Archiv für Juli 2011


Am 30.07.2011 zündeten Blackmore´s Night ein Feuerwerk an mittelalterlich beeinflusster Rockmusik im Wasserschloß Klaffenbach bei Chemnitz

Erinnerungen an voriges Jahr wurden wach: Im August 2010 hatten wir Eintrittskarten für ein Max Rabe & Palastorchester-Open Air-Konzert im Schloßhof von Augustusburg. Bei strömenden Regen und sehr kühlen Temperaturen begann Max Rabe den Abend mit dem Lied “Unter einem Regenschirm am Abend”.

Der Sommer dieses Jahr ist ebenfalls sehr unbeständig unterwegs. Und wir hatten Open Air-Konzertkarten für Blackmore´s Night in Klaffenbach. Pünktlich am Tag des Geschehens begann es in Chemnitz zu schütten. Bewaffnet mit Regencape und wärmender Decke im Gepäck machten wir uns auf den Weg ins Wasserschloß Klaffenbach. Aber: gegen 18.00 hat der Regen aufgehört und es wurde sogar freundlich. Kaum stand das Auto am Freitag gegen Mitternacht wieder in der heimischen Garage, fing es an zu regnen. Es schüttete noch das ganze Wochenende. Der Wettergott muß ein Blackmore´s Night-Fan sein ;-)

Wasserschloß Klaffenbach: KLICK HIER

Sie spielen in ehemaligen Klöstern und in Schloßhöfen, auf Burgen und Burgruinen. Viele ihrer Auftrittsorte haben nicht mal die nötige Infrastruktur und manchmal nicht einmal Strom vor Ort anliegen. Das fordert natürlich die Techniker der Band besonders heraus und ich muß gleich vorweg sagen: was hier an Bühnen- und Tontechnik aufgestellt wurde, verdient ein besonderes Lob. Besonders die Tontechnik war erstklassig. Nicht zu laut, nicht zu leise, keine Übersteuerungen – nichts. Super! Gespielt wurde ein atemberaubendes Spectaculum von 2 1/2 Stunden ohne Pause. Da sind andere selbsternannte Superbands trotz eingelegter Konzertpause bereits auf dem Heimweg. Mit unglaublicher Spielfreude und dem zeitigen Einbeziehen eines gut gelaunten Publikums wird hier ein wunderbarer Musikabend zelebriert. Da muß auch niemand obszön-sexy daherkommen oder sein musikalisches Unvermögen in der Choreographie von Gruppengetanze im Hitparadenniveau verstecken – hier bekommt man geboten, weswegen man in ein Konzert geht: außergewöhnliche Musik. Das Flair des Schloßinnenhofes und die Bühnengestaltung sind ausreichende Zutaten. Die mittelalterliche Kostümierung ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern scheint eine ehrliche Lebenseinstellung zu sein.

“under a violet moon”: KLICK HIER

Die Rede ist, ich erwähnte das oben schon, von der britischen Band Blackmore´s Night. Die Einstufung (Warum muß jede Band in eine Schublade passen?) als Renaissance-Kapelle trifft meiner Meinung nach nur zum Teil zu. Denn dann liegt es nahe, sie mit den niveauvollen und auch den vielen niveaulosen Gaukler-Bands auf Mittelalterfesten und Mittelaltermärkten zu vergleichen. Aber hier sind Profis am Werk, Vollblutmusiker! Das Repertoire umfasst Mittelaltermusik und klassische Elemente, gepaart mit traditionellem Liedgut und auch druckvollen rockigen Titeln. Manchmal wechselt die Linie innerhalb eines Titels und der Song baut sich vom Sologesang mit Mandolinenbegleitung zum eindrucksvollen Rocktitel und damit zum Gesamtwerk auf. Gespielt wird auf mittelalterlich-traditionellen und klassischen Instrumenten gleichermaßen genauso wie auf modernen E-Gitarren.

Eine Bereicherung stellen auf alle Fälle die junge Violinistin Elisabeth “Gypsy Rose” und der “alte Geyer” Spielmann Albert Dannenmann mit Dudelsack und Flöte dar. Fast nicht vorstellbar, wie die Band diesen Klang zwischenzeitlich ohne Geigerin auf die Bühne brachte. Spielmann Albert und Geigerin Lissy gestalteten auch das kurzweilige Vorprogramm von etwa einer halben Stunde.

Großartige Unterstützung findet die Band im Bassisten Earl Grey of Chamey, im Schlagzeuger Squire Malcolm sowie dem Orgelspieler Bard David von Larchmont – der zudem Kostproben seiner Wahnsinnsstimme abgab und außerdem mit dem “alten Geyer” Albert für einen “Lady Gaga-Gag” gut genug war.  

Blackmore´s Night, Band-Besetzung: KLICK HIER

Kopf der Band sind der ehemalige Deep Purple- und Rainbow-Gitarrist Ritchie Blackmore und seine junge Frau, die Songschreiberin und Instrumentalistin (Tamburin, mittelalterliche Blasinstrumente) Candice Night.

Candice Night: KLICK HIER

Ritchie Blackmore, einst einer der führenden Musiker bei Deep Purple und dort frustriert ausgestiegen (der Exzentriker hatte durchaus seine Launen), beweist, daß man auch in dieser Branche erfolgreich alt werden kann und nicht mit 27 Jahren sterben muß – so wie neulich erst mit Amy Whinhouse geschehen. Bei Deep Purple hat ihn sicher noch keiner vermisst. Erst recht nicht, da er durch Steve Morse wunderbar ersetzt wurde. Für Blackmore´s Night aber wäre ein großer Verlust. Ritchie Blackmore scheint seinen inneren Frieden gefunden zu haben. Für ihn schließt sich in diesem Bandprojekt sein persönlicher Kreis als Musiker. Er ist angekommen.

Mit unglaublicher Überlegenheit seinem Instrument gegenüber zeigt er Professionalität gepaart mit Spiellaune. Er läßt sich nicht mehr von Produzenten und Plattenlabels gängeln, sagt er im Interview mit der Chemnitzer Freien Presse. Und um des Geldes willen spielt er auch nicht (mehr). Er spielt jetzt das, was ihm Freude bereitet. Und die läßt sich bei Blackmore´s Night auf der Bühne kaum verheimlichen. Er meint, die alten Instrumente müssen öfter gestimmt werden, aber sie klingen so wunderschön. Das beweist er am Abend mit Mandoline und Drehleier, aber auch an Akkustik- und E-Gitarre. Und seiner Frau gelingt es sogar, ihn, den ehemals so kratzbürstigen Rocker, zu mehr als zwei Worten und zu einem Lächeln zu animieren und ihn beim Flirt mit dem Publikum mit einzubeziehen.

Herausragend und überwältigend für mich (ohne den Rest der Band klein reden zu wollen) ist Candice Night. Ihr Stimme ist der Höhepunkt der gesamten Inszenierung. Was in der jungen, zarten Frau mit den langen blonden Haaren und dem Mittelalterkleid für eine Kraft steckt – das ahnt man nur, als der Abend beginnt. Mit einer unglaublich glasklaren Stimme beginnt sie zu singen. Im Laufe des Abends schöpft sie das gesamte Potential ihres Stimmumfanges aus. Manchmal wechselt sie von einer zarten Stimme bei den Balladen bis hin zu einem mächtigen Stimmeinsatz bei den druckvoll-rockigen Titeln. Andermal wechselt sie innerhalb eines Titels, beginnend bei einem zarten Sologesang zur Mandolinenbegleitung. Während man noch dabei ist, diese Frau und ihre Stimme einfach nur zu genießen und Gänsehaut aufkommen zu lassen, baut sich der Song allmählich im Einsatz aller Instrumente auf und Candice scheint stimmlich beinahe zu explodieren, um hernach das Lied mit ihrer zarten Stimme und Ritchies Mandoline wieder ausklingen zu lassen. Dazu dreht sie sich gekonnt und passend zu ihrem Outfit, rückt auch beiseite um andere Bandmitglieder im Mittelpunkt stehen zu lassen und hat dabei immer ihr Tamburin oder ein mittelalterliches Blasinstrument zur Hand. 

Candice Night versprüht einen Charme durch ihre Bewegungen sowie ihre Gestik und Mimik, dagegen kann man jedes billige und sexuell-zweideutige Musikvideo bei MTV getrost in die Tonne kloppen. Sie redet und flirtet, sie witzelt und lacht mit dem Publikum und ihrer Band gleichermaßen, daß es eine Freude ist ihr zuzuschauen.

Kritiken? Für mich an diesem Abend keine. Ich hätte vielleicht gern noch einen Deep Purple-Song im Zugabenteil gehört. Blackmore´s Night haben zum Beispiel “Black Night” oder “Child in Time” im Repertoire, und durch völlig andere Arrangements und Candices Stimme bekommen diese Hits eine völlig eigenständige Note. Ich hätte gern auch noch “Cartouche” gehört. Aber das ist “Kritik” auf hohem Niveau: der Abend ließ eigentlich keine Wünsche offen und macht Lust auf eine Wiederholung!!

“Cartouche”: KLICK HIER

Zu einigen Kommentaren (schlechte Konzerterfahrungen) im Fan-Bericht bei Eventim

Eventime, Fan-Berichte: KLICK HIER

Es ist sicher ist ärgerlich, was manche von Euch erlebt haben. Aber ich habe da meine eigene Meinung.

Erstens will keiner ohne seine Einwilligung fotografiert werden. Das muß man nicht auf eine Eintrittskarte schreiben. Nicht alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist zwangsläufig erlaubt oder erwünscht. Auch wenn unsere ach so freiheitlich-antiautoritäre Gesellschaftsordnung dies suggeriert! In einem Stadion mit 20.000 Menschen und einem Standort von 300 Meter oder mehr weit weg von der Bühne, mag das vielleicht keinen interessieren. Dem einen oder anderen Künstler ist es vielleicht auch völlig egal. Aber in so einem kleinen Schloßhof muß der Künstler seine Privatsphäre (unerlaubte Fotos) eben schützen. Erst recht, wenn er es – wie Blackmore´s Night – ohnehin nicht mag. Das muß auf keiner Eintrittskarte stehen. Wenn man dann von Security-Leuten des Ortes verwiesen wird, ist das sicher die härteste Form der Reaktion. Ich frage aber nicht, welche Form der Provokation dieser Reaktion vorausging. Sich einfach mal etwas sagen lassen (zum Beispiel die Bitte, das Foto zu löschen) geht ja den meisten heutzutage auch am A… vorbei.

Zweitens: auch wir standen in dieser Reihe vorm Schloß Klaffenbach. Wir waren froh, daß es gesittet zuging. Ich habe vor Konzerten schon andere Einlass-Szenarien erlebt. Gerempelt von Securitys und auf die Stühle verwiesen wurden wir nicht. Unsere mit Decke und Regen-Capes mitgeführte Tasche wurde stichprobenartig untersucht. Das ist des Veranstalters gutes Recht und Pflicht!

Drittens ist es zumindest teilweise zu verstehen, daß die Bier- und Imbissbuden während des Konzertes schließen. Es vermeidet eine Menge Unruhe und durch Unachtsamkeit (Getränke verschütten) hervorgerufenen Ärger. Jeder kennt zum Beispiel aus Kinos die Unruhe, die dabei entsteht. Hinterher waren die Buden wieder geöffnet.

Viertens: Wer sich aufregt, daß zwischen den Liedern englisch „geplappert wurde“, der darf vielleicht nicht zu einem Konzert einer englischen Band gehen. Vielleicht waren einige ohnehin mit falschen Vorstellungen gekommen? Ritchie Blackmore ist seit –zig Jahren kein Deep-Purple- oder Rainbow-Gitarrist mehr! Wer in der Lage ist, bei Eventime einen Online-Fanreport zu schreiben, der sollte auch in der Lage sein, bei You Tube oder bei Amazon in die Musik rein zu hören, die Ritchie jetzt macht. Wenn man sich als Blackmore-Fan bezeichnet, sollte man auch wissen, daß er seit 10 Jahren andere Musik macht. Aber zum Thema: Soll Candice bei Konzerten in Deutschland deutsch reden, in Frankreich französisch, in Russland russisch und zu guter Letzt in China chinesisch? Hallo? Leute, bleibt mal auf dem Teppich!

Ich bin letztendlich der Meinung, daß man sich das Leben halb so schwer macht, wenn man auf Provokationen verzichtet und anstatt an allem rum zu nörgeln sich einfach nur auf den Konzertabend einlässt. Wie gesagt, es tut mir leid für manche schlechte Erfahrung. Ich kann diese nicht bestätigen und würde jederzeit wieder zu BMN gehen




Ein Amselnest im Blumenkasten

Um den 10. Juli herum begann eine Amsel in meinem Blumenkasten am Balkon ein Nest zu bauen. Ich brauchte eine Weile, um zu registrieren, was da eigentlich vor sich geht. Ich wußte auch nicht, daß Amseln mehrfach im Jahr brüten. Wahrscheinlich gleichen sie damit ihre großen Brutverluste aus, die sie durch unüberlegten Nestbau hinnehmen müssen. Nun gut, der Platz unter meinen Feuerbohnen, die ich mir als dekorative Kletterpflanze sowie als Sicht- und Sonnenschutz gezogen habe, ist relativ gefahrlos. Es sei denn, Elstern oder Häher erspähen das Nest  :-(   Außerdem hat eine Amsel-Mama nicht den Zeitdruck anderer Vogelarten. Da sie hier überwintern, hat der Nachwuchs mehr Zeit, als es bei den Zugvögeln der Fall ist.

25.07.2011

Wollte heute Morgen nach der Nachtschicht und nach drei Tagen nicht daheim meine Bohnen gießen. Da saß die Amsel erstmals im Nest. Was nun? Bohnen gießen habe ich erst einmal sein gelassen. Werde sie aber gießen müssen!! Ich kann der Amsel versprechen, sie und ihre Brut weitgehend in Ruhe zu lassen. Ich kann ihr aber nicht versprechen, den Balkon völlig zu meiden!! Mal sehen, wie sie reagiert.

Vielleicht kann ich mal ein paar Fotos machen. Aber auch das kann ich noch nicht versprechen. Ich versuche, Euch auf dem Laufenden zu halten.

Amsel im Blumenkasten

Amsel im Blumenkasten

25.07.11 (Nachmittag)

Habe ganz behutsam und ohne Hektik die Bohnen gegossen. Nur als ich zu nah kam, flog die Amsel weg. Sie war aber keine 5 Minuten später wieder da. Im Nest liegen drei Eier. Von Vorteil für die Amsel ist sicher die Tatsache, daß ich in der Woche weitgehend allein hier bin und am Wochenende fast nie daheim bin. Ich werde Rücksicht nehmen – und bei jedem Mal Balkon betreten mit der Amsel reden. Wie lange brütet eine Amsel eigentlich?

Amseleier im Blumenkasten

Amseleier im Blumenkasten

Im Frühjahr habe ich an und in den Linden vorm Haus Schwarzspechte beobachten können. Desweiteren kommt hier (auf den Wiesen zwischen den Häusern) regelmäßig ein Hase zu Besuch. Ein richtiger Hase, kein Kaninchen! Dieser Tage war er sogar zu zweit zu sehen. Vielleicht war es die Hasenfreundin ;-)

Der Hase im Wohngebiet:  KLICK HIER

Nachdem ich vor Jahren schon einmal in meinem ehemaligen Haus in Hartenstein einen Sommer mit Hornissen auf dem Dachboden verbrachte, wird es wohl nun Zeit, eine “Arbeitsgemeinschaft junge Naturforscher” zu gründen. Nur das “jung”, das trifft bei mir nur noch relativ zu, lach!

25.07.11 (Abend)

Bin vom Einkaufen zurück und habe einen gehörigen Schreck bekommen. Die Amsel war weg und drei Eier lagen verwaist im Nest. Aber nun ist sie wieder da. Sicher war sie sich mal was zu essen fangen. Hat eine Amsel kein Männchen, das sie ernährt? Ist es gar eine alleinerziehende Vogelmutter mit drei Kindern?

Na gut, es nützt nichts: ich muß dann fort zur Nachtschicht. Morgen Früh dann mehr von meinem Blumenkasten und der Amsel ;)

26.07.11  (6.00 Früh)

Nach meiner Nachtschicht war das Nest von der Amselmama verlassen und die drei Eier lagen bei kühlen und unsommerlichen 9 Grad Außentemperatur unbedeckt im Nest. Wo wird sie hingeflogen sein?

Keine zwei Minuten später Entwarnung: Die Amsel ist wieder da.

26.07.11

“Im Westen nichts Neues”- äh, auf dem Balkon meine ich. Aber ich habe mich mal ein wenig über Amseln belesen. Die Amsel gehört zu den Drosseln und brütet mehrfach im Jahr 3 bis 6 Eier aus. Da eine Amsel etwa 14 Tage brütet, und ich das Nest am 25.07. belegt vorgefunden habe – ich aber seit 22./23.07 nicht daheim war – kann es bis zum Wochenende 06. bis 08.08.11 dauern, bis etwas Entscheidendes passiert. Also werden sicher meine Eintragungen bis dato in größeren Abständen erfolgen. Übrigens, das Amselweibchen brütet weitgehend allein. Sie muß natürlich dabei das Nest hin und wieder und bis zu mehreren Stunden verlassen. Auf keinen Fall sollte man dann an das Nest gehen oder es anfassen. Die Amsel nimmt es dann nicht wieder an!!

Die Amsel: KLICK HIER

Ich bleibe derweil dabei, daß ich mich auf dem Balkon mit Bedacht und ohne Hektik bewege und im ruhigen Ton mit der Amsel rede. Witzig ist auch, wie die Amsel ganz leise und kurze Lautäußerungen von sich gibt. Um sie herum zwitschert und piept es in den Bäumen. Meine Amsel hat ja aber nun verständlicherweise das Bedürfnis nach ein wenig Tarnung. Und so gibt sie nur hin und wieder ein leises Piep von sich, so als wollte sie sagen: “Ich bin auch noch da, ich kann hier nur im Moment nicht weg” ;)

Eben begab sich mein gefiederter Gast auf Freiflug. Sie hüpfte im Ahornbaum gegenüber dem Balkon umher, brachte ihre eingeschlafenen Gliedmaßen in Bewegung und putzte sich ausgiebig ihr Gefieder. Nun ist sie wieder zurück. Und für mich wird es Zeit, daß ich jetzt etwas “produktives” mache!!

meine Amsel, im Ahorn auf "Freigang"

meine Amsel, im Ahorn auf "Freigang"

27.07.11  (Nachmittag)

Mein gefiederter Gast hat sich heute noch nicht fortbewegt und hockt geduldig in dem Nest. Ich mußte heute (der wärmste Tag der Woche!) unbedingt mal gießen. Dabei habe ich mich behutsam bewegt, langsam gegossen und mit der Amsel geredet. Sie blieb sogar sitzen und schaute mir dabei zu.

Habe heute erstmals den Amsel-Papa zu Gesicht bekommen. Er war seine Frau besuchen gekommen, saß erst am Nestrand und dann auf der Balkonbrüstung. Ob er dann wenigstens beim Füttern präsenter sein wird? Ich werde es sehen.

03.08.11  (Vormittag)

Seit etlichen Tagen scheint wieder einmal die Sonne dauerhaft. Und es ist gleich sehr warm geworden. Das Amselnest hat Vormittag- und Mittagsonne. Die Amselmama saß heute in der prallen Sonne, den Schnabel geöffnet, jappste nach Luft und sah mich bittend an. Ich stellte ihr eine Schale Wasser hin, genau neben sie. Ich habe während dessen mit ihr geredet und sie ist nicht fortgeflogen. Ich hatte mich noch nicht einmal abgewendet, da hatte sie schon den Schnabel im Wasser. Also: richtig gehandelt ;-)


05.08.11 (Nachmittag)

Eine großes deutsches Revolverblatt titelte vor Jahren bei der Wahl Ratzingers zum Papst “Wir sind Papst!” Ich ändere den Spruch in “Ich bin Amsel-Papa!”

Die ersten zwei von drei Küken sind geschlüpft. Die Amsel ist unterwegs. Entweder steht sie schon im Streß, oder sie ist unterwegs und weiß es noch gar nicht. Naja, nun bin ich mal gespannt . . .  Mit Fotos bin ich noch nicht dienlich. Neugeborene sind meistens etwas unansehnlich und zerknautscht. Das ist bei Vögeln nicht anders als beim Menschen.

06.08.11 (Mittag)

Mittlerweile sind alle drei Küken geschlüpft. Nackisch liegen sie im Nest und schauen mit großen Glubschaugen in die Welt – die vorerst aus Himmel und Nestumrandung besteht.

Foto? Bitteschön! Aber wie gesagt, Schönheiten sind sie alle drei noch nicht ;-)

drei Amselküken

drei Amselküken

Für die Amselmama beginnt der Streß jetzt bestimmt erst richtig. Die Kleinen brauchen unaufhörlich Futter und sind dem Wetter und auch Feinden hilflos ausgeliefert. Und sicher bin auch ich Streß für sie, auch wenn wir uns in den letzten zwei Wochen angefreundet haben. Im Moment sitzt die Amselmama am Nest und gibt ab und zu einen Ton von sich: “Tschiiieeep!”

Amselmama im Streß

Amselmama im Streß

08.08.11 (Nachmittag)

Der Fütterbetrieb ist in vollem Gange. Und was die Amsel alles so angeschleppt bringt, Hut ab. Dafür muß sie echt arbeiten, das fliegt ihr nicht so von allein in den Schnabel. Gestern brachte sie einen sich windenden Regenwurm, der war ein richtiges Schnäpp- chen. Wahrscheinlich hat sie den vor Ladenschluß noch günstig erstanden, bevor es am nächsten Morgen dann die frischen gibt. Sie hat sich zu ihren drei Kleinen gesetzt, den Wurm zerteilt und verfüttert. Danach waren die Drei offenbar so satt, daß die Mama nur noch zu einem Nachtisch ausfliegen musste. Ja – wenn man so ein Schnäppchen macht, das hilft wirtschaften :-)

Heute weht den ganzen Tag so ein Wind, daß man Angst haben muß, die Kletterbohnen reißt es von der Rankhilfe und begraben das Nest unter sich.

Rundumblick nach dem Füttern

Rundumblick nach dem Füttern

09.08.11 (Mittag)

Meine Amsel steht schon seit heute Morgen voll im Streß. Erstaunlich, wo sie am laufenden Band die Würmer herholt. Mittlerweile sind aus den drei hilflosen Wesen drei fordernde, aber dennoch erstaunlich stille Rabauken geworden. Auf den nächsten Fotos kann man sehen, daß sich auch allmählich die Augen öffnen. Ich kann auch schon deutlich sehen, wie sich die Flügel leicht abzeichnen und blau-grauer Flaum zu wachsen beginnt. Auf den Fotos ist das aber nicht zu sehen. Ich will mich ja nicht mit dem Fotoapparat ins Nest setzen. Es ist so schon erstaunlich, wie die Amsel sich mit mir angefreundet hat.

drei kleine Schreihälse

drei kleine Schreihälse

Eben, als ich die drei Kleinen heimlich inspizieren wollte, kam die Amsel wieder mit einem Wurm und setzt sich direkt vor mir auf die Balkonbrüstung. Erst saß sie ganz still und abwartend – könnte ja sein, ich will ihr den Wurm wegnehmen – dann begann sie in meinem Beisein, zu füttern. Es ist interessant und erstaunlich gleichermaßen!

bei der Fütterung

bei der Fütterung

bei der Fütterung

bei der Fütterung

11.08.11 (Mittag)

Meine Amsel muß doch denken “So spät im Jahr habe ich noch nie Kinder groß gezogen!” Aber sie irrt sich: es ist Mitte August, auch wenn man meinen könnte, es ist mindestens Ende September. Und so tut sie das einzig Richtige: sie füttert ihre drei Geister und setzt sich wieder auf das Nest, um Wärme zu spenden. Von unten dringt dann nur ein leises “tschiep, tschiep” durch. Aber zum Glück kann man fast täglich feststellen, daß das Federkleid der Kleinen wächst und wächst . . .

Der Tag besteht aus Fressen und Schlafen. Die Amselkinder sind also auch nur ein Mensch ;-)

schlafen ....

schlafen ....

.... und fressen!

.... und fressen!

Unter Mamas Schutz kann man sogar mal einen Blick in die weite Welt wagen. Auch wenn mir dabei schon wieder die Augen zufallen . . .

vorsichtiger Blick aus der Deckung

vorsichtiger Blick aus der Deckung

 

Was ist denn hier passiert???    :-(    Das traurige Ende meiner Amselfamilie

12.08.11 (am Morgen)

Gestern Abend war die Amsel nach Sonnenuntergang nicht da. Gegen 24.00 hörte ich durch´s angeklappte Schlafzimmerfenster Vogelstimmen (um Mitternacht?). Ich bin sofort auf den Balkon. Die Kleinen schliefen, die Mutter war nicht da – ich dachte, noch nicht da. Aber offenbar lebte sie da schon nicht mehr. Heute Morgen lagen die Drei im Nest und schliefen, keine Mutter da und ums Nest verteilt die Federn eines erwachsenen Vogels. Wahrscheinlich der Amselmama. Laut Auskunft NaBu/Ornithologen Rochlitz und NaBu Pobershau hat höchstwahrscheinlich eine Elster (ja, auch nachts) oder ein Marder die Mutter geholt – eher unwahrscheinlich ein Käuzchen, das frißt lieber Mäuse. Ein Marder ist bei der Bauweise meines Balkons eher unwahrscheinlich. Und ich hatte ja auch nur Vogelstimmen gehört – zu einer Zeit, in der eigentlich Ruhe herrscht.

Naturschutzbund Sachsen (Rochlitz, Pobershau): KLICK HIER

Wahrscheinlich saß die Amselmutter auf dem Nest und ist zur Verteidigung der Jungen keinen Meter zur Seite gerückt. Da war sie selbst dran . . .

Was nun? Ich könnte die Kleinen selbst füttern. Wenn ich arbeitslos und daheim wäre, würde ich keine Minute zögern. Ich habe sie vorhin mit Gehacktem mit einer Pinzette gefüttert. Die Kleinen hatten seit gestern Spätnachmittag richtig Hunger. Und sie kennen mich ja auch. Ich könnte ungewürzten Hackepeter füttern oder Mehlwürmer aus der Zoohandlung. Aber ich muß arbeiten gehen! Und in der Nachtschichtwoche (nachts wird nicht gefüttert) schlafe ich bis nach Mittag. Wie soll ich es machen?

Wenn Amselkinder mit der Mutter das erste Mal ausfliegen, kommen sie nicht wieder. Die Mutter betreut sie aber noch eine Woche teilweise. Wie soll ich DAS machen? Ich kann es drehen und wenden, wie ich will: ich werde sie wohl sterben lassen müssen. Es ist ein Scheiß-Gefühl, ich kann gar nicht hingucken oder hin hören. Ich bin traurig.

Es gibt noch eine bahrmherzige Lösung. Aber ich weiß noch nicht, ob ich das fertig bringe: ich werde das Nest mitsamt den Kleinen einbuddeln. Dann hat die liebe Seele Ruh´, die Kleinen haben es hinter sich und sterben nicht qualvoll vor Hunger in der Sonnne – oder müssen warten, bis sie eventuell auch noch geholt werden :-(   Und mittlerweile fallen die Wespen auch schon über sie her.

Obwohl ich seit Frühjahr hier keine Elster mehr gesehen habe, fliegt heute hier eine Elster herum und sitzt im Baum gegenüber . . .

Die letzten beiden Lebendfotos:

. . . und so fühle ich mich:

 




Zu einigen Artikeln der Chemnitzer Tageszeitung “Freie Presse” vom 22.07.11

ADAC-Raststättentest (Rabenstein): Da ist also ein LKW-Fahrer mit Mehl für eine deutsche Bäckerei unterwegs. Er kommt mit Mehl aus Frankreich, um es nach Polen zu schaffen. Dort wird es nach eigenen Worten “zusammengepappt” (vermutlich zu Backrohlingen oder Fertigmehlmischungen). Danach geht es wohl zu der deutschen Bäckerei, die der Kunde ist. Wir brauchen uns wahrlich nicht zu wundern über Umweltbelastungen, Verkehrskollaps, vollgepfropfte Raststätten, Arbeitsplatzverluste in der Region und unnötiges Verpulvern von Mineralölprodukten (Diesel, Benzin).   

Bildungsumfrage in Sachsen: Bemerkenswert an der Umfrage ist unter anderem die Tatsache, daß bildungsnahe Schichten und Bildungspolitik interessierte Bürger zu einem Großteil der Umfrage beitrugen. Wer die DDR-Bildung noch kennt, der weiß, daß es auch anders geht. Und Föderalismus, wenn überhaupt nötig in unserem kleinen Land, hat in der Bildungspolitik nichts zu suchen! Aber es wird sich nichts ändern. Siehe Stuttgart 21. Es wird sich nie etwas in Deutschland ändern. Weil die Politiker mit sich selbst und ihrem Parteiengezänk mehr als genug zu tun haben.

Militärhistorisches Museum Dresden (Dieser Kommentar bezieht sich zum Teil auch auf einen Artikel im “Spiegel”): Erstens wurde im Armeemuseum (so heißt es bei mir nach wie vor) nichts Kriegsverherrlichendes dargestellt. Aber leider gehören Armee und Krieg untrennbar zusammen. Wer das Thema Krieg in einem Armeemuseum meiden möchte, der kann eigentlich nur das gesamte Museum in Frage stellen. Und wer Kriege in der Realität nicht möchte, der muß die Armeen dieser Welt abschaffen und die nötige Politik dazu in Frage stellen. Denn “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln” (Carl v. Clausewitz). Und “der militärisch-industrielle Komplex” spielt dabei eine große Rolle! Zweitens: Ich bin geschockt über die optische Zerstörung des klassizistischen Arsenalgebäudes durch die vermeintliche “Kunst”. Wenn die Waldschlösschenbrücke (die ich nicht schlechtreden will) die Aberkennung des Welterbetitels nicht geschafft hätte, die Kunst am Armeemuseum hätte es geschafft. Aber zum Glück steht es nicht im Elbtal ;-) Mal im Ernst – egal was der Künstler damit sagen und ausdrücken will: es sieht keiner und es will auch sicher niemand verstehen. Aber der Künstler ist polnischer Jude. Da hat Deutschland, und speziell ein Armeemuseum, geradezu eine Bindepflicht. Es hat sicher unheimlich viel Geld gekostet und die Dresdner werden damit leben müssen. Ich habe mir unter Umgestaltung des Armeemuseums aber etwas anderes vorgestellt!

Zum Ende des Space-Shuttle-Programmes der USA: Nach knapp dreißig Jahren stellen die USA das Space-Shuttle-Programm ein. Die lieben Finanzen… Amerika zieht auch die Soldaten aus Afghanistan ab – demnächst. Die lieben Finanzen…  Nach Raumfahrtprogramm (friedlich) und jahrzehntelangen Kriegen auf der halben Welt (nicht friedlich) stehen die USA vor dem finanziellen Offenbarungseid. Aber nur weil es dem Land beziehungsweise dem Staat USA finanziell schlecht geht, heißt das noch lange nicht, daß nicht irgendjemand daran verdient hat. Der Rüstungsindustrie geht es sicher hervorragend. Das ist wie in Deutschland: Das Gesundheitssystem liegt zwar jappsend am Boden, aber der Pharmaindustrie geht es blendend.

;-)   Bei der Gelegenheit fallen mir zwei Witze ein  :-)

Wenn die Franzosen streiken wollen, dann legen sie die Arbeit nieder und streiken. Bei den Deutschen sieht das so aus: sie würden auch gern streiken. Aber es geht nicht. Sie müssen ja arbeiten! (Ein französischer Kabarettist in einer Fernseh-Talkshow)

Person 1: “In Mexiko werden zu Silvester die Akten des Vorjahres aus den Fenstern geworfen und vernichtet.” Person 2: “Nun ja, das wäre in Deutschland auch möglich. Man müsste nur vorher alles fein säuberlich abschreiben, damit nichts verloren geht.”

Und noch eine Rätselfrage:

Welche lebenden Vögel legen keine Eier?

Alle männlichen Vögel. Oder die Spaßvögel. Sucht´s Euch aus. Schönes Wochenende!



Zu Zeitungsartikeln, die sich mit der Unfallgefahr an der Tank- und Raststätte Auerswalde (A4) und dem Tod eines Motorradfahrers auseinandersetzen!

Zu den Berichten, die sich mit der (angeblichen) Unfallgefahr an der Ausfahrt der Tank- und Raststätte Auerswalde an der A4 beschäftigen, möchte ich nur kurz meine Meinung sagen: Auch ich fand/finde die durchgezogene Sperrlinie der rechten Spur und damit das nicht Möglichmachen eines Spurwechsels zugunsten des sich einordnenden Verkehrs als sehr gefährlich und unfallfördend. Mißverständnisse und Fehleinschätzungen auf beiden Seiten – auf der des Durchgangsverkehrs und auch auf der des sich einordnenden Verkehrs – sind vorprogrammiert.

Aber zu einem anderen Thema:  Nur scheinbar gehören beide Themen zusammen, denn es spielt sich beides an besagter Raststätte ab. Wirklich ist das zweite Thema aber allgemeiner zu sehen. Ein Motorradfahrer stürzt beim Verlassen der Tankstelle in der Ausfahrt bei laut Zeugenaussagen angepasster Geschwindigkeit. Er rutscht in die Leitplanke, das nachrutschende Motorrad trifft ihn und er stirbt vor Ort. “Jetzt rasen sie wieder” titelte einst eine große deutsche Boulevardzeitung. Und die Besserwisser werden es ebenso sehen, kam doch der junge Mann vom Sachsenringrennen und hat sich sicher vom Rennvirus infizieren lassen!

Biker tödlich verunglückt?     KLICK HIER

Doch so einfach ist das nicht. Erstens: Es gehört zum Allgemeinwissen eines jeden Motorradfahrers, daß Tankstellen und deren Ausfahrten ein erhöhtes Gefahrenpotential darstellen. An den Tankstellen (-säulen) wird gematscht, was das Zeug hält. Schon beim Einfahren in Tankstellenanlagen schaue ich genau, wo sich Pfützen gebildet haben. Besonders schlimm ist es an den (PKW-) Dieselsäulen. Kann man seine Tankpistole nicht mit Bedacht wieder rausziehen? Kann man denn nicht, wenn man schon Schaden angerichtet hat, diesen dem Personal melden, damit sie Bindemittel aufbringen können? Aber nein: Gleichgültigkeit und “geht mich nichts an-Mentalität” herrschen vor. Wie überall! Wer einmal mit Diesel an den Schuhsohlen nachher von seinem Bremspedal im Auto abgerutscht ist, der ahnt, welchen Grip ein mit Diesel (Öl!) benetzter Motorradreifen noch hat. Da reicht die kleinste Beschleunigung oder die seichteste Kurve, und der Reifen hat keine Reserven mehr für seine Seitenführungskräfte! So wahrscheinlich geschehen in Auerswalde.

Warum müssen zweitens so viel Leitplanken wie möglich installiert werden? Wäre nicht die Rechnung “So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich” besser aufgestellt? Wahrscheinlich gibt es eine Leitplankenlobby in Deutschland. Wäre es nicht manchmal besser, lieber auf die Wiese oder auf´s Feld zu rutschen? Vorausgesetzt, es stehen keine Bäume und es droht kein gefährlicher Abhang! Ich meine, ja! Und ich verfluche diese Leitplanken – die durchaus Leben retten und schwere Unfälle vermeiden helfen können – wenn ich auf freier Landstraße kilometerweit keine Möglichkeit des spontanen rechts Ranfahrens erhalte. Beispiele für die Notwendigkeit? Bitte: kotzende Kinder im Auto, Schwindelanfälle des Fahrers, Übelkeit, unerwartet auftretende Unterzuckerungssymptome des Fahrers, Pannen am Fahrzeug und so weiter.

Im Jahr 2000 hatte ich einen “beinah Wildunfall” in einer langgezogenen Rechtskurve. Gestürzt bin ich dennoch. Das Motorrad hatte zwar einen 10.000 DM Schaden. Aber ich blieb unverletzt, weil ich von der Fahrbahn auf eine Wiese  rutschen konnte. Bei einer Leitplanke hätte ich die Fahrbahn nicht verlassen, hätte mich in der Leitplanke verletzt, das Motorrad wäre mir vielleicht auch nachgerutscht und für den Gegenverkehr wäre ich zur Unfallgefahr geworden. So rutschte ich problemlos von der Straße.

Man muß eben immer die zwei Seiten einer Medaille sehen ;-)



Was man sich alles so vorstellt, wenn man nicht weiß um was es geht ;-)

Folgende Dialoge fanden bei mir auf Arbeit (teils vor mehreren Kollegen und natürlich auch Kolleginnen) statt:

————————————————————————————————————————–

Sie: “Na und, hast Du´n bei der Ljudmilla reingekriegt?”

ER: “Ich hab ihn reingekriegt. Der war zwar bissel groß, aber es war genug Platz!”

Und um was ging es nun wirklich? Ein Kollege wollte einen irrtümlich zu ihm geleiteten Brief seiner Nachbarin in den Briefkasten stecken. Der Brief war breit und recht stark, aber er ging rein.

——————————————————————————————————————————

Sie, am Telefon: “Ihr wundert Euch bestimmt, warum ich so spät komme?”

ER: “Das geht uns ja nichts an. Wir wollten eigentlich nur wissen…”

Und um was ging es nun wirklich? Kollegen wollten eine telefonische Auskunft von einer Kollegin in einer anderen Abteilung . Diese war aber beschäftigt und konnte nicht gleich rangehen. Deshalb die Entschuldigung zu Beginn des Gesprächs.

——————————————————————————————————————————-

Aus produktionstechnischen Gründen wurde in einem Bauteil der Maschine eine Nut eingearbeitet. Dummerweise setzt sich genau diese Fuge immer wieder mit Dreck zu und verstopft. Damit ist die Leichtgängigkeit dieses Bauteiles nicht mehr gewährleistet. Es muß von Zeit zu Zeit gesäubert werden.

Der Abteilungsleiter weist den die Putzarbeiten ausführenden Kollegen mit folgenden Worten an:

“Du mußt mal Deine Furche auskratzen!”

——————————————————————————————————————————

Bei einer Rast im Grünen während einer Motorradtour… Die mitfahrende Sozia des tourteilnehmenden Junior-Bikers betrachtet mich und fragt:

“Was hat denn der Albrecht da unten Hartes an (in?) der Hose?”

Und was meint sie wirklich? Ich hatte eine Sport-Lederkombi an. An den Knien wulsteten die Knieprotektoren hervor und die Knieschleif-Pads trug ich damals auch noch.

—————————————————————————————————————

Eine Kollegin zu mir, nach einem Blick nach unten: “Ach, Du hast so ein Ding, was nicht hochkommt!”

Was meinte sie? Wir haben auf Arbeit, Transport-Ameisen, und zwar Hub-Ameisen und reine Transportgeräte. Die Hub-Ameisen können Lasten bis in Arbeitshöhe heben. Die Transportameisen heben Lasten nur bis zur Bodenfreiheit, um Gegenstände (Paletten) transportieren zu können. So eine reine Transportameise hatte ich eben an der Hand. Die Kollegin brauchte aber gerade eine Hub-Ameise. Also musste sie sich eine holen, denn ich hatte nur “so ein Ding, was nicht hochkommt.”

—————————————————————————————————————-

Selbige Kollegin erzählte folgende Begebenheit: “Ich komm dort vorn um die Ecke, da steht ein Handwerker mit sooo einem Rohr (und sie deutet es auch an). Ich bin richtig erschrocken.”

Was meinte sie? Von unseren Haustechnik-Handwerkern stand da ein Kollege tatsächlich mit einem Rohr. Er hatte wahrscheinlich eine Klempnerarbeit zu erledigen. Die Kollegin, die ziemlich forsch um die Ecke kam, rannte ihn fast um und war natürlich erschrocken.

—————————————————————————————————————

Es geht wieder beziehungsweise (immer noch) um diese Kollegin. Sie hat wahrscheinlich ein glückliches Händchen für Fettnäpfchen :-) : Zur Schichtübergabe kam sie zu mir und meinte: “Komm mal mit, ich muß Dir was erklären (zeigen), damit Du´s nachher nicht unkontrolliert reinschiebst.”

Was meinte sie nun? Es ging um die Bestückung der Zeitungs-Weiterverarbeitungsmaschinen mit Zeitungen. Beim Wickeln der Zeitungen traten Zählerdifferenzen auf. Das wollte sie mir zeigen.

—————————————————————————————————————

Ein Arbeitskollege sagt zu mir: “Fahr mir´s mal von hinten rein, das ist besser.”

Was meinte er ;-) ? Er hatte eine Palette mit Werbematerial dastehen und ich wollte sie mittels Hubgerät in Arbeitshöhe bringen. Auf der einen Seite war die Euro-Palette beschädigt und es bestand die Gefahr, daß sich das Hubgerät verklemmt. Ich sollte von der anderen Seite darunterfahren.

—————————————————————————————————————-

Die hübsche Studentin aus unserer Familie befindet sich zur Zeit im Praktikum und schreibt dabei gleichzeitig ihre Masterarbeit. Sie meinte im Gespräch zu mir: “Am Freitag kommt mein Betreuer wieder. Da schaut er sich meine Kurven an!” ;-)

Wie hat sie es gemeint? Sie musste Messreihen erstellen und in Kurvendiagramme übertragen. Bevor sie diese weiter verwertet, wollte sich ihr Betreuer eben erst “ihre Kurven anschauen”  ;-)

Ihr Ferkel mit Euren Gedanken!!

;-)       :-)        ;-)        :-)     ;-)

;-)      ;-)



Lolita-Requisiten und anzügliche Accessoires für junge Mädchen (Kinder!)

“Die spinnen, die Briten”, würde man im Asterix-Film ausrufen. Aber ganz so einfach ist das diesmal doch nicht. Fast möchte man meinen: Recht haben sie, die Briten! Aber um was geht es:

Großbritanien will alle Lolita-Requisiten und anzüglichen Accessoires für Kinder verbieten, notfalls verbieten lassen per Gesetz: aufgepolsterte Push-Up-BHs für kleine Mädchen, Pornos auf Kniehöhe im nächsten Eckladen, schlüpfrige Szenen (speziell in Serien und Musikvideos) im Nachmittags- und Vorabendprogramm. Kindern – Mädchen von 10, 12 … 14 Jahren – schenkt man heute Gutscheine für eine Brustvergrößerung. “Das ist in!” Sobald der legale Zeitpunkt ran ist, ist die OP fällig. Wir erinnern uns an den kürzlichen Fall: eine Mutter spritzte ihrer Tochter für einen Nachwuchsschönheitswett- bewerb das Kosmetikmittel und Nervengift Bottox! Was soll das überhaupt: Nachwuchs- schönheitswettbewerb? In Northampton lehrt eine Tanzlehrein den Mädchen als neuesten Schrei den lasziven Stangentanz aus Stripteaselokalen und aus dem Rotlichtmilieu. Und “Little Spinners” wiederum begeistert Kinder und die dafür bezahlenden Eltern gleichermaßen. Zur Info´: es handelt sich hierbei um eine Art von erotischer Gymnastik.

Früher wollten Mädchen Prinzessin sein. Heute vielleicht auch noch… aber allenfalls bis zur ersten Klasse maximal. Dann will man nur noch sexy sein. MTV und VIVA machen es ja vor: laszive Videoarrangements, anzügliche Bekleidung, Sex scheint wichtiger als der Gesang zu sein. “Sie kann tanzen, sie ist jung und hübsch und sieht sexy aus. Gute Voraussetzungen also für die Karriere als Sängerin!” Das las ich mal in einem Zeitungsartikel. Hallo? Sollte die Voraussetzung als Sängerin nicht zu allererst der Gesang sein? Aber man bekommt ja permanent Brüste und Schenkel um die Ohren geschlagen. Das nervt! Jedoch, wer noch in der Entwicklung steckt, nimmt sich das als Vorbild. Der/die denkt, das muß so sein.

Als ich aus der Schule kam (10. Klasse, 1979 / Abitur 1981) wurden am letzten Schultag Späße gemacht, die man noch als solche bezeichnen kann. Sicher schäumten wir auch manchmal vor Übermut am letzten Schultag über, aber es war immer vertret- und verantwortbar. Mal abgesehen von Sachbeschädigungen am Schulgelände, die heute bei derartigen Anlässen gang und gäbe sind – es gibt ganz andere Entgleisungen: am letzten Schultag einer 10. Klasse in Hainichen (die Schüler sind 16/17 Jahre alt!), trugen die Jungs T-Shirts im gleichen Aussehen, aber mit verschiedenen T-Shirt-Texten: “ich habe den Längsten”, “ich habe den Größten”, “ich kann am längsten”, “blas mir einen” und so weiter. Haben die nach 10 Schuljahren nichts anderes in der Birne? Für Mädchen gibt es T-Shirts mit “Nachwuchs-Pornostar” oder ähnlichen Rotz. Die Percing- und Tatoo-Mode sowie die Solarienbräune tragen ihren Teil dazu bei, einen meistens niveaulosen und billigen Eindruck zu hinterlassen. Dafür wird umso mehr wenig Selbstbewußtsein und Charakterstärke dokumentiert. Woher soll´s auch kommen, wenn die Medien dies so vermitteln und die Eltern nicht in der Lage sind, gegen zu steuern.

Im “SAX-Clubzone” in Rodewisch spielen die “Ostblockschlampen”. Selbst wenn die Mädchen-Band aus dem Ostblock stammt, muß man sich so nennen? Und die Plakataufmachung läßt einen seinen Teil dazu denken.

Sexplakate /Ostblockschlampen: KLICK HIER

Es gibt für Schulanfängerinnen Overknee-Strümpfe – und, vor allem: Overknee-Stiefel (“fick-mich-Stiefel”). Im Chemnitzer Rosenhof entblößte eine ca. 8-jährige beim Bücken neben ihrer aufgetakelten Mutter ihre G-String-Tangas. Das “Kinder-Spa” in Essex wird überrannt von den Kinderkundinnen. Das Angebot: Maniküre, Make-Up und Smoothie-Gesichtsmasken. Die Absätze an (Klein-)Mädchenschuhen übersteigen derweil die vertretbare Höhe um ein ungesundes Maß, optisch sowie orthopädisch wohlgemerkt! Früher trug man kurze Hosen, allenfalls hießen sie Shorts. Heute gibt es auch für die Altersgruppe 10+ sexy Pants, Hot Pants, Tops und so weiter.

Noch vor ca. 10-15 Jahren mußten die Mütter die Flausen ihrer Töchter mitmachen, um den Anschluß an die Girlie-Manie nicht zu verpassen. “Arschgeweih” für 45-jährige, Hüfthosen für 50-jährige Magersuchtknochen, Besuch der Jugend-Disco Mutter und Tochter gemeinsam und so weiter. Erwachsene Männer fuhren derweil im Anzug mit dem Alu-Roller ins Büro. Man redete im Teletubbi-Deutsch davon, wie “supi” alles sei. Versteht mich nicht falsch: auf das Äußere achtende und jung gebliebene Eltern sind völlig ok. Aber was uns da vor 10-15 Jahren begegnete, umschrieben unter anderem Autoren wie Neil Postmann in Büchern wie “Die infantile (kindliche) Gesellschaft” oder “Hilfe, wir amüsieren uns zu Tode”.

Ein neues Phänomen ist dazu gekommen, ohne das zuvor beschriebene der infantilen Gesellschaft abgelöst zu haben. Beide existieren nebeneinher und die Grenzen in der dekadenten Gesellschaft verwischen. Der Sozial- und Medienwissenschaftler Neil Postman nennt diese Erscheinung “Das Ende der Kindheit”. In einem bereits in den 1980-er Jahren veröffentlichten Buch mit dem selben Titel erkannte er die Anfänge dieser Erscheinung und den Einfluß der Medien und der Werbung.

Bis vor wenigen hundert Jahren gab es den Begriff und den Lebensabschnitt der Kindheit nicht oder nur zu einem Teil des heute darunter verstandenen. Kinder wurden beizeiten “erwachsen”, mußten arbeiten oder kämpfen lernen und ihren Teil zum Lebensunterhalt besteuern. Schulbildung sowie Spiel und Spaß fand je nach Zeitalter und Herkunft nur spärlich oder gar nicht statt. Erst die letzten Jahrhunderte bildete sich eine Kindheit heraus, die sich in etwa so darstellt, wie wir sie kennen. Den “Abschied von der Kindheit” begründet Postman mit der Industriealisierung und der Zunahme der Massenmedien. Kinder werden zu Zielgruppen der verschiedensten Märkte, wie zum Beispiel: Konsum (Kosmetik, Bekleidung, Elektronik) oder Unterhaltungsindustrie (CD, DVD, Video- und Musiksender, Handytechnik, Internetforen). Jugendliche Kinder, zumal weiblich, sind zunehemnd auch interessant für den Markt, der eingangs beschrieben wird: Kosmetik, Klamotten, Schmuck, Lolita-Requisiten, anzügliche Accessoires und dergleichen weitere sexistische Angebote.

 



Eine Drei-Tage-Ausfahrt ins Fichtelgebirge und zum Ochsenkopf

Schon mehrfach auf dem Plan für eine Motorradtour hatten wir den Ochsenkopf, den mit 1024 m zweithöchsten Berg des Fichtelgebirges in Nordbayern/Oberfranken. Mit dessen Gebirgsstruktur und den Höhenlagen erreichen wir etwa das Niveau des heimatlichen Erzgebirges. Und auch das Fichtelgebirge setzt sich auf tschechischer Seite fort – wie auch unser heimisches Erzgebirge (wenn auch nicht in solchen Ausmaßen). Dennoch kann man beides nicht unbedingt miteinander vergleichen.

Die Strecke (Hin- und Rückfahrt zusammen) vom Thüringer Vogtland bei Greiz über Bundes- und seitliche Landstraßen erreicht eine Länge von etwa 330 km. Das ist machbar an einem Tag. Aber es ist nicht sinnvoll, wenn man noch etwas Gegend kennen lernen will. Und so suchten wir uns ein Quartier in Fleckl am Ochsenkopf, namentlich im Berggasthof Fleckl. Die Motorräder durften in der Garage stehen, der Gasthof ist einladend und liebevoll eingerichtet, die Wirtsleute sind freundlich und der Chef selbst ein guter Koch! Und was auch wichtig ist: die Lage ist “strategisch” günstig.

Berggasthof Fleckl am Ochsenkopf

Berggasthof Fleckl am Ochsenkopf

 

Nach einem “Inspektionsfußmarsch” am Ankunftstag im Warmensteinacher Ortsteil Fleckl planten wir für den nächsten Tag einen Fußmarsch zum Gipfel des Ochsenkopfes. Die von uns gewählte Wanderroute war nicht “ohne”, nämlich steinig und steil. Immer wieder kreuzten wir dabei die Bahn der neuen Zipline-Seilanlage. Das Prinzip, in dieser Art vom Gipfel ins Tal zu kommen, stammt aus Südamerika, wo die Einwohner mittels Seilen Höhenunterschiede und Täler überwinden.

Ziplin-Park: KLICK HIER und  HIER

Wir waren geteilter Meinung, ob wir uns das zutrauen würden. Wir zogen aber dennoch den Abstieg per normalen Sessellift vor. Vorher besuchten wir noch den Asenturm, der seinen Namen nach der Gesamtheit der nordischen Götter trägt – und kehrten im Berglokal ein. Die Aussicht ist genial, und auch zum Nachbar, dem Schneeberg, wäre es nun nicht mehr weit. Zumindest scheint man zum höchsten Berg des Fichtelgebirges förmlich hinüber langen zu können.

Sendemast auf dem Ochsenkopf

Sendemast auf dem Ochsenkopf

der Asenturm auf dem Ochsenkopf

der Asenturm auf dem Ochsenkopf

Am Nachmittag konnten wir uns nicht einigen, welches Ausflugsziel den Geschmack aller trifft, uns finanziell in den Kram passt oder organisatorisch bzw. wettermäßig günstig wäre. Als da wären: Automobil- und Rennsportmuseum in Fichtelberg, Tretboot fahren auf dem Fichtelsee, Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel, Felsenlabyrinth in Wunsiedel, Sommerrodelbahn Bischofsgrün und noch vieles mehr. Also zogen wir es vor, die Gegend bei einer 120 km-Motorradrunde kennen zu lernen… und haben es nicht bereut ;-)   Dabei kamen wir unter anderem auch in die Nähe der Saale- und der Egerquelle. Beides Flüsse, die ich bedeutend größer und ausgewachsener kenne, als als Quellrinnsale.

Nach zwei Übernachtungen traten wir die Heimreise an, die wir wieder über Bundes- und Nebenstraßen in Angriff nahmen. Fakt ist und als Resümee bleibt: diese Region macht Lust auf mehr!

Die genaue Beschreibung der Fahrt-Route kann man über die Kontaktdaten im Impressum meiner Tourenwebsite per PDF anfordern.

Klick dazu hier: KLICK

per Sessellift ins Tal

per Sessellift ins Tal

 

 

Viel Spaß beim Selbsttest !




Gewidmet dem fremden Motorradfahrer auf der Chemnitzer Neefestraße, am Donnerstag den 07. Juli gegen 18.30 Uhr

Motorrad fahren polarisiert, vor allem die Nicht-Motorradfahrer. Ein Vorurteil ist schnell auf-, aber schwer wieder abgebaut. Und ohne deshalb wie ein Auto-Hutfahrer ebenso mit dem Motorrad unterwegs zu sein, kann man dennoch mit ein paar Takten des ordentlichen Benehmens positiv als Biker auf sich aufmerksam machen!

Denn eins ist Fakt:

Macht ein Autofahrer Mist im Straßenverkehr, dann ist es DER Autofahrer. Macht ein Motorradfahrer Mist, dann sind es DIE Motorradfahrer, oder am besten gleich ALLE!

Ich befuhr mit dem Auto am Donnerstagnachmittag, den 07. Juli gegen 18.35 Uhr, die Neefestraße in stadtauswärtiger Richtung. Dabei passierte ich den heiklen Bereich der Auf- und Abfahrten zur A 72. Nach dem passieren dieses Bereiches wollte ich von der linken auf die rechte Spur wechseln. Diese war neben mir frei und ich wollte weiter vorn rechts abbiegen. Da sah ich Dich, Motorradfahrer mit Sportmaschine und in rot-gelber-Lederkombi, angeschossen kommen. Du fuhrst mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit in diesem verkehrstechnisch heiklen Bereich. Du wechseltest mehrfach zwischen den Autos die Spuren. Als ich ansetzte, meine Spur zu wechseln, warst Du bereits zum dritten oder vierten Mal dabei, dies ebenso zu tun. Du wolltest ebenso auf meine anvisierte rechte Spur wechseln, ich sah und beobachtete Dich zum Glück noch rechtzeitig im Rückspiegel. Denn Du hättest keine Reserven mehr gehabt! Es ist meiner Reaktion und meiner vorausschauenden Fahrweise (nach hinten!) zu danken, daß nichts passiert ist. Du fuhrst bis zur Ampel am Porsche-AH, wendetest Dein Motorrad und bis in demselben Stil wieder stadteinwärts gefahren.

Wärest Du bei mir aufgefahren, und wärest Du gestürzt und hättest Dich vor Schmerzen neben meinem Auto im Gras oder auf dem Asphalt gesuhlt… Ich hätte Dir vor Wut noch einmal einen Tritt in den Arsch verpasst. Als Dank dafür, daß ich ein kaputtes Auto gehabt hätte. Als Dank, weil ich wegen Dir Scherereien gehabt hätte. Und als Dank dafür, daß Du eine ganze Branche in Verruf bringst.

Weißt Du, ich bin mit Leib und Seele Motorradfahrer. Aber wenn Du, unbekannter hirnloser Raser, Dich Motorradfahrer nennst – dann schäme ich mich, einer zu sein!

Herzlichst und ohne Biker-Gruß, Albrecht Krenbauer




Die 15. Heimkinderausfahrt mit Motorrädern der Heimkinder des Hauses in Pobershau/Erzg.

Am 02. Juli 2011 fand eine vom Kinderheim in Pobershau organisierte Heimkinderausfahrt mit Motorrädern statt. Es war die 15. Ausfahrt und damit ein Jubiläum. Begonnen hat alles 1992, Unterbrechungen gab es bisher unter anderem wegen Hochwasser.

 

vom Heimleiter geschaffenes Riesenmotorrad aus Stroh und Holz

Nachdem wir voriges Jahr auf der Rückfahrt von Kriebstein bei kühlen Temperaturen und im Regen gehörig naß geworden sind, hofften wir dieses Jahr auf einen milder gestimmten Wettergott. Ja nun – am Mittwoch waren noch über 30 Grad Celsius und Sonne satt. Bei aller Liebe, das ist es auch nicht, was man wirklich zur Motorradtour braucht. Jedoch, am Vortag der Ausfahrt regnete es in ganz Sachsen und es war mittlerweile nur noch halb so warm. Jetzt hieß es also: abwarten und Tee trinken, das Wetter nehmen wie es ist und das Beste daraus machen.

 

Volleyballspiel Biker gegen Heimkinder

Das Kinderheim am Abend

Am Abend wurde noch das obligatorische Volleyballmatch ausgetragen. Die Heimkinder und Jugendlichen mit Verstärkung durch den Heimleiter Herrn Philipp haben die Mannschaft der Biker dieses Jahr ganz alt aussehen lassen. Nach einem geselligen Beisammensein am Abend wurde nun mit Bangen der nächste Tag erwartet. Viele Kinder und Jugendliche hatten ihre Zimmer „geräumt“ und den Bikern zur Übernachtung überlassen. Sie selbst zelteten diese Nacht im Tal auf der Wiese vorm Heimgebäude und hatten dadurch noch ein zusätzliches Erlebnis.

 

geselliges Beisammensein am Abend

Zeltplatz der Heimjugendlichen

Zum Wecken gegen 07.00 in Pobershau waren im Tal am Schwarzwasser 5 Grad Celsius! Fünf Grad – und wir haben Juli! Dicke schwarze Wolken begleiteten uns seit der Abfahrt gegen 09.00, die sich dann auch erstmals bei Frohburg mit einem Schauer entluden. Aber wir wollten weiter. Zum Vergnügungspark „Belantis“ sollte die Fahrt gehen. Das Wetter wurde nie richtig gut an dem Tag – aber zum Glück auch nie richtig schlecht. Regenschauer fielen an diesem Tag aber noch mehrere. Außer den wettertrotzenden Heimkindern und Jugendlichen, verteilt auf exakt gezählte 48 Motorräder, befanden sich im Korso noch Kleinbusse des Kinderheimes. In diesen fuhren die Erzieher sowie Heimkinder, die aus allen möglichen Gründen nicht Motorrad fahren wollten oder konnten. Die Spitze und den Abschluß bildeten die Sicherstellungskräfte von Polizei und DRK. Die Kennzeichen der Motorräder reichten nicht nur um den Raum Pobershau und Erzgebirge. Sie waren sachsenweit vertreten und reichten sogar über Sachsen hinaus. Wenn man als Biker bei solchem Wetter diesen weiten Weg auf sich nimmt, um mit zu helfen eine Heimkinderausfahrt zu gestalten – dann zeigt das den hohen persönlichen Stellenwert bei den Motorradfahrern für diese Ausfahrt.

 

Boxen-Stop bei ARAL in Mühlau

Ankunft bei Belantis

Was bei den Heimkindern in Pobershau für emsiges Treiben und Vorfreude schon auf Wochen voraus sorgt, geht natürlich nicht ohne Organisationstalent, zahlreiche Helfer und finanzielle Unterstützer. Da sind zuerst der Heimleiter und die Betreuer des Kinderheimes in Pobershau zu nennen. Federführend bei Organisation und Vorbereitung ist auch die Interessengemeinschaft „Kradwanderer“ zu nennen. Ein Dank ergeht an die Sicherstellungskräfte von Polizei und DRK – namentlich dabei an die Polizeidirektion Chemnitz und das DRK Marienberg, die diese Ausfahrt seit der 1. Heimkinderfahrt unterstützen und das Korso begleiten. Sie sind damit der Garant für die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen.

Die Achterbahn “Hurrican” – der Brüller schlechthin

Die Achterbahn “Hurrican” – der Brüller schlechthin

Ein weiterer Dank gilt den vielen Sponsoren, ohne deren Hilfe die Heimkinderfahrt nicht finanzierbar wäre, denn diese finanziert sich ausschließlich über Spendengelder. Nicht zuletzt sind dabei die vielen Motorradfahrer selbst zu nennen.

In diesem Jahr ergeht ein besonderes Dankeschön an den Eventpark „Belantis” für die Unterstützung und Zusammenarbeit im Vorfeld sowie die Berücksichtigung und Einbeziehung vorliegender Wünsche und Vorstellungen in Anbetracht der vorhandenen Finanzierungsmöglichkeiten.

Ich persönlich hoffe, daß der Heimleiter noch viele Jahre Kraft und Freude an der Organisation solcher Ausfahrten hat. Ich würde mich freuen, noch öfter dabei zu sein.

Rückblick zur 14. Ausfahrt im Jahr 2010:

KLICK HIER

Ein Foto der Ausfahrtgruppe findet Ihr unter der Seite der Belantisfans.de. Dazu 1.) den Eintrag von Ratzeck (Öffentlichkeitsarbeit von Belantisfans.de) vom Samstag, den 02.07. auswählen und 2.) das Gruppenfoto durch anklicken vergrößern

KLICK HIER

P.S.

Was uns hätte wettermäßig wirklich widerfahren können, zeigt der Sonntag einen Tag später. Es kübelt seit heute Morgen wie aus Kannen, es weht ein ekliger Wind und auch am Tag werden Temperaturen von kaum 10 Grad erreicht

Und noch einen Vorteil hatte das gestrige durchwachsene Wetter: wir brauchten bei keiner Belantis-Attraktion so lange stehen, daß man die Nerven verlor – und in den Anlagen verliefen sich die recht überschaubaren “Menschenmassen”  ;-)

 

 


Juli 2011
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031