Archiv für Dezember 2011
Wer clever ist, sollte jetzt schon an die Brückentage 2012 denken und diese in der Urlaubsplanung einplanen….
das zumindest machen uns die Medien weis. Dabei hat das neue Jahr 2012 noch nicht einmal angefangen. Aber offenbar sind die jährlich wiederkehrenden und eigentlichen belanglosen Themen für die Medien ein gefundenes Fressen, um ihre Druckseiten und Sendezeiten auszufüllen.
Die Medien suggerieren einem, das nahezu jeder Brückentage nehmen kann. Das geht zu Beginn eines neuen Kalenderjahres mit Tips und Vorschlägen los und hört im laufenden Jahr im Radio bei ständigem Gefasel vom Brückentag noch lange nicht auf! Man bekommt ja schon Minderwertigkeitskomplexe, wenn man in einer Sparte arbeitet, wo dies nicht möglich ist. Nimmt denn wirklich die ganze Republik Brückentage? Man kommt sich schon bescheuert vor, wenn man im Dienstleistungssektor, im Handelsbereich oder in Versorgungsbetrieben arbeitet – und dort ganz besonders in Schichten. Ich habe das Gefühl, als Arbeiter mehr und mehr ein Exot zu werden.
Wenn dann zum Beispiel die Kitas fast geschlossen als Branche Brückentage nimmt – dann haben die, denen die Kitas eigentlich den Nachwuchs abnehmen und in Obhut nehmen soll, nicht selten ein ernsthaftes Problem. Nicht zu verstehen ist auch, daß Behörden Brückentage nehmen. Nicht selten sind nämlich auswärts oder in einem unmöglichen Arbeitszeitmodell Arbeitende froh, daß sie an solchen Tagen auch einmal Behördengänge erledigen könnten. Sofern sie einen Brückentag nehmen konnten. Aber die Behörden sind ihnen dann schon zuvor gekommen und haben auch frei.
Man ist es schon gewohnt, blöd angeschaut zu werden, wenn man sonnabends oder sonntags auf Arbeit geht. Wenn man Weihnachten oder Silvester bis Mittag oder gar bis Nachmittag arbeiten muß. Wenn man eben keinen Brückentag hat oder nehmen kann. Man ist es schon gewohnt (ganz besonders in wochenendübergreifender Schichtarbeit), daß man im familiären, gesellschaftlichen und/oder sozialen Abseits steht
Man ist es gewohnt, aber man gewöhnt sich dennoch nicht daran!
Ist denn die arbeitende Bevölkerung im Handel und in der produzierenden Industrie eine aussterbende Spezies? Und es gibt auch Jobs im Büro, die hart an der Belastungsgrenze und wo Brückentage kein Thema sind.
Welcher Quatsch wird hier alljährlich zu einem richtig handfesten Ratgeberthema erhoben. Wenn man in der Zeitung von der “arbeitenden” Bevölkerung liest, so joggen und duschen alle, bevor sie dann ins Büro gehen. Sie bereiten sich morgens aufwendig ein Müsli zu, führen Hunde aus statt ihre Kinder in die Schule und schauen Frühstücksfernsehen, bevor sie ins Büro gehen. Richtig: alle gehen ins Büro! Und nach dem harten Arbeitstag geht man zur After-Work-Party. Die Fernsehserien im Vorabendprogramm machen es uns ebenfalls glauben, daß alle in WGs wohnen und wenn sie überhaupt arbeiten, dann jobben sie pauschal. Der Rest arbeitet im Büro – und hat Brückentage
Ein Buch als Pendant zum wesentlich bekannteren „Im Westen nichts Neues“
Deutschland im Dritten Reich, kurz vor dem II.WK.
Alex Jeremin, Sohn eines Arztes, leistet zwischen dem Ende seiner Schulzeit und dem Beginn des eigenen Medizinstudiums seinen Wehrdienst ab. Unteroffizier Machulke, von den Rekruten verächtlich der Untermensch oder aufrechtgehende Freß-, Sauf- und Kackmaschine betitelt, ist ein Schleifer vor dem Herrn. Er lässt die Rekruten, vor allem die aus besserem Hause, all seine Verachtung und auch die Wut und den Zorn auf die eigene Bildung und Herkunft spüren.
Im Ausgang lernt Jeremin die Halbjüdin Renate kennen, die bei ihrem Vater lebt. Die Mutter ist bereits vor Kriegsausbruch vor den abzusehenden Zuständen in Deutschland in die Schweiz geflohen. Mit Renate kommt es zu ersten Auseinandersetzungen über das Deutsche Reich, die Hitlerjugend, die Nazidiktatur und die Behandlung der Juden in Deutschland. Erste Erkenntnisse Jeremins über die wahren und angstmachenden Zustände in Deutschland sind eher noch harmloser Natur. Er will seinen Wehrdienst ableisten und studieren.
Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus…
Nach einem Einsatz in Frankreich und einer Verwundung nebst Genesungsurlaub kommt Jeremin nach Afrika. Erstmals wird ihm bewusst, daß die Deutsche Wehrmacht unzureichend ausgerüstet und auf Kriege in fremden Ländern bei extremen Wettersituationen – Hitze in Afrika, Sandstürme in der Wüste, später der Winter in Rußland – nicht vorbereitet ist. Langsam stellt er sich die Frage, was man eigentlich in diesen Ländern verloren hat. Dennoch funktioniert das Räderwerk der Armee als Kriegsmaschine. Eigene Zweifel werden immer noch unterdrückt. Ein erster riesiger Schock ist der Tod seines besten Freundes Rothenburg.
Jeremin, inzwischen mehrfach ausgezeichnet und befördert, erleidet wieder eine schwere Verletzung. Danach kommt er an die Ostfront. Die Sorgen um das eigene Überleben steigen, die Zweifel an der Sache nehmen zu und die Sorgen um seine Renate – die er inzwischen geheiratet hat und die ein Kind erwartet – bringen an beinah an den Rand der Verzweiflung. Hier an der Ostfront wird Jeremin auch mit der ganzen Wucht der Unmenschlichkeit der Kriegsführung konfrontiert. Man wird sich bewusst, Kanonenfutter zu sein. Außerdem wird Jeremin zunehmend mit den Begleiterscheinungen dieses Systems konfrontiert, die das Entstehen und Überleben dieser Diktatur ermöglichten: Fanatismus, Menschenverachtung, Größen- und Rassenwahn und vor allem Denunziation. Sein Versuch, sich so viel Menschlichkeit wie möglich zu bewahren, wird zunehmend auf harte Proben gestellt. Und ganz allmählich reift auch die Erkenntnis: dieser Krieg ist ein unmenschlicher und sinnloser Eroberungskrieg, angezettelt von einem unmenschlichen System.
Als letzte Station im Krieg im Osten kommt Jeremin als Lagerkommandant in ein russisches Strafgefangenlager. Was er dort an Behandlung der Kriegsgefangenen erlebt, stellt alles Vorstellbare in den Schatten. Alex Jeremin beschließt, diese Zustände zu ändern. Außerdem gerät er im Lager an den Menschen, der seinen Schwiegervater in Deutschland der Gestapo ans Messer geliefert und beinah seine schwangere Frau in Deutschland auf dem Gewissen gehabt hätte. Die persönliche Abrechnung mit diesem Denunzianten ist auch eine symbolisch zu verstehende Konsequenz: Jeremin wird diesem System nicht mehr dienen und Widerstand leisten, wo es nur geht.
Bei einem Überfall auf das Lager durch Partisanen wird Jeremin angeschossen, noch bevor sich die Gefangenen rechtzeitig für ihn einsetzen können. Schwerverletzt nehmen ihn die Partisanen in ihre Obhut. Es bleibt offen, ob er überlebt. Offen bleibt auch, ob seine hochschwangere Frau überlebt. Beim Bombenangriff wurde sie unter Trümmern begraben, der Vater Alex Jeremins konnte sich noch schützend auf sie werfen, bevor die Trümmer herabstürzten. Zumindest die Gestapo hat beim Anblick des eingestürzten Hauses die weitere Verfolgung Renate Herxheimers als unnötig eingestuft….
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Lesetip: “Bitte sterben zu dürfen”, Hans v. Oettingen KLICK HIER
Ein Weihnachtslied von 1928 mit erschreckender Aktualität
Von Erich Kästner, Schriftsteller aus Dresden und später wohnhaft in München – Verfasser von Gedichten und Kinderbüchern wie “Pünktchen und Anton”, “Das fliegende Klassenzimmer”, “Als ich ein kleiner Junge war”, “Emil und die Detektive” und andere – stammt das folgende Gedicht. Es ist von erschreckender Aktualität, trotz seins Alters von über 80 Jahren. Vielleicht hat es seine Aktualität nie verloren….
P.S.1: Erich Kästner wuchs als Einzelkind auf. Der Vater war Sattlermeister, die Mutter verdiente zum Lebensunterhalt für die kleine Familie in kräftezehrender Heimarbeit etwas dazu. Zu seiner Mutter hatte Erich Kästner ein besonders inniges Verhältnis.
P.S.2: Erich Kästner ging mit meinem Großvater in Dresden am Gymnasium in eine Klasse. Der Jahrgang 1899 wurde in zwei Weltkriegen (im Ersten als die Jüngsten und im Zweiten als die Ältesten) gnadenlos verheizt!
Weihnachtslied, chemisch gereinigt
(Nach der Melodie: “Morgen, Kinder, wird’s was geben!”)
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Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte Euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch Eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht so weit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch!
Tannengrün mit Osram-Birnen…
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt’s an Holz!
Stille Nacht und heil’ge Nacht -
Weint – wenn’s geht – nicht!
Sondern lacht!
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Erich Kästner, in schweren Jahren (1928)
Erich Kästner, in schweren Jahren (1928)
Weihnachtsgrüße und ein Schneemann zum selbst bauen
Ein Mindestmaß an Englischkenntnissen sollte vorhanden sein. Viel Spaß!
KLICK HIER
Das Geschenk der Weisen
Das Weihnachtsgeschenk
Einen Euro und 87 Cent. Das war ihr ganzer Besitz am Heiligen Abend. Wie
sollte sie davon ein Geschenk für ihren Mann kaufen?
Sie legte sich auf das Sofa und weinte. Dann stand sie auf und tröstete ihr
verweintes Gesicht mit einer Puderquaste. Und vor dem Spiegel kam ihr die
rettende Idee: es gab in der Familie zwei Dinge, die ihr ganzer Stolz waren:
seine goldene Uhr und ihr wunderschönes, langes, wallendes Haar. „Ich werde
mein Haar verkaufen“, sagte sie zu sich selbst. Dann habe ich Geld und kann
ihm ein Weihnachtsgeschenk kaufen.
Gesagt, getan. Sie fand ein Geschäft, das ihr Haar aufkaufte. Zweihundert
Euro bekam sie dafür. In den Restbestand ihrer Haare brannte sie sich später zu
Hause ein paar Löckchen. Für das erworbene Geld kaufte sie ihm eine ganz
wertvolle Uhrkette. Endlich konnte er so seine Uhr auch öffentlich zeigen.
Bisher versteckte er sie immer verschämt wegen des schäbigen Uhrbandes und
wegen seines billigen Anzuges.
Dann wurde es Spätnachmittag. Er kommt nach Hause. Als er seine Frau mit
den kurzen Haaren sieht, erbleicht er. Sie fällt ihm um den Hals: „Sie wachsen
schon wieder nach. Und so ist es doch auch ganz schön“.
Aber sie deutet sein Erbleichen falsch. Nicht weil er sie so nicht leiden mochte,
erbleichte er – sondern wegen des Weihnachtsgeschenkes, das er für sie gekauft
hatte. Es sind die vielen kleinen Kämme und Spangen, von denen sie schon so oft
geträumt hat, als sie noch im Schaufenster des Friseurs lagen. Sie passten so gut
zu ihren schönen langen Haaren. Und nun sind sie kurz, die Haare.
Noch einmal tröstete sie ihren Mann: „Sie wachsen ganz schnell wieder nach!“
Und dann erzählte sie ihm, warum ihre Haare kurz sind: „Ich habe meine Haare
verkauft, um Dir ein Weihnachtsgeschenk machen zu können.“ Und sie reichte
ihm das Päckchen. Er öffnete es, sieht die wertvolle Uhrkette – und muß
lächeln. Er sagt: „Wollen wir unsere Weihnachtsgeschenke noch für einige Zeit
aufbewahren? Sie sind zu schön, als daß wir sie jetzt gleich gebrauchen
könnten.“
Und dann erzählt er ihr, daß er seine goldene Uhr versetzt hat, um ihr
das erträumte Geschenk zu machen.
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Aus “Das Geschenk der Weisen” von O. Henry aus dem Jahre 1906 / KLICK HIER und hier KLICK HIER
Mops-Dame Babsi ist tot
Trauriges Unglück im Hause meiner Schwester.
Seit Kindertagen wünschte sich meine Schwester einen Hund – einen Mops, wenn möglich. Vor genau 5 Jahren war es soweit. Mops Babsi wurde vom Züchter geholt, man wollte ja alles richtig machen. Aber wie viele reinrassige Hunde sind auch Mopse überzüchtet und äußerst anfällig. Babsi wurde ein Sorgenkind. Sie schleppte sich von einer Krankheit zur anderen, kostete Nerven, Geld und viel Zuwendung. Sie dankte es mit Liebe und Anhänglichkeit. Ein ähnlich kranker Hund mit nicht so einem liebevollen zu Hause wäre vielleicht gar nicht so alt geworden. Wenn die Trauer verflogen ist, bleibt sicher die Gewissheit zurück, daß Mops-Dame Babsi ein so schönes Hundeleben wie möglich hatte. Das ist wie bei einem unheilbaren Kind: wohl wissend, daß es einmal nicht alt wird, tut man alles, um ihm die Erdenzeit schön zu machen. Und wenn es vorbei ist, merkt man erst einmal, wie man sich all die Jahre selbst zurück gestellt hat. Und so sollte man die Trauer überwinden und zurück bleibt der Dank für eine schöne Zeit.
Möge Babsi zu Hause in Burgstädt in heimatlicher Erde gut ruhen und es im Hundehimmel gut haben. Denn gestern, nach genau 5 Jahren, ist sie an ihrer letzten Krankheit nach einer OP im Schlaf “eingeschlafen”.
Wie sagte der bekennende Mops-Liebhaber Loriot:
“Ein Leben ohne Mops ist möglich. Aber sinnlos.”
Ich hoffe, meine Schwester findet trotzdem wieder einen Sinn im Leben…..
Eine Milieustudie aus den Niederlanden der Barockzeit. Ein Film in den Farben Joannis (Jan) Vermeers.
Die siebzehnjährige Griet aus bürgerlichen Verhältnissen muß als Magd in Stellung gehen, nachdem ihr Vater erblindet ist und er als Haupternährer der Familie nicht mehr in der Lage ist. Sie kommt in das Haus des Malers Jan Vermeer (zeitgenössisch Joannis ver Meer). Vermeer gehört zu den bekanntesten Malern des Barock im niederländischen Goldenen Zeitalter (17. Jahrhundert). Ort des Geschehens ist die blühende Handelsstadt Delft in Südholland.
Im Hause Vermeer bahnen sich sofort Konflikte an. Die alteingesessene Magd muß für die Neue ihren Schlafplatz räumen. Der Maler ist fasziniert von der wortkargen Sinnlichkeit Griets. Die Hausherrin ist eifersüchtig und hat zudem – obwohl es die Existenz der Familie absichert – kein Verständnis für die Malerei des Ehemannes. Umso mehr liebt sie den Luxus, den sie sich dafür leisten kann. Der Erfolg des Malers Vermeer ist wiederum abhängig von den Aufträgen des Gönners und Kunstmäzens Van Ruijven. Dieser gibt ein Gemälde in Auftrag – mit der neuen Magd im Hause Vermeer als Modell. Gleichzeitig steigt er Griet nach, bedrängt sie und macht ihr zusätzlich das Leben schwer. Dafür sorgt auch schon die ältere Tochter Vermeers, die gegen Griet intrigiert, wo sie nur kann. Die Fäden zusammen hält die Mutter der Hausherrin, nicht immer mit fairen, aber immer mit notwendigen Mitteln.
Während es Griet anfangs nur gestattet ist, das Atelier zu putzen und tunlichst nichts zu berühren, entwickelt Griet schnell ein Verständnis für Farben und Licht sowie einen Sinn für Arrangements. Während Jan Vermeer das Interesse und das Verständnis der Magd fördert, nehmen die Konflikte mit der Hausherrin zu. Heimlichkeiten während der Erschaffung des Gemäldes sowie die endgültige Präsentation des Bildes – das der Maler Vermeer seiner Frau gern erspart hätte – lassen den Familienkonflikt eskalieren.
Der Film lebt von einer großartigen zeitgenössischen Kulisse, von wenigen Worten und vielen Gesten, vom emotionalen aufgewühlt sein aller Beteiligten. Obwohl sich Griet und Vermeer bis zum Schluß nichts Anstößiges vorwerfen lassen müssen, versprüht der Film Sinnlichkeit, Erotik und den inneren Kampf Vermeers. Das Spiel mit dem Feuer läßt auch Griet nicht kalt. Und so zeigen beide ihre innere Zerrissenheit hauptsächlich mit Gesten und in den Blicken. Und während der eigensinnige Vermeer und die (bis zu einem gewissen Punkt) zu gehorchende Magd eigentlich klare Fronten haben, gerät das Verhältnis Herr/Magd immer weiter in den Hintergrund. Da Griet die Ohrringe der Hausherrin als i-Tüpfelchen des Arrangements trägt, gerät die Fertigstellung des Gemäldes beinahe zur Katastrophe. Und so fällt auch das Urteil der Hausherrin aus: „Das Bild ist schamlos!“
Der Film „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ gehört für mich in die Kategorie „Der besondere Film“. Scarlett Johansson als Griet und Colin Firth als Jan Vermeer sind die Seelen des Films. Mit Gesten und Blicken sowie mit sparsamen Dialogen und dezenter Filmmusik entsteht in diesem Film eine knisternde Erotik, die hart an den Moralvorstellungen der damaligen Zeit kratzt und wohl heute noch jede Ehefrau zur wütenden Furie werden lassen würde. Zusätzlich baut der der Film eine Spannung auf, die dieser Stoff nicht vermuten lassen würde.
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