Archiv für die Kategorie „3 Heimatkunde und Ausflüge ohne Motorrad“


Lilienstein, Königstein, und ein ins Wasser gefallener Besuch der Festung Königstein

So zeigte sich der Lilienstein rechtsseitig der Elbe noch am zeitigen Nachmittag. Nichts deutete darauf hin, daß der Wetterbericht Recht behalten sollte :-(

Auch der Königstein linksseitig der Elbe mit der bedrohlich wirkenden Festung stand noch voll im Sonnenlicht des Tages. Noch . . .

Bei unserem geplanten Ausflug von der “Natur- und Familien-Oase” in Königstein OT Halbstadt zur Festung wurde es bereits dunkel. Auf der Fahrt vom Ort Königstein zur Festung sah es bereits nicht mehr sehr Mut machend aus: Der entgegenkommende, stadtwärtige Festungsexpress fährt in eine bedrohliche Dunkelheit. Noch waren wir auf der Fahrt in Richtung Festung, und wir waren auch noch leicht optimistisch. Jedoch – der Ausflug fiel buchstäblich ins Wasser. Ein wolkenbruchartiger Gewitterguss, der anschließend in einen Dauerregen überging, zwang uns förmlich zurück in unsere Unterkunft :-(



Ein Ausflug bei bilderbuchmäßigem Aprilwetter nach Dresden zur Schwebebahn am Blauen Wunder

Das Wetter war Aprilwetter, wie es im Buche steht. Aber wir hatten bei all der Wetterlage noch Glück: nass sind wir nicht geworden, obwohl links und rechts von uns – in der Sächsischen Schweiz, über Dresden und in Richtung Weißer Hirsch – die Schauer nur so nieder gingen.

Unser Ziel an diesem Tag war die Schwebebahn, nachdem wir schon im Oktober 2010 der benachbarten Drahtseilbahn einen Besuch abstatteten.

Drahtseilbahn: KLICK HIER

Über einhundert Jahre ist die Schwebebahn alt, 1901 wurde sie in Betrieb genommen. Sie überwindet auf 274 Meter Länge 84 Meter Höhenunterschied. Eine richtige Schwebebahn im Sinne einer Seilbahn ist sie eigentlich nicht, denn sie hängt nicht an Seilen, sondern an einer Schiene. Eine “Einschienenhängebahn” ist deshalb die korrekte Bezeichnung ;-) Die Konstruktion ist so simpel wie einfach, man muss nur darauf kommen. Dennoch nimmt die Bahn für sich die Bezeichnung “älteste betriebsfähige Schwebebahn der Welt” in Anspruch. Die “älteste betriebsfähige Seilschwebebahn” Deutschlands aus dem Jahre 1924 findet sich wiederum auf dem sächsisch-erzgebirgischen Fichtelberg bei Oberwiesenthal. Und so hat jeder seinen Rekord. Und wenn man will, dann findet sich immer etwas, was man zum Rekord oder zur Einzigartigkeit machen kann. So wie zum Beispiel der “höchstgelegene Erdgasanschluss der ENVIA” auf dem bereits erwähnten Fichtelberg. Sicher gibt es auch irgendwo das höchstgelegene WC. Aber zurück zur Schwebebahn . . .

Das Auto stand am Schillergarten am Schillerplatz an der Elbe unterm Blauen Wunder. Die markante Dresdner Brücke war bei ihrer Erbauung ein technisches Wunder. Und durch die bläuliche Farbe wurde sie schnell das “Blaue Wunder”. Ein eigenes Wunder erlebte die Brücke gegen Ende des II. Weltkrieges. Nur der mutigen Tat von zwei Dresdner Bürgern ist es zu verdanken, daß die Brücke in letzter Sekunde nicht doch noch von fanatischen Nazis gesprengt wurde. Die Brücke, ein Wahrzeichen Dresdens, verbindet die Stadtteile Blasewitz und Loschwitz. Bei mir rief dieser Ausflug (wie jeder nach Dresden) Kindheitserinnerungen hervor. Die damalige Segelfliegerwiese neben der Brücke, Dampferfahrten mit den Eltern auf der Elbe oder Ausflüge mit den Großeltern. Ich sehe mich noch mit unserem Opa und meinem Bruder vom Fernsehturm auf die Brücke schauen. Leider ist das nicht mehr möglich. Die Telekom scheint so gar keine Lust zu haben, Mittel und Wege zu finden, daß der Fernsehturm wieder für Besucher öffnen kann :-(

Eine Alternative bieten die beiden Seilbahnen. Beide technische Meisterleistungen vergangener Zeiten, steuern sie zwei Bergstationen an, die sich lohnen zu besuchen.

Nach einem Eis am Schillergarten und Erinnerungen an Rolf Herricht als Verkehrspolizist im Film “Geliebte Weiße Maus” auf dem Schillerplatz stapften wir über die Brücke zur Talstation der Schwebebahn. Die Loschwitzer Kirche im Hintergrund stammt übrigens von George Bähr, dem Erschaffer der Dresdner Frauenkirche und weiterer sehenswerter Kirchen im Erzgebirge.

Talstation der Dresdner Schwebebahn

Interessant ist ebenso, daß in den ersten 15 Jahren des Bahnbetriebes auch Güterwagen im Schiebebetrieb der Bahn vorgekoppelt waren, um Bau- und andere Materialien auf die ehemaligen Weinberge von Loschwitz zu befördern.

Dresdner Schwebebahn

Oben angekommen, bot sich ein herrlicher Blick über Dresden. Selbst die neue Waldschlösschenbrücke fügt sich wunderbar in das Ensemble ein. Daß sie verkehrstechnisch dringend nötig ist, steht außer Frage. Es sei denn, man will das Blaue Wunder mit aller Macht an den Rand des Kollaps führen. Eine Aussichtsplattform auf dem Maschinenhaus und zwei kleine Aussichten seitlich bieten tolle Sicht, auch auf die von uns mit Skepsis beobachteten Aprilwetter-Erscheinungen. Und noch eine Frage stellt sich: Wie wird die hier lebende Bevölkerung im Februar 1945 mit Blick auf das Zentrum die Zerstörung Dresdens miterlebt haben? Man mag es sich gar nicht vorstellen . . .

mein Blog zum Thema Luftschutzraum: KLICK HIER

Blick auf Dresden

Als wir dabei waren, das Maschinenhaus für eine Besichtigung zu betreten, ging draußen ein fürchterliches Unwetter los. Sollten wir nun auch noch naßß werden? Kalt war es eh schon :-(   Aber als wir wieder ins Freie traten, war schon wieder alles vorbei. Wir haben die Zeit in der Schwebebahnausstellung und im sehenswerten Maschinenraum verbracht. Dieser funktionierte in den Anfangsjahren noch per Dampfantrieb.

Wir begaben uns wieder auf Talfahrt und anschließend hinter der Talstation auf den Veilchenweg. Hier überquert die Schwebebahn eine kleine Seitenstraße. Hier gab es früheren Jahren die einzigen beiden nennenswerten Unfälle. Zweimal kollidierte die Schwebebahn mit einem LKW. Einmal war es sogar ein Möbeltransporter, der die Bahn regelrecht aushebelte.

Hier auf dem Veilchenweg in Loschwitz endet auch unser Ausflug, denn jetzt sind Oma und Opa im Pflegeheim dran, die sicher schon auf unseren Besuch warten ;-)

Schwebebahn, unterwegs und überm Veilchenweg

 

 



1.) Wanderung im Chemnitzer Zeisigwald und Erkundung des alten Steinbruches

Der Zeisigwald am Stadtrand von Chemnitz in Dresdner Richtung ist als sogenannter “Stadtwald” ein ausgiebiges Waldgebiet mit Naherholungsgebietcharakter (wandern, klettern, Rad fahren). Zahlreiche Wanderwege führen durch den Wald – und auch wenn man es nicht glauben mag, es besteht sogar die Gefahr, sich zu verlaufen.

im Zeisigwald, Chemnitz/Sa.

Das Gebiet des Zeisigwaldes ist vulkanischen Ursprunges und unerwartet hügelig mit relativ beachtlichen Höhen und tiefen Tälern oder Schluchten. Letzteres findet sich vor allem im Gebiet des alten Zeisigwaldsteinbruches oder Rats- bzw. Stadtsteinbruches. Dieser Steinbruch entstand aus einer Notwendigkeit heraus mit der Industrialisierung. War es bisher möglich, Baustoffe über weite Entfernungen zu transportieren und Steinmetze mit heranzuholen, so war das mit Beginn der Industialisierung nicht mehr möglich. Es gab kaum technische Möglichkeiten, große Mengen Stein über weite Strecken zu transportieren. Industriebauten und Arbeiteransiedlungen verlangten aber nach reichlich und schnell verfügbaren Baustoffen. Auf Hilbersdorfer Flur bot sich Ende des 18. Jahrhunderts und vor allem im 19. Jahrhundert die Möglichkeit, Porphyrtuff als städtischen Baustoff abzubauen. So kam es auch im Ortsteil Hilbersdorf zur Gründung der Chemnitzer Steinmetz-Innung.

alte, zum Steinbruch gehörende Infrastruktur

Heute ist das Gebiet rund um den Steinbruch ein äußerst romantisches Wander- und Klettergebiet. Viele Teile des Steinbruches sind aber auch abgesperrt. Zu gefährlich wäre es, dort zu wandern oder zu klettern. Von den beachtlichen Höhen rund um den Steinbruch hat man einen atemberaubenden Blick über Chemnitz ;-)

Stein, wohin man sieht

atemberaubender Blick über Chemnitz

Noch ein paar Worte zur Zeisigwaldschänke und der SB-Imbiss-Gaststätte

So sehr es zu begrüßen ist, daß die Zeisigwaldschänke wieder einen Betreiber hat und zusätzlich auf dem Gelände auch eine Imbiss-Gaststätte bewirtschaftet wird, so sehr war dieser Umstand für uns und die an diesem Tag anwesenden Gäste eine herbe Enttäuschung. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf unsere Erfahrungen an der Imbissbude. 

Eine Imbiss-Gaststätte kann an dieser Stelle eine Goldgrube sein. Dazu muß man aber von Seiten des Personals wenigstens so tun, als ob Gäste willkommen sind. Die junge Dame und die anwesende (vielleicht sogar) Chefin von der Schänke gegenüber ließen aber jegliche Rührigkeit vermissen. Nicht auszudenken, wie das dort funktionieren soll, wenn mal mehr als 10 Mann den Biergarten bevölkern. Denn so gestaltete sich der Zulauf an Gästen sehr überschaubar – und dennoch war man völlig überfordert. Wenn man wenigstens bei den Preisen und der Wartezeit wie in einer “richtigen” Gaststätte auch den Standart dieser erwarten könnte . . .  Aber man war mit den einfachsten Speisen und Getränken völlig überfordert :-(   Die Wiener waren aufgeplatzt, die Bockwurst war kalt, der Obstkuchen war verschimmelt, Ketchup und Majo fand sich nicht auf den Pommes wieder (wie es eigentlich sein sollte), die Bedienung ließ jeden Elan vermissen und schien völlig überfordert. Für einen jungen Mann, der eine dreiviertel Stunde geduldig auf Wiener mit Pommes wartete (die Bedienung war auch noch zu dämlich zu rechnen), hatte man nicht einmal eine Entschuldigung parat, als dieser sich in immer noch höflichen Ton beschwerte! Selbst die anwesende Chefin hielt dies nicht für nötig. Deshalb von uns an diesem Tag eine Note 5 für die Imbiss-Gaststätte an der Zeisigwaldschänke :-(

2.) unterwegs im Chemnitzer Küchwald

Im Gegensatz zum romantischen Zeisigwald ist der Küchwald auf der anderen Seite Chemnitz´  in Richtung Leipzig ein lichter, heller Stadtwald mit relativ breiten Wegen. Der Mischwald wird dominiert von hohen Buchen. Und während der Zeisigwald hauptsächlich zum Wandern, Klettern und Radfahren einlädt, hat der Küchwald noch ein paar Freizeitmöglichkeiten mehr zu bieten. Sehr schön gestaltete Kinderspielplätze, ein Tennisplatz, die Parkbahn und das Kosmonautenzentrum mit den verschiedensten Arbeitsgemeinschaften (hervor gegangen aus der AG Junge Naturforscher) laden vorwiegend Kinder mit ihren Eltern oder junge Jugendliche ein. Am Rande des Küchwaldes befindet sich das Küchwald-Klinikum und eine Eissporthalle, in der unter anderem unsere Eiskunstlaufweltmeister Aljona Sawchenko und Robin Szolkowy trainieren. In Richtung Innenstadt schließt an den Küchwald das Schloßberggelände mit Schloßkirche, Schloßbergmuseum, Schloßteich (Gondelbetrieb, Eis-Cafe). Sehenswert ist das historische Schloßbergviertel mit den vielfältigsten und gemütlichen Gaststätten. 

Impressionen aus dem Küchwald

Die Festwiese im Küchwald

Die leider seit Jahren im Dornröschenschlaf befindliche Freilichtbühne (ein Verein müht sich seit drei Jahren um die Wiederbelebung der Freilichtbühne. Da dessen Mitarbeiter weitgehend im Privaten und zeitlich “nebenher” arbeiten, geht das alles nur in kleinen Schritten)

Das Kosmonautenzentrum “Siegmund Jähn”

Die Parkbahn und der Parkbahnbetriebshof (mit Freiluftmodelleisenbahnausstellung von Mai bis September)

Die Schloßkirche auf dem angerenzenden Schloßberg von Chemnitz

weitere Impressionen . . . . . .

 



Ein Besuch auf dem Jüdischen Friedhof auf dem Chemnitzer Kaßberg. Ein Besuch mit gemischten Gefühlen . . .

Auf dem Chemnitzer israelitischen Friedhof findet man ca. 1200 jüdische Grabstätten. Damit ist der jüdische Friedhof ein eindrucksvolles Beispiel der jüdischen Kultur und der Geschichte der Chemnitzer Juden. Etwa im Jahr 1880 wurde der Friedhof angelegt und musste etwa 20 Jahre später schon erweitert werden. Die Trauerhalle auf einer Anhöhe teilt den Friedhof in zwei Hälften.

jüdischer Friedhof, Chemnitz

Jüdische Friedhöfe sind durch Schlichtheit gekennzeichnet. Sehr oft begegnet man dem Davidstern und hebräischen Schriftzeichen. Auf den Grabsteinen oder den Grab- einfassungen findet man häufig Kieselsteine. Diese legen die Grabbesucher als Zeichen des Nichtvergessens ab. Zur Geschichte des Davidsterns, der erst ab dem 16. Jahrhundert zum religiösen Zeichen des Judentums wurde, findet man Wissenswertes bei Wikipedia.

Davidstern bei Wikipedia: KLICK HIER

Sprachlos macht die große Anzahl der Kindergräber auf der älteren Seite des Friedhofes. Die Kinder sind alle in den Jahren des Ersten Weltkrieges gestorben, vermutlich aus Mangel an allem, was zum Leben gehört und was das (Über-)Leben im Kriegs- deutschland beinahe unmöglich machte und eben für viele den Tod bedeutete. Weiterhin ist es erschreckend auffällig, wie sehr die Sterbedaten ab etwa 1933 und ganz speziell ab 1939 nachlassen. Es gibt kaum noch eine Beerdigung in der Zeit des Zweiten Welt- krieges. Vermutlich hat man den wenigen nicht geflohenen oder verschleppten Juden selbst dieses Recht verweigert.

jüdischer Friedhof, Chemnitz / unten rechts: schlichte, kleine Kindergräber

Logisch, daß man auch hier einem traurigen Kapitel der deutschen und jüdischen Geschichte begegnet. Man fragt sich, warum die Religionen einfach “nicht miteinander können!”

Glaubenskriege, Vernichtung, Bekehrungsversuche von Ungläubigen und Heiden mit Feuer und Schwert – die Liste der Verbrechen der Religionen untereinander ist 2000 Jahre alt und sehr lang . . . .  Hagen Rether, der Polit-Kabaretist, meint dazu: “Demut vor der Schöpfung und Nächstenliebe, darauf lassen sich alle Religionen reduzieren, wenn man will. Aber man will nicht!” Und so werden Atheisten wie ich die Gläubigen und erst Recht dogmatische Glaubenseiferer nie verstehen!

Zeugnisse des Holocausts

Die Bestattungen auf dem jüdischen Friedhof begannen erst wieder gegen Ende der 1960er Jahre, zumindest auffällig für den außenstehenden Betrachter. Sicher gibt es auch einzelne Grablegungen zwischen 1945 und Ende der 1960er Jahre.

jüdischer Friedhof, Chemnitz

Stark dezimiert bekam die jüdische Gemeinde Chemnitz´ nach 1990 unerwartet viel Zulauf aus dem ehemaligen Ostblock: Polen, Rußland, Ukraine, Ungarn . . .  Und so tauchen auf den Grabsteinen zunehmend mehr slawische Namen auf. Die Hinterbliebenen der hier verstorbenen jüdischen Spätaussiedler und Umsiedler sind es sicher auch, die zu einem Großteil das Überleben der Chemnitzer jüdischen Gemeinde sichern und tatkräftig das Leben der jüdischen Gemeinde in Chemnitz gestalten.

jüdischer Friedhof, Chemnitz

 



Ein Ausflug ins Tal der Flöha, zum Hetzdorfer Viadukt und zur Hetzdorfer Schweiz

Es ist fast nicht zu zählen, wie oft ich mit dem Zug in oder von Richtung Dresden über diesen Viadukt gefahren bin. Immerhin wohnten Oma und Opa in Dresden. Jedoch, über 100 Jahre permanenter Zugverkehr ließen diese Brücke mürbe werden. Zumindest war sie den Anforderungen des modernen Zugverkehrs nicht mehr gerecht. Immerhin fuhren und fahren auf der Strecke Plauen – Chemnitz – Freiberg – Dresden – Görlitz auch Schnellzüge. Das Gewicht der Züge, die gefahrenen Geschwindigkeiten und die Lage des Viaduktes in einer Kurve, machten es erforderlich, daß gegen Ende die Geschwindigkeit bis auf 10 (!!) km/h herab gesetzt wurden musste. Eine neue, sachlich-nüchterne und zweckmäßige Brücke musste her. Über diese rollt in einer Entfernung von etwa einem Kilometer jetzt der Zugverkehr. Doch was sollte mit der alten Brücke geschehen? Immerhin befand sich der denkmalgeschützte und Deutschlands höchster 1-etagiger Viadukt auch in herrlicher landschaftlicher Lage?

Hetzdorfer Viadukt und Zugverkehr über die neue Flöhatalbrücke

Da es rund um den Viadukt jede Menge Wanderwege gibt, bot es sich an, die Brücke mit einzubinden. Es enstand ein Aussichtswanderweg der besonderen Art mit Anbindung an die Wanderwege rund um Hetzdorf und an die Hetzdorfer Schweiz mit Aussichtsfelsen. Wann darf man schon mal so legal über ein (ehemaliges) Eisenbahnviadukt laufen? Unten im Tal liegt Hetzdorf – ein Bahnhof, drei Häuser und paar Spitzbuben. Mehr ist es nicht. Und im Tal verkehrt die Eisenbahnlinie der Flöhatalbahn (Chemnitz – Flöha – Marien- berg – Olbernhau/Neuhausen). Der Blick von oben ist wie der Blick auf eine Modell- eisenbahnplatte ;-)

Wir hatten das Auto am Bhf. Hetzdorf stehen. Aufgänge zur Brücke gibt es an beiden Seiten. Einen Abstecher zum Aussichtsfelsen sollte man unbedingt machen. Rastplätze und Schutzhütten zeugen von der Rührseligkeit des Vereins Hetzdorfer Viadukt. e.V.

Hetzdorfer Viadukt

Die Flöha, die dem Tal den Namen gab, ist ein kleiner (Neben-)Fluss im Erzgebirge. Von Tschechien kommend, durchquert sie das Mittlere Erzgebirge – und wenn man vom Viadukt eine Flaschenpost ins Wasser wirft, dann kann es passieren, daß diese über die Flöha, die Zschopau, die Freiberger Mulde, die Mulde und dann über die Elbe in die Nordsee gelangt. Sofern die Flaschenpost bei der Landung ganz bleibt ;-) ;-)

Hetzdorfer Viadukt, Hetzdorfer Schweiz mit Aussichtsfelsen und Fluss "Flöha"

 



Im Greizer Park im zeitigen Frühjahr

Am Wochenende unternahmen wir wieder einmal einen Ausflug in den Greizer Landschaftspark. Der erste seit langer Zeit und der erste seit dem Winter ohnehin. Wir waren überrascht. Sah der Park vor ein…zwei Jahren noch aus, als würde man den “Überblick verlieren” oder es läge an den Finanzen, so waren wir diesmal positiv angetan. Die Elsterböschung und das Parksee-Ufer waren vom Wildwuchs befreit, Bäume, Sträucher und Büsche waren verschnitten worden, es gab Anzeichen beginnender Neuanpflanzungen, der Schloßberg ist ausgelichtet worden, die Wege sind sauber an den Rändern vom Wege-Unkraut befreit und selbst die Seufzer-Allee hat wieder einen Weg, den man getrost auch als solchen bezeichnen kann. Zusätzlich fällt das frisch sanierte Sommerpalais auf. Ein wahres Kleinod (mit einer demnächst startenden Karikaturen-Ausstellung von Barbara Henning im dortigen Greizer Satirikum im Sommenrpalais).
Der Park machte am letzten Sonnabend schon richtig Vorfreude auf die kommende Zeit, wenn der herrliche Landschaftspark in seiner Blüte stehen wird. Dem gegenüber unverständlich ist das geistlose Gebaren mancher Zeitgenossen. Oder wie soll man es bezeichenen, wenn Idioten die Papierkorbeinsätze (an zwei verschiedenen Stellen) unerreichbar auf das nicht mehr tragfähige Eis des Parksees schmeißen?

Das Foto vom Sommerpalais hat mein Schatz für mich “geschossen”. Danke ;-)

Mehr zum Greizer Park: KLICK HIER

Greizer Park, Sommerpalais



Ein Tag in Würzburg im Februar des Jahres 2012

Im Februar 2012 weilten wir 2 ½ Tage in der alten fränkischen Universitäts-, Bischofs- und ehemaligen Residenzstadt. Zumindest war Würzburg dies über Jahrhunderte, bevor Franken zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Bayern angeschlossen wurde (sehr zum Unmut der Franken). Eingebettet zwischen Rhön, Spessart und Steigerwald liegt die Stadt im Tal des Mains zwischen den Hängen klimatisch relativ geschützt. So ist auch der Weinanbau eine der tragenden landwirtschaftlichen Säulen schon seit Urgedenken. Außerdem bieten das milde Klima, der Weinanbau, das Flair am Ufer des Flusses und das Dasein der vielen jungen Menschen (Uni) eine Lebensfreude, die man schon fast als „südlich“ bezeichnen kann. Und tatsächlich pulsiert das Leben in der Innenstadt bis weit in die Nacht hinein. Selbst spätabends im Februar konnte man zahlreiche belegte Außensitzplätze vor den Gaststätten oder Stehtischchen vor den Weinlokalen finden. Viele Menschen bevölkern die Mainpromenade, die Alte Mainbrücke und den Marktplatz. Stimmengewirr und eine Geräuschkulisse, die von vielen Menschen ausgeht, wirken dazu begleitend.

Hoch über dem Ort wacht die Festung Marienberg über den Ort, in der Nacht zusätzlich angestrahlt und die Dominanz des Bauwerkes unterstreichend. Charakteristisch für die Würzburger Innenstadt sind die zahlreichen Dom- und Kirchentürme und die Türme der städtischen Bauten. Imposantes Gebäude unweit des Marktplatzes: das Residenzschloß Würzburgs. Leider war der Hofgarten (Park) im Februar ohne jegliche Vegetation. Grüne Bäume oder blühende Pflanzen stehen dem „großen grau-grünen Steinklotz“ Residenz sicher gut. Unbedingt anschauen sollte man das Innere des Schlosses mit den atemberaubenden Deckengemälden (von G. B. Tiepolo und J. Zick), den Stofftapeten, den Stuckarbeiten (von A. Bossi), dem Spiegelsaal und dem “wahrscheinlich schönsten Treppenhaus der Welt” (Zitat aus: Stadtplan für Gäste). Baumeister des Schlosses selbst war Balthasar Neumann, der Würzburg insgesamt seinen Stempel aufdrückte. Neben den Kirchen, der Festung und der Residenz findet man in Würzburg Spitäler (Juliusspital, gestiftet vom Fürstbischof Julius Echter), die Universität (Alte Uni mit Neubaukirche), die eindrucksvollen romanischen Gebäude Grafeneckart und Rathaus, den Marktplatz mit dem alten Röhrenbrunnen und das Tilman-Riemenschneider-Haus. Außerdem finden sich zahlreiche Weinstuben, Klöster und kleine Kapellen – besonders hier zu nennen die Stiftskapelle „Käppelle“ auf den Hängen des Mains neben der Festung.

Ein tragisches Ereignis für Würzburg ereignete sich im März 1945. Durch englische Fliegerbombergeschwader wurde Würzburg mittels Spreng- und Brandbomben sowie Luftminen dem Erdboden gleich gemacht. Etwa 4000 Todesopfer gab es zu beklagen. Ganze sieben (!) Häuser der Innenstadt überstanden den Luftangriff unversehrt. Die gesamte Altstadt inklusive Jahrhunderte alter Gebäude und der Mainbrücken war ein Haufen Schutt und Asche. Es wäre wahrscheinlich einfacher gewesen, Würzburg woanders neu aufzubauen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß man komplette Straßenzüge im Baustil der 1950er Jahre vorfindet – die sich aber baulich hervorragend einfügen und mich wiederum sehr an meine Heimatstadt Dresden erinnern. In einem von außen zugänglichen Erdgeschossraum des Hauses Grafeneckart ist ein Gedenkraum an die Nacht der Bombardierung eingerichtet. Dort befindet sich auch ein Modell des zerstörten Würzburgs. Der Besuch dieses Raumes ist sehr zu empfehlen!

Der Stadtplan von Würzburg, den wir von der Tourist-Information und an der Hotelrezeption erhielten, beinhaltet einen für Touristen ausgeklügelten Rundweg durch die Innenstadt und zu allen Sehenswürdigkeiten. Ich kann das nur empfehlen. Daß die Kälteperiode des Januar/Anfang Februar 2012 vorbei war und der Februar gegen Ende mit Frühlingswetter lockte, war ein zusätzlicher Bonus für uns. Wenn Engel reisen….

     

Siehe dazu auch den Blog “Würzburg bei Nacht”  KLICK HIER

 



Stimmungsvolle Nachtfotos aus Würzburg

am Main, Blick zur Festung

Stiftskapelle "Käppelle"

Durchgang zur Mainpromenade am "Alten Kranen"

Festung Marienberg

auf der Alten Mainbrücke

 



Schnappschüsse aus dem Urlaub im November 2011

Der Herbst 2011 entschädigte seit dem September für einen relativ verkorksten Sommer. Der November als letzter Monat vor dem Winter hätte sogar ein März sein können, so frühlingshaft war es stellenweise.

Folgend ein paar Fotos vom Urlaub im November 2011.

Am Rudolph-Schacht in Marienberg-Lauta ließen wir uns die Arbeitsweise eines Göpelwerkes am Pferdegöpel Lauta erklären. Dazu gab es jede Menge Wissenswertes zum Bergbau rund um Marienberg.

Stimmungsvolle Fotos gelangen auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden. Der Friedhof ist denkmalgeschützt und kann durchaus als Kulturgut bezeichnet werden.

Auch die Dresdner Altstadt stand wieder einmal auf dem Programm, diesmal vor allem die Frauenkirche.

Ein Ausflug nach Seiffen, auf den Chemnitzer Weihnachtsmarkt und ins Gesundheitsbad nach Bad Schlema waren dann die letzten Stationen eines sehr schönen Urlaubes mit Kurzausflügen von daheim aus.



Ein Ausflug nach Camburg, der alten Grenzstadt in der Mark Meißen an der Landesgrenze zu Thüringen

Zufällig gerieten wir bei der Rückfahrt von einer Motorradtour nach Naumburg in die Kleinstadt Camburg, einem Ortsteil der Doppelstadt Dornburg-Camburg. Der Ort machte Lust auf mehr und wirkte einladend. Aber wir waren erlebnisgesättigt und wollten heim.

Im letzten erschienen “Hebammen-Roman” von Sabine Ebert spielte Camburg auch eine Rolle. Und diesmal nahmen wir uns vor, Camburg zu besuchen. Von der alten Camburg steht schon seit Jahrhunderten nur noch der Burgfried. Unterhalb der Burg steht seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts die Hausbrücke, eine überdachte Holzbrücke. Ein Seitenarm der Saale (die Lache) und die Saale selbst schaffen eine gärtnerisch genutzte Insel. Diese erreicht man nur über jene Hausbrücke.

Camburg, Hausbrücke

Camburg, Hausbrücke

Camburg selbst liegt eingebettet in der Flußlandschaft der Saale zwischen den Orten Jena in Thüringen und Naumburg in Sachsen-Anhalt. Die in der Saaleregion so typischen Muschelkalkfelsen umgeben auch Camburg. Dort hinauf führen Wanderwege und bieten eine schöne Sicht über den Ort. Einer der Wanderwege führt auch zur Cyriaksruine, der etwa 1.5 km von Camburg entfernten Klosterruine einer romanischen Basilika.

Camburg, Ortsansicht und Trinitatiskirche

Camburg, Ortsansicht und Trinitatiskirche

Von der 1166 erstmals erwähnten Burg steht nur noch der etwa 30 m hohe Burgfried. Es lohnt sich, den Turm zu besteigen und die Aussicht zu genießen. Außerdem laufen im Turm informative Kurzfilme zur Geschichte und der Sagenwelt dieser Region. Der angrenzende Burggarten wird als Biergarten bewirtschaftet und dient als Areal für das traditionelle Burgfest Camburgs.

Camburg, Burgfried

Camburg, Burgfried


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