Der König ist tot. Es lebe der König!
Christian Wulff ist also nicht mehr. Die Wulffs-Schanze wird geräumt. Für ihn hat sich die Sache erledigt. Es ist nur beachtlich, wie jemand trotzig und bockig wie ein beleidigtes Kind abtritt. „Ich habe mich in meinen Ämtern stets rechtlich korrekt verhalten. Ich habe Fehler gemacht (aha!), aber ich war immer aufrichtig (soso!).“ Nur mit der Moral hapert es ein wenig. Aber das ist nicht weiter schlimm, da hapert es bei allen Politikern. Was bleibt von ihm, außer der Satz „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“? Eine Fußnote in der Geschichte des Präsidial-Amtes. Hoffentlich ohne „Ehren“-Sold. Seine Frau, so scheint mir, ist da weniger am persönlichen Ende. So wie sie hocherhobenes Hauptes davon stolzierte …. diese Frau strebt nach mehr. Notfalls ohne ihn. Siehe Nachtrag Januar 2013
Was werden nun alles für Nachfolger gehandelt: alte und neue Gesichter, aktive und ehemalige Politiker, Bürgerrechtler und solche, die es gerne gewesen wären…. Karl Theodor zu Guttenberg war noch nicht dabei, Wolfgang Schäuble als eine Art Geheimwaffe für alle Fälle wird erwähnt, Edmund Stoiber (soll das ein PR-Gag sein?), Günther Jauch wird vorgeschlagen. Doch der wird sich hüten. Jauch kann nicht alles machen: „Wer wird Millionär“, „Stern-TV“, „Wetten Daß…“ und „Ich kann Bundespräsident“. Mein Gegenvorschlag: begrabt das unnütze Amt des Bundespräsidenten gleich mit „Wetten Daß…“ zusammen. Dann braucht man für ein Amt und eine Sendung, die/das keiner mehr so recht will, keinen Nachfolger suchen, der sich dann als unwürdig entpuppt. Margot Käßmann war im Gespräch…. Sie wäre mein heimlicher Favorit!
Zur Erinnerung, wer war Frau Käßmann: KLICK HIER
Jetzt wollen die Regierungsparteien einen Nachfolger suchen. Zusammen mit der Opposition. Aber Opposition heißt nur SPD und Grüne. Und während im TV ein Sprecher schwadroniert, daß man „Regierung-und-Opposition-übergreifend“ einen Kandidaten suchen und finden will, einen egal mit welchem Parteibuch oder auch ohne – in demselben Atemzug beschwert sich Frau Gesine Lötzsch auf einem anderen Sender zu Recht, daß die Linken nicht erwähnt, nicht beachtet und offenbar auch nicht zur Opposition gezählt werden. Mehrere Millionen Links-Wähler im Lande werden also nicht für voll oder werden für politisch unreif angesehen, die man vor sich selbst schützen muß. Immerhin sind die Linken sowieso an allem schuld! Sie haben vor anderthalb Jahren die Wahl J. Gaucks verhindert und sind somit die Schuldigen, daß wir nun einen korrupten ehemaligen Bundespräsidenten hatten. Solch eine Partei kann man natürlich bei der jetzigen Präsidentensuche nicht mit einbeziehen. Wie wäre es denn, wenn ein neuer Bundespräsident grundsätzlich keine Parteizugehörigkeit hat oder diese strengstens zu ruhen habe? Immerhin ist es sowas wie ein Not-König, ein Monarch für den Kleinen Demokraten mit Nostalgieträumen (Nostalgie, nicht Ostalgie!). Die englische Königin hat auch kein Parteibuch inne. Ich weiß nicht, wie man im westafrikanischen Burkina Faso hält, ob der dortige Premierminister Präsident Blaise Compaoré ein Parteimitglied ist. Aber da sind wir gleich beim letzten erschütternden Zwischenfall: Als Bundespräsident Horst Köhler vor anderthalb Jahren zurücktrat, war in Burkina Faso alles für einen Staatsbesuch des Deutschen Bundespräsidenten vorbereitet. Köhler reiste aber nicht mehr hin. Nun bereitete man alles für einen Staatbesuch Christian Wulffs in Burkina Faso vor – und Wulff trat zurück. Wird man nun in Burkina Faso jemals wieder etwas für den Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten vorbereiten? Oder, anders gefragt: sollte ein neuer Bundespräsident jemals wieder an einen Staatsbesuch in Burkina Faso denken? Es könnte ein schlechtes Omen werden . . . . .
Nachtrag Juni 2012: wie die Chemnitzer Freie Presse berichtet und sich dabei auf Bild am Sonntag beruft, ist “Christian Wulff gut gelaunt und mit sich im Reinen”
Wer hätte das gedacht, nachdem er doch gerade erst seinen “Job verloren” hat und Verantwortung für eine Familie hat. Aber er hat ja ein anständiges Ruhegeld mit auf den Weg bekommen. Da kann man schon “gut gelaunt und mit sich im Reinen sein”. Andere, die ihren Job (verschuldet, oder noch schlimmer unverschuldet) verloren haben, stürzen in tiefe Lebenskrisen, an den Rand der Existenz und in relativ kurzer Zeit in Armut.
Er lacht sicher auch sehr viel. Vermutlich kann er vor Lachen nicht einschlafen!
Seine Frau Bettina schreibt derweil ein Buch. Über was? Und wer wartet auf diese Lektüre? Seltsam, auf dem Arbeitsamt (sorry, der Agentur für Arbeit) findet man sie nicht zwischen all den Verzweifelten wieder. Vermutlich wäre(n) sie dort (beide) nicht vermittelbar…..
Passt ER nicht mehr in IHR Erfolgskonzept, ist ER ein Opfer IHRES Erfolgsschemas? Oder passt SIE nicht mehr in SEIN Konzept vom Streben nach Höherem? Wie dem auch sei: es wundert mich jetzt nicht wirklich.