Archiv für Juni 2011
Was ist eigentlich “Fronleichnam” ?
Die Katholiken der Welt feiern heute Fronleichnam. Doch was bedeutet dieser kirchliche Feiertag? Ich wußte es nicht – und auch jetzt wird dieser Tag keine weitere Bedeutung für mich als Atheist haben. Aber ich weiß zumindest jetzt ein wenig Bescheid.
Doch zuvor gleich eins vorweg: auch wenn im Begriff das Wort “Leichnam” steckt, so sollte man doch Fronleichnam in Anlehnung an den englischen Begriff Halloween oder andere englische Modewortschöpfungen (Merry X-mas, Happy New Year) nicht als Ableitung von “Frohen Leichnam” mit “Happy Kadaver” übersetzen
Das Wort “Fron” heißt “Dienst, dienen, einem Herrn…, plagen, Knecht sein…” und “Leichnam” bedeutet “Leib”. Beides stammt aus dem Althochdeutschen. Fronleichnam ist das kirchliche Hochfest des Leibes und des Blutes Jesu Christi. Beim heiligen Abendmahl spielen die Elemente Brot (Hostien) und Wein eine tragende Rolle. Jesus sagt von Wein und Brot, sie seien sein Blut und sein Leib.
„Nehmt, das ist mein Leib! Das ist mein Blut!“ Während des Mahls nahm er das Brot und sprach einen Lobpreis. Dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: “Nehmt, das ist mein Leib.” Und er sagte weiter zu ihnen beim Darreichen des Weines: “Das ist mein Blut, das Blut des Bundes… ” Durch Brot und Wein sind die Christen an Jesus erinnert: “Seht, ich bin unter Euch.”
So weit, so gut. Ich muß das nicht weiter hinterfragen. Es reicht mir, wenn die Christen dies feiern. Unklar ist aber, wieso gerade die Katholiken, die sonst einen wahren Marienkult betreiben, das heilige Abendmahl Jesu Christis zum Feiertag machen. Und wieso die Jesus orientierten Evangelen hierin keinen Feiertag sehen. Ich muß das nicht verstehen. Und ich muß auch nicht verstehen, daß Fronleichnam am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest gefeiert wird. Denn das sagt mir wieder nichts. Aber ich werde mich auch einmal zur Dreifaltigkeit kundig machen

Das Wort EHE
bedeutet nach unbestätigten Vermutungen (aber leicht nachvollziehbaren Gründen) die Abkürzung des lateinischen Ausspruches:
errare humanum est
auf gut deutsch:
Irren ist menschlich
Oder anders ausgedrückt: In einer Ehe kann ich Probleme lösen (oder auch nur wälzen), die ich als Mann allein nie gehabt hätte!
P.S.: Hoffentlich liest das jetzt mein Bikerbiest nicht
Heute Abend, am 15.06.2011, findet eine Mondfinsternis statt
Für das Ereignis der heutigen Mondfinsternis muß ich einmal einen früheren Sketch, eine Sonnenfinsternis betreffend, ausgraben. Die Befehlskette in der dargestellten Form ist wohl allgemein übertragbar in alle Herren Länder und gültig im Militär oder in der Wirtschaft. Was uns in der DDR und als ehemalige NVA-Wehrdienstler wohl angesicht des täglich Erlebten bei der NVA zu Lachsalven gerührt hätte, ist heute noch uneingeschränkt übertragbar. Ich denke sogar, daß die Bundeswehr mit ihren Hobby-Wehrdienstlern dem Ganzen noch eines draufsetzt
Der Oberst zum Hauptmann
Heute Abend um 22.00 wird eine Mondfinsternis stattfinden. Diese Naturerscheinung kann man nicht täglich erleben. Befehlen Sie der ganzen Truppe in Felduniform auf den Exerzierplatz hinauszugehen, um dieses Naturwunder zu beobachten. Ich werde anwesend sein, um es anschließend zu erklären.
Der Hauptmann zum Leutnant
Der Oberst hat für heute Abend eine Mondfinsternis angeordnet. Wenn es regnet, wird es nicht möglich sein, diese vom Ex-Platz aus zu beobachten. Deshalb wird die Mondfinsternis in Felduniform in der Turnhalle stattfinden. Ein Phänomen, das sich nicht jeden Tag ereignet.
Der Leutnant zum Unteroffizier
Heute Abend um 22.00 wird der Oberst in Felduniform in der Turnhalle den Mond verfinstern. Ein Phänomen, das bei gutem Wetter alle Tage stattfindet – was man aber bei Regen nicht alle Tage sieht. Bei Regen findet die Vorstellung nicht in der Turnhalle, sondern auf dem Exerzierplatz statt.
Der Unteroffizier zum Gefreiten
Heute Abend um 22.00 wird sich der Oberst in Felduniform in der Turnhalle verfinstern. Wenn es in der Turnhalle regnet, ein Phänomen das man nicht alle Tage sieht, dann wird die Tuppe auf dem Exerzierplatz antreten.
Der Gefreite zu den Soldaten
Heute Abend, wenn es regnet, wird der Mond den Oberst in der Turnhalle verfinstern. Schade, daß man dieses Phänomen nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Eine Motorradtour ins ländliche Oberfranken, in den Frankenwald und an den Rand des Fichtelbegirges. Beinahe wären wir sogar noch an die Saale-Quelle gekommen . . .
Am Pfingstsonntag war mit fast leeren Straßen zu rechnen. An- und Abreiseverkehr fand keiner statt und auch die LKWs sollten eigentlich nicht unterwegs sein. Ein guter Grund, mal nicht auf kleinen Nebenstraßen unterwegs zu sein – sondern die Bundesstraßen zum Kilometer abspulen zu nutzen. Denn eines ist Fakt: reizlos sind die Bundesstraßen unserer Region nicht. In diesem Fall waren das die B 173 nach Kronach, die B 92 im Vogtland, die B 303 im Frankenwald und ein Teil der längsten Bundesstraße Deutschlands, der B 2.
Alle diese B-Straßen sind auch nicht umsonst Teil von zertifizierten Tourismusstraßen, so der Deutschen Alleenstraße, der Frankenwaldhochstraße, der Reußischen Fürstenstraße und der (fränkischen) Porzellanstraße. Ein herausragend-romantischer Abschnitt betraf aber nun gerade nicht die B-Straßen, sondern eine kleine Nebenstraße und besonders den Ort Wirsberg. Es war der Abschnitt von B 303/Ludwigschorgast/Abzweig nach Wirsberg – Cottenau – Gundlitz – Stammbach.
Das Ziel war der Weißenstein bei Markt Stammbach in der Nähe von Münchberg. Ein Ausflugslokal und ein Aussichtssturm mit schönem Rundblick über diese herrliche Gegend waren ein erklärtes Ziel. Wer in größeren Gruppen anreist und/oder Mittagessen zur Hauptzeit möchte, sollte zwingend vorreservieren! Einen Taler in den Opferstock zu Erhaltung der Anlage sollte der Weißensteinverein auch erhalten. Aber warum hatte ich Idiot mein Fernglas nicht mit, wenn man schon bis zu den Festungen von Kronach und Coburg schauen kann?
Der Weißenstein ist knapp 670 m hoch und kann sich damit zu Recht als “Haus- und Hofberg” der Marktgemeinde Stammbach bezeichnen. Abgesehen vom Motorradtourismus, der unser erklärtes Vorhaben an diesem Tag war, lockt der Weißenstein auch mit vielen verschiedenen Wanderrouten rund um den Berg. Geologisch interessant ist der Berg auch durch sein Vorkommen an Eklogit-Gestein. Wir kennen solche geologisch interessanten Berge in unserem heimischen Erzgebirge ebenfalls, so zum Beispiel der Scheibenberg oder der Hirtstein – oder eben im Vogtland der Schneckenstein.
Link zum Weißenstein bzw. Eklogitgestein: KLICK HIER
Nach 250 Kilometern waren wir glücklich, k.o. und zufrieden wieder daheim.
Unsere Fahrt verlief wie folgt: Daßlitz bei Greiz – Greiz – B 92 bis Elsterberg und weiter nach Plauen – Plauen Ortsdurchfahrt – B 173 von Plauen über Hof in Richtung Kronach, am Abzweig der B 303 bei Marktrodach auf die B 303 in Richtung Bad Berneck abbiegen – hinter Ludwigschorgast die B 303 in Richtung Wirsberg verlassen – Wirsberg – Cottenau – Gundlitz – Markt Stammbach, Altstammbach, Weißensteinstraße – zurück bis zum Abzweig Fleisnitz/Friedmannsdorf – Fleisnitz – Friedmannsdorf – B 2 Richtung Hof – B 2 in Münchberg auf die B 289 in Richtung Schwarzenbach an der Salle verlassen – B 289 Schwarzenbach – B 289 nach links verlassen – Oberkotzau – B 15/B 2 Hof – B 2 von Hof über Gefell nach Schleiz – B 94 Schleiz, Zeulenroda, Greiz – Daßlitz
viel Spaß beim Selbsttest
Juni 2011, Kurzurlaub in Graal-Müritz mit Tagesausflügen nach Warnemünde und Ribnitz-Damgarten
Einfach mal raus, die Seele baumeln lassen und nichts weiter als Sonne, Sand, Wind und Meer genießen. Dazu hatten wir die Woche zwischen dem Himmelfahrts- und dem Pfingstwochenende auserkoren. Außerdem wurde dem Fotohobby gefrönt, Muscheln wurden gesammelt und das Ostseebaden probiert. Frauen sind mutiger oder unempfindlicher gegen Kälte – auf alle Fälle leichtsinniger
Ich selbst habe es nur bis Unterkante Po geschafft. Hohe Wellen durften da nicht mehr kommen.
Einen Regenvormittag verbrachten wir im Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten. Das war ein Tip einer ehemaligen Studienfreundin. Für eine Sehenswürdigkeit von Graal-Müritz kamen wir etwa 2 Wochen zu spät: der Rhododendronpark war überm abblühen. Die Roten, Weißen und Gelben waren verblüht, nur am violetten Rhododendron hielten sich tapfer die verwelkenden Blüten.
In Warnemünde genossen wir das Flair am Alten Strom, wanderten auf der Mole hinaus zum Leuchtturm und bestiegen den Alten Leuchtturm neben dem Teepott. Dieser wird von einer Interessengemeinschaft als Aussichtsturm und Technisches Denkmal betrieben. Ein Kaffee nebst einem Stück Kuchen rundete den Warnemündebesuch ab.
Und hier nun die Fotos
Besuch des neuen Aussichtsturmes in Burgk (Thür.) an der Saale
Das Wetter Anfang Juni war zu schön, um es als Motorradfahrer ungenutzt verstreichen zu lassen. Allzu ausufernd sollte die Ausfahrt am Sonntag, dem 05.06.11, aber auch nicht werden. Immerhin wollten wir am nächsten Tag ganz zeitig an die Ostsee aufbrechen. So lag es nahe, ein Ausflugsziel in der Nähe anzusteuern – und was bot sich da besser an, als der neue Aussichtsturm in Burgk.
Burgk mit Schloß Burgk kam vor einigen Jahren mit der authentischen Fernsehserie “Leben im Mittelalter” zu einem gewissen bundesweiten Bekanntheitsgrad. Jetzt, ein paar Jahre später, wurde Burgk mit einer unerwartet hohen Gewerbesteuerzahlung durch den Stromkonzern Vattenvall beglückt. Von dem Geld sollte etwas Tourismus förderndes und Bleibendes den Ort bereichern. Immerhin ist der Tourismus in der Sackgassengemeinde fast die einzige große Erwerbsquelle. Idyllisch im Saaletal/Thür. Schiefergebirge gelegen bot sich der Aussichtsturm oberhalb des Saalebogens, in der Nähe der beiden großen Staustufen Bleiloch und Hohenwarte, förmlich an. Und nun, Ende Mai 2011, wurde er eröffnet.
Der Turm wurde aus Holz errichtet, er ist 43 Meter hoch und 192 Stufen führen auf die Obere Plattform. Auf zwei Zwischenpodests wird auf Tafeln und per Foto Wissenswertes zum Turm und zur Region vermittelt. Auch wenn der Blick in die Runde wunderschön ist, so ist es doch der Blick in die Richtung Schloß und Saalebogen, die den Besucher magisch anzieht.
Das Umfeld des Turmes ist sehr touristenfreundlich gestaltet – ein großer Parkplatz, ein WC-Häuschen, Picknickplätze und mehr sind Annehmlichkeiten, die Wander-, Rad- und motorisierte Touristen erfreuen.
Bei der Fahrt im Tal über die Eisbrücke (und dann weiter entweder in Richtung Remptendorf oder zur Bleiloch-Staumauer und weiter nach Gräfenwarth) bekommt man noch einmal einen schönen Blick zurück zu Turm und Schloß Burgk.
Als letztes Etappenziel stand die Holländer-Windmühle (mit “Sack”museum) in Linda bei Auma auf dem Programm. Danach ging es heim, um das Auto für die Ostseefahrt zu packen.
Den Besuch von Schloß Burgk und den des Aussichtsturms kann ich jedoch wärmstens empfehlen.
ein (fast) spontaner Ausflug nach Weesenstein, gelegen im Müglitztal zwischen Osterzgebirge und Sächsischer Schweiz
Zwei Freunde (sie und er) aus Helmstedt in Niedersachsen hatten sich das Elbsandsteingebirge für eine Woche Wanderurlaub auserkoren. Logisch, daß der Anruf kam “Mensch Du, wir haben uns seit 2003 nicht mehr gesehen. Wollen wir uns nicht mal treffen?” Immerhin kannten wir uns seit 2001 oder ´02, hatten uns bis 2003 ein paar mal gesehen und dann…. wie es so ist, dann war immer irgend etwas anderes wichtiger. So wurde für den Tag schnell Plan “B” entworfen, die Vorfreude auf beiden Seiten war groß. Ich fuhr nach Weesenstein, Treffpunkt 12.00 am Cafe und Pension Kaiserstüb´l. War das eine Wiedersehensfreude
Zu den Erlebnissen dieses Tages gehören auch die Rosen im Weesensteiner Barockgarten im vorigen Blog,
siehe hier: KLICK
Das Weesensteiner Schloß war zuletzt, nach dem es in Besitz mehrerer Grafengeschlechter (zum Bsp. derer von Dohna) gewesen ist, im Besitz der Wettiner. Dominant beherrscht es den Ortskern. Das Schloß ist um einen mächtigen Felssporn herum gebaut worden, der im Inneren des Schlosses weiter in die Höhe ragt. So kommt es zum Beispiel zu der Gegebenheit, daß sich der mittelalterliche Pferdestall im fünften Stock befindet (von außen das Schloß betrachtet). Vom Schloßhof im Inneren aber betritt man ihn dann doch zu ebener Erde wie ein “echtes” Erdgeschoß
Im Schloß befindet sich unter anderem ein Tapetenmuseum mit kostbaren und teils mittelalterlichen Tapeten – so unter anderem einer wertvollen Federntapete. Am Fuße des Felsen steht die Schloßmühle. Ein sich drehendes, wuchtiges, oberschächtiges Wasserrad kündet von “es klappet die Mühle im rauschenden Bach.” Die Mühle ist sicherlich zum jährlich bundesweiten Mühlentag (Pfingstmontag) zu besichtigen. In der Schloßbrauerei wird herzhaftes Bier gebraut und auch gleich in der Brauereischänke ausgeschänkt. Ein uriger Platz allemal. Empfehlenswert ist auch ein Besuch des Schloßcafes mit Blick von der Terrasse über den Barockgarten. Der Kuchen (Quark-Mohn, Stachelbeer und ähnliche) schmecken hervorragend – ebenso wie der Kaffee, der hier noch ein richtiger Filterkaffee ist und keine Senseo-Brühe oder solch aufgeschäumte Espressomaschinen-Plörre (ich mag das nicht)!
Noch einmal zurück zum Hochwasser (siehe dazu auch den Vorblog “Rosen in Weesenstein”): Der innere Ortskern ist eine Freifläche seit dem Hochwasser und bleibt wohl auch eine. Die dort befindlichen Häuser wurden in der Nacht Anfang August 2002 weggerissen. Durch alle Sender und durch alle Zeitungen ging das Drama um die Familie Jäpel. Sie saßen eine komplette Nacht auf einer Mauer ihres Hauses – dem letzten, das noch stand. Von Kleinkind bis Oma saßen sie da oben, während die tosende Müglitz innen buchstäblich das Haus um sie herum wegriss. Da saßen sie um Hilfe schreiend eine Nacht auf der letzten Mauer inmitten des Infernos. Warum eine Hilfe aus der Luft erst am nächsten Tag möglich war, weiß ich nicht.
Noch nicht einmal 10 Jahre nach dieser Naturkatastrophe wollen Menschen schon wieder in Überflutungsgebieten (zum Beispiel Flöha) bauen und klagen vor Gericht, wenn sie nicht dürfen. Die Menschheit ist bekloppt. Aber vielleicht kommt hier mein Lieblingsthema wieder auf den Tisch: die ungebremste Überbevölkerung der Erde durch den Menschen.
Vielleicht denkt man auch, “Naja, Jahrhunderthochwasser. Da kommt erst in hundert Jahren wieder was.” Wer sagt denn, daß das dieses Jahrhundert nicht noch drei mal so etwas passiert und die nächsten zweihundert Jahren nichts mehr? Man ist schnell heutzutage mit Super-Super-Superlativen. Und das gleich zu Beginn eines gerade erst angebrochenen Jahrhunderts!
Entdeckungen im Barockgarten/Schloßpark von Schloß Weesenstein, gelegen im Müglitztal zwischen Osterzgebirge und Sächsischer Schweiz
Vor einer knappen Woche besuchten wir den Schloßpark von Schloß Lichtenwalde. Das Ergebnis war hier zu sehen:
Was ich vor 5 Tagen noch nicht wußte: ich besuchte heute den Barockgarten bei Schloß Weesenstein. Es hat sich so ergeben. Da mein Schatz gern dabei gewesen wäre, sie die Weesensteiner Rosen wegen ihres betörendes Duftes mag – aber sie einen eigenen Tagesplan für Himmelfahrt hatte, verbrachten wir den Tag mit verschiedenen Unternehmungen. Ich habe mich aber dazu hinreißen lassen, ihr wenigstens drei Rosen mitzubringen.
Also, bitte schön:
Aus heutiger Sicht beinahe unvorstellbar, wie im August 2002 das Hochwasser der Müglitz in diesem Tal und dessen Orten wütete. Der komplette Park war eine einzige Schutt- und Matschwüste, wie eigentlich ganz Weesenstein. Ich weiß noch, wie ich damals völlig ungläubig über das, was sich hier in Sachsen abspielt, vor dem Fernsehgerät saß. Da konnten einem echt die Tränen kommen. So war es auch mehr als ein Gebot der Stunde, sich bei einem Arbeitseinsatz zu melden (in Aue). Der Sohn mußte mit und brachte seinerseits auch gleich einen Schulfreund mit. 16 Jahre waren sie damals beide. Eine PKW-Fuhre nützlicher Bekleidung, Geschirr und Haushaltsgegenstände brachte ich nach Freital/Tharandt zum DRK-Kreisamt. In den beiden Orten sah es aus, als wäre eben ein Krieg durchgegangen. Zu guter letzt wurde in Grimma und Waldheim gespendet. Später, fast schon die Zusage für einen Fluthilfeorden vergessen, gab es diesen. Dafür hatten wir zwar nicht geholfen, aber besonders die beiden Jungs waren da schon bissel stolz drauf.
Die Hochwasserschäden sind überwunden, vergessen sind sie nicht. Überall in Weesenstein wie auch in anderen stark betroffenen Orten sind Fototafeln, Chroniken und Poster zu sehen. Dazu noch einmal mehr im folgenden Schloß-Weesenstein-Blog.
Zurück zu den Rosen: Der Park erstrahlt in alter Schönheit und erfreut die Besucher. Und weil das so ist, hier sind die anderen beiden Rosen für meinen Schatz:
Der Folge-Blog “Schloß Weesenstein” siehe hier: KLICK
Zu Katja Kesslers Bestseller “Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren”
Nein, ich kannte Katja Kessler bisher nicht. Und auch ihr Mann war mir bis dato kein Begriff. Nun kommen aber abends nach meiner Spätschicht (wenn das Verblödungsprogramm, das seit Mittag läuft, beendet ist) mitunter richtig gute Sendungen – auch anschaubare Talkshows. Und zu Gast in einer jener Talksendungen (war es Riverboat?) war Katja Kessler. Die studierte und promovierte Zahnärztin, Autorin und Klatschjournalistin, vom Leben auf den Boden der Tatsachen zurückgeholte vierfache Mama und Ehefrau eines (Chef-) Redakteurs plauderte – genüßlich für die Zuschauer – über Kinder, Familie und Alltag in der Familie Kessler-Dieckmann. Und sie plauderte über ihr Buch, in dem der zehnjährige und mit sehr überschaubaren Fortschritten verzeichnete Versuch, ihren Mann zu dressieren, zu Papier gebracht wurde. Und als Resümee steht immer wieder: Ich liebe doch meinen Mann eigentlich, so wie er ist.
Denn merke: Ich kann mich ändern (für wen auch immer), wenn ich es will. Du kannst dich ändern (für wen auch immer), wenn du es willst. Aber ich kann dich nicht ändern und du nicht mich! 
Bücher zum Thema Mann-Frau gibt es genug, manche lesenswert und manche nicht. Auch Katja Kesslers Vorgängerbuch “Frag mich Schatz, ich weiß es besser” legte ich früher oder später (eher früher) unausgelesen zur Seite. Vielleicht brauchte Katja K. dieses Werk noch zur abschließenden persönlichen Stilfindung, sozusagen als letzte Etappe vor dem großen Wurf. (Oder das Buch war schlicht nicht mein Fall
) Das neuerliche Werk “Der Tag, an dem ich beschloss… ” ist der Brüller!! Vieles in diesem Buch ist durchaus auch mit anderen Vorzeichen und vielleicht der einen oder anderen Beispielsituation auf Frauen ummünzbar. Aber darum geht es nicht. Und obwohl ich ein Mann bin (wenn auch mit vielen weiblichen Genen, wie meine Freundin meint. Ich sagte weibliche, keine schwulen Gene!), finde ich dieses Buch geradezu köstlich.
Es ist ja so, daß auch Frauen auf uns Männer sehr oft wie Wesen von einem anderen Stern wirken. Im Kindergartenalter mag es noch gehen, aber spätestens ab dem Schulalter sind sie uns mehr und mehr suspekt. Trotzdem kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo wir sie interessant, begehrenswert und reizend finden. Aber abgesehen davon bleiben sie ein Wesen vom anderen Stern. Dennoch muß nun nicht gleich zum Gegenangriff geblasen werden und die Gegenlektüre verfasst werden. Denn eins ist klar: Katjas Buch ist so leicht nicht zu toppen. Dann lassen wir es lieber unkommentiert im Raum stehen und schmunzeln herzhaft mit darüber
Außerdem, und das ist Katja K. gutzuheißen, zieht sie auch selbstironisch ein Mutti-Resümee. Und bei der Gelegenheit interpretiert sie in sechzehn (!) Mutti-Dossiers auch gleich alle vorhandenen und verschiedenen Balla-Balla-Mama-Typen. (Ich muß das direkt nochmal lesen… Meine Mutter, meine mittlerweile selbst Mutter seienden Schwestern, meine geschiedene Frau und Mutter meiner Kinder sowie nicht zu vergessen meine jetzige Lebensgefährtin – für sie alle treffen mit Sicherheit mehrere Dossiers zu. Zumindest gibt es da keine klaren Einstufungen, die Grenzen bei Mama-Macken-Kategorien sind fließend und übergreifend
)
Darüber hinaus schwadroniert sie übers älter werden im Allgemeinen und bei Frauen im Besonderen. Witzig: Katja Kessler wird von einem Zweitklässler gefragt, ob ihre Ausführungen, als sie selbst klein war, “im Krieg” stattfinden. Anmerkung: sie ist Baujahr 1969!! So wird man alt geschätzt. Meine eigene Tochter fragte mich mal: “Papa, als Du klein warst, gab es da schon Strom?” Hallo, ich bin Baujahr 1962!!
Lustig ist auch die kleine Abhandlung über große und kleine (Möchtegern-) Charmeure und über bereitgestellte “Fettnäpfchen” – die man, je nach zu erreichender Pointe, nutzen sollte oder besser nicht.
Wir waren daheim auch vier Kinder. Meine arme Mutter!! Was dieses Buch außerdem so lesenswert macht? Die zeitgemäße Wortwahl und der häufig in jedem alltagsgestresstem Gehirn entstehende Jargon – den man machmal für sich behält und manchmal nicht. Trotzdem erscheint der Stil des Schreibens keinesfalls plump, billig oder gewöhnlich. Nur eben sehr verständlich und für die Leserzielgruppe schmunzelnd oder laut lachend nachvollziehbar. Das Buch ist witzig illustriert und darüberhinaus mit -zig komischen Details aufgepeppt: abgedruckte gelbe Haftnotizen mit allerlei Sprichwörtern oder Zitaten, Kalendereintragungen aus dem Leben der Familie, Kindermund und so weiter.
Diana-Verlag, Katja Kessler: “Der Tag, an dem ich beschloss… “ KLICK HIER



































