Archiv für Januar 2010


Eigentlich ohne Kommentar!

Dietmar Wischmeyer
Biker

“Als das Motorrad noch Krad genannt wurde, verfluchten die durchnäßten Männer in den Sätteln mehrfach am Tage ihre Maschinen, die nicht ansprangen, auf denen man fror wie ein Schneider und wo man sich dauernd ölige Griffel holte. Was sich heute “Biker” nennt, muß nirgendwo mehr hin, sondern rast “nur so” wie eine gesengte Sau durch die Landschaft. Damit die Sinnlosigkeit der Ortsveränderung nicht sofort ins Auge springt, gibt’s überall Motorradgottesdienste und Bikertreffen. Da stehen die Heinis ‘ne Zeitlang rum wie eine Horde ausgebauter Ledersitze und dann orgeln sie wieder heimwärts. Gerne wird sich bei der Gelegenheit auch totgefahren, besonders von Bikern, die mehr PS zwischen den Beinen haben als IQ in der Birne. Gewagte Manöver in der Horde, mit 140 über den Rollsplitt – und Oma zu Hause darf sich schon mal den Arsch rasieren, damit der Onkel Doktor was zu transplantieren hat. Doch nicht alle Biker rasen sich den Brägen aus dem Helm, daneben gibt’s auch noch die Cruiser. Das sind lächerliche Schwachmaten, die wie eine kackende Lesbe auf einer japanoiden Harley-Replika hocken und von Eisdiele zu Eisdiele bummeln. Man, sehen die scheiße dabei aus! Fast so scheiße wie die haarigen Daddies auf den verchromten Kirmeskisten, die immer eine Pestwolke Countrymusik hinter sich herziehen. Am scheißigsten sind aber die Bekloppten, die sich via Jackenstickbild für was Besonderes halten: “HarleyOwners-Group” oder “Women-on-wheels” heißt beides übersetzt: “Combo eingebildeter Schweine”. Denn ‘ne doofe Harley kaufen kann sich jeder, der gerne 30 große Zettel verbrennt, und Frau zu sein haben immerhin auch die Hälfte aller Menschen ohne Probleme geschafft. Bei aller Markenrivalität der Motorrad-User untereinander überwiegt doch das einigende Gefühl ein Biker zu sein, quasi ein Outlaw und irgendwo auch ein Cowboy. Man ist schweinemäßig individuell und total nonkonformistisch. Logisch! Dabei rennen die ganzen Affen alle in dieselben Bikershops, und sobald Sonnenschein und Feiertag eine unheilige Allianz bilden, drücken alle wie auf Kommando auf den E-Starter ihrer Eierfeile. Und dann bügeln hunderttausend Individualisten über dieselben Straßen zu denselben Naherholungszielen, labern 10 Minuten Bikerscheiße, fummeln vorm Pissen 20 Minuten an ihren Kombis rum und kämmen sich ‘ne halbe Stunde die platten Haare wieder hoch. Zack, fertig und wieder nach Hause. Nur weiter als 20 Kilometer sollte es nicht sein, damit das Biken nicht in Anstrengung ausartet. Insgesamt ist die ganze Motorradfahrerei so eine Luschennummer geworden, daß man sich wundert, warum es noch nicht massenweise von Mümmelgreisen betrieben wird.”

Meine Antwort:

“Hallo Herr Wischmeyer,

man mag sich ja im Land der Bekloppten und Bescheuerten über manches wundern. Aufregen nützt ja schon gar nichts mehr. Es gibt dermaßen viel Dekadenz und Dummheit – wir leben eben im Plemmplemm-Land.

Aber: Derartige Rundumschläge, wie Sie sie in Kolumnen und dgl. verteilen, sind auch nicht unbedingt höheres Niveau. Nicht einmal Satirikerniveau. Nun mag man sich ja streiten können, was ein Humorist/Satiriker/Comedian ist und wessen Humor wen auch erreicht. Bei den meisten Selbsternannten dieser Zunft ist dies (zumindest bei mir) nicht der Fall. Und ganz ehrlich: auch bei Ihrem Humor hört bei mir das Verständnis auf.

Um beim Bikerthema zu bleiben: Es fängt an, stillos zu sein, wo persönliche Diffamierung und Gossenhumor a´la ”jetzt keine Namen” die Oberhand gewinnen. Sicher wundere ich mich auch über manchen Vertreter der zweiradfahrenden Zunft – auch ich muß dann mit dem Kopp ;-) schütteln oder lachen. Sicher gibt es Strecken und Bikertreffs, die ich mindestens an Wochenenden und bei schönem Wetter meide. Dafür fahre ich aber auch mehr als zwanzig Kilometer am Stück. Jeden Biker (bei mir heißen sie immer noch Motorradfahrer) deshalb als Affen zu bezeichnen oder Idiotie zu unterstellen, ist unterste Gürtellinie und zeigt mir allenfalls, daß Sie wahrscheinlich keine besitzen – eine geistige Gürtellinie meine ich.

Vielleicht wollen sie sich ein wenig weiterbilden. Dann empfehle ich den Besuch dieser Seiten (… erscheinen die Links zu meiner Homepage, meinem Autorenportrait und meinem/diesem Blog).

Im Anhang (der e-mail) finden sie den Bericht einer zweiwöchigen Schwarzwaldreise per Motorrad. Die kann man natürlich nur in dieser Art genießen, wenn man damit aufhört, als nörgelnder Miesepeter durchs Land der Bekloppten und Bescheuerten zu reisen. Oder sind sie hormonell leicht unterzuckert und deshalb kaum zu genießen?

Des Weiteren habe ich eine Motorradfahrerlaufbahn, die von einem Münchner Bildautor gern in seinem nächsten Buch mit eingebaut wird. Auch den (Entwurf des…) Artikel(s) finden Sie im Anhang.

Durften sie früher im Sandkasten nicht mit Kerlen wie uns spielen? Das erklärt dann einiges ;-)

Mit freundlichen Grüßen,
Albrecht Krenbauer”

Biker Albrecht und Bikerbiest Karin

Biker Albrecht und Bikerbiest Karin


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Ist die Menschheit “plemmplemm” oder ist das Größenwahn?

Eine kleine Radiomeldung im Sender RSA läßt nachdenken…. wenn ich die Daten richtig im Kopf behalten habe. Aber so oder zumindest so ähnlich waren die Angaben zum Thema:

Da werden zum Semperopernball in Dresden, weil bei uns Winter ist, 30.000 Rosen aus Südafrika eingeflogen. Wenn ich mein kaltes Auto am frühen Morgen vor der Frühschicht beim Scheiben frei kratzen 5 Minuten laufen lasse, dann ist das Geschrei groß. Wobei auch das tatsächlich nicht sein muß! Die teuersten Karten zum Opernball kosten 10.000,- €. Ein richtiges Schnäppchen werden auch die preiswerteren Karten nicht gewesen sein. Zumindest werden somit die Gäste an den Gesamtkosten beteiligt, auch an 30.000 eingeflogenen Rosen. Es ist aber nicht die Frage, wer das bezahlt. Es gibt immer jemanden (einen “Investor”), der bereit dazu ist, auch die ausgefallendste Idee zu finanzieren. Darum geht es aber nicht. Es geht vielmehr darum, ob solche Aktionen wirklich zeitgemäß und vernünftig sind. Genau so sehe ich das übrigens bei Beachvolleyball oder Beach-Soccer-Turnieren (das heißt Strandfußball) in Gebirgsstädten – oder bei künstlichen Ski-Arenen im Ruhrgebiet. Da wird Sand von der Ostsee ins Inland transportiert oder eine Skihalle künstlich am Leben gehalten. Sicher – irgend jemand bezahlt das. Aber muß jeder Quatsch zu jeder Zeit und überall möglich sein? Es gibt übrigens auch Nacht-Beachvolleyball. Damit man dann vor lauter Nacht den Ball sieht, muß alles taghell erleuchtet werden. Wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, wenn ich im Arbeitsalltag ins Bett fallen kann.

Bei den letzten Olympischen Spielen prahlte man damit, die olympische Fackel erstmals auf den Mt. Everest geschleppt zu haben. Toll! Aber der nächste Ausrichter will mehr. Was zählt noch die Schnapsidee von gestern? Nichts. Vielleicht läuft demnächst ein Taucher mit der Fackel über den Grund des Ozeans oder ein Kosmonaut schwenkt sie auf dem Mond? Geklärt werden müßte hier nur die Sauerstoffversorgung für die Flamme. Aber Geldgeber gibt es sicher dafür.

In Dubai wird ein “Haus” gebaut, das gleich satte 300 Meter höher ist als der bisherige Superlativ in Taiwan. Es gibt doch sicher Gebäudehöhen, die riskant und nicht mehr beherrschbar sind: sei es beim zuverlässigen Brandschutz, bei Naturkatastrophen oder bei der Terrorgefahr. Dieser Turm ist beeindruckend. Aber vielmehr noch ist es Größenwahn.

Bei einem Zugspitzlauf erfrieren einige Teilnehmer, mehrere müssen wegen Erfrierung ins Krankenhaus. Weiß der naturentwöhnte, aber dennoch mündig-verblödete Mensch nicht, daß pro hundert Meter zugelegter Höhe die Temperatur um ein Grad Celsius abnimmt? Wie hoch ist die Zugspitze? Aber dennoch läuft man in kurzen Sachen und ohne jeglichen Schutz in das Kälte-Inferno. Da muß man schon gehörig plemmplemm sein. Man hat aber zumindest die Möglichkeit, den Veranstalter zu verklagen. Was kann denn der dafür? Vielleicht kann man auch wahlweise den Hausmeister der Seilbahnbergstation verklagen. Der kann auch nichts dafür  ;-)

Doch man muß nicht unbedingt zur Zugspitze schauen: auf dem sächsischen Fichtelberg (1.215 m) treten Damen in Stöckelschuhen und Bolerojäckchen zu Silvester um Mitternacht ins Freie und wundern sich tatsächlich, daß es kalt ist – vielleicht sogar Schnee liegt. Na so was aber auch!

Warum tragen bei minus 20 Grad 90% der Männer eine Kopfbedeckung, bei den Frauen aber 90% nicht? Sind da die letzten Gehirnwindungen schon erfroren oder sind sie dabei, das anzustreben? Ich weiß es nicht  :-(




Silvester 2009 und Neujahr 2010 in Daßlitz und Greiz

Silvester in Greiz

Silvester in Greiz

Neujahr in Daßlitz und in Greiz auf dem Schloß

Neujahr in Daßlitz und in Greiz auf dem Schloß



Der Bergfried des Oberen Greizer Schlosses

Der Greizer Bergfried

Der Greizer Bergfried

Das Foto entstand am Neujahrsabend des Jahres 2010 nach frischem Schneefall bei absolut winterlich-romantischer Idylle.



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