Archiv für Juni 2010
Wer, bitte schön, hat das wieder ausgeheckt???
Man muß es eben englisch ausdrücken. Auch wenn es den Sinn entstellend ist und der hier weilende Engländer oder Amerikaner den Kopf über unser “Denglisch” zu Recht schüttelt.
Den Back Shop gibt es nicht, weil das praktisch nicht möglich ist. The Back, die rückwertige Seite, der Rücken… was ist dann der “Rückenladen” und was kann man da kaufen? Der herkömmliche Bäcker tut´s doch auch, oder?
Der Body-Bag für den guten alten Rucksack oder den zu meiner Kinderzeit üblichen Campingbeutel – es soll eben “cool” klingen. Der Body Bag ist wörtlich ein “Körperbeutel oder -sack” und bezeichnet im Englischen den “Leichensack”.
Ebenso gibt es im Englischen kein Handy. Aber dieser Begriff fällt noch in die Kategorie “harmlos”.
Die Drogeriekette Schlecker wirbt derweil mit dem Slogan for you vor Ort. Man will damit Präsenz und Nähe dokumentieren. Man ist vor Ort, also auch for me. Schlimm wird es nur, wenn unsere Kinder dann im guten Glauben “forgestern, forher oder Forsicht” schreiben.
Eine ganz neue Wortschöpfung ist der Begriff Public Viewing. Das, was bei uns das öffentliche Schauen darstellt, ist es im Englischen zwar auch. Aber in England bezeichnet es das “öffentliche Abschiednehmen von der aufgebahrten Leiche”, vor der Einäscherung oder dem Begräbnis im Sarg. Das öffentliche Schauen ist da also ein höchst pietätvoller Akt, das (öffentliche) Abschiednehmen von einem Toten.
Vielleicht täte den Wortschöpfern ein wenig Brain Storming oder ein gemeinsames Briefing im Vorfeld der geistreichen Ergüsse gut. Oder auf Deutsch: wir strengen mal unser Hirn an und drücken es gewählt deutsch aus.
E-Mail, E-Bike und Co.: In letzter Zeit machen vermehrt Produkte des Alltages von sich reden, die mit dem Zusatz “E-” daher kommen. Es gibt die E-Mail, das E-Paper, das E-Bike und den E-Postbrief, nur um einige zu nennen.
Das “E” steht als Abkürzung für Elektro oder elektronisch. Warum es aber englisch als “ih” ausgesprochen werden muß, verstehe ich nicht. Denn spricht man das “E” als Wort aus, sagt man elektronische Mail, Elektro-Bike und so weiter. Nun kann man sagen, ok: Mail, Paper und Bike sind auch englische Worte (auch dafür gibt es deutsche Bezeichnungen). Aber der Postbrief ist ein deutsches Wort. Warum dann bitteschön “ih”-Postbrief??
Es gibt die “E-” Bezeichnung schon länger, zum Beispiel bei den seit den 1940er Jahren verkehrenden E-Loks. Heißen die jetzt in der Neuzeit “ih”-Lok?
Mal ehrlich, wer sowas ausheckt, hat sie doch nicht alle, oder
Motorradtour vom thüringer Vogtland übers sächsische Vogtland ins westliche Erzgebirge und zurück
Am Siebenschläferwochenende (das für die kommenden Wochen schönes Wetter vorher sagte), unternahmen wir eine Tour ins Westerzgebirge. Die waldreiche Region, so dachten wir, ist ideal bei diesen Sommertemperaturen. Und das war gut so. Reichlich 200 km waren wir unterwegs und zum WM-Spiel Deutschland gegen England (4:1) fast pünktlich zurück.
Es sollte eine anspruchsvolle Fahrt mit vielen Kurven und heftigen Höhenunterschieden sein, unterbrochen von schönen Fahrten in den Tälern der Bäche und kleineren Flüsse. Als Kontrast dazu erlebten wir dann die Fahrten über die Höhenzüge mit ihren wunderbaren Fernsichten.
Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten bietet diese Runde jede Menge, genau so wie Aussichtstürme, Talsperren, Schaubergwerke und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Es war eine kurzweilige Tour, die durchaus Fahrpraxis und Kondition erfordert.
Unsere Tour fand wie folgt statt: Langenwetzendorf, Daßlitzer Kreuz bei Greiz – B 92, Greiz (Schlösser, Park, Elstertal), weiter Richtung Plauen – Göltzschtal, (Göltzschtalbrücke mit Ketzelmühle) – Mylau, B 173 kreuzen – weiter Göltzschtal, Mühlwand (Goldmuseum, Alaun-Besucherbergwerk), weiter Göltzschtal, Weißensand, bis Lengefeld – B 94, Lengenfeld (Klopfermühle) – Rodewisch – B 169 Richtung Aue, Schneeberg bis Abzweig Wildenau – Wildenau – Bärenwalde – Rothenkirchen – B 169 kreuzen – Stützengrün (Kuhberg mit Turm) – Schönheide (Schmalspurbahn) – B 283 Richtung Aue (Talsperre Eibenstock) – eventuell Abzweig Eibenstock – Eibenstock (Aussichtsturm) – Blauenthal (Forellenhof, Wasserfall) – Sosa (Talsperre, Köhlermeiler) – Richtung Jägerhaus, Schwarzenberg (Blick Auersberg) – vor Schwarzenberg, Abzweig Antonsthal – Antonsthal (Silberwäsche) – Schwarzwassertal – Richtung Johann´stadt – Abzweig Breitenbrunn, Rittersgrün, Karlsbad – Breitenbrunn (St. Christoph-Stollen) – Antonshöhe, Crandorf – Schwarzenberg (Schloß, Altstadt) – B 101, Richtung Annaberg bis Abzweig Waschleithe noch in SZB! – Langenberg – Waschleithe (Ruine Oswaldkirche, Schaubergwerk, Heimatecke, Bikertreff Boxenluder) – Oswaldbachtal – zur Straße Grünhain/Elterlein – Richtung Elterlein – Elterlein – Schwarzenbach (Bäckerei mit eigener Mühle) – Richtung Schwarzenberg bis Kathariengasthof – nochmal Waschleithe, aber am Ortseingang gleich in Richtung Beierfeld – Beierfeld – Grünhain – Richtung Aue (Spiegelwaldaussicht mit Turm, siehe Link unten) – Aue- zur B 283 Richtung Klingenthal, Eibenstock – Abzweig Schönheide – Schnarrtanne – B 169 bei Wernesgrün – Rodewisch – B 94 bis Lengenfeld – eintauchen ins Göltzschtal, bis zum Ausgangspunkt weiter wie Hinfahrt
P.S.: Das Spiel Deutschland – Argentinien haben wir nicht mehr geschafft. Aber wir hatten wunderbar leere Straßen
Blick vom Spiegelwald bei Grünhain-Beierfeld
… und tschüß
Die 14. Motorradausfahrt für die Heimkinder in Pobershau/Erzg.
Die 14. Motorradausfahrt für die Heimkinder war gleichzeitig meine erste. Vor etwa fünf Jahren hatte ich mich beworben. Einmal mußte ich seitdem arbeiten, einmal war ich im Urlaub, zweimal fiel es aus. Jetzt, im fünften Bewerbungsjahr, hat es geklappt.
Eins vorweg: selten hatte ich Motorradtouren, die so viele Emotionen weckten und dabei so viel “Spaß an der Freude” hervorrufen – die mit so vielen zwiespältigsten Gedanken verbunden sind und so viel Nachdenkenswertes mit nach Hause geben. Wenn überhaupt, dann läßt sich meine CZ-Tour nach Osek mit Übernachtung im Kloster damit vergleichen. Jedenfalls – wenn mir meine Arbeitszeiten im Schichtbetrieb keinen Strich durch die Rechnung machen, soll das nicht meine letzte Teilnahme gewesen sein.
Für mich war es streckenweise eine Reise in meine eigene Vergangenheit. Denn so vertraut mir die bereiste Gegend auch ist, ich war seit meinem Wegzug von Frankenberg 1993/94 nicht mehr so ausgiebig im Altkreis Hainichen unterwegs.
Ich war schon am Freitag-Nachmittag angereist und hatte somit Zeit, ein paar Kinder und Jugendliche sowie einige ebenfalls schon angereiste Motorradfahrer kennenzulernen. Nach dem Abendessen beendeten wir den Tag bei einem Volleyballmatch. Wir (die Biker) gewonnen ganz knapp 3:2 nach Sätzen, denn zwischenzeitlich sah es nämlich gar nicht danach aus.
Am Morgen saßen alle pünktlich am Tisch. Die Motorräder und Fahrer waren fast schon aufgeteilt, Nachzügler suchten sich noch panisch eine Mitfahrgelegenheit. Aber es kamen alle unter. Meine Sozia entpuppte sich im Laufe des Tages als wunderbare Mitfahrerin
Als Polizei- und DRK-Begleitfahrzeuge eingetroffen waren, ging es los. Das erste Ziel hieß Brand-Erbisdorf wegen der Tankstelle.
Wir tourten bei schönstem Motorradwetter über Land, vom Altkreis Freiberg in den ehemaligen Kreis Hainichen. Die Talsperre Kriebstein war das Ziel. Eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff stand auf dem Programm.
Da auch die Kleinbusse des Heimes mit Fahrgästen im Corso gewesen sind, konnten wir günstiger Weise alle Motorradklamotten in den Bussen loswerden. Sehr praktisch! Danach ging es flugs zur Anlegestelle, denn die Abfahrtszeit nahte schon.
Danach wurde die Gesellschaft in zwei Gruppen aufgeteilt. Immerhin waren wir, meiner Schätzung nach, 80 Leute. Die eine Hälfte ging Kesselgulasch essen, die andere Hälfte tobte sich im Kletterwald aus. Später wurde gewechselt.
Wahrscheinlich haben wir unser Wetterglück zu sehr strapaziert. Denn pünktlich mit dem Start in Kriebstein fing es an mit regnen und es hörte auch bis Pobershau nicht mehr auf.
Leider war damit auch keine Möglichkeit mehr für eine Überraschung auf der Rückfahrt. Die Regenfahrt (aber nicht nur die) kostete Zeit und der Regen verdarb uns auch die Lust. Oder wer fährt schon bei Regen auf der Sommerrodelbahn in Augustusburg? Wir nicht – dann lieber Motorrad! Die Kinder saßen hinter uns fast im Trockenen … fast. Zur Not waren aber auch Regenkombis mit.
Bei einer kleinen, kurzen und regenfreien Pause blieb sogar noch Zeit für paar Rückfahrtschnappschüsse in Niederwiesa und zwischen Marienberg und Zschopau.
Ich hoffe, daß der Heimleiter noch viele Jahre Kraft und Freude an der Organisation solcher Ausfahrten hat. Ich würde mich freuen, noch öfter dabei zu sein
Ein Jahr später, im Regen bei “Belantis”: KLICK HIER
Thüringer Schiefergebirge, Saaletal, Thüringer Wald, Plothener Teiche
Am einzigen schönen Tag der letzten Woche nutzten wir die Gunst der Stunde, eine Motorradausfahrt zu machen. Egal, daß ich abends (Sonnabend
) auf Nachtschicht mußte. Wenn man darauf auch noch Rücksicht nimmt, kommt man vor lauter Regenwetter dieses Frühjahr überhaupt nicht aufs Mopped. Und ich habe mich dann sogar noch mal hinlegen können. Und das war gut so.
Als Ziel hatten wir uns das Viadukt in Lichte bei Probstzella ausgesucht. Nichts weltbewegendes, wir wollten es einfach mal sehen. So starteten wir in Greiz und fuhren über Zeulenroda – Schleiz – Bleilochtalsperre nach Lobenstein. Dann bogen wir ab in das idyllische Sormitztal. Dort, in Leutenberg, ist eine überregional bekannte Bikerherberge. Aber so weit kamen wir nicht. Hinter Wurzbach, etwa an der Neumühle, bogen wir von der B 90 ab in Richtung Lehesten / Lichtentanner Mühle.
Eine herrlich einsame Fahrt über die Höhenzüge mit toller Fernsicht (Wickendorf, Großgeschwenda) folgte. Bei Probstzella (ehem. Grenzübergang) ging es wieder talwärts und wir erreichten die B 85 (Hochfrankenwaldstraße). Eigentlich hätten wir ab hier zurück fahren können. Aber die paar Kilometer bis nach Lichte zum Viadukt sollten noch drin sein. Und so fuhren wir ab Probstzella in herrlicher Landschaft und bei fahrerischen Leckerlis über Gräfenthal und Gebersdorf zur B 281. Die Ausläufer des Thüringer Wald-Kammweges (Rennsteig) berühren wir hier. Für uns ist in Lichte unterm Viadukt Pause. Die Region um Saalfeld und das Saaletal sind malerisch und waren bei Eisenbahnfreaks und -fotographen schon immer beliebt. Während parallel zur B 85 der ICE Kronach – Saalfeld verkehrt, stehen die vielen baulich interessanten Viadukte der Nebenstrecken unbenutzt in der Landschaft. Also Kaffee und Brötchen aus dem Tankrucksack, auf einen Steinhaufen setzen und Pause.
Eigentlich hätten wir ab hier auf der B 281 zurück fahren können. Aber im Raum Saalfeld/Pößneck ist eine Riesenbaustelle im Gange. Also fuhren wir lieber zurück nach Probstzella und genossen die Strecke noch einmal in die andere Richtung. Weiter: Probstzella – B 85 – Richtung Saalfeld – bis Kaulsdorf. Dort bogen wir in Richtung Hohenwarte ab, nahmen Vorlieb mit kleinen Straßen, viel Natur und lieblichen kleinen Orten statt Bundesstraße und Baustelle. Und streiften gleich noch die zweite große Saaletalsperre an diesem Tag, nach der Bleiloch- nun auch die Hohenwartetalsperre.
Weiter ging es seitlich der baustellengeplagten B 281 über herrlich einsame Nebenstraßen (Bucha – Schmorda (Blick auf Schloß Ranis) – Peuschen/Bahren – Posen – Knau). Den empfehlenswerten Abstecher nach Ziegenrück lassen wir. Auf diesem Weg läge auch die Mühlenfähre, in Ziegenrück befindet sich ein Wasserkraftwerksmuseum. Hier stand das erste Wasserkraftwerk Deutschlands. Ziegenrück ist ein idyllischer Urlaubsort.
Wir hatten aber noch ein anderes Naturerlebnis als Schlußetappe und für unsere zweite Kaffeepause im Visier: das Landschaftsschutzgebiet Plothener Teiche. Völlige Ruhe und Einsamkeit, enge und kaum befahrene Straßen, Teiche wohin das Auge blickt. Ein Eldorado für Naturliebhaber, Wanderer, Radfahrer und touristische Motorradfahrer.
Nach dem Kaffee (und etwas Süßen zu naschen
) begaben wir uns auf die Schlußetappe.
Über Tegau und Zeulenroda erreichten wir nach 205 km wieder Greiz und ich kam vor der Nachtschicht noch mal ins Bett.
. . . und tschüß























