Archiv für 1. Juni 2012


Zwei Zeitungsmeldungen in der Chemnitzer Freien Presse vom 01.06.12, die nur indirekt zusammengehören – und sich dennoch „beißen“:

:-)     :-(    :-(

  • Heute ist Internationaler Kindertag beziehungsweise Weltkindertag,

  • eine Chemnitzer Schule weist Kinder ab.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Eltern-Proteste-Schulen-in-Chemnitz-weisen-Kinder-ab-artikel8002448.php

Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“ Und egal, wie die Kindheit wirklich war: Bei den meisten war wohl in der Erinnerung die Kindheit schön und der beste Abschnitt im Leben!

Ich mag Kinderaugen, denn sie sind so frei – sie lachen und weinen, und sind ehrlich dabei“, singt Norbert Leisegang und seine Gruppe Keimzeit.

Der Kindertag ist eigentlich international und – genauso wie der Frauentag keine sozialistische oder DDR-Erfindung. Auch wenn das mancher glauben mag. Aber im Vergleich zum Kommerz des Valentinstages und Halloween geht der Kindertag leider etwas unter.

Kinder haben keine Lobby.

Aber ein anderes Phänomen lässt sich beobachten: “Das Verschwinden der Kindheit“, wie der amerikanische Soziologe, Gesellschaftskritiker und Buchautor Neil Postman feststellt und anschaulich erläutert. Die gesellschaftlichen Umstände sind daran nicht schuldlos!

Wir haben als Kinder Zeit und Aufmerksamkeit bekommen: Spiele, Spaß, Reden und Zuhören, Achtung vor dem Kind und Respekt vor den Autoritätspersonen – ja, sowas gab es: Autorität. Kinder fühlen sich, wenn sie richtig behandelt und erzogen werden, innerhalb klarer Grenzen und Regeln am wohlsten.

Ein kleiner Höhepunkt waren die zum Kindertag vom DFD und dem Wohnbezirk ausgerichteten Kindertagsfeiern. Da waren dann auch die Kinder in der Überzahl, in den 1970er Jahren keine Schwierigkeit. Heute kommen auf ein Kind vier oder sechs begleitende Erwachsene. Ist das öde…..

Interview mit dem Autor: http://www.zeit.de/1998/16/Wenn_die_Kindheit_verschwindet

Das Buch zum Thema: http://www.amazon.de/Das-Verschwinden-Kindheit-Neil-Postman/dp/3596238552

Eine Kindheit in den Siebzigern

Wie haben wir das nur überlebt? Die Autos hatten keine Sicherheitsgurte, keine Kopfstützen und schon gar keine Airbags. Auf dem Rücksitz war es für uns Kinder lustig, und nicht gefährlich! An den Autotüren gab es keine Kindersicherung, genauso wenig wie an Steckdosen, Medikamenten- und Putzmittelflaschen.

Dank hochgiftiger Lackfarben waren Gitterbetten und Spielzeuge wunderschön bunt. Man konnte ohne Helm Fahrrad fahren. Zum Mittagessen kamen wir nach der Schule nach Hause. Das Wort Ganztagsschule hätte damals niemand verstanden. Unsere Eltern ließen uns bis Einbruch der Dunkelheit draußen spielen. Wir mussten lediglich versprechen, abends wieder daheim zu sein. Das war speziell in unserer Familie der Moment, in dem die „dunklen Nachtwolken“ aufziehen. Unsere Eltern schenkten uns einfach Vertrauen. Es gab keine Handys – unvorstellbar, nicht? Wie alle Kinder holten wir uns Schürfwunden oder manche brachen sich ab und zu einen Zahn aus. Aber niemand wurde deswegen verklagt! So lernten wir, auf uns selbst aufzupassen. Wir aßen Wurstbrote mit Butter und Süßigkeiten. Trotzdem wurden wir nicht dick – weil wir immer draußen spielen und toben konnten! Wir teilten uns zu viert oder zu fünft aus einer Flasche etwas zu trinken. Ja, wir tranken aus derselben Flasche, ohne daß jemand daran gestorben wäre!

Wir hatten keine Playstations, keine Computer, keine iPods, keine DVD-Player, kein Kabelfernsehen, keine Internet-Chats … SONDERN FREUNDE.

 


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