Archiv für Dezember 2010
Der schiefe Kirchturm der Liebfrauenkirche in Bad Frankenhausen ist der zweitschiefste Turm Deutschlands.
Der schiefste Turm Deutschlands wiederum steht in Suurhusen in Ostfriesland. Beide sind schiefer als der weltberühmte schiefe Turm in Pisa.
Schon dreimal habe ich diese schiefe Kirche im südlichen Kyffhäusergebirge besucht. Idyllisch ist das Umfeld. Sehenswert die Kirche, die bald keine mehr ist . . . So wie es aussieht, werden wohl weder die Stadt, noch die Kirchen Deutschlands noch der eingetragene Verein zur Rettung diese Kirche erhalten können. Leider! Das Besondere (siehe oben): der Turm ist wesentlich schiefer als der schiefe Turm von Pisa.
Heute (31.12.10) las ich im “Berliner Kurier”, daß die Tage gezählt sind und der Turm wohl im Jahr 2011 aus Sicherheitsgründen und aus Geldmangel fallen wird – fallen werden muß! Aber die Frage sei erlaubt, wie machen die das seit 500 Jahren in Pisa? Mit einem Turm, der halb so schief ist?
Übrigens, im Jahre 2010 betrug die Schieflage der Turmspitze von der Senkrechten bereits 4,50 m! Die Tafel wurde von mir 2008 fotografiert.
Klar, es kann nicht für alles Geld da sein. Und gerade hier in dieser Region gibt es mehrere schiefe Kirchen, die baulisch intakter sind und es eher wert sind, erhalten zu werden. Die Ursachen der Schieflage liegen diesmal weniger am Bergbau, wie sonst so oft – sondern besonders in dem löchrigen Gipskarstuntergrund begründet. Schade dennoch. So eine Attraktion kommt nie wieder . . .
Bei der Gelegenheit kann ich gleich ein Ausflugsziel vorschlagen: die Barbarossahöhle bei Rottleben im Kyffhäusergebirge. Eine derartige Gipsanhydrithöhle ist beinah einzigartig und kommt weltweit nur noch einmal, ich glaube in Rußland, vor. Auch ohne Geologe oder Höhlenforscher zu sein, bietet die Barbarossahöhle Einzigartiges!
Einen landläufigen Irrtum möchte ich an dieser Stelle auch gleich noch klären: Der Kyffhäuser (das K`gebirge) ist ein südöstlich des Ostharzes gelegenes Randgebirge. Das, was man geläufig als Kyffhäuser bezeichnet, der Berg mit dem Bismarckdenkmal, ist genau genommen der Kulpenberg (473,5 m). Aber zurück zur Kirche . . .
Winterimpressionen aus dem Chemnitzer Stadtpark und aus meinem Wohngebiet Kapellenberg
Daß der Winter auch schöne Seiten hat, steht außer Frage. Heute war ich für zwei Stunden im Stadtpark in Chemnitz unterwegs. Es war wunderbar draußen. Und die minus 10 Grad merkt man gar nicht. Einmal versank ich bis zu den Knien im Schnee, einmal rutschte ich aus und lag in einem Schneehaufen, das gehört dazu. Kinder (die Ferien haben) bevölkerten einen Rodelhang. Alles so, wie sich´s gehört.
Aber ich war ja nicht unterwegs, um zu versinken oder hinzufliegen. Mein Ziel waren ein paar Fotos.
Bitte schön:
Die weniger schönen Fotos findet ihr dann hier:
Gelber Schnee: KLICK HIER
über die Warnung einer Eskimomutter . . .
Es gibt Hinterlassenschaften der ach so zivilisierten Menschheit, die ärgern einen das ganze Jahr über. Dazu zählen Zigarettenkippen und leere -schachteln, dazu zählen leere Getränkebehälter, Süßigkeitenpapiere und Verpackungen sowie Einwegbesteck von Fast-Food-Restaurants (manchmal sogar mit einem beträchtlichen Teil des Inhaltes. So gut schmeckt der Krempel wohl dann doch nicht…).
Dann gibt es Hinterlassenschaften, die kommen erst zum Vorschein, wenn der Schnee getaut ist. Dazu zählen Silvesterknallerreste und Katzenhinterlassenschaften. Der eigentlich reinlichen Miezekatze sei das fast verziehen. In ihrer Sauberkeit meint sie nämlich, ihre Hinterlassenschaft gewissenhaft zu verbuddeln. Sie weiß nicht, daß es anders kommt.
Und dann, ja dann gibt es Hinterlassenschaften, die werden nur sichtbar oder in ihrer ganzen Dimension gezeigt, wenn Schnee liegt. Und zwar so lange, wie der Schnee noch weiß und sauber ist. Dazu zählt die vom Herrchen respektive Frauchen nicht weggeräumte Hundescheiße und Hundepisse an allen Ecken. Früher ermahnte uns Mutter als wir reinkamen: “Hände waschen, Ihr hattet das und das in der Hand, da kann auch ein Hund draufgepisst haben!” Recht hat sie. Und im Moment wird die ganze Schweinerei der Vierbeiner in ihrer ganzen Dimension sichtbar. Die Warnung einer Eskimomutter bekommt hier eine nachvollziehbare Bedeutung:
“Kinder, wenn Ihr rausgeht zum spielen, eßt keinen gelben Schnee!”
Die schöneren Winterfotos findet Ihr dann hier:
Winterimpressionen aus Chemnitz: KLICK HIER
Zu einem Artikel auf der Kulturseite in der Ostthüringer Zeitung OTZ vom 20.12.10. Dort hieß es im Text:“…umstrittene Thesen zur Integrationspolitik…”
Ich lese dieses Buch derzeit und bin auf Seite 240 von über 400 Seiten angekommen. Ich möchte alle warnen, die dieses Buch nur wegen der zu erwartenden Kritik an der Integrationspolitik lesen oder auf Grund zu erwartender Fremdenhetze insbesondere auf Muslime kaufen wollen. Wer hier niedere Instinkte bedient haben will oder von eigenem gesellschaftlichen Unvermögen abgelenkt werden will, erwirbt hier eindeutig die falsche Lektüre. Genau das suggeriert aber der Satz im OTZ-Artikel “…umstrittene Thesen zur Integrationspolitik…”. Das Buch beinhaltet aber mehr als Integrationspolitik und “Juden-Gen”!
Ich möchte auch nicht verheimlichen, daß dieses Buch keine leichte Kost ist. Die eine Zielgruppe (die, die sich um unser Land, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft sorgen) wird es lesen, verstehen und sich in ihren Beobachtungen bestätigt fühlen. Die andere Zielgruppe (die, um die es geht und die notfalls aufgerüttelt werden sollen), wird es nicht lesen oder nicht verstehen und vielleicht sogar enttäuscht sein.
Das Buch ist in einigen Kapiteln recht zahlenlastig. Das kann man überblättern, überfliegen oder gewissenhaft studieren. Für den, der es konkret wissen und mit Zahlen hinterlegt haben möchte ist es interessant. Für den, dem nur die Info´im Hintergrund reicht, für den reicht es auch die Tabellen nur zu überfliegen.
Ich bin bei über 200 Seiten zum ersten Mal beim Thema Integrationspolitik angekommen. Daß diese in Deutschland (und in Europa!) kritisch untersucht und verändert werden muß, steht außer Frage. Aber auf meinen bisher gelesenen Seiten beleuchtet und erörtert Thilo Sarrazin mehr als das: es geht um die deutsche Schul- und Bildungspolitik, um die Bevölkerungs- und Bildungsschichtenproblematik in Deutschland, um vererbte Intelligenz und um Leistungs- und Bereitschaftswillen. Es geht darum, festzustellen, daß Unterschicht nicht gleichbedeutend ist mit dem Leben von staatlichen Stützen. Es geht um die Entwicklung der heutigen Arbeitswelt und um Globalisierung. Es geht um bildungsferne und bildungsnahe Bevölkerungsschichten und deren Verhalten beim Nachwuchs zeugen. Es geht darum, auf welchem Niveau diese oder jene dann auch ihren Nachwuchs großziehen. Es geht um Ernährung und um Bewegung (-mangel), es geht um gesellschaftliche Dekadenz im Allgemeinen und um private Verblödung im Besonderen. Es geht um den Einfluß der Medien, speziell um den Einfluß der elektronischen Medien. Es geht um den Teil der elektronischen Medien, der der Verdummung Futter liefert sowie um Leseschwächen und Leseunlust bei einem Großteil der Menschen im Lande. Es geht um Gutmenschenpalaver und um Weltfremdheit unsere Politiker. Und es geht auch um Integrationspolitik im Allgemeinen und um die Schwierigkeiten mit einem Großteil der muslimischen Migranten im Besonderen. Und überhaupt: was heißt hier “umstrittene Thesen zur Integrationspolitik”? Für mich sind das keine umstrittenen Thesen, sondern knallharte und reale Tatsachen!! Aber wer Sarrazins Werk nur darauf reduziert oder reduziert haben möchte, hat den Sinn nicht verstanden.
Nebenbei: mir gefällt, daß Thilo Sarrazin das Volk auch Volk nennt, und nicht Bevölkerung. Denn das sind zwei Paar Schuh, die ich jetzt nicht erörtern möchte.
Nachtrag März 2012
In Sachsen lebt jedes fünfte Kind von Hartz IV, bundesweit jedes siebente Kind. Diese Tatsache ist beschämend für unser Land und bezeichnend für dieses Wirtschaftssystem. Doch trotz dieser prekären und persönlich oftmals unverschuldeten Situation möchte ich einen Aspekt herausgreifen, Zitat „Freie Presse Chemnitz“ vom 01.03.12: „Nach Auffassung von Schneider geht der Staat bei der Hilfe für Alleinerziehende von dem falschen Bild hochqualifizierter Frauen aus, die vor allem gute Betreuungsangebote für ihre Kinder benötigen. Etwa die Hälfte aller Alleinerziehenden in Hartz IV sei jedoch ohne Berufsabschluß, fast 20 % ohne Schulabschluß.“ Wer das liest, fühlt sich in seinen Beobachtungen bestätigt: Haupteinnahmequelle Hartz IV und Wirtschaftsgeld- aufbesserung durch Kindergeld, sprich: Kinder! Nachwachsende Hartz IV-Empfänger, denen die Laufbahn bereits vorgeschrieben ist. Aus bildungsfernen Schichten kommt überproportional viel Nachwuchs. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn es die Lebensgrundlagen für diese Massen an einfachen Menschen noch gäbe, sprich: einfache Jobs und Berufe. Aber dem ist nicht so, leider. Und das wird auch nicht wieder anders. Zurück bleiben geborene Hartz IV-Empfänger. Der Zusammenhang zwischen Bildungsferne, Hartz IV und überproportional vielen Kindern wird leider wieder einmal bestätigt. Thilo Sarrazin lässt grüßen, auch wenn man ihn immer nur mit seinen (angeblich!) „umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik“ in Verbindung bringt. Den Rest seiner vielschichtigen Gesellschaftskritik hat man ja leider nie öffentlich debattiert oder zur Kenntnis genommen!
Was lehrt uns das Winterwetter? Welche Schlußfolgerungen kann man daraus ziehen?
Dieser Artikel ist eine Ergänzung meines ersten Winterartikels KLICK HIER
Das Chaos nimmt seinen Lauf und es scheint kurz davor zu sein, daß es nicht mehr beherrschbar ist. Ich darf daran erinnern, daß wir erst Mitte Dezember haben! Welche Gedanken beschleichen mich dabei . . .
Winter gab es schon immer, mal mehr und mal weniger schneereich – und mal mehr und mal weniger mit eisigem Frost. Warum können wir nicht damit umgehen? Weil in Ländern, wo solches Wetter die Regel ist, die Uhren anders ticken. Nun kann man meinen, in Deutschland mit seinem gemäßigten Klima sind solche Winter und Schneefälle als ein Extrem anzusehen. Aber hier scheint alles ein Problem zu sein: Winter mit viel Schnee, Sommer mit viel Hitze, Vulkanasche, Hochwasser oder Laub und Zweige im Herbst auf Bahngleisen. Jeder Pups bringt alles ins Stocken. Die Möglichkeit, bei Stromausfall wenigstens ein Zimmer zu heizen, haben auch die Wenigsten. So sehr es für den Einzelnen mitunter zum Stöhnen und zum Haare raufen ist – es ist gut von Zeit zu Zeit, wenn uns Grenzen aufgezeigt werden. Ich erwähnte es schon: diese Grenzen setzen wir uns selbst und die werden immer enger. Aber sie werden immer weniger akzeptiert! Denn das ist nicht vorgesehen. Unsere Wirtschaft-, Arbeits- und Verkehrswelt ist unheimlich störanfällig.
Diese Grenzen setzen wir uns mit Überbevölkerung, Besiedlungs- und Bebauungswahn, der Abschaffung von kurzen Arbeits-, Produktions-, Versorgungs-, Schul- und Alltagswegen. Die Lagerhaltung findet auf der Straße in LKWs statt und private Vorratshaltung in den Haushalten gibt es auch nicht mehr (ist auch nicht vorgesehen). Zu der Lagerhaltung auf der Straße kommt ein unstillbarer Hunger nach ständigem Nachschub aller Güter. Der Autoverkehr (Segen und Fluch gleichermaßen) hat explosionsartig zugenommen und ist einer der Hauptgründe, warum nichts mehr geht, wenn nichts mehr geht. Selbst das Salzen scheint mir nicht die Endlösung für zukünftige Winter zu sein. Wie schön war es vor der Wende, auf einer festen Schneedecke nahezu allein zur Frühschicht zu fahren. Der Mittelweg zwischen Schneeräumen, Salzen und Streuen scheint mir noch nicht gefunde.
Zu DDR-Zeiten haben Privatleute und Hausgemeinschaften gemeinsam ohne finanzielles Gegenrechnen zur Schneeschippe gegriffen. Nicht einmal in Wintern wie solchen scheint sich noch jemand daran zu erinnern. Mittlerweile sind Generationen nachgewachsen, die das nicht einmal mehr kennen. Nicht einmal sein eigenes heiliges Blech´le schippt man frei. Da wird Gas gegeben und mit dem Auto geschaukelt und gewippt, bis man nach einer Viertelstunde mit stinkenden Kupplungsbelegen davon saust. Ich habe übrigens zur Zeit sogar die Schneeschippe im Auto bei mir.
Warum werden nicht von den vielen Hartz-4-Empfängern und Arbeitslosen Leute zum Schnee beräumen eingeteilt? Auf ein solches Kontingent Muskelkraft kann man doch bei solchen Verhältnissen nicht verzichten! Das muß jemand organisieren und diese Leute einteilen. Und wenn es vier Stunden am Tag sind, ist schon vieles erledigt, was der Winterdienst nicht schafft (nicht schaffen kann) – zum Beispiel Parkplätze und -buchten, Bushaltestellen, Fußgängerübergänge und mehr. Aber die deutsche Politikerriege würde sich wahrscheinlich streiten, ob man das überhaupt darf und wie das versicherungsrechtlich einzuordnen ist. Bis dahin ist Frühjahr . . . Ich verlange nur, daß diejenigen, die von Zuwendungen leben, wenigstens im Notfall etwas dafür tun. Aber warum sollten sie? Sie haben ihre Grundsicherung und damit finanziell nichts davon, wenn sie sich abmühen. Und sie haben persönlich nichts davon, wenn das System dadurch ein wenig besser funktioniert. Außer man ändert die Regeln . . .
Ich möchte einmal ein Beispiel nennen: Beim Hochwasser 2002 haben mein Sohn (16), sein Schulfreund und ich uns zu Hilfsmaßnahmen gemeldet. Da in unserem damaligen Heimatort kein Bedarf war, da der Schaden überschaubar gewesen ist, meldeten wir uns in Aue. Zuerst halfen wir einem Privatmann im Keller und dann einem Schlossermeister in der gefluteten und zerstörten Firma. Es gab dafür außer Verpflegung nichts! Der Schlosser war den Tränen und einem Nervenzusammenbruch nah. Folgendes Gespräch kam zwischen ihm und mir zustande:
Schlosser: “Eine Woche ist das Hochwasser her. Die ganze Woche kommt niemand helfen. Heute (Sonnabend) kommt Hilfe. Ausgerechnet ab Montag habe ich diesmal volle Auftragsbücher.”
Ich: “Das tut mir leid. Aber ich zum Beispiel hatte Spätschicht. Ich konnte erst heute. So wird es den meisten gehen.”
Schlosser: “Ich weiß, das war kein Vorwurf! Aber wo waren in der vergangenen Woche die, die nicht auf Arbeit gehen?”
Die Frage ist berechtigt und durchaus weiterführende Gedanken wert. Wie wollen wir uns demnächst in solchen Situationen helfen?
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Nachtrag: In der Freien Presse Chemnitz vom 17.12.10 fragte eine Chemnitzerin an, ob man nicht die vielen Arbeitslosen bei dieser Ausnahmesituation mit einspannen kann, um die Situation zu entschärfen zu helfen. Die Antwort der ARGE: Das ist nicht gestattet.
Meine veröffentlichte Leserzuschrift dazu lautete wie folgt: Sehr geehrte Damen und Herren,
ganz so kann man die Antwort auf die Frage einer Chemnitzerin (Arbeitslose zum Schnee beräumen) nicht stehen lassen – und man darf auch anderer Meinung sein!
Bei diesen außergewöhnlichen Verhältnissen hat jeder, der einer Arbeit nachgeht – auch Schulkinder (Rentner nehme ich hier mal aus) – erhebliche Probleme, seiner Tätigkeit nachzugehen, zusätzlich zum privaten Alltag, den alle haben. Man setzt seine Gesundheit und/oder sein Eigentum (z. Bsp. PKW) auf´s Spiel, um pünktlich oder überhaupt auf Arbeit zu erscheinen. Es wird Freizeit in erheblich längere Arbeitswege investiert und die zusätzliche Organisation des Familienlebens kostet extra Kraft und Nerven.
Warum sollen Menschen, die von öffentlichen oder dem von Anderen erarbeiteten Geldern Grundeinkommen beziehen, in dieser Ausnahmesituation nicht auch ihren Beitrag leisten, um die die Situation einigermaßen zu entschärfen. Immerhin geht es auch um ihr “Einkommen”! Für ein kleines und auf die Stütze nicht anrechenbares Entgeld (denn ganz umsonst sollte es ja nicht sein) kann hier ein hoher gesellschaftlicher und für´s öffentliche Leben hoher Nutzen erarbeitet werden. Irgendwann ist der Winter vorbei, dann können sich “die” wieder ausruhen. Dazu müssten aber die Regeln geändert und mit aller Konsequenz durchgesetzt werden. Da sehe ich in Deutschland ein Problem bei der Politik!
Ist das Schwachsinn oder ist hier jemanden ein Licht aufgegangen?
Die Tageszeitung “Freie Presse” stellt am 11.12.10 auf der Seite “Auto und Verkehr” Tagfahrleuchten für Fahrräder vor und begründet das mit mehr Sicherheit. So weit, so gut.
Ich denke, man sollte den Pedalrittern erst einmal einbläuen, daß das Licht in der Dunkelheit eingeschaltet wird. Das betrifft nicht alle. Aber all´ die, die es betrifft, sind entweder lebensmüde oder bescheuert! Und die nächste Frage wäre, was haben Fahrräder ohne Licht im Handel zu suchen? Klar, der Hersteller oder der Händler wissen ja nicht, wo das Fahrrad eingesetzt wird (im Garten oder im Wohnzimmer?). Fakt ist, es (das Rad) hat ohne Licht nichts im Handel zu suchen. Wer mit dem Fahrrad nur Geländesport betreibt, kann das Licht immer noch abschrauben
Zu DDR-Zeiten war das eine klare Regel! Jedoch der mündige Bürger in seiner persönlichen Freiheit darf auch ohne Licht fahren. Nur – wenn etwas passiert, bekommt dann der Autofahrer als stärkerer Verkehrsteilnehmer eine Teilschuld?
zwei Beispiele
1.) Auf dem Weg zur Frühschicht nimmt mir ein Radfahrer mit unbeleuchtetem Fahrrad morgens 04.45 Uhr auf dem Autobahnzubringer aus einer Dorfstraße heraus die Vorfahrt.
2.) Auf dem Weg zur Nachtschicht kreuzt ein Radfahrer mit unbeleuchtetem Rad und selbst kapuzenverhüllt (er sah und hörte also nicht viel und wurde fast nicht gesehen) vor mir ohne auch nur ansatzweise nach links oder rechts zu schauen meine (Haupt-) Straße. Wenn dann noch die heute obligatorischen mp3-Stöpsel ins Spiel kommen, ist es mit seinen Sinneswahrnehmungen ganz vorbei.
Aber zurück zu der anvisierten Sicherheit beim Tagfahrlicht. Fahrräder haben wie Motorräder (und übrigens auch Fußgänger) eine sehr schmale Silhouette. Deshalb dürfen Motorräder seit 30 Jahren am Tag mit Licht fahren, nein – sie müssen es sogar. Die Begründung ist dieselbe wie bei den Radfahrern. Nun hatten wir in der letzten Legislaturperiode einen Verkehrsminister, dessen oberstes Ziel es war, eine Tagfahrlichtpflicht für Autos durchzusetzen. Wahrscheinlich haben sich die Autolampenindustrie und die Werkstätten schon darauf gefreut. Aber der erstrebte Sicherheitsgewinn für Motorradfahrer wäre völlig dahin. Zum Glück sieht der jetzige Verkehrsminister darin keinen Handlungsbedarf. Oder soll ich sagen, noch nicht . . . ?
Die STVO sagt klar und deutlich aus, wann der Autofahrer die Pflicht hat, sein Licht einzuschalten: bei Dunkelheit, bei Nebel und bei schlechter Sicht unter 300 m. Darüber hinaus hat er auch das Recht, sein Licht nach Gutdünken einzuschalten bei Nieselregen, in dunklen Waldabschnitten, bei schwierigen Lichtverhältnissen usw. Ich kann mich als Motorradfahrer sogar dafür erwärmen, wenn Tagfahrlichtpflicht für Autos in der dunklen Jahreszeit und außerhalb der Motorradsaison eingeführt wird (Okt./Nov. bis März/Apr.) Aber bitte mehr nicht!!
Aber manche Fahrer der blechernen Bürgerkäfige sind schon mit den bestehenden Regeln überfordert: da wird beim harmlosesten Nieselregen mit Nebelschlußleuchte und bei Dunkelheit mit Nebelscheinwerfer gefahren. Da ist es auch völlig egal, ob der hinterher Fahrende vor Wut über die Blendwirkung der Nebelschlußleuchte am Liebsten ins Lenkrad beißen möchte. Überholen ist auch nicht leicht, denn an die mit Benutzung der Nebelschlußleuchte verbundene Höchstgeschwindigkeit hält sich auch keiner. Und unter diesem Aspekt ist es auch kein großer Schritt mehr zu den permanenten Nichtblinkern. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel. Oder doch nicht?
Jedenfalls erscheint mir das Tagfahrlicht für Fahrräder nur sinnvoll, wenn diese wiederum auch im Dunkeln beleuchtet unterwegs sind. Das erscheint mir dringender!
Ein Link zu einem ähnlichen Thema: KLICK
Ein lichtaufgehendes Nachdenken wünsche ich
Ich breche eine Lanze für den Winter. Ist das derzeitige Wetter nicht herrlich?
Dieser Beitrag findet eine Fortsetzung in einem zweiten Beitrag:
Was lehrt uns das Winterwetter: KLICK HIER
Was wird über den Winter geschimpft, über die Kälte geflucht und der Schnee verdammt. Ich bin kein Wintersportfreak, aber mal ehrlich: welche Alternative gäbe es denn um diese Jahreszeit? Temperaturen zwischen Null und Fünf Grad, wolkenverhangener Himmel, keine Sonne, Nieselregen – Mistwetter, Grippewetter!
Wie herrlich ist im Gegensatz der jetzige Wintereinbruch: die Landschaft ist tief verschneit, der Schnee nimmt dieser Jahreszeit ein wenig von den sonst üblichen trübsinnigen Lichtverhältnissen, die Luft ist klar und rein. Die tiefstehende Wintersonne taucht alles in ein goldgelbes Licht, der Schnee glitzert. Unter den Füßen der dicken Winterschuhe knirscht es bei jedem Schritt. Warum regen sich all jene, die sich im Januar/Februar wie die Angestochenen und Gejagten auf der Autobahn in Richtung Winterurlaub in die Alpen bewegen über den hiesigen Schnee in einem deutschen Wintermonat auf? Nehmt einen Fotoapparat oder einen Rucksack mit einer Thermosflasche heißen Tee und geht raus, den Winter genießen! Wenn ich ehrlich bin: im Sommer habe ich Temperaturen über 25, max. 30 Grad nach dem ersten Tag satt. Egal, wie lange mich eine Schlechtwetterlage vorher nach dem Sommerwetter lechzen ließ. Diese Probleme habe ich bei dem derzeitigen Bilderbuchwinterwetter nicht.
Der Winter gehört nun mal in unsere Breiten wie auch der Frühling, der Sommer und der Herbst. Wenn es mal im Sommer über Wochen heiß und trocken ist, finden das die meisten schön (obwohl es das definitiv nicht ist). Wenn der Winter sich dasselbe Recht herausnimmt, stört es die meisten. Dabei kann ein Winter, wenn er so daherkommt wie zur Zeit mit Schnee und viel Sonne, herrlich sein.
Es ist auch nicht so, daß sich der Winter nicht mit unserem modernen Leben oder unserer modernen Welt verträgt. Umgekehrt ist es der Fall! Unsere moderne Wirtschaftswelt, unser modernes Leben, unsere Arbeitswelt, unser modernes Verkehrswesen und die viel zu dichte Bebauung und Besiedlung der Erde durch den Menschen vertragen sich nicht mit dem Winter. Die ehemals “vier Feinde des Sozialismus” (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) erleben in unserem jetzigen Zeitalter und in unserer Gesellschaft eine erneute Blüte. Denn genaugenommen sind auch Sturm, Regen, Hitze und Trockenheit, Hochwasser, Vulkanasche und was weiß ich nicht alles ebenfalls nicht willkommen. Weil unsere moderne Welt Grenzen aufgezeigt bekommt, die nicht vorgesehen sind. Es ist überhaupt nicht vorgesehen, daß mal “etwas passiert” und alles kurzfristig zum Stillstand kommt. Und wenn unsere moderne Gesellschaft mit ihrem Arbeits- und Wirtschaftsgefüge weiter ins uferlose wächst, werden die selbst gesetzten (aber nicht akzeptierten) Grenzen immer enger. Da kann man dann auch über den Winterdienst schimpfen, ich bin überzeugt, daß diese Mitarbeiter schon ihr menschenmöglichstes tun!!!
Vulkanasche lehrt uns Besinnung KLICK HIER
Winter im Westerzgebirge KLICK HIER
Mir ist das definitiv zu heiß KLICK HIER
Dankeschön an Karin für die schönen Fotos.
Einen schönen Wintersonntagnachmittag wünsche ich
























