Archiv für November 2010


Eindrücke von einem Kurzausflug zum Heidelbergturm in Wüstenbrand

Ein wenig Zeit zum Überbrücken bis zum Beginn einer Familienfeierlichkeit und ein Blick ins Buch “Turm-Tour”, und schon war es beschlossene Sache: wir schauen uns den Heidelbergturm in Wüstenbrand zwischen Chemnitz und Hohenstein-Ernstthal an.

Am besten zu erreichen ist der Wüstenbrander Heidelberg über die zentrumsnahe Schulstraße von Wüstenbrand aus. Weiterführend die Scherfstraße in Richtung Pleißa biegt man rechts zum Heidelberg ab. Der Turm ist nicht auf den ersten Blick zu entdecken, wenn die Bäume Laub tragen gleich gar nicht. Dafür ist die Sicht toll. In der Nähe lockt die Heidelbergschänke zur Einkehr . . . wenn man kein Picknick eingepackt hat.

Übrigens: ganz in der Nähe, in Grüna, findet man den nächsten Aussichtsturm. Vom Forsthaus Grüna muß man einen etwa 30-minütigen Marsch zum Turm im Rabensteiner Wald starten. Oder man wandert gleich zwischen den beiden Türmen in Grüna und Wüstenbrand hin und her ;-)

Blick zum Grünaer Turm auf dem Totenstein: KLICK HIER

Heidelbergturm in Wüstenbrand

Blick vom Heidelbergturm

“Je höher der Turm,

desto näher die Weite”

(Volksmund)


:-) Ein Besuch in Ulm im November 2010, hier ein paar Nachtfotos vom gegenseitigen Ufer der Donau  ;-)

Blick über die Donau zur Ulmer Altstadt (1)

Blick über die Donau zum Münster und zum Metzgerturm (2)

Blick über die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm (3), Foto von Karin "Bikerbiest"



von schwachsinniger Werbung und nervigem Weihnachtsgetue ;-)

Es gibt übers Jahr verteilt viel Werbung, die nervt oder geradezu schwachsinnig daherkommt. Zusätzlich gibt est dazu Werbung, die in regelmäßigen Abständen eine Hochkunjunktur erfährt. Dazu gehört beispielsweise die Werbeflut im Vorfeld und während der saisonalen Schlußverkäufe im Sommer und Winter. Was soll uns dieses bescheuerte “sale” oder “for sale” sagen? Ganze Schaufensterscheiben werden damit zum Sommer- oder Winterschlußverkauf beklebt, die Auslagen werden damit garniert und im Ladeninneren geht es weiter. Selbst Fahnen vorm Laden mit der Aufschrift “sale” habe ich gesehen. Kein Schwein weiß wirklich, was uns diese Phrase sagen will oder was es wirklich bedeutet.

Vor Weihnachten wiederum beginnt eine andere Werbung zu nerven. Schlimm genug, daß wir (spätestens) ab September mit Weihnachten konfrontiert werden, aber was will uns “X-mas” oder “merry X-mas” sagen? Das soll von Christmas kommen, aha. Aber warum sagt man dann nicht auch Christmas, wenn man es meint? Und warum sagt man nicht einfach auf gut Deutsch “Weihnachten”? Weil wir (bzw. die, die sowas verzappen) bescheuert sind.

Seit wann heißt übrigens die schwarze Johannesbeere nicht mehr schwarze Johannesbeere, sondern Cassis… und die Pampelmuse Crapefruit? Seit der Wende!

Siehe dazu auch meinen Blog “Publiv Viewing”: KLICK

Doch zurück zum X-mas. Als Christina Aquilera vor ihrem Mutterglück eine spätpubertäre Selbstfindungsphase durchmachte und auch die dementsprechenden Videos drehte, nannte sie sich nur noch X-tina. Den Journalisten erklärte sie, das X in ihrem Namen stehe fortan für Sex. Wie verhält sich das jetzt mit X-mas? Insofern könnte man in dem Weihnachtsmannspruch “Ich bin der Weihnachtsmann, der Gute. Siehst Du nicht Sack und Rute?” etwas Perverses oder Sexbezogenes vermuten. Und der harmlose Rauschebart im roten Kittel entpuppt sich ganz nach X-tinas Vorbild zum sexistischen Xmas-man. Aber das glaube ich nicht.

Was mich mindestens genau so nervt, ist Werbung, die mit “hohoho” eingeläutet wird und vom Weihnachtsann persönlich präsentiert wird. Wo kommt der Blödsinn her? Kein DDR-Weihnachtsmann brüllte früher “hohoho”. Im bundesdeutschen Westen weiß ich es nicht, vorstellen könnte ich es mir aber. Dort wird doch schon seit langem gedankenlos alles nachgeäfft, was aus Amerika kommt und/oder englisch klingt. In der Ex-DDR bestand wiederum die Gefahr, daß aus Weihnachten ein Fest nach russischem Vorbild und aus dem Weihnachtsmann ein Väterchen Frost wird. Haben wir Deutschen solche Identitätsprobleme?

Da fällt mir ein Interview mit Rocker Ozzy Osbourne ein, das ich vor längerer Zeit einmal las.

Um dem aufgedrängten Weihnachtstrubel (nicht der privaten Gemütlichkeit), der in Amerika schon Ende August einsetzt (weit entfernt sind wir davon auch nicht mehr) zu entgehen, verlegte Ozzy Tourneetermine für sich und seine Band am liebsten ins Ausland. In Amerika ist ja alles einen Zacken extremer. Am liebsten war ihm sogar das nichtchristliche Ausland: Asien, am besten Fernost. Auf die Frage eines Journalisten, ob er dort wirklich dem Rummel entkommt, antwortete Ozzy sinngemäß: “Anfangs schon. Doch dann begannen die Asiaten in gewohnter Manier, alles zu kopieren. So geriet er zum Beispiel in Japan in Tokio voll in den Weihnachtstrubel. Da die Asiaten aber mit Weihnachts- und Bibelgeschichte nichts anfangen konnten und diese nur bruchstückenhaft verstanden, brachten sie alles durcheinander.” Und so entdeckte Ozzy in einem Schaufenster in Tokio einen an das Kreuz geschlagenen Weihnachtsmann ;-) :-)







In der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz auf dem Pfefferkuchenmarkt

Rückblick:  Anreise mit dem Dampfsonderzug aus Chemnitz:  KLICK HIER

Nachdem wir nach drei Stunden Zugfahrt und ununterbrochenem Regen mit gemischten Gefühlen (das Wetter betreffend) Pulsnitz erreichten, ist nun der Rest schnell erzählt.

Das Wetter blieb besch…eiden. Doch dafür konnten weder der Veranstalter noch die besuchte Stadt Pulsnitz etwas. Und im Jahr 2010 konnte man wettermäßig eigentlich nie auf der sicheren Seite sein. Warum dann heute :-(

Pulsnitz ist eine freundliche und liebenswerte Kleinstadt und gilt als das Tor zur Oberlausitz. In der Pfefferkuchenstadt hat die Pfefferkuchenbäckerei Tradition seit über 450 Jahren. Nun könnte man meinen, der Pfefferkuchenmarkt sei ein vorverlegter Weihnachtsmarkt unter anderem Namen. Ist es aber nicht. Eher ist es ein Handwerker- und Präsentationsmarkt im Einklang mit verschiedenen “Fressbuden”, historischen Gewerkeständen und allerlei Spittel. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Pfefferküchlerei.

Passend zum Thema konnte man sich in der Kirche ein Hänsel und Gretel-Schauspiel mit der Hexe im Pfefferkuchenhaus anschauen. (Also: man konnte es nicht mit der Hexe anschauen. Die spielte mit.)

In der überschaubaren und kurzweiligen Pfefferkuchenschauwerkstatt erfährt man allerlei Wissenswertes. So zum Beispiel, warum die Pfefferkuchen so heißen, obwohl gar kein Pfeffer darin ist. Oder warum gerade in Pulsnitz die Pfefferküchlerei solche Tradition erlangte, welche Voraussetzungen dazu nötig waren.

Man erfährt, daß die Pfefferkuchen als “süßes Brot” einst eine arme Leute-Nascherei gewesen sind.

Leider waren auf Grund des Wetters keine Pulsnitzfotos möglich. Der Fotoapparat war wassergeschützt im Rucksack verstaut. Außerdem waren die Hände ausgelastet mit Regenschirm, gekauften Pfefferkuchentüten und Karin an der Hand. Aber im Pfefferkuchenmuseum hat Karin ein paar wenige Schnappschüsse gemacht, bitte schön:

im Pulsnitzer Pfefferkuchenmuseum

im Pulsnitzer Pfefferkuchenmuseum

Nach der Schauwerkstatt und dem Besuch des Marktes ging es mit Pfefferkuchen bepackt (bei manchen mehr, bei manchen weniger) und den Klängen der Kirchturmbläser im Ohr zurück zum Pulsnitzer Bahnhof. Dort rollte unser Dampfsonderzug zurück nach Chemnitz über Dresden und Freiberg ein (der in der Zeit in Kamenz abgestellt war) und es ging heimwärts.

:-)   ;-)





Mit dem Dampfsonderzug und der BR 65 des Sächsischen Eisenbahnmuseums Chemnitz nach Pulsnitz zum Pfefferkuchenmarkt

Zugaushangtafel

Am 06. November 2010 fuhren wir mit dem Sonderzug (Dampflok BR 65 und DDR-Reisewaggons) nach Pulsnitz zum Pfefferkuchenmarkt. Da das museumseigene Zugpferd, die BR 50, bis Mitte/Ende nächsten Jahres zur kostenintensiven und zeitaufwendigen Hauptuntersuchung abgestellt ist, zog die BR 65 unseren Zug. Diese war von Leipzig nach Chemnitz abgegeben worden. Und das 1956 gebaute, 1800 PS starke und über 100 t schwere Dampfroß zog gut. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 Km/h stampfte sie durch die Gegend.

Lok-Typenschild

Auf der Hinfahrt flog die Landschaft an uns vorbei, auf der Rückfahrt im Dunkeln war uns das verwehrt.  Da war es dann das Schnaufen der Lok, das sich besonders bemerkbar machte. Dazu der Geruch von Wasserdampf, Steinkohlerauch und warmen Schmiermitteln, aaah  :-)   Besonders auf der Tharandter Steilrampe von Tharandt in Richtung Edle Krone und Klingenberg-Colmnitz mit einer maximalen Steigung von etwa 25 Promille hatte die Lok alle Leistungsregister zu ziehen.

Abfahrt in Chemnitz

im Deutsche Reichsbahn-Waggon

Im Inneren des Zuges fühlte man sich gleich um mindestens 21 Jahre zurückversetzt. Mir fielen die Zugfahrten als Kind mit unserer sechsköpfigen Familie ein – mit dem Liegewagenzug von Leipzig nach Binz an die Ostsee. Oder die Zugfahrten als Kind und Jugendlicher nach Dresden, vorwiegend zu den Großeltern und anderen Verwandten. Um diese Erinnerungen wachzurufen, war die heutige Strecke (die ich mal aus dem “Effeff” kannte) natürlich besonders geeignet.

Zwischenstop in Freiberg

Zwischenstop in Freiberg

 

Schwere Bahnhofsdächer,

über uns gestellt.

Gleise wie ein Fächer,

in die weite Welt…

(Renft)

unterwegs bei Freital

In Dresden überquerten wir die Elbe und dampften weiter in Richtung Radeberg und Pulsnitz. Zwischendurch gönnten wir uns einen zweiten Kaffee im Speisewagen (das Angebot war gut und preiswert!).

Dresden, Elbebrücke

Bahnhof Dresden-Neustadt

in Dresden und in Großröhrsdorf

Nach einem Zwischenstop in Großröhrsdorf erreichten wir dann nach 3 Stunden das Tor zur Oberlausitz, die Pfefferkuchenstadt Pulsnitz. Dazu aber in meinem nächsten Blog, siehe hier:

Blog Pulsnitz: KLICK

Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf: KLICK

DDR-Hausratversicherung im Waggon

Heimfahrt im Dunkeln, Fotostop beim Wasser fassen in Tharandt

Im Zug ist mir folgender alte Witz eingefallen:

Frage: “Was ist das wichtigste Bauteil am Reichsbahnwaggon?”

Reaktion: “? ? ? ? ungläubiges schauen”

Antwort: “Das Scharnier am Aschenbecher. Sonst müßte bei jeder Leerung der ganze Waggon umgedreht werden :-)

 

Aschenbecher im Zugwaggon

Fortsetzung folgt . . . .

Blog Pulsnitz: KLICK

Erzgebirgische Aussichtsbahn:  KLICK HIER

 


November 2010
M D M D F S S
« Okt   Dez »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930