Archiv für Oktober 2011
Ein Ausflug nach Camburg, der alten Grenzstadt in der Mark Meißen an der Landesgrenze zu Thüringen
Zufällig gerieten wir bei der Rückfahrt von einer Motorradtour nach Naumburg in die Kleinstadt Camburg, einem Ortsteil der Doppelstadt Dornburg-Camburg. Der Ort machte Lust auf mehr und wirkte einladend. Aber wir waren erlebnisgesättigt und wollten heim.
Im letzten erschienen “Hebammen-Roman” von Sabine Ebert spielte Camburg auch eine Rolle. Und diesmal nahmen wir uns vor, Camburg zu besuchen. Von der alten Camburg steht schon seit Jahrhunderten nur noch der Burgfried. Unterhalb der Burg steht seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts die Hausbrücke, eine überdachte Holzbrücke. Ein Seitenarm der Saale (die Lache) und die Saale selbst schaffen eine gärtnerisch genutzte Insel. Diese erreicht man nur über jene Hausbrücke.
Camburg selbst liegt eingebettet in der Flußlandschaft der Saale zwischen den Orten Jena in Thüringen und Naumburg in Sachsen-Anhalt. Die in der Saaleregion so typischen Muschelkalkfelsen umgeben auch Camburg. Dort hinauf führen Wanderwege und bieten eine schöne Sicht über den Ort. Einer der Wanderwege führt auch zur Cyriaksruine, der etwa 1.5 km von Camburg entfernten Klosterruine einer romanischen Basilika.
Von der 1166 erstmals erwähnten Burg steht nur noch der etwa 30 m hohe Burgfried. Es lohnt sich, den Turm zu besteigen und die Aussicht zu genießen. Außerdem laufen im Turm informative Kurzfilme zur Geschichte und der Sagenwelt dieser Region. Der angrenzende Burggarten wird als Biergarten bewirtschaftet und dient als Areal für das traditionelle Burgfest Camburgs.
Heidi Klum und Halloween
kreischende Löwen am Ostseestrand auf dem Darß
Einen lustigen Druckfehler fand ich am Wochenende 28.-30.Oktober 2011 in der Thüringer Zeitung OTZ.
Die Taube wird in Großstädten gern als Ratte der Lüfte bezeichnet. Der Löwe ist der König der Tiere, richtig? Der König der Lüfte wiederum ist der Adler, dachte ich bisher…
Ist der Adler dem Löwe gleichgestellt oder steht der Löwe noch über dem Adler – und damit über ALLEN Tieren? Oder macht gar ein anderer Vogel dem Adler seine Herrscherstellung streitig und bezeichnet sich als Löwe der Lüfte? Wie sonst kann man kreischende Löwen am Ostseestrand des Darß beobachten?
Es gibt Zeitungsmeldungen, die liest fast jeder und dennoch interessieren sie eigentlich niemanden – und deren Informationsgehalt geht gegen Null. Diese kleinen Artikel laufen unter der Rubrik “Menschen heute”, “Leute” oder “Prominentengeflüster”. Wobei hier “prominent” auch relativ ist. Zu Paris Hilton beispielsweise fällt der schreibenden Zunft bis heute keine andere Berufsbezeichnung als “It-Girl” oder “Hotelerbin” ein.
In der Chemnitzer Freien Presse fand sich zum Beispiel eine Meldung über Jennifer Anistons erstes Tattoo. Sie hat es sich mit 42 Jahren außen am rechten (oder war es doch der linke?) Fuß stechen lassen und es trägt den Namen ihres ersten Hundes. Wem müsste man hier eigentlich einen Vogel zeigen? Der Jennifer, dem der darüber berichtet – oder dem der das liest?
Neulich machte die Roboter-Frau Heidi Klum wieder von sich reden und die OTZ berichtet: “Heidi Klum kehrt zu Halloween regelmäßig ihr Innerstes nach außen. Dieses Jahr will sie in hautenger Kleidung als ein sich bewegendes Anatomiemodell unterwegs sein.” Wie soll ich das verstehen? Als wäre diese Frau nicht so schon gruslig genug, da kehrt sie auch noch ihr Innerstes nach außen? Aber vielleicht hat Super-Heidi noch nie so gut ausgesehen… Eine schreckliche Vorstellung. Toppen könnte sie das im nächsten Jahr zu Halloween. Da schlage ich ihr vor, als Heidi Glubsch zu gehen, das schielende Opossum
Bei einer Haushaltauflösung (2011) gefunden:
DDR-Geld von 1971 bzw. 1975, je ein 5,- 10,- und 100,-Mark Schein
Wer kennt das noch? Die DDR-Geldscheine der zweiten Generation?
Ich kann mich entsinnen, wie die alten Geldscheine gegen Ende der 1960er Jahre durch die neuen ersetzt wurden. Schmaler und kleiner als die alten waren die neuen Scheine erst einmal gewöhnungsbedürftig. Aber bald hatte man sich daran gewöhnt, so wie nach 1989 an die D-Mark und danach an den Euro.
Heute halte ich die Scheine der DDR in der Hand wie ein Relikt aus alten Zeiten….
Siehe auch Blogeintrag “ORWO-Magnetbandkassette K60 gefunden”: KLICK HIER
LSR, die Abkürzung für Luftschutzraum und ein paar Betrachtungen dazu
Die Abkürzung LSR, aufgetragen mit wasserfester Lackfarbe auf grauen Hauswandputz – vielleicht noch versehen mit einem Richtungspfeil und einer Entfernungsangabe – war bis in die späten 1970er Jahre nichts ungewöhnliches an den Häuserwänden. War doch der Krieg eben erst 30 Jahre vorbei. Und so wie sich heute noch manche “HO” oder “Centrum-Warenhaus”-Schriftzüge gehalten haben, so war auch am Schriftzug LSR nichts ungewöhnlich. Aber im November 2011 diesen Schriftzug in einem nahezu vollständig sanierten Chemnitzer Wohngebiet zu entdecken, ist schon eher selten. Welche Gedanken beschleichen mich dazu….
Mit “Raum” ist hier kein großes Gebiet gemeint, in dem man Schutz vor allzu großem Fluglärm genießt – ein flugfreier Korridor also oder ein Gebiet mit Schutz vor Nachtfluglärm. Nein, die Sorgen vor nunmehr fast 70 Jahren waren andere. Die Räume stellten einen Schutz vor Luftangriffen dar, und dieser beschränkte sich auf die feuchte und dunkle Enge der Kellergewölbe. Inwieweit sie überhaupt Schutz boten oder welchen Sinn es machte, zwar lebend, aber unter dem Schuttberg eines ganzen Hauses begraben zu sein, läßt sich ohnehin nur erahnen.
In den LSR befanden sich im Ernstfall nicht nur die Einwohner des jeweiligen Hauses oder des Einzugsgebietes des LSR, sondern auch Passanten, die im Ernstfall den nächstmöglichen LSR aufzusuchen hatten. Im Keller musste ein Luftschutzraum-Obmann für Ordnung sorgen. Was man heute eher geschulten Personal zumuten würde, war damals irgendeinem linientreuen Hauswirt/Verwalter oder einem kriegsdienstuntauglichen Systemgetreuen in die Hände gegeben. Und anstatt Panik, Angst und dergleichen zu mildern, schaffte er Ordnung mit Autorität und nazistischen Durchhalteparolen.
Doch welche Szenen mögen sich dort wirklich abgespielt haben? Explosionslärm, Flugzeuggekreische und polternde Schuttmassen von oben – kein Licht, knapp werdender Sauerstoff, räumliche Enge und unerträgliche Hitze im Inneren, dazu vielleicht noch schwelende Kohlevorräte. Im Keller weinende Kinder, resignierende Mütter und Alte, Säuglinge mit verzweifelt zu stillend versuchenden Müttern, ein brüllender Luftschutz-Obmann. Dazu die Angst, wie geht es weiter. Wer macht den Keller auf? Angehörige, Deutsche, Russen…?
Und innerhalb weniger Stunden ist nichts mehr, wie es vorher war. Im schlimmsten Fall verlor man alles, was man besaß und man mußte fortan ums nackte Überleben kämpfen. Und es folgten die beiden strengen Winter 1946 und 1947.
Am 13. und 14. Februar 1945 fand das wahrscheinlich schlimmste Erlebnis in der Familie meiner damals 2-jährigen Mutter statt. Völlig sinnlos und ohne Vorwarnung wurde Dresden zerbombt. Meine Mutter war gerade zwei Jahre alt, mein Onkel Hellmuth fünf Wochen. Richtige Fliegerangriffe, aber auch Luftschutzübungen und Fehlalarme waren im letzten Kriegsjahr in Deutschland die Regel. Und so stand eben ein Koffer griffbereit in der Wohnung, bereit im Ernstfall sofort in den Keller mitgenommen zu werden. Auf Drängen des Ur-Opas bewahrte die Mutter meiner Mutter die wichtigsten Unterlagen (Geburtsurkunden, Rentenbescheide, Sparbücher usw.) unter der Kinderwagenmatratze auf. Es sollte ein guter Tip sein. Denn das wohl letzte, was eine Mutter loslässt, ist der Kinderwagen. Und vielmehr wurde dann auch nicht gerettet. Beim ersten Angriff hagelte es Sprengbomben. Meine Mutter plärrte mit dem Wortschatz und dem Verständnis einer Zweijährigen: „P`larm, P`larm, Keller geh`n“, schnappte ihren Schmuck (eine Kinderperlenkette) und ihre Puppe, und ab ging es in den Keller. Die alte Ur-Oma blieb in der Wohnung, sie wollte und konnte diesen Tumult nicht immer wieder neu erleben. Als die Angriffswelle vorbei war, gingen alle nach oben. Die Versorgungsleitungen funktionierten nicht mehr. Die Fensterscheiben waren alle kaputt. Draußen rannten panisch und brüllend die Zirkustiere von Sarrasani in den Trümmern umher. Das Haus meiner Mutter stand noch.
Bei der zweiten Angriffswelle ging auch die alte Ur-Oma mit in den Keller. Sie war ja schon 84 Jahre alt. Diesmal überstand das Haus den Angriff nicht. Diesmal wurden auch Brandbomben abgeworfen. Und die Familie meiner Mutter lag unter den Trümmern des Hauses. Daran beteiligt, seine Tochter und Enkel auszugraben, war auch mein späterer Ur-Opa Paul. Während sich meine Oma mit den Kindern auf den Weg zur Hubertusstraße machte, suchte der Ur-Opa nach den letzten Habseligkeiten. Doch da war nichts mehr. Aber die alte Ur-Oma Hermine Martha konnte er finden und er brachte sie im Leiterwagen mit. Während dessen war seine Tochter (die Mutter meiner Mutter) unterwegs, zu Fuß mit Kinderwagen und zwei kleinen Kindern. Der Hellmuth lag im Kinderwagen, über ihn gespannt eine nasse Kinderwindel gegen Asche, Rauch und Hitze. Meine Mutter hatte eine nasse Kinderwindel um den Kopf. Dabei war auch der kleine Eberhard, der Cousin meiner Mutter. Er hatte die einzige verfügbare Gasmaske. Am Neustädter Bahnhof bekam meine Oma fast keine Luft mehr und konnte vor Rauch kaum noch was sehen. Ein fremder Mann sprach diesen kleinen Treck an: „Um Gottes Willen, wo wollen Sie denn hin?“. Er hat ihnen zur Hubertusstraße geholfen. Später kam auch mein Uropa mit der alten Ur-Oma dort an
Und dann kam ein dritter Luftangriff . . .
Bei der dritten Angriffswelle, obwohl eigentlich die Harmloseste, wurden auch Dresdener Außenbereiche in Mitleidenschaft gezogen. Die armen Menschen mussten doch denken, daß das überhaupt nicht mehr aufhört. Es gab zwar nicht solche Zerstörungen und so viele Opfer wie im Zentrum, aber die Versorgungsleitungen waren weitgehend zerstört. Somit hatten Ur-Opa Paul und die Neuankömmlinge unter anderem kein Wasser auf der Hubertusstraße. In der Gartenanlage hinterm Haus funktionierte zum Glück die Wasserpumpe noch. Das war weit und breit die einzige Möglichkeit, beschwerlich und zeitraubend an Wasser zu kommen. Dies war aber nicht die einzige Einschränkung. Es war wieder einmal und wie so oft in seinem Leben der Ur-Opa Paul, der sich selbst hintenan stellte. Die geringen Zuteilungen von Lebensmitteln auf Marken sparte er zum Teil für die Kinder, vorrangig für den kleinen Hellmuth. Es gab ja auch keine Milch, und der Junge war 5…6 Wochen alt. Und daß bei seiner Mutter, meiner Oma, keine Muttermilch mehr kam, ist auch kein Wunder. Stellt Euch mal vor, wenn man zum Beispiel pro Woche als Einzelperson 50 Gramm Grieß, 2 Eier und weitere Lebensmittel in solchen Rationen zur Verfügung hat und dann für den Säugling sich noch etwas vom Munde abspart!!
Brit Floyd – die britische “The Pink Floyd Tribute Show” in der Chemnitzer Stadthalle
Vor etwa 6 Jahren bin ich bei der Australien Pink Floyd-Show gewesen. Nachdem man nun Pink Floyd live leider nicht mehr sehen oder hören kann und man sich mit der (phantastischen) “Pulse”-Doppel-DVD begnügen muß, war das ein super Erlebnis. Grandios damals: die “Dark Side of the Moon” wurde komplett gespielt.
Und jetzt, 6 Jahre später, eine erneute Pink Floyd-Cover-Show.
Nun, die Chemnitzer Stadthalle war nicht ganz ausverkauft, aber dennoch sehr gut gefüllt. Aber damit müssen Coverbands wahrscheinlich leben – oftmals unberechtigt, wie auch in diesem Fall. Der Qualitätssprung zur Australien Pink Floyd-Show war enorm! Das Konzert ging Punkt 20.00 Uhr wie angekündigt los und wurde gegen 21.15. Uhr mit einer 20 minütigen Pause unterbrochen. Zuvor durfte auch das aufgeblasene Schwein von “Pigs” der Platte “Animals” mitspielen. Insgesamt kam man an diesem Abend auf über zwei und einer halben Stunde erstklassiger Pink Floyd-Musik. Die Bühnen-, Licht- und Lasershow verdient das Prädikat hervorragend! Die Musiker sind allesamt Vollprofis mit grenzenloser Spiellaune, inclusiver der drei tollen Backroundsängerinnen (“The Great Gig in the Sky”). Alle auf der Bühne wissen, mit wem sie verglichen werden – und sie brauchen den Vergleich nicht scheuen. Die “Dark Side of the Moon” wurde diesmal zwar nicht komplett durchgespielt, dafür kamen auch ein paar selbst von Pink Floyd die letzten Jahre vernachlässigten Werke zum tragen, so zum Beispiel “Welcome to the Machine” oder das erwähnte “Pigs”.
Eine mehr als nette Geste an die Adresse der Original-Pink Floyd-Mitglieder war die Bilder-Slideshow zum Titel “wish you were here”. In zeitlich geordneter Abfolge bekam man Fotos aus der Vergangenheit der Band um Gilmour, Waters, Mason und Wright geliefert. Nicht nur, daß der Wunsch “ich wünschte, Du/Ihr wäret hier” schon auf Grund der Trennung von Rogers Waters von der Band schwierig wäre, mittlerweile lebt ja auch Richard Wright nicht mehr . . .
Das Konzert war sehr an das Konzert im London Earls Court angelehnt und endete auch mit einem grandiosen “Run like Hell” – wobei jedes der vorgetragenen Werke das Kommen wert war. Ein völlig aus dem Häuschen geratenes Publikum bestätigte das eindrucksvoll!
Fazit: hingehen, anhören, genießen!!
Offizielle Website der Band: KLICK HIER
Hörprobe: KLICK HIER
Wish you were here: KLICK HIER
The Great Gig in the Sky: KLICK HIER
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eine aufkommende Diskussion:
Am 25.10.2011 schrieb mir ein Kollege :
Hallo Albrecht,
ich antworte da mal aus meiner Sicht: …am Samstag im Clubkino Siegmar…. Im Rahmen der Chemnitzer Dokumentarfilmwoche wurde dort „Gerhardt Richter Painting” gezeigt. Er ist ein großer, wenn nicht DER größte und bekannteste mit internationalem Ruf lebende deutsche Maler. Da kann sich selbst ein Neo Rauch noch hinten anstellen. Und wenn man noch weiß, wie und unter welchen Umständen dieser Dokumentarfilm zustande gekommen ist, so ist dies alle mal beachtenswert.
Wie gesagt, es ist meine Sicht der Dinge. Aber zu Cover Bands habe ich so meine eigene Meinung. Es ist und bleibt eben nun mal ein mehr oder weniger guter Abklatsch des Originals. Ob nun Queen oder ABBA – von kleineren Namen mal abgesehen – kann und könnte ich mich nach diversen Hörproben dafür nicht begeistern. Man sollte die Originale so in Erinnerung behalten, wie man sie kennen und hören gelernt hat. Wenn es diese Bands, aus welchen Gründen auch immer nicht mehr gibt, dann ist das eben so und gehört wie das Leben zum vergänglichen. Und wenn man doch noch mal Lust auf das Original bekommt dann CD rein oder Platte (schön, wer das warm klingende Speichermedium noch hat) auf den Teller, Kopfkino an und in Ruhe genießen. Alles andere ist aus meiner Sicht nicht nennens – und schreibenswert. Wie gesagt, auch wenn der Abklatsch noch so gut gemacht ist. Original bleibt Original.
Einen Picasso hat man auch nicht nachgemalt und damit eine Ausstellung gemacht.
Schöne Woche noch!
Hi zurück,
da ist natürlich was dran. Teilweise gebe ich Dir Recht.
Natürlich gibt es viele, beinahe zu viele, qualitativ schlechte Nachahmer, sei es in der Musik oder in der Malerei. Und auch die Originale sind immer Geschmacksache (zum Beispiel eben Picasso – ich denke, da reicht der Originale aus. Mir zumindest). Aber bei den vielen Nachahmern in jeder Branche der Kunst – die, die es wirklich bringen, sind wahre Künstler und Profis. Ein leichtes Dasein haben sie damit sicher nicht.
Es gab Maler, die kopierten Originale und wurden wegen fehlender Kenntlichmachung verschrien oder als Fälscher verurteilt. Hätten Sie von Vornherein ihre Arbeit als “neudeutsch Coverprodukt” angeboten, hätten sie halb so viele Menschen erreicht. Und hätten sie mit ihrem Können gleich eigene Werke geschaffen, so hätten sie vielleicht kaum Interesse hervorgerufen. Das ist aber spekulativ.
Mit diesem Übel müssen Coverbands und “Nachmaler” leben, und sich zu allem Überfluß auch noch mit den vielen miesen Vertretern der jeweiligen Branche herumschlagen.
Ich für meinen Teil war mir in jeder Minute bewußt, daß ich nicht bei Pink Floyd war. Aber ich war zu einem grandiosen Musikabend mit Pink Floyd-Musik und Pink Floyd-Bühnenshow.
Oder wollen wir den heutigen Opernstars und Symphonikern nachtragen, daß sie die Musik von den teilweise vor Jahrhunderten verstorbenen Komponisten spielen und singen?
Gruß zurück
Zu einem Artikel in der Chemnitzer “Freien Presse” vom 18.10.2011. Darum geht es um den Selbstbetrug der Mittelschicht im derzeitigen politischen und wirtschaftlichen System.
Der Artikel bezieht sich auf das Buch “Hurra, wir dürfen zahlen” der Autorin Ulrike Herrmann zum selben Thema
Glaubt denn der Autor des Artikels (Benjamin Lummer) oder die Autorin des Buches (Ulrike Herrmann) ernsthaft, daß man durch Wahlen dieses System ändert oder mittels Wahlen Veränderungen herbei ruft? Zwanzig Jahre nach der Wende habe ich die diesbezügliche Hoffnung aufgegeben, leider! Man ändert nicht das Puppentheater durch den Austausch der Marionetten. Die Strippenzieher sind andere: Banken, Finanzkapital, von Zeit zu Zeit gehört dazu auch der militärisch-industrielle Komplex und mehr. Außerdem wagt sich keine gewählte Regierung an die wirklichen Probleme mit all den nötigen einschneidenden Veränderungen heran. Und bisher hat eigentlich jeder schon einmal regiert und beinah auch mit jedem koaliert!
Siehe dazu auch meinen Blog “Politischer Aschermittwoch”: KLICK HIER
Um es den Regierenden einfacher zu machen, würde ich als erstes unseren absurden deutschen Föderalismus sowie die unglückliche Konstellation von Bundestag und Bundesrat abschaffen. Das ist die größte “Beschluß-Bremse” überhaupt! Eine Regierung und ein gewähltes Parlament sollten reichen. Dazu benötigt man nicht auch noch den Bundesrat. Weiterhin würde ich die Wahl-Modalitäten völlig neu ordnen – man ist in unserem Land ja ständig irgendwo am wählen oder beim Wahlkampf – und dann: ja dann mal schauen, ob das schon eine Hilfe für die Regierenden darstellt. Es wäre ein Anfang. Wirkliche richtungsweisende Erörterungen findet man meines Erachtens im Buch “Deutschland, der Abstieg eines Superstars” von Gabor Steingart.
“Deutschland, der Abstieg….” KLICK HIER
Zu dem Problem “die Mittelschicht denkt, sie gehöre zur Elite” (O-Ton der Autorin) hat sich Hannes Wader schon im Lied über die Ladenbesitzerin “Emma Klein” vor 30 Jahren ähnlich geäußert:
Nun hat die Bank schon zugeschlagen
und ganz schnell, fast über Nacht,
das Haus samt Laden abgerissen
und ’nen Parkplatz draus gemacht.
Der gehört dem Superkaufhaus
und das wiederum der Bank.
Doch das schärfste ist, daß Emma Klein,
vor Kummer sterbenskrank
und bettelarm, sich doch noch immer
zu den Unternehmern zählt.
Und am Wahltag die Partei
der eigenen Enteigner wählt.
Will nur mal fragen:
„Sagt, warum schlagen
so viele Leute
gestern wie heute
den eig´nen Interessen
voll ins Gesicht
und merken es nicht?“
Ein Ausflug am Tag der Deutschen Einheit in das ehemalige innerdeutsche Grenzgebiet zwischen Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald, hier bei Probstzella zur Burgruine Wespenstein in Gräfenthal
Zum dritten oder vierten Mal sind wir dieses Jahr in dieser Region gewesen. Die Gegend, reich an Natur und sparsam an Ortsbebauung, lädt förmlich ein zum entspannten Motorradtourismus. Außerdem ist das innerdeutsche Grenzgebiet reich an Ausflugszielen, die erst seit 1990 allgemein zugänglich sind. Vorher war hier Sperrgebiet.
In der Ostthüringer Zeitung OTZ stellte man neulich die Burgruine “Schloß Wespenstein” vor. Der Anlaß war die Verleihung eines Förderpreises für Denkmalschutz. Der Artikel in der Zeitung und vor allem das Foto machten Lust auf mehr. Also beschäftigten wir uns im Internet mit der Burgwebsite und nahmen Wespenstein in unsere Vorhaben mit auf. Heute war es nun so weit, wir sattelten die “Hühner” und fuhren los.
Schloß Wespenstein: KLICK HIER und KLICK HIER
Mal abgesehen davon, daß unsere gesamte Ausfahrt ein Traum war, auf der Rückfahrt sogar mit Fernsicht über die Burg Ranis hinweg bis zur Leuchtenburg bei Kahla, so will ich mich doch hauptsächlich zu Schloß Wespenstein äußern. Die Fahrtroute stelle ich unten vor.
Die Entstehungsgeschichte des Vorgängerbaus geht bis in die Zeit der Ludowinger zurück. Dann, gegen 1250 bauten die Grafen von Orlamünde an diesem Standort die Anfänge der heutigen Burg. Nachdem zwischenzeitlich die Wettiner das Sagen hatten, ging die Burg in das Eigentum der Pappenheimer (“ich kenne meine Pappenheimer”) über. Nach einem Brand, bei dem die Burg die drei oberen Stockwerke verlor, bauten die Pappenheimer den neueren Schloßteil an.
Wer die Burg heute besuchen will, sollte einerseits mit Einschränkungen rechnen. Es sind umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gange. Nicht alle sind auf den ersten Blick zu erkennen, denn viele dienten erst einmal der Erhaltung oder Wiederherstellung der Sicherheit, der Begehbarkeit und der Verfallsbremsung. Anderseits bietet der Schloßherr auch in dieser Phase interessante Burgführungen an, betreibt eine Schloßgaststätte und eine kleine Pension. Und auch in dieser Sanierungsphase werden schon Freizeit- möglichkeiten angeboten, so zum Beispiel Draisinenfahrten, die unter anderem über das Lichte-Viadukt führen (Max und Moritz-Bahn).
Da die Burggaststätte geschlossen hatte, der Schloßherr aber zugegen war, durften wir uns an die Tische der Schloßterrasse setzen und unseren eigenen Picknick-Tankrucksack leeren. Dabei genossen wir außer unserem Kaffee einen herrlichen Blick über den Ort Gräfenthal. Wir sind uns einig: in zwei oder drei Jahren schauen wir mal, was sich hier getan haben wird
unsere Fahrt verlief wie folgt (185 km, mind. 4 Stunden)
Greiz – B 94 über Zeulenroda bis Schleiz – Schleiz, B 2, Hofer Straße bis zum Hotel Luginsland – B 2 verlassen – A 9 kreuzen – Saalburg – Bleilochtalsperre überqueren – bei Ebersdorf – Abzweig Eliasbrunn – Richtung Leutenberg zur B 90, links (!) – Bahnhof Lichtentanne – Lichtentanne – Wickendorf – Großgeschwenda – Probtzella – B 85 Richtung Saalfeld bis Abzweig Gräfenthal – in Gräfenthal in Richtung Großneudorf – Straße am Schloßberg >>> zurück bis nach Probstzella, B 85, links – Richtung Saalfeld bis Ortseingang Kaulsdorf, rechts – am Hohenwartestausee – Hohenwarte – Bucha – Schmorda – Burg Ranis- und Leuchtenburgblick – Peuschen-Bahren – Posen – Knau – Plothener Teiche – Plothen – Dittersdorf – A 9 und später B 2 kreuzen – Tegau – Zeulenroda – zur B 94 – Greiz
viel Spaß beim Selbsttest
weitere Ausfahrten in diese Region:
Lichte-Viadukt bei Probstzella: KLICK HIER
520 Motorradkilometer zwischen Frankenwald und Thüringen: KLICK HIER
Burg Ranis: KLICK HIER
Saaleturm in Burgk: KLICK HIER
Burg Lauenstein: KLICK HIER
Tour ins Thüringer Schiefergebirge: KLICK HIER

















