Der größte Wasserfall, die tiefste Höhle, das kleinste Mittelgebirge?
Der Ursprung zu diesem Blog war ein Beitrag bei Facebook, was wohl das kleinste deutsche Mittelgebirge ist.
Also, um den Titel „Kleinstes Mittelgebirge Deutschlands“ streiten sich mehrere Regionen. Das Zittauer Gebirge sieht sich selbst in dieser Lage: http://www.zittauer-gebirge.de/. Tante Wikipedia nennt sogar die Stemweder Berge in Nordrhein-Westfalen/Niedersachsen: http://de.wikipedia.org/wiki/Stemweder_Berg. Der „Wirtschaftsspiegel Thüringen“ ist lokal-patriotisch und nennt natürlich den Kyffhäuser – das Kyffhäusergebirge als Randgebirge des Harzes wohlbemerkt, und nicht den fälschlicherweise immer wieder den als Kyffhäuser bezeichneten Kulpenberg!: http://www.wirtschaftsspiegel-thueringen.com/startseite/aktuell-einzelansicht/article/deutschlands-kleinstes-mittelgebirge.html?tx_ttnews[backPid]=70&cHash=678af83c08 Das Kyffhäusergebirge befindet sich am Rande des Südost-Harzes in Thüringen/Sachsen-Anhalt. Der Hohe Fläming in Brandenburg bei Belzig geht wiederum völlig unter. Es ist wohl Eigenermessen, ob man den Hohen Fläming mit bis zu „200 Meter hohen Erhebungen“ überhaupt zu den Mittelgebirgen zählt. Ich denke, in einem ansonsten flachen Landstrich darf man das: http://mtwv.de/wordpress/?p=1457.
Der schiefste Turm der Welt steht nicht in Pisa, auch wenn die Pisaner clever genug sind, seit 500 Jahren mit ihrem schiefen Turm von Pisa Geld zu verdienen und weltberühmt zu sein.
Der Kirchturm in Suurhusen/Ostfriesland ist schiefer, als der Kollege aus Pisa. Das Guinnessbuch der Rekorde nahm für diese Wertung den Neigungswinkel als Grundlage, und nicht den maximalen Überhang an der Oberkante.
Im Übrigen ist auch der Kirchturm von Bad Frankenhausen am Kyffhäuser schiefer als der in Pisa. Aber ich glaube, hier nahm man wieder den maximalen Überhangwert an der Oberkante als Maß. Aber egal, Pisa verliert eigentlich bei beiden Wertungen – in der Pflicht und in der Kür beziehungsweise in der Haltungsnote. Wieso sind die dann so viel mehr bekannt als die beiden deutschen Turmkollegen?

Im Erzgebirge gibt es eine Paßhöhe, die sich „Paßhöhe Hefekloß“ nennt. Durch die Angabe von halben Metern meint der Vorbeifahrende mit flüchtigem Blick, er habe 1788 Meter gelesen. Aber das ist eben nur halb wahr. Denn das Erzgebirge hat an seiner höchsten Stelle „nur“ 1244 Meter (Keilberg, CZ).
Ihr merkt schon, das entartet. Das ist wie die Suche nach dem größten Wasserfall – je nachdem, ob man von der Breite, der Höhe oder der herabstürzenden Wassermenge ausgeht. Oder ob der Wasserfall künstlich oder natürlich ist. Sachsens höchster Wasserfall bei Blauenthal im Erzgebirge ist nämlich zum Beispiel künstlich angelegt.
Um den Titel „Deutschlands einzige Hochseeinsel“ streiten sich Helgoland und eine Insel im niedersächsischem Wattenmeer. Ich weiß jetzt nicht konkret welche. Aber mein Herz schlägt eh für Helgoland.
Beim Titel „größter Binnensee Deutschlands“ streiten sich die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern und der Bodensee. Da der Bodensee aber zu drei Ländern gehört und die deutschen Grenzen im Wasser nicht festgelegt sind, meint man an der Müritz, dem Bodensee stehe diese Bezeichnung nicht zu. Am Bodensee sieht man aber genau diese Tatsache als Wertung für sich. Irre! Auch hier muss ich sagen, mein Herz schlägt für die Müritz.
Unbestreitbar ist aber, daß Oberwiesenthal im Erzgebirge (D) die höchstgelegene Stadt Deutschlands ist und Boží Dar im Erzgebirge (CZ) die höchstgelegen Stadt Mitteleuropas. Und die höchstgelegene Gemeinde Sachsens ist Tellerhäuser im Erzgebirge nahe dem Fichtelberg, ein Ortsteil von Breitenbrunn.
Unbestreitbar ist auch, daß sich „Deutschlands höchstgelegener Erdgasanschluß“ durch die Erdgas Südsachsen/ENVIA auf dem erzgebirgischen Fichtelberg befindet.
Und Sachsens höchstes Bauwerk ist der ENVIA-Schornstein in Chemnitz. Das ist die Esse, die jetzt (im Sommer 2012) bunt angemalt und LED-beleuchtet werden soll.
Aber man sieht, wie die Regionen das handhaben, nur um irgendwie in irgendeine Kategorie zu fallen. Der „tiefste Dorftümpel nach einem Starkregen im Juli befindet sich in Hohenwulschen”
Übrigens, ein klassisches Dreiminuten-Ei dauert auch nicht mehr drei Minuten, sondern länger. Die Eier unserer wohlgenährten Hühner sind über die Jahre größer geworden als sie es früher waren. Es sei denn, man kocht sie so wie ich: gleich ins Wasser legen und mit dem Wasser warm werden lassen. Und dann ab Kochzeitpunkt drei Minuten. Aber der Titel „Drei-Minuten-Ei“ ist eigentlich Quatsch.
Fakt ist aber, daß eine 5-Pfennig-Semmel eben 5 Pfennig kostet, sonst wäre es keine.
Aber daß ein frisch gezapftes 7-Minuten-Bier in der Kneipe immer noch 7 Minuten dauert, ist – wenn man durstig darauf wartet – die allergrößte Sauerei überhaupt.