Eier unserer wohlgenährten Hühner sind über die Jahre größer geworden als sie es früher waren. Es sei denn, man kocht sie so wie ich: gleich ins Wasser legen und mit dem Wasser warm werden lassen. Und dann ab Kochzeitpunkt drei Minuten. Aber der Titel „Drei-Minuten-Ei“ ist eigentlich Quatsch.

Fakt ist aber, daß eine 5-Pfennig-Semmel eben 5 Pfennig kostet, sonst wäre es keine.

Aber daß ein frisch gezapftes 7-Minuten-Bier in der Kneipe immer noch 7 Minuten dauert, ist – wenn man durstig darauf wartet – die allergrößte Sauerei überhaupt.

    



Ein Besuch der größten Kriegsgräber-Gedenkstätte Deutschlands, gelegen zwischen Kamminke (D) und Swinemünde (PL) auf Usedom

Liedtext:

„Weit in der Champagne im Mittsommergrün
dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blüh’n.
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.
Auf Deinem Kreuz finde ich, toter Soldat,
Deinen Namen nicht, nur Ziffern – und jemand hat
die Zahl Neunzehnhundertundsechzehn gemalt.
Und Du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt.“

Das gesamte Lied von Hannes Wader – vorgetragen von der Cottbuser Folk-Band Wacholder, findet Ihr hier:

http://www.youtube.com/watch?v=ITBWhkz6ezE

Kreuz am Aufgang zum Golm

Auf Usedoms höchsten „Berg“, dem Golm (60 Meter ü.NN.), gelegen zwischen Kamminke, Garz und Swinemünde, befindet sich Deutschlands größte Kriegsgräber-Gedenkstätte. Die Kriegstoten der Insel Usedom liegen hier genauso begraben wie die Toten der vielen Flüchtlingstrecks und alle Bombenopfer der Insel, vorwiegend aus Swinemünde.

Kamminke, Golm, Kriegsgräber

Alles ist eingebettet in Usedoms größten und ältesten Buchenwald. Dadurch wirkt diese gesamte Gedenkstätte nicht so steril, wie manch andere Gedenkstätte. Der Friedhofscharakter innerhalb des Buchenwaldes lässt sich natürlich nicht verleugnen – und soll es auch gar nicht!

Kamminke, Golm, Buchenwald

Ursprünglich war dies hier ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel, mit Waldwanderwegen, einem Cafe und einer schönen Aussicht. Jetzt ist ein nachdenklich machender Ort in einem wunderschönen Naturschutzgebiet daraus geworden. Und ein Ende der hinzukommenden Namen ist noch nicht in Sicht. Der Besuch auf dem Golm hat mich sehr berührt und tief bewegt!

Kamminke, Golm, Kriegsgräber

Rückblick 1945: Meine Mutter (damals drei Jahre alt) und mein Onkel, ihr Bruder (damals einen Monat!!) wurden mit ihrer Mutter, meiner Oma, in Dresden ausgebombt – beim Bombenangriff verschüttet. Sie konnten gerade mal das nackte Leben retten, von bleibenden seelischen Folgen ganz zu schweigen. Ausgebuddelt unter den Trümmern hat sie mein damals 68 jähriger Uropa. Der große Bruder, der damals „schon” 16 Jahre alt war, mußte an die Ostfront und kam erst mit den letzten Heimkehrern zurück – und im Osten Deutschlands kamen die spät! Aber er lebte.  

Die Waldwege und der Charakter des Naturschutzgebietes sind erhalten geblieben. Das Cafe wurde bis 1943 bewirtschaftet. Ab 1943 war es geschlossen, und dann war es weg. Es wurde nie wieder aufgebaut und würde wohl auch nicht mehr dort hin passen. Die Waldwege und der Charakter des Naturschutzgebietes sind erhalten geblieben. Das Cafe wurde bis 1943 bewirtschaftet, ab 1943 war es geschlossen, dann war es weg. Es wurde nie wieder aufgebaut und würde wohl auch nicht mehr dort hin passen. Erhalten geblieben ist die schöne Aussicht in das Tal und hinüber nach Swinemünde.

 



Ein Besuch in der Kleinstadt Wechselburg oberhalb des Flusstales der Zwickauer Mulde

Ideal war der Ausflug nicht, aber wir waren an der frischen Luft und haben ein Stück Heimat gesehen. Also ein positives Resümee mit Abstrichen.

Die Chemnitz, an deren Flusslauf wir in Richtung Mittelsächsisches Burgenland aufbrachen, ist ein nur ca. 30 km langer Nebenfluss der Zwickauer Mulde. Aber nach Verlassen der Stadt Chemnitz bildet sie bis zu ihrer Mündung eine bezaubernde und liebliche Flusslandschaft. Wir wollen nach Wechselburg. Das dortige Ziel ist das Benediktinerkloster, die Basilika und der Schlosspark.

Fotowetter ist so gut wie keins, Menschen und deren PKWs bevölkern das Klostergelände (eine Feierlichkeit und ein Sängertreffen fanden statt) und im Park begann es zu tröpfeln. Als wir dann zum Picknick – zum Glück unter einem Dach – an einem Rastplatz saßen, begann es sogar richtig zu regnen. Somit muß ich für das Bild von der Muldebrücke und hinauf zum Kloster und zur Kirche ein Foto von 2005/06 ausgraben:

Wechselburg Muldebrücke

Wechselburg

Die kleine Stadt in Mittelsachsen ist einladend. Die engen Straßen und die höchstens zwei bis drei Etagen hohen Häuschen – aus früheren Jahrhunderten und hübsch hergerichtet – bieten ein heimeliges Flair. Unsere erster Anlaufpunkt ist die St. Ottokirche, deren Schild “Offene Kirche” uns lockt. 1730 bis 1737 wurde die warm wirkende und einladende Kirche im Barockstil (für mich schon fast klassizistischer Stil) erbaut. Der Name stammt nicht vom ehemaligen sächsischen Markgrafen Otto dem Reichen, sondern vom fränkischen Bischof Otto von Bamberg ab. Er lebte von 1060 bis 1139. Fränkische Siedler, die im 11. und 12. Jahrhundert zu den Besiedlern des heutigen Mittelsachsens gehörten, benannten die Vorgängerkirche an dieser Stelle nach ihm.

Um den abfahrenden Teilnehmern einer Feierlichkeit in der Basilika und auf dem Klosterhof nicht im Weg zu stehen, gingen wir zuerst in den herrlichen Park. Es ist kein Schlosspark oder Barockgarten, wie man es vielleicht vermuten könnte. Der Park in Wechselburg ähnelt mehr einem Landschaftspark oder einem Forstbotanischen Garten mit alten und teilweise seltenen Bäumen. Wir haben hier und heute zum ersten Mal bewusst Akazien blühen sehen, oder riesige Ahornblättrige Platanen und eine knorrige Weymouthskiefer.

Wechselburg, im Park, Weymouthskiefer

Als es zu regnen anfing, hofften wir, nun die Basilika besuchen zu können. Aber daraus wurde nichts. Die Chöre des Sängertreffens und deren Besucher begannen, das Klostergelände und die Klosterkirche zu bevölkern. Schlechtes Timing für uns heute :-(

Wechselburg, Kloster

Das Kloster “Heilig Kreuz” in Wechselburg gehört heute zum Benediktiner-Orden. Dedo von Rochlitz-Groitzsch, der feiste Bruder des damaligen Markgrafen Otto des Reichen, gründete 1168 das damals als Kloster Zschillen bekannte heutige Wechselburger Kloster. Graf Dedo der Feiste starb übrigens bei einem skurrillen Versuch des mittelalterlichen Fettabsaugens, damals mit einem Messer durchgeführt und besser als Fett rausschneiden zu bezeichnen. Als der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu einem Kreuzzug seine Landesfürsten aufrief, wurde nur befreit, wer dafür Ablass zahlte. Dedo wollte nicht bezahlen, aber reiten konnte er vor lauter Fettleibigkeit auch nicht, von kämpfen ganz zu schweigen. Und so legte er sich auf den OP-Tisch … mit einem für ihn tragischen Ausgang! 

Nach einer wechselvollen Geschichte über die Jahrhunderte haben Mönche des jetzigen Mutterklosters Ettal in Oberbayern das Benediktinerkloster 1993 neu gegründet.

Wechselburg, Kloster / oben links die Basilika

Die Basilika, die katholische Stiftskirche des Klosters, ist der Ursprungsbau des Klosters. 1160 begonnen, wurde die Kirche im Ostflügel 1168 erstmals geweiht. Um 1180 wurde die Basilika fertig gestellt, das Kloster etwas später. Die Stiftskirche ist ein bedeutender Zeitzeuge romanischer Baukunst und zudem auf Grund ihres Materiels (Roter Rochlitzer Porphyr) ein bedeutendes Zeugnis regionaler mittelalterlicher Architektur. Die Kirche beherbergt mit ihrem wuchtigen “Lettner” auch eines der kostbarsten romanischen Kunstwerke der Welt.

Basilika, Schloss und Kloster Wechselburg:  KLICK HIER

Lettner: KLICK HIER

Zahlreiche gut beschilderte Wanderwege in relativ dünn besiedeltem und naturreichem Gebiet durchziehen diese Region. So sind unter anderem auch Themenwander- und Radwege zu finden – so zum Beispiel der Rochlitzer Porphyrlehrpfad oder ein Naturlehrpfad. 

Unser eigener “Themen-Heimweg” fand an der Zwickauer Mulde statt, weiter an der Mündung der Chemnitz in die Mulde und unterm Göhrener Viadukt hindurch – und wir unternahmen einen Abstecher ins bewaldete und idyllische Tal des Wiederauer Baches (Wiederbach, Wiedertal). Und: wer´s nicht weiß, Clara Zetkin wurde in Wiederau geboren :-)

Der Abschluß der Ausfahrt fand wieder entlang der Chemnitz (Fluss) nach Chemnitz (Ort) statt. Leider bei nicht mehr aufgehörtem Regen, aber zum Glück per Automobil im Trockenen.

 



Ein Ausflug zum Gasparinentempel in Greiz

Ich möchte heute ein relativ unscheinbares Ziel für einen kurzen Ausflug in Greiz vorstellen, den Gasparinentempel. Der Aufstieg ist relativ beschwerlich, der Blick über die Stadt entschädigt für die Mühen. Es ist auch möglich, den Gasparinentempel während einer Tour mit dem Nachtwächter zu besuchen und dabei den Nachtwächter aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen :-)

Das Auto stellt man am besten auf den Parkplatz zwischen AOK, Arbeitsamt und Gaststätte “Zum Holzwurm” auf den Parkplatz B94, Bruno-Bergner-Straße/Ecke Zentastraße ab. Der Aufstieg kann dann direkt über die kleine Straße Am Tempelwald beginnen und in den gut ausgeschilderten Wanderweg übergehen.

Der Blick ins Tal – über die Weiße Elster, hinunter zur Stadt und hinüber zum Oberen Schloß – ist phänomenal. Der herrliche Buchenwald hält für den Wanderfreund noch weitere gut ausgeschilderte Wege parat.

Blick zum Greizer Oberen Schloß

Blick über Greiz und zum Oberen Schloß

Greiz, Gasparinentempel

Blick in die Stadt Greiz

Leider gibt es auch das: Vandalismus! Das Schild zur Info über den Tempel wurde völlig demoliert und die Einzelteile liegen weiträumig verstreut.
Ohne Worte . . . .

Den Leuten fehlt Arbeit. Und DIESEN Leuten vor allem körperliche Arbeit, in Jobs die es leider immer weniger gibt. Klar kommen die abends auf dumme Gedanken, anstatt daheim k.o. ins Bett zu fallen :-(

 



Ein Kurzurlaub auf Rügen an der Kreideküste und im Nationalpark Jasmund

Sechs Tage Kurzurlaub in Saßnitz im „Fürstenhof“ lagen vor uns. Das Haus ist erbaut im Stil der guten alten Bäder-Architektur. Ein genialer Blick über die Bucht, hinüber nach Binz und zu den Wäldern um Granitz wird uns vom Balkon oder direkt vom Esstisch aus geboten. Ostsee gucken ist im Preis also inbegriffen – rund um die Uhr. Trotzdem wird der Insider denken: Saßnitz als Urlaubsort?

Überfahrt Rügenfähre

Saßnitz, Fürstenhof

Es stimmt: Saßnitz ist im Vergleich zu den traditionsreichen Seebädern kein Badeort im herkömmlichen Sinne. Keine weißen und kilometerlangen Sandstrände – keine endlose Aneinanderreihung von Touristengeschäften, Strandbedarfsartikeln und Straßen-Cafés. Sicher, man könnte in Saßnitz auch baden, es gibt auch einen See-Steg (dem man den Namen Seebrücke verweigert, weil dort kein Schiff anlegt) und es gibt auch eine kleine und überschaubare Strandpromenade. Aber Saßnitz ist und bleibt eine Hafenstadt, eine Stadt der Fischereibetriebe (heute RügenFisch AG) und eine Stadt mit einem Fährhafen nach Skandinavien. Die günstige geografische Lage bescherte der Stadt den Nimbus einer Hafenstadt. Geschützt in der Bucht gelegen und die zusätzlich schützende Hügel- landschaft im Rücken waren ideale Voraussetzungen für den Bau des Hafen. Saßnitz muß mit einer Steilküste und einem relativ schmalen Küstenstreifen leben, der zudem auch noch steinig ist und wenig einladend zu sein scheint. Obendrein macht die bröckelnde Kreideküste immer wieder mit Horrormeldungen über verschüttete Touristen Schlagzeilen. In jedem Fall sollte man wenigstens nach Tauwetter, nach Regenperioden oder bei Sturm die Steilküste meiden. Denn dann ist diese besonders instabil und/oder aufgeweicht. Wenn tonnenschwere Buchen mit Massen an Kreidegestein aus 50 Metern Höhe ins Fallen kommen, ist das alles andere als ein Spaß!

Saßnitz, Stadthafen

Saßnitz, an der Steilküste

Ansonsten kann man sich am Uferstreifen der Kreideküste genauso gedankenversunken beim Suchen nach Fossilien oder nach „Hühnergöttern“ verlieren, wie am Sandstrand bei der Suche nach Muscheln oder nach Bernstein. Und das Laufen auf den rundgewaschenen oder scharf gebrochenen Feuersteinen ist ein ganz eigenartiges Gehen. Das brandende Meer liefert zwischen den Steinen die akustische Begleitmusik. Wer es für sich weniger risikobehaftet haben will, dem empfehle ich den Besuch der Feuersteinfelder zwischen Neu-Mukran und Prora. Durch Sturmfluten der letzten Jahrhunderte haben sich auf 200 Meter Breite und vier Kilometer Länge Feuersteine angesammelt. Zwei bis vier Meter dick ist die Gesteinsschicht, die durch eine spärliche Vegetation einen zusätzlichen Reiz erfährt. Seltene Tierarten fühlen sich hier zu Hause, so zum Beispiel Echsen, Salamander oder Kreuzottern.

Saßnitz, an der Steilküste

Saßnitz, an der Steilküste

Des Weiteren bietet sich Saßnitz an als Ausgangspunkt in den Nationalpark Jasmund mit dem Hochuferweg und den Aussichts-Kreidefelsen „Königstuhl“ und „Viktoriasicht“. Die Insel Rügen (die landschaftlich erstaunlich vielseitig ist) zeigt sich hier von einer völlig ungeahnten Seite, nämlich einem El Dorado für Wanderer und Radfahrer. Die Buchen- wälder Jasmunds und die Kreideküste gehören übrigens zum UNESCO-Weltnaturerbe!

Saßnitz-Jasmund, Hochuferweg

Saßnitz-Jasmund, Kreideküste, Königstuhl, Viktoriasicht

Wir unternahmen unter anderem von Saßnitz aus einen Abstecher nach Binz. Vor 35 Jahren war ich letztmalig dort. Einiges erkannte ich wieder, das meiste jedoch nicht. Und man ist in Binz nirgends zu keiner Zeit allein. Von Binz wanderten wir zum Jagdschloß Granitz, die Wanderung hatte es in sich. Mit der Tschu-Tschu-Bahn zu fahren wäre eine Alternative gewesen. Aber das wollten wir nicht. Das Jagdschloß selbst steckte leider in großangelegten Renovierungsarbeiten. Aber der Turm war begehbar – und der grandiose Blick von oben über die Buchten und die Boddenlandschaften der Insel entschädigt für alle Strapazen. Vorausgesetzt man hat nach der Wanderung noch Kraft für die Turmstufen. Auf dem Rückweg statteten wir dem „Rasenden Roland“ noch einen Besuch ab – der Schmalspurbahn mit Dampflokbetrieb, die seit eh und je die Bäderorte zwischen Putbus einerseits und Sellin, Baabe, Göhren anderseits verbindet.

Binz, Seebad

Binz, Rasender Roland

Außerdem fand in Binz eine Sandskulpturenausstellung zum Thema „Märchen“ statt. Es ist erstaunlich, was man mit dem richtigen Sand und dem nötigen künstlerischen Können alles so machen kann.

Binz, Sandskulpturenschau

Außer dem Nationalpark Jasmund, dem Besuch in Binz und Granitz und der Möglichkeit des Besuches der Feuersteinfelder (die wir wegen einem Tag der Unpässlichkeiten sausen lassen mussten) nutzten wir das, was Saßnitz uns bot: das Flair des Hafens, eine Kutterfahrt entlang der Kreideküste (es geht auch mit einem Fahrgastschiff), die karge Schönheit und den Reiz der Steilküste, das begehbare englische U-Boot (welches im Falklandkonflikt und im Persischen Golf eingesetzt gewesen ist), das ehemalige/alte Fähr-Terminal der Skandinavien-Fähre (die Reederei „Scandline“ hat dort ein Museum eingerichtet) und die Ostsee hatten wir dabei immer direkt vor der Nase. Ein Tip für Theaterfeunde: In Ralswieck, förmlich um die “Ecke”, finden alljährlich in der Saison in einem der außergewöhnlichsten Naturtheater Europas am Jasmunder Bodden die Störtebecker-Festspiele statt. Bei dem Theaterstück um den Ostseepiraten Klaus Störtebecker soll es dabei mit Pulverdampf und Kanonendonner auch so richtig zur Sache gehen.

Saßnitz, alter Fährhafen

Saßnitz, im U-Boot

So greifbar nah und rund um die Uhr zu beobachten wie vom „Fürstenhof“ aus hatten wir die Ostsee bei noch keinem Urlaub. Wenn dann nachts die Orte am gegenüberliegenden Ende der Bucht hell erleuchtet herüberschimmern und eine beleuchtete „Scandline“-Fähre von oder nach Mukran dampft, dann ist das schon etwas für die Augen. Dazu das immer stete Rauschen des Meeres….

Seit Millionen von Jahren gibt es die Ostsee und sie wird uns überdauern. Das Meer ist immer in Bewegung und ruht doch in sich selbst. Vielleicht kann man deshalb so schön abschalten und die Gedanken schweifen lassen.

Saßnitz, Stilleben und Stimmungen

Saßnitz, Stilleben und Stimmungen

 



ein Ausflug nach Hirschfeld OT Niedercrinitz ins Quarksteingebiet, August 2009

Niedercrinitz zählt zu den kleinsten, aber zu den idyllischsten Orten des Kreises Zwickau in Westsachsen. Am besten erreicht man den Ort über Wilkau-Haßlau in Richtung Culitzsch oder von Kirchberg aus. Das Gebiet der Quarksteine ist ein Teil des romantischen Tals des Crinitzbaches. Entlang des Crinitzbaches aufwärts, am Ortsausgang in Richtung Wolfersgrün, erhebt sich rechterhand, vor der Einmündung des Voigtsbaches, der Quarkstein. Es sind große, wollsackartige Granitblöcke. Der Name Quarkstein(e) ist mit Zwergstein gleichzusetzen. (Anm.: Manche Menschen sagen auch zu kleinen Kindern „Du kleiner Quark“.)  Diese Felsen sind sagenumwoben und der Ursprung des Namens Quarkstein zeigt die Verbindung zur Sage. Denn nach dieser Überlieferung soll er – der Fels – in grauer Vorzeit ein Schloß getragen und später als Behausung für Zwerge gedient haben. Laut Überlieferung sind hier auch Steine für die Göltzschtalbrücke gebrochen worden. Die Sage berichtet auch von einem Müller in einer nahegelegenen Mühle. Die in der Umgebung lebenden Zwerge kamen des Nachts und erledigten dem Müller liegen gebliebene Arbeit. Dafür stellte er ihnen Süßspeisen zum Naschen hin. Der Nachfolgemüller war ein hartherziger Mann. Er stellte den Zwergen bitteres Essen hin. Die Zwerge kamen daraufhin nie wieder, um in der Mühle zu helfen.

Soweit zur Sage . . .    An einem heißen Augusttag des Jahres 2009 machten wir uns auf, um im Crinitzbachtal und an den Quarksteinen zu wandern. Es war brütend heiß und der Eintritt in das vom Wasser gekühlte Wäldchen war eine Wohltat. Auf die Idee sind auch andere Leute gekommen, allein waren wir also nicht. Familien rückten gleich mit Decke und Picknickkorb an, die Kinder planschten im Bachwasser unter den Bäumen im Schatten, ohne Gefahr zu laufen, sich einen Sonnenbrand zu holen. Beim Betrachten des Wassers ist mir die „Ballade vom Fisch“ von Hannes Wader eingefallen. Und mir fiel ein wie wir früher mit den Eltern im Lützeltal am Bach bei Frankenberg/Sa., ähnlich mit Decke und Picknickkorb, ganze Ferientage verbrachten. Als Kinder sind wir im Sommer so oft barfuß gelaufen, daß man die Füße im Sommerhalbjahr gar nicht „richtig“ sauber bekam.

„Wenn die Gedanken treiben

in die Zeit, in der Du Kind gewesen bist,

laß es gut sein, sollen sie so bleiben,

zwischen Wirklichkeit und Traum,

auch wenn es in Wahrheit kaum,

jemals so gewesen ist“

(Hannes Wader)

Was für Kinder gut ist, kann für Erwachsene nicht schlecht sein. Also wateten wir im Wasser umher und kühlten unsere Füße. Wir genossen das Gefühl, auf Steinen, auf Bachgrund und über die Wiese zu laufen. Für manche Motive holt man sich fast einen nassen Hintern:

Nach der Planscherei suchten wir erstmal die Sonne und festen Untergrund. Die anschließende Wiese war herrlich anzufühlen und voller Leben. Schmetterlinge, Frösche, Kröten, Spinnen, Grillen. Es war herrlich, die Natur zu beobachten und zu belauschen. Es folgte noch eine gute halbe Stunde umher tollen auf der Wiese. Wir hätten von da auch noch in den benachbarten Plotzschgrund wandern können. Aber so viel Zeit hatten wir dann doch nicht mit im Gepäck.

Wir kehrten um und traten wieder in den kühlen Grund ein. Die Kinder planschten immer noch im Bachwasser. An einer Stelle war es besonders schön zum baden. Die Eltern lagen gleich daneben im Halbschatten unter den wenigen Bäumen der angrenzenden Lichtung.

Wer die Natur liebt, plätscherndes Wasser mag, wer der Stille etwas abgewinnen kann, der ist hier richtig. Wer mit seinen Kindern einen unspektakulären, aber unterhaltsamen und kurzweiligen Ausflug machen will der die Sinne schult, der sollte mal zu den Quarksteinen in Niedercrinitz fahren. Und wenn man den Kindern die Zwergensage anschaulich erzählt, bekommt der Ausflug auch noch einen mystischen Touch. Schade und äußerst ärgerlich ist nur, dass Vandalismus auch hier nicht halt macht. An dem kleinen Parkplatz zum Eingang ins Landschaftsschutzgebiet waren an der Wandertafel Relief-Figuren der Zwerge angebracht. Diese wurden geklaut.

Wer noch einen Zuschlag möchte, folgender Tip: Im benachbarten Kirchberg findet Ihr den Borberg und den Pohlteich. Am Teich lädt die Pohlteichschänke ein, auch gondeln ist auf dem Teich meistens möglich. Auf dem Borberg steht der Borbergaussichtsturm und auch eine weitere Gaststätte ist auf dem Berg zu finden. Kirchberg liegt eingeschlossen von sieben Hügeln im idyllischen Rödelbachtal.



Lilienstein, Königstein, und ein ins Wasser gefallener Besuch der Festung Königstein

So zeigte sich der Lilienstein rechtsseitig der Elbe noch am zeitigen Nachmittag. Nichts deutete darauf hin, daß der Wetterbericht Recht behalten sollte :-(

Auch der Königstein linksseitig der Elbe mit der bedrohlich wirkenden Festung stand noch voll im Sonnenlicht des Tages. Noch . . .

Bei unserem geplanten Ausflug von der “Natur- und Familien-Oase” in Königstein OT Halbstadt zur Festung wurde es bereits dunkel. Auf der Fahrt vom Ort Königstein zur Festung sah es bereits nicht mehr sehr Mut machend aus: Der entgegenkommende, stadtwärtige Festungsexpress fährt in eine bedrohliche Dunkelheit. Noch waren wir auf der Fahrt in Richtung Festung, und wir waren auch noch leicht optimistisch. Jedoch – der Ausflug fiel buchstäblich ins Wasser. Ein wolkenbruchartiger Gewitterguss, der anschließend in einen Dauerregen überging, zwang uns förmlich zurück in unsere Unterkunft :-(



Ein Ausflug bei bilderbuchmäßigem Aprilwetter nach Dresden zur Schwebebahn am Blauen Wunder

Das Wetter war Aprilwetter, wie es im Buche steht. Aber wir hatten bei all der Wetterlage noch Glück: nass sind wir nicht geworden, obwohl links und rechts von uns – in der Sächsischen Schweiz, über Dresden und in Richtung Weißer Hirsch – die Schauer nur so nieder gingen.

Unser Ziel an diesem Tag war die Schwebebahn, nachdem wir schon im Oktober 2010 der benachbarten Drahtseilbahn einen Besuch abstatteten.

Drahtseilbahn: KLICK HIER

Über einhundert Jahre ist die Schwebebahn alt, 1901 wurde sie in Betrieb genommen. Sie überwindet auf 274 Meter Länge 84 Meter Höhenunterschied. Eine richtige Schwebebahn im Sinne einer Seilbahn ist sie eigentlich nicht, denn sie hängt nicht an Seilen, sondern an einer Schiene. Eine “Einschienenhängebahn” ist deshalb die korrekte Bezeichnung ;-) Die Konstruktion ist so simpel wie einfach, man muss nur darauf kommen. Dennoch nimmt die Bahn für sich die Bezeichnung “älteste betriebsfähige Schwebebahn der Welt” in Anspruch. Die “älteste betriebsfähige Seilschwebebahn” Deutschlands aus dem Jahre 1924 findet sich wiederum auf dem sächsisch-erzgebirgischen Fichtelberg bei Oberwiesenthal. Und so hat jeder seinen Rekord. Und wenn man will, dann findet sich immer etwas, was man zum Rekord oder zur Einzigartigkeit machen kann. So wie zum Beispiel der “höchstgelegene Erdgasanschluss der ENVIA” auf dem bereits erwähnten Fichtelberg. Sicher gibt es auch irgendwo das höchstgelegene WC. Aber zurück zur Schwebebahn . . .

Das Auto stand am Schillergarten am Schillerplatz an der Elbe unterm Blauen Wunder. Die markante Dresdner Brücke war bei ihrer Erbauung ein technisches Wunder. Und durch die bläuliche Farbe wurde sie schnell das “Blaue Wunder”. Ein eigenes Wunder erlebte die Brücke gegen Ende des II. Weltkrieges. Nur der mutigen Tat von zwei Dresdner Bürgern ist es zu verdanken, daß die Brücke in letzter Sekunde nicht doch noch von fanatischen Nazis gesprengt wurde. Die Brücke, ein Wahrzeichen Dresdens, verbindet die Stadtteile Blasewitz und Loschwitz. Bei mir rief dieser Ausflug (wie jeder nach Dresden) Kindheitserinnerungen hervor. Die damalige Segelfliegerwiese neben der Brücke, Dampferfahrten mit den Eltern auf der Elbe oder Ausflüge mit den Großeltern. Ich sehe mich noch mit unserem Opa und meinem Bruder vom Fernsehturm auf die Brücke schauen. Leider ist das nicht mehr möglich. Die Telekom scheint so gar keine Lust zu haben, Mittel und Wege zu finden, daß der Fernsehturm wieder für Besucher öffnen kann :-(

Eine Alternative bieten die beiden Seilbahnen. Beide technische Meisterleistungen vergangener Zeiten, steuern sie zwei Bergstationen an, die sich lohnen zu besuchen.

Nach einem Eis am Schillergarten und Erinnerungen an Rolf Herricht als Verkehrspolizist im Film “Geliebte Weiße Maus” auf dem Schillerplatz stapften wir über die Brücke zur Talstation der Schwebebahn. Die Loschwitzer Kirche im Hintergrund stammt übrigens von George Bähr, dem Erschaffer der Dresdner Frauenkirche und weiterer sehenswerter Kirchen im Erzgebirge.

Talstation der Dresdner Schwebebahn

Interessant ist ebenso, daß in den ersten 15 Jahren des Bahnbetriebes auch Güterwagen im Schiebebetrieb der Bahn vorgekoppelt waren, um Bau- und andere Materialien auf die ehemaligen Weinberge von Loschwitz zu befördern.

Dresdner Schwebebahn

Oben angekommen, bot sich ein herrlicher Blick über Dresden. Selbst die neue Waldschlösschenbrücke fügt sich wunderbar in das Ensemble ein. Daß sie verkehrstechnisch dringend nötig ist, steht außer Frage. Es sei denn, man will das Blaue Wunder mit aller Macht an den Rand des Kollaps führen. Eine Aussichtsplattform auf dem Maschinenhaus und zwei kleine Aussichten seitlich bieten tolle Sicht, auch auf die von uns mit Skepsis beobachteten Aprilwetter-Erscheinungen. Und noch eine Frage stellt sich: Wie wird die hier lebende Bevölkerung im Februar 1945 mit Blick auf das Zentrum die Zerstörung Dresdens miterlebt haben? Man mag es sich gar nicht vorstellen . . .

mein Blog zum Thema Luftschutzraum: KLICK HIER

Blick auf Dresden

Als wir dabei waren, das Maschinenhaus für eine Besichtigung zu betreten, ging draußen ein fürchterliches Unwetter los. Sollten wir nun auch noch naßß werden? Kalt war es eh schon :-(   Aber als wir wieder ins Freie traten, war schon wieder alles vorbei. Wir haben die Zeit in der Schwebebahnausstellung und im sehenswerten Maschinenraum verbracht. Dieser funktionierte in den Anfangsjahren noch per Dampfantrieb.

Wir begaben uns wieder auf Talfahrt und anschließend hinter der Talstation auf den Veilchenweg. Hier überquert die Schwebebahn eine kleine Seitenstraße. Hier gab es früheren Jahren die einzigen beiden nennenswerten Unfälle. Zweimal kollidierte die Schwebebahn mit einem LKW. Einmal war es sogar ein Möbeltransporter, der die Bahn regelrecht aushebelte.

Hier auf dem Veilchenweg in Loschwitz endet auch unser Ausflug, denn jetzt sind Oma und Opa im Pflegeheim dran, die sicher schon auf unseren Besuch warten ;-)

Schwebebahn, unterwegs und überm Veilchenweg

 

 



1.) Wanderung im Chemnitzer Zeisigwald und Erkundung des alten Steinbruches

Der Zeisigwald am Stadtrand von Chemnitz in Dresdner Richtung ist als sogenannter “Stadtwald” ein ausgiebiges Waldgebiet mit Naherholungsgebietcharakter (wandern, klettern, Rad fahren). Zahlreiche Wanderwege führen durch den Wald – und auch wenn man es nicht glauben mag, es besteht sogar die Gefahr, sich zu verlaufen.

im Zeisigwald, Chemnitz/Sa.

Das Gebiet des Zeisigwaldes ist vulkanischen Ursprunges und unerwartet hügelig mit relativ beachtlichen Höhen und tiefen Tälern oder Schluchten. Letzteres findet sich vor allem im Gebiet des alten Zeisigwaldsteinbruches oder Rats- bzw. Stadtsteinbruches. Dieser Steinbruch entstand aus einer Notwendigkeit heraus mit der Industrialisierung. War es bisher möglich, Baustoffe über weite Entfernungen zu transportieren und Steinmetze mit heranzuholen, so war das mit Beginn der Industialisierung nicht mehr möglich. Es gab kaum technische Möglichkeiten, große Mengen Stein über weite Strecken zu transportieren. Industriebauten und Arbeiteransiedlungen verlangten aber nach reichlich und schnell verfügbaren Baustoffen. Auf Hilbersdorfer Flur bot sich Ende des 18. Jahrhunderts und vor allem im 19. Jahrhundert die Möglichkeit, Porphyrtuff als städtischen Baustoff abzubauen. So kam es auch im Ortsteil Hilbersdorf zur Gründung der Chemnitzer Steinmetz-Innung.

alte, zum Steinbruch gehörende Infrastruktur

Heute ist das Gebiet rund um den Steinbruch ein äußerst romantisches Wander- und Klettergebiet. Viele Teile des Steinbruches sind aber auch abgesperrt. Zu gefährlich wäre es, dort zu wandern oder zu klettern. Von den beachtlichen Höhen rund um den Steinbruch hat man einen atemberaubenden Blick über Chemnitz ;-)

Stein, wohin man sieht

atemberaubender Blick über Chemnitz

Noch ein paar Worte zur Zeisigwaldschänke und der SB-Imbiss-Gaststätte

So sehr es zu begrüßen ist, daß die Zeisigwaldschänke wieder einen Betreiber hat und zusätzlich auf dem Gelände auch eine Imbiss-Gaststätte bewirtschaftet wird, so sehr war dieser Umstand für uns und die an diesem Tag anwesenden Gäste eine herbe Enttäuschung. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf unsere Erfahrungen an der Imbissbude. 

Eine Imbiss-Gaststätte kann an dieser Stelle eine Goldgrube sein. Dazu muß man aber von Seiten des Personals wenigstens so tun, als ob Gäste willkommen sind. Die junge Dame und die anwesende (vielleicht sogar) Chefin von der Schänke gegenüber ließen aber jegliche Rührigkeit vermissen. Nicht auszudenken, wie das dort funktionieren soll, wenn mal mehr als 10 Mann den Biergarten bevölkern. Denn so gestaltete sich der Zulauf an Gästen sehr überschaubar – und dennoch war man völlig überfordert. Wenn man wenigstens bei den Preisen und der Wartezeit wie in einer “richtigen” Gaststätte auch den Standart dieser erwarten könnte . . .  Aber man war mit den einfachsten Speisen und Getränken völlig überfordert :-(   Die Wiener waren aufgeplatzt, die Bockwurst war kalt, der Obstkuchen war verschimmelt, Ketchup und Majo fand sich nicht auf den Pommes wieder (wie es eigentlich sein sollte), die Bedienung ließ jeden Elan vermissen und schien völlig überfordert. Für einen jungen Mann, der eine dreiviertel Stunde geduldig auf Wiener mit Pommes wartete (die Bedienung war auch noch zu dämlich zu rechnen), hatte man nicht einmal eine Entschuldigung parat, als dieser sich in immer noch höflichen Ton beschwerte! Selbst die anwesende Chefin hielt dies nicht für nötig. Deshalb von uns an diesem Tag eine Note 5 für die Imbiss-Gaststätte an der Zeisigwaldschänke :-(

2.) unterwegs im Chemnitzer Küchwald

Im Gegensatz zum romantischen Zeisigwald ist der Küchwald auf der anderen Seite Chemnitz´  in Richtung Leipzig ein lichter, heller Stadtwald mit relativ breiten Wegen. Der Mischwald wird dominiert von hohen Buchen. Und während der Zeisigwald hauptsächlich zum Wandern, Klettern und Radfahren einlädt, hat der Küchwald noch ein paar Freizeitmöglichkeiten mehr zu bieten. Sehr schön gestaltete Kinderspielplätze, ein Tennisplatz, die Parkbahn und das Kosmonautenzentrum mit den verschiedensten Arbeitsgemeinschaften (hervor gegangen aus der AG Junge Naturforscher) laden vorwiegend Kinder mit ihren Eltern oder junge Jugendliche ein. Am Rande des Küchwaldes befindet sich das Küchwald-Klinikum und eine Eissporthalle, in der unter anderem unsere Eiskunstlaufweltmeister Aljona Sawchenko und Robin Szolkowy trainieren. In Richtung Innenstadt schließt an den Küchwald das Schloßberggelände mit Schloßkirche, Schloßbergmuseum, Schloßteich (Gondelbetrieb, Eis-Cafe). Sehenswert ist das historische Schloßbergviertel mit den vielfältigsten und gemütlichen Gaststätten. 

Impressionen aus dem Küchwald

Die Festwiese im Küchwald

Die leider seit Jahren im Dornröschenschlaf befindliche Freilichtbühne (ein Verein müht sich seit drei Jahren um die Wiederbelebung der Freilichtbühne. Da dessen Mitarbeiter weitgehend im Privaten und zeitlich “nebenher” arbeiten, geht das alles nur in kleinen Schritten)

Das Kosmonautenzentrum “Siegmund Jähn”

Die Parkbahn und der Parkbahnbetriebshof (mit Freiluftmodelleisenbahnausstellung von Mai bis September)

Die Schloßkirche auf dem angerenzenden Schloßberg von Chemnitz

weitere Impressionen . . . . . .

 


Mai 2013
M D M D F S S
« Apr    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031