Archiv für Januar 2011


an einem Wintertag bei strahlendem Sonnenschein stapften wir von Daßlitz nach Neumühle zum Amselstein

Ein schönes und in der Nähe meines “Wochenend-zu-Hauses” liegendes Ausflugsziel ist der Amselstein bei Neumühle im Landkreis Greiz. Losmarschiert in Daßlitz und dann über die Felder und im Wald wandernd erreichten wir den Amselstein;  315 Meter über NN und hoch über dem Tal der Weißen Elster gelegen. Schade, daß die nun mittlerweile recht hohen Bäumen den Blick in die Weite ein wenig versperren. Nicht zu überhören ist aber das Rauschen des Elster-Wehres unten im Tal an der Mühle. Wer aber ein wenig mehr Aussicht genießen möchte, ist am gegenüberliegenden Aussichtspunkt “Weißes Kreuz (Heiterer Blick)” besser aufgehoben. Aber bitte nicht mit dem Weißen Kreuz in Greiz verwechseln.

Für uns stand aber ohnehin der Weg und der Marsch als vordergründiges Ziel – und ein paar Fotomotive :-)

Ergänzende Links zum Thema:

Weiße Elster und Rüßdorfer Alpen (1)  KLICK HIER

Weiße Elster und Rüßdorfer Alpen (2) KLICK HIER



Widersprüchliches in der Werbung 2011 und 2012

In der Werbung von LIDL und ZEEMAN gab es Mitte Jan. 2011 Handtücher. Es gab Bade- und Duschhandtücher, Handtücher, Waschhandschuhe und Gästehandtücher. Was macht denn ein Gästehandtuch zu diesem? Darf ich meinen Gästen nicht auch ein Duschhandtuch geben oder darf ich die für die Gäste vorgesehenen Handtücher dann selbst nicht nehmen? Daß ein Handtuchkauf so kompliziert ist, darüber habe ich noch nie nachgedacht . . .   :-(

Ebenfalls bei ZEEMAN in der Werbung für Mitte Januar 2011 waren Handfeger und Kehrschaufel im Angebot. Wörtlich hieß es: “Handfeger und Kehrblech, aus Plaste”. Ein Blech aus Plaste, ja wie nun? Das ist ja wie ein Stück Rind vom Schwein  :-)

Im März 2011 wirbt AWG Mode-Center mit Spring-Rabatten. Sind das Blumenrabatten, die springen? Oder sind es die Kunden, die vor Freude über die Rabatte vorm Schaufenster hin und her springen? Oder ist es die Höhe der Rabatte selbst, welche je nach Wechselkurs des Euro an der Börse hoch oder runter springen? Nein, alles falsch. Spring ist auf englisch der Frühling, “the spring”. Es sind Preisnachlässe im Frühjahr, mehr nicht. Ham´ die ´ne Vollmeise, hääh :-(

Ein Kollege von mir stand beim Discounter vor dem Eierregal vor einem ähnlichem Problem. Da waren Eier aus Käfighaltung, Eier aus Bodenhaltung, Bio-Eier und Sonntagseier im Angebot. Was macht ein Ei zum Sonntagsei, wenn nicht der Tag, an dem ich es koche? Und dazu sollte ein Ei aus der Bodenhaltung nicht genommen werden können? Wo werden Sonntagseier gelegt, wenn nicht im Käfig, in der Bodenhaltung oder im Bio-Freiland? Oder, andere Frage: Werden Sonntagseier nur am Sonntag gelegt? Und dabei ist es völlig egal, wo es gelegt wurde, Hauptsache sonntags!

Bei ALDI gab es 2009/10 Sport-BHs für Damen. Für Damen, wer hätte das gedacht? Es mag ja Männer geben, die rein von der Statur her auch einen BH tragen müßten. Aber diese Herren brauchen mit Sicherheit keinen Sport-BH, weil sie nicht so aussehen, als würden sie Sport treiben  ;-)

Ich muß aber davon ausgehen, daß es auch BHs für Männer gibt, denn der PENNY bietet im Februar 2012 ebenfalls BHs ausdrücklich für Damen an  ;-)

Wer kennt noch den Werbespruch von Douglas “Come in and find out”. Alle Welt machte daraus “Komm´ herein und finde (wieder) heraus.” Der Spruch wurde wegen permanenten Mißverständnis abgesetzt. Beim Winterschlußverkauf gibt es einen ähnlichen nervigen und der Allgemeinheit nicht verständlichen Slogan: Die Galeria Kaufhof nervt uns mit Weihnachts-SALE und Sommer- und Winter-SALE.

Was soll das? Was ist SALE?

KLICK auch hier

Jedenfalls möchte ich der Douglas-Werbung noch eins draufsetzen: Im Prospekt der Galeria Kaufhof wurde zum Saisonräumungsverkauf ein Tiegel angeboten. Keine Produktbeschreibung und kein Preis waren zu erkennen. Nur die Buchstaben SALE prangten unter dem Abbild des Tiegels. Folgendes Streitgespräch entwickelte sich zwischen drei Arbeitskollegen – zwei Männer, eine Frau, alle Drei nicht mehr die Jüngsten und alle Drei des Englischen nicht mächtig. (Wobei auch mir mit Schulenglischkenntnissen “Sale” ein Rätsel bleibt.) Die beiden Männer behaupteten, daß SALE etwas mit Räumungsverkauf zu tun hat, mit Preissenkungen oder mit Rabatten. Sicher waren sie sich aber nicht. Dafür war sich die Frau um so sicherer, daß der Tiegel (das Modell oder die Firma) Sale heißt. Und sie vertrat diesen Standpunkt dermaßen vehement (“Das steht doch hier, Du Rindvieh! Der Tiegel heißt Sale!”), daß die Männer es glaubten.

:-)      ;-)    :-)

Bei KIK oder TEDI gibt es 2012 Bodywärmer. Ein Bodywärmer ist keine Wärmflasche oder ein aufheizbares Körnerkissen. Auch das Unterwäschestück “Body” wird nicht etwa in der Mikrowelle – dem sogenannten Bodywärmer – an kalten Tagen vor dem Anziehen erwärmt. Ein Bodywärmer war in diesen Geschäften schlicht eine Weste!

Im Einrichtungshaus DOMÄNE gibt es 2012 “Ambiente-Vlies”. Was das ist? Ich wußte es auch nicht. Es handelt sich – sozusagen für´s häusliche Ambiente – um Vliestapete. Herkömmliche Vliestapete. Aber es klingt erstmal richtig bullig ;-)  

Was macht Gartensocken bei PENNY zu Gartensocken? Es gibt Kinder-, Damen-, Herren-, Wander-, Arbeitssocken und viel mehr. Was ist an Gartensocken anders? Dürfen die wegen des Arbeitsschutzes nicht grün sein? Sind Gartensocken auch für Kinder? Oder, ähnlich dem BH, nur für Damen? Oder ist die Frage hier schwer zu beantworten, ähnlich der ganz oben nach den Sonntags-Eiern? Man stelle sich folgenden Wortwechsel vor: “Schatz, bist Du fertig für die Wanderung?” “Ja, ich muß nur noch die Schuhe anziehen.” “Aber weißt Du, so geht das nicht: Du hast ja noch die Gartensocken an. So nehme ich Dich nicht mit. Ziehe sofort die Herren- oder die Trekkingsocken an!”

;-)     :-)    ;-)



Lichteinfall im Torbogen der Schloßruine Hartenstein

Folgendes Foto gelang mir Mitte der 1990er Jahre. Das Schloß Hartenstein wurde in den Apriltagen des Jahres 1945 fast zu Kriegsende ein Opfer der Fliegerbomben. Gerüchte besagen, daß die Alliierten mit den drei Schlössern in Hartenstein nicht klar kamen. Da gibt es die Burg Stein, Schloß Wolfsbrunn und eben jenes Schloß Hartenstein. Offenbar sollte Schloß Wolfsbrunn (SS-Führerschule) das anvisierte Ziel sein.

In den 1950/60er Jahren existierte auf dem Gelände eine Freilichtbühne. Der “Altenburger Prinzenraub” wurde hier unter anderem aufgeführt. Danach mutierte die Ruine zum mehr oder wenig illegalem Abenteuerspielplatz. Seit den 1990er Jahren wird die Ruine von einem Verein nach und nach gesichert und erhalten, um sie als Schloßruine einer Nutzung zuzuführen.

 

Torbogen der Schloßruine Hartenstein

Förderverein Schloßruine Hartenstein  KLICK

Schloß Hartenstein  KLICK



Kühe – die etwas andere Sammlung ;-)

Die Kuh macht muh!

Viele Kühe machen Mühe

Seit Jahren sammle ich Kühe. Freilich keine echten! Sie können aus verschiedenen Materialien bestehen (Glas, Holz, Porzellan, plastische Massen, Metall . . .) Ich besitze sie relativ naturgetreu gestaltet, aber auch in den skurrilsten Ausführungen oder bei völlig kuh-untypischen Beschäftigungen. So kommt auch ein geflecktes Schwein in den Genuß, Kuh zu sein. Von meiner Tochter habe ich ein ausgeblasenes Ei als selbst gebastelte Kuh bekommen. :-)

meine Kuhsammlung

Zwei Bedingungen stelle ich: Die Kühe sollten in ihrer Größe in die Sammlung passen und ich möchte die Sammlung über die beiden Anbauwandfächer hinaus nicht ausdehnen. Ob es gelingt?

meine Kuhsammlung

meine Kuhsammlung

Da ich zwischen meinem 16. und meinem 18. Lebensjahr auch oft im Kuhstall (Milchviehanlage und Abkalbestall) gearbeitet habe und mir dabei das Geld für mein erstes Motorrad verdiente, kann ich mit Fug und Recht aus eigener Beobachtung behaupten:

Kühe sind schöne Tiere

Klammer-Kuh

 

Nachtrag 2012:

Bis zum Mai des Jahres 2012 bekam die Sammlung weiteren Zuwachs. Langsam wird es eng im Kuhstall, also ich meine im Schrank :-)   Die beiden letzten Neuzugänge fügen sich harmonisch in die Herde ein, wie Ihr seht:

Wissenswertes:

Kühe sind in aller Munde:

° Im Jahr trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich 60 Liter Milch und verzehrt 23 Kilo Käse sowie neun Kilo Rindfleisch.
° Kühe verbringen bis zu neun Stunden pro Tag mit Wiederkäuen. Dabei machen sie bis zu 30.000 Kaubewegungen und produzieren etwa 200 Liter Speichel.
° Der Farbstoff “Indischgelb” wurde aus dem Urin von Kühen gewonnen. Um den intensiven Gelbton zu erhalten, ließ man die Kühe dursten und fütterte sie nur mit Mangobaumblättern.
° Kühe gehören zu den schlimmsten Umweltverschmutzern. Da ihnen etwa alle 40 Sekunden ein Bäuerchen entfährt und sie dadurch bis zu 250 Liter Methangas pro Tag ausstoßen, sind sie massiv an der Aufheizung der Atmosphäre beteiligt.
° Im Mittelalter glaubte man, dass der Teufel über unsere Sünden Buch führt. Er schreibt dabei auf Pergament, das aus der Haut von Rindern hergestellt wird. Wenn der Sünden jedoch so viele sind, dass sie jedes Maß sprengen, dann passen die Verfehlungen des Menschen “auf keine Kuhhaut”.
° Einer Studie der Universität von Madison zufolge erhöht sich die Milchproduktion von Kühen, die mit klassischer Musik beschallt werden, um 7,5 Prozent. Umgekehrt zeigte eine deutsche Untersuchung, dass Musik von den “Wildecker Herzbuben” den Milchertrag um 2,5 Prozent sinken lässt.
° Auch Kühe haben Heimweh. Als Auslöser gilt der Gesang der Schweizer Alphirten: “Wenn Kühe von Alpenzucht, aus dem Geburtslande entfernt, diesen Gesang hören”, schrieb Johann Gottfried Ebel 1798, “werfen (sie) augenblicklich den Schwanz krumm in die Höhe, fangen an zu laufen, zerbrechen alle Zäune und Gatter, und sind wild und rasend.” Neulich in Chemnitz: Weil sie sich nicht auf die Weide führen lassen wollte, hat sich am Mittwoch eine Kuh in Altenhain losgerissen. Sie flüchtete zum benacharten Pferdehof und rannte dort über eine Rampe in eine Scheune. Dort brach das rund 800 Kilogramm schwere Tier ein und stürzte durch zwei Stockwerke. Sie landete schließlich in einer Pferdebox. Weder Mensch noch Tier wurden dabei verletzt.




Wie sieht das denn? An Silvester in 2006 hat´s viel Schnee, das ist ganz toll lecker!

(Diesen Blogbeitrag bitte nicht so bierernst nehmen ;-) )

Es gibt Wortschöpfungen, da fragt man sich, wer solchen Unsinn ausheckt – sei es in grammatikalischer, orthografischer oder stilistischer Hinsicht. Das Schlimme ist, diese Phrasen werden von “Fachleuten” in die Welt gesetzt und/oder auch von diesen gedankenlos verbreitet. Moderatoren, Redakteure und Journalisten sowie Werbefachleute sollten eigentlich noch zu den Hütern der Sprache gehören. Aber weit gefehlt. Und auch das Rechtschreibprogramm von MS-Word geht nicht im Einklang mit der deutschen Rechtschreibung, auch nicht mit der reformierten! Ich beziehe das Folgende einmal speziell auf meine Heimatregion:  was für ein Schwachsinn seit der Wende in ostdeutsche Redaktionen schwappt – da müßte wenigstens ein Kopfschütteln angesagt sein.

:-)        :-)

“Sachsens größte Auswahl an wohnen, schlafen und Küchen” (Möbel Mahler). Der seit zwei Jahren in Siebenlehn ansässige ewige “Neueröffner” wirbt mit einem Mischmasch an Verben und Substantiven. Meine Meinung: entweder “wohnen, schlafen und kochen” oder “Wohnzimmer-, Schlafzimmer- und Küchen(möbel)”

evakuieren: evakuieren bedeutet etwas räumen, leerziehen. Häuser können evakuiert werden (von Menschen leer gemacht), Straßenzüge, ganze Städte oder Regionen kann man evakuieren. Man kann aber keine Menschen oder Einwohner evakuieren! Aber gerade das scheint immer mehr der Fall zu sein. Wie soll das wohl aussehen? Dennoch hat sich diese Form der Evakuierung dermaßen durchgesetzt, dass der neue Duden (so habe ich es gelesen) diese Begriffserklärung ab sofort übernehmen wird.

Höschen: die Verniedlichungs- oder Verkleinerungsform -chen beschreibt eine kleine, niedliche Hose (Kinderhose, Spielhose, knappe Shorts . . . ). Wieso heißen Schlüpfer allerorten nur noch Höschen? Ich kenne persönlich nur eine Person, die diesen Begriff gebraucht. Schlüpfer, Schlüpper, Slip, Tanga, Buxen und ähnliches – alles ok. Aber Höschen? Höschen sind bei mir keine Unterwäsche!

Bindestrich, Gedankenstrich, Minus? Die deutsche Grammatik kennt mehrere Strichzeichen. Der Bindestrich verbindet etwas und steht ohne Leerzeichen, zum Beispiel “Das Buch für Motorrad-Urlauber”. Der Gedankenstrich stellt eine gedankliche Trennung dar, kann dem Komma ähnlich verwendet werden. “Der weggetaute Schnee bringt es ans Licht – die Hinterlassenschaften der Silvesternacht sind erheblich.” Schon hier scheint die beruflich schreibende Zunft an ihre fachliche Grenzen zu geraten – und der nachahmende Laie sowieso. Aber einmal das falsche Strichzeichen gesetzt ergibt oft einen völlig anderen Sinn! Wenn dann im Sprachgebrauch aus dem Bindestrich ein “Minus” wird, hört der Spaß eigentlich auf. Minus ist ein Rechenzeichen! Wenn ich eine Internetadresse mit Bindestrich angebe, kann ich doch auch Bindestrich sagen, oder? Es gibt nur einen Bindestrich. Die anderen Striche (  ” – ” , _ , / , \ ) heißen alle anders!

lecker: bei dem Wort “lecker” stehen mir die Nackenhaare wie Schweißdrähte hoch – und das aus gutem Grund. Erstens ist diese Floskel dermaßen dominant (bis hin zu leckerem Strom!) und zweitens wird kaum ein Adjektiv so oft grammatikalisch so falsch eingesetzt. Meistens kommt “lecker” nur in der Infinitivform daher, ohne jegliche Beugung zum Bezugswort. Ein Adjektiv beschreibt eine Eigenschaft (des Substantives, der Handlung, des Lebewesens und so weiter). Als solches wird es gebeugt. Kein Mensch sagt “ein hübsch Mädchen”, “ein schnell Auto” oder “ein trüb Wasser”. Warum sagt man dann “ein lecker Essen”? Es ist immer noch ein leckeres Essen! Noch schlimmer wird es, wenn das Infinitiv-Adjektiv nicht nur nicht gebeugt wird, sondern auch noch zum falschen Hauptwort in Bezug steht. Ein Beispiel gefällig? “Da gibt es dann ein lecker Fass Bier!” (Moderatorin im RSA). Wie ist denn ein Fass beschaffen, wenn es lecker ist? Lecker kann allenfalls das Fassbier sein, nämlich das Bier aus dem Fass. Aber das Wort greift weiter um sich: es riecht lecker (ein lecker Geruch), es sieht lecker aus und es schmeckt lecker (“Die Tiere bekommen lecker Zweige”, MDR), der Strom ist lecker (wohl besonders günstig?) und das Model sieht lecker aus. Eine Apotheke wiederum bietet im Rahmen der Neujahrsabnehmwelle (laut Radiosender) lecker Rezepte an. Mal abgesehen davon, daß ich in Apotheken meistens mit Rezepten hinein gehe statt raus… was ist ein lecker Rezept? Erstens müßte es leckeres Rezept heißen – und was bitteschön macht ein Rezept zu einem leckeren Rezept? Müßte es, wenn schon, nicht ein (Koch-)Rezept für ein leckeres Gericht sein?

Ob nicht manchmal “das schmeckt gut”, “das hat gut geschmeckt” oder “das sieht appetitlich aus” besser wäre?

Auf dem Chemnitzer Kaßberg an einem Restaurant entdeckt: “Kochkurse! Lecker und originell” Jetzt ist nicht nur das Resultat (nämlich das fertige Gericht) lecker, jetzt ist schon der Lehrgang lecker! Da ist der Erfolg faktisch schon vorprammiert.

;-)         :-)

ganz toll: “ganz toll” als Beschreibung für etwas Herausragendes lasse ich mir gefallen. Aber es gibt Satzbildungen, die tun stilistisch weh. “Da sind ganz toll viel Leute, und die machen alle Party” (eine Radiomoderatorin).

etwa: “etwa” als Wort des Abschätzens oder des Ungefähren zu benutzen empfinde ich in Ordnung. “Ich bin etwa 1,80 m groß.” oder “Hast Du gestern etwa die Schule geschwänzt?” Neuerdings bedeutet “etwa” aber häufig “beispielsweise” oder “zum Beispiel”. Das wäre auch noch in Ordnung, wenn man die Überleitung mit dem Wort “wie” gestaltet. Zum Beispiel: “Diese Woche regnete es mehrmals, wie etwa gestern und vorgestern.” Aber neudeutsch hört man nur noch “Der Schnee liegt kniehoch, etwa in Chemnitz.” Das ist kein klarer Satz und dennoch greift diese Phrase journalistisch um sich.

Auto fahrende Familie, Schnee reicher Winter, Ausfahrt frei halten…: auch wenn mit der neuen deutschen Rechtschreibung viele Zusammenschreibungen nicht mehr richtig sind, so betrifft das doch nicht alle. Aber die neue Rechtschreibung in Verbindung mit dem Rechtschreibprogramm von MS Word schafft völlig eigene Kreationen. Aber die Aufforderung, eine Ausfahrt bitte nicht zu behindern, lautet eigentlich immer noch “Ausfahrt freihalten!” Ebenso sind zusammengesetzte Worte aus einem Substantiv und einem Adjektiv ingesamt ein Adjektiv und werden klein und zusammen geschrieben: schneereicher Winter und autofahrende Familie.

Flieger: Das Wort “Flieger” existiert, keine Frage. Aber seit der Wende reden alle nur noch vom Flieger, wenn sie ein Flugzeug meinen. Dabei ist der Flieger eigentlich derjenige, der das Flugzeug fliegt, der Pilot nämlich. Das Fliegerlied dazu entstand 1932 als Filmmusik und wurde während der Neuen Deutschen Welle 1980 von der Band Extrabreit gecovert.

Flieger, grüß mir die Sonne, grüß mir die Sterne und grüß mir den Mond,
dein Leben, das ist ein Schweben durch die Ferne, die keiner bewohnt.
Schneller und immer schneller rast der Propeller, wie dir’s grad gefällt,
Piloten ist nichts verboten, drum gib Vollgas und flieg’ um die Welt.
Such Dir die schönste Sternenschnuppe aus und bring sie Deinem Mädel mit nach Haus.

an Ostern, an Weihnachten: Mag sein, daß man in einigen Regionen der alten Bundesländer so redet. Aber nicht in allen und im Osten auch nicht. Wieso zwingt man uns dann solchen Mist auf ? “Wir treffen uns an Silvester” oder “An Weihnachten sind Schulferien” ist regional und sollte es bleiben. Wir hier in Sachsen (Osten) sagen “zu Weihnachten” oder “zu Silvester”. Denkbar wäre auch “zum Weihnachtsfest” oder “am Silvestertag”. Oder wie Bastian Sick in der Chemnitzer Freien Presse vorschlägt: ganz ohne zu/an/am, einfach nur “Wir sehen uns Weihnachten!”

in 2008: dasselbe Problem wie einen Absatz weiter oben. “In 2007 war ein heißer Sommer” sagt hier niemand, oder sollte es heißen “In 2007 Jahren wird ein heißer Sommer sein?”. Aber im Ernst, “Im Jahr 2007 war ein heißer Sommer” ist richtig, oder eben nur “2007 war ein heißer Sommer”.

da hat´s Schnee/Regen: noch einmal dasselbe regionale Problem. Ich weiß nicht, in welcher Region der alten Bundesländer man das so sagt. Aber hier sagt man seit eh und je (und immer noch) “Es hat geschneit!”

Der Gerechtigkeit halber muß ich auch ein paar Beispiele bringen, wo die Grammatik auch in meinem Heimatdialekt völlig entgleist und mit Dialekt nicht zu entschuldigen ist. Folgende Beispiele hört man oft bei alten Leuten (Mittel-)Sachsens . . .

die Bach: das Verwechseln der gebeugten Artikel ist ein Phänomen. “Die Kinder spielen an die Bach”, “Das Stroh liegt in die Scheune” und so weiter.

beim Doktor: ein ähnliches Problem, “Ich muß heute beim Doktor” oder “Ich muß heute noch bei die Elternsprechstunde”. Also ehrlich, das geht doch gar nicht!

Wie sieht das? Häufig von Omas/Uromas als Frage an den Nachwuchs gerichtet: “Guck mal, wie sieht das ?” oder “Das ist kein Rot, das sieht Grün!” Wenn ich bei meinem Sohn die Fragestellung meiner Oma (des Sohnes Uroma) korrigierte und meinte, dass es nicht sieht, sondern aussieht, wusste sie nicht, was ich meine. Es war vergeblich Müh`.

;-)         :-)

Links zu ähnlichen Themen findet Ihr hier:

Public Viewing oder Totenschau: KLICK  HIER

dor säggs´sche Dialeggt gan eefach erklärd: KLICK  HIER

Buch: Der sächsische Dialekt:  KLICK  HIER




passend zu meinen Winterblogs (siehe weiter unten in der Chronik) ein wunderschönes Foto

Das folgende Foto schoß mein Liebling in Daßlitz bei Greiz. Der Baum (Eiche) ist ein wunderbares Exemplar. Er erinnert mich an Gemälde von Ludwig Richter und auch an die Eiche meiner Kindheit auf der Frankenberger Bauwiese.

Eiche bei Daßlitz im Winter

Die Eiche auf der Frankenberger Bauwiese gehörte zwischen 1980 und 1990 zu jeder Jahreszeit zu meinen liebsten Motiven. Leider geht sie heute zwischen Umgehungsstraße und ALDI-Markt beinahe etwas unter . . .

die Eiche auf der Frankenberger Bauwiese




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